Ich war in eine tiefe Leere gefallen, sobald die Dunkelheit mich übermannte. Und seit langen spürte ich die Dunkelheit auch wieder in meinem Herzen. Nein, nur dort herrschte sie. Und irgendwo in dieser Finsternis tauchte das Gesicht meiner geliebten Zwillingsschwester auf. Sie war die einzige gewesen, die zu jedem Teil meines Lebens gehört hatte, meine Licinia. In Germania verscholl sie. Ich lachte, wollte nach ihr greifen, doch sie wandte sich mit einem traurigen Lächeln von mir ab und ging fort. Ich folgte ihr. Und kaum dass ich ein paar Schritte getan hatte, wünschte ich, ich hätte sie nicht getan. Da stand Maximus und er sah mich mit einem ernsten Gesichtsausdruck an. Ich sppürte wie sich meine Augen mit Tränen füllten und ich streckte auch nach ihm meine Hand aus. Er kam mir näher, doch seine Hand konnte die meine nicht ergreifen. Verzweiflung brach in mir aus und ich murmelte ein verzweifeltes "Wo bist du, Liebster?" Und er öffnete den Mund, doch kein Klang kam heraus, was mir in aller Deutlichkeit verriet, dass es nur einen Ort gab, wo er sein konnte. "Was haben sie nur mit dir gemacht!" flüsterte ich voller Trauer. Ich spürte den Schmerz in seinem Blick auf meiner Haut lasten, fühlte seine Sehnsucht nach mir. Ich wusste, er würde auf mich warten. Und ich würde ihm entgegen kommen. Konnte ich ihn wahrlich noch so lange allein lassen? Sicher, da war Metellus, aber... Ich folgte dem Fingerzeig von Maximus und erblickte Metellus. Mein Kopf wirbelte zurück zu Maximus, doch statt Verachtung oder Enttäuschung erblickte ich ein warmes Lächeln. "Ich werde dich niemals vergessen, Maximus." murmelte ich und wandte mich zu Metellus um. Er war greifbar und schloss mich sanft in seine Arme, er konnte mich halten und er wollte es. "Metellus..." Ich spürte wie Kraftlosigkeit sich in mir breit machte und ich zusammensackte.
"Hah!"
Mit einem erschreckten Blick erwachte ich zuckend wieder aus meinem Traum. Ich sah mich verwirrt um. Da war das Meer, dort Pentesilea und neben uns trottete meine Marcella her. Ich hatte keine Ahnung, dass ich laut gesprochen hatte und ich konnte mich auch nur an Bruchstücke meines Traumes erinnern. Maximus war dagewesen. Ich fühlte, dass meine Wange eisig kalt war und tastete gedankenverloren nach ihr: Dort lief eine Träne. Schweigend und mit einem vor Trauer verschleierten Blick sah ich über das Wasser.