Ohje, so spät schon? Ich patschte mir mit der Hand vor die Augen und schüttelte resigniert den Kopf. Soviel zu 'Carpe Diem'. Ja, das tat ich wohl, aber eher zum Rausch ausschlafen. Dann sah ich Pente wieder an.
"Schieß los!"
Ohje, so spät schon? Ich patschte mir mit der Hand vor die Augen und schüttelte resigniert den Kopf. Soviel zu 'Carpe Diem'. Ja, das tat ich wohl, aber eher zum Rausch ausschlafen. Dann sah ich Pente wieder an.
"Schieß los!"
Ich sah sie kurz verdattert an. Oh was hatte ich nur für Kopfschmerzen. Hoffentlich sah Metellus mich so nicht, er würde mich mein Leben lang damit aufziehen. Her... Hm was hatte ich noch gesagt...? Achja:
"Na, ich meine wielang ist die Sonne schon auf..."
Wie redete ich eigentlich. Nun musste ich doch grinsen.
Ich lächelte leicht als ich sah, wer mich da aus meinem Dümpeln geholt hatte und nickte leicht.
"Nein, Pente, du störst mich keineswegs. Komm nur herein. Ist es schon lange her?"
Ich musste gähnen und schlug mir schnell die Hand vor den Mund. Bei den Göttern war ich erledigt.
Redegewandt und zu Scherzen aufgelegt schien er ja zu sein. Eine gute Voraussetzung für ein gutes Miteinander.
"Zugegebenermaßen bin eher ich die Neue, wenn du ein Matinier bist. Ich bin seit einigen wenigen Monaten unter diesem Namen in der Familie, wenn auch mein Leben lang als eine Octavia!"
Ich deutete auf einen Korbsessel.
"Darf ich mich setzen?"
Ich schlief noch auf meinem Bett, vielmehr döste ich. Ich hatte einen ziemlichen Kater von der letzten Nacht, wobei ich doch eigentlich beschlossen hatte die Finger vom Wein zu lassen. Aber konnte ich auf einem religiösen Fest verneinen? Brummig richtete ich mich in meinem Bett auf und stützte mich auf die Ellenbogen.
"Ja?"
"Helena!"
erwiderte ich lächelnd. Er war definitiv jünger als ich, möglicherweise auch jünger als Metellus, sicher war ich mir allerdings nicht.
"Du bist neu hier."
stellte ich fest und sah ihn erwartungsvoll an. Ich war gespannt, 'wer' er war.
Lächelnd öffnete ich die Tür und trat herein. Ich betrachtete den Neuankömmling. Er ähnelte Agrippa ziemlich... Ich schloss die Tür hinter mir.
"Salve! Ich bin Helena. Und du bist...?"
zwinkerte ich ihm vergnügt zu.
Ich hatte einen Neuankömmling gesehen und einer der alten Haussklaven hatten ihn zu einem Zimmer geführt. Zwar war ich sehr müde, da ich gerade erst aus meinem Officium zurückkam, doch ich beschloss einmal nach ihm zu sehen. So also klopfte ich an seine Türe.
Ich begab mich in das Lararium. Es war schon ziemlich spät und nur das Licht der Fackeln sorgte für Helligkeit in der Villa meines Adoptivvaters. Ich zündete Weihrauch an und stellte eine Votivgabe wie auch ein wenig Honig auf den Alter. Ich kniete vor dem Alter nieder und streckte meine Hände dem Altar entgegen: Ich wollte einfach nur für ein Gebet an die Laren sorgen.
"Höret mich ihr Laren! Ich bitte euch um euren Segen für uns, eure Nachfahren und bitte euch im Tausche für diese Opfergaben darum, dass ihr eure wachsamen und erfahrenen Blicke auf uns richtet und unser Geschick leitet. Die Familie ist auf euch angewiesen und verehrt euch sehr!"
Ich hatte nichts weiter zu sagen und blieb in andächtigem Schweigen noch eine Weile vor dem Alter hocken, ehe ich mich aufrichtete und mit gemischten Gefühlen in mein Zimmer zurückkehrte.
Dies ist das Cubiculum des Quintus Matinius Cicero, dem Sohne das Publius Matinius Agrippa.
Vor dem Eintreten bitte anklopfen.
Ja und danach so etwas wie Goehte-Straße so und so? ![]()
"Es kommt ganz auf deinen Lerneifer an und wann du für eine Prüfung bereit bist. Und natürlich auf die Einschätzung deiner Lehrerin, nämlich mir. Zur Popa brauchst du nur wenige Wochen einplanen, danach einen guten Monat. Wie gesagt, es hängt von mehreren Faktoren ab!"
lächelte ich und folgte ihrem Blick.
"Ja, das gesamte Collegium Pontificium könnte die Ausbildung übernehmen, auch wenn sie zumeist nicht die Zeit dafür haben. Doch bis zur Prüfung zur Sacerdos könnte eine Schülerin auch bei einer Lehrerein eines anderes Kultes lernen!"
lächelte ich.
"Und bislang bist du meine erste Schülerin, da es noch nie unbedingt vonnöten war, dass ich jemanden unterrichte. Aber ich würde sehr gerne mehr Schüler unterrichten, auch wenn es sehr viel mehr Arbeit wäre."
Ich schwieg kurz andächtig und sammelte Worte, mit denen ich weiter sprechen konnte.
"Die Ausbildung beginnt mit den Grundzügen des Opferns und der Götter. Es ist noch nicht sonderlich spezifisch auf eine Gottheit bezogen. Erst die Prüfung zur Sacerdos verlangt vieles Wissen über eine Gottheit ab."
"Ich gelte allerdings als eine Sacerdos Fortunae, denn bis zum Pontifex war ich stets Priesterin der Fortuna. Darum bietet sich ja gerade diese Göttin an, die ich dir näher bringen kann. Wobei ich eigentlich zu jeder Gottheit lehren könnte. Wenn du Sacerdos bist, bist du Vorsteherin eines Tempels und sorgst damit auch für die Schüler. Aber eine Schülerin aus Rom müsste nicht unweigerlich hierherkommen, falls sich auch dort ein Lehrer finden lässt."
"Ich würde sagen beim Sacerdos ist Schluss. Gäbe es noch eine zweite Sacerdos Fortunae dann könntest du Sacerdos Maior werden und damit Tempelvorstehende. Pontifex erst dann wenn weit mehr Priester als momentan in unserer Provinz wären aber selbst dann würden erst andere in das Collegium berufen werden. Solange es nur so wenig Priester sind wird es bei mir bleiben."
Ich schmunzelte. Weit hinaus, wollte sie also.
"Nur in Rom könntest du noch weiter aufsteigen."
"Genau! Als Popa führst du unter Anleitung die Opferungen durch und machst mehr religiöse Dinge als ein Commentarius. Jener macht Verwaltungstechnische Aufgaben in einem Tempel, zählt die Opfergaben und derlei Dinge. Was ich persönlich sehr trocken finde!"
lächelte ich und seufzte.
"Praktisch mache ich ja kaum etwas anderes."
Ich schmunzelte als ich Valerias Reaktion sah. Offensichtlich war dies ihr erstes Fest. Aber als ich an meines zurückdachte... Leise flüsterte ich:
"Glaubst du, wenn du deine Zeit als Discipulus beendet hast... Dass du Popa werden möchtest oder doch eher Commentaria?"
Vermutlich wusste sie nicht genau was es bedeutete, doch in dem Fall würde ich es ihr gerne erklären.
Ich nickte Sevycius anerkennend zu. Seine Worte gefielen mir weit besser als jene von Crassus. Bescheidener und weit weltoffener, nicht besserwisserisch. Bei ihnen onnte ich akzeptieren, weshalb er gegen Metellus sprach. Es mochte sein, dass er noch sehr jung war, aber dennoch bereit. Vermutlich. Die Chance sollte man ihm alle Mal lassen. Ich hatte mich durch Sevycius Worte wieder etwas beruhigt. Hatte ich hart gesprochen, so doch nicht gegen ihn. Auch wenn es so klang. Wenn ich mir dagegen allerdings Crassus Worte anhörte.
"Er ist mein Bruder und ich bin stolz darauf. Doch das ist nicht der Grund weshalb ich ihn vertrete. Und darum möchte ich auch nicht bei Wahlen dass man sich darauf festreitet!"
Ich wandte mich an Sevycius und sprach was ich dachte:
"Ich danke dir für dein Verständnis und diese deine Worteb zu hören überzeugt mich doch wieder ein wenig mehr. Verzeih wenn ich ein wenig sehr hart sprach, doch ich rede mich gerne mal in Rage!"
Ich lächelte ihm zu. Dann wieder zu Crassus.
"Und ja, die Wertung steht dir zu. Ich möchte allerdings darum bitten mir nicht in meine Meinung hineinzureden. Ist zumindest das akzeptabel? Auf deine Wertung meiner Meinung kann ich gut verzichten, da ich durchaus selber die Stärken und Schwächen meiner Worte kenne! Und was du zu deinen Ahnen sprichst... Mein Vater ist in einem Alter von 70 Jahren gestorben und ich denke auch dass sein Wissen durchaus anzurechnen ist. Er war einer der wichtigsten Politiker die Rom je hatte und auch auf seine Einschätzung gebe ich sehr viel wert. Er war mein Mentor der mich die Werte lehrte und ich gebe seinen Worten mehr Gewicht als den Worten von Leuten, von denen mir nicht gesagt wird wer sie sind."
Ich spürte etwas wie Wut in mir aufsteigen, wenn ich diesen Mann sah. Er hatte damals so viel Schaden angerichtet und nun masste er sich an zu sagen er sei derjenige der am meisten von Traditionen wusste. Ich stand kühlen Blickes auf.
"Eine verheiratete Frau in ihrem Kummer zu küssen spricht jedenfalls auch nicht für Tradition, wenn dies gegen ihren Willen geschieht. Wenn ihr mich jetzt entschuldigt? Ich brauche frische Luft!"
Ich erhob mich und verschwand aus dem Sitzungssaal.
Aine! Da steht klar dass das Horn an mich weiter gereicht wird. Bei einem Rollenspiel ist man auf Absprache angewiesen und wenn jeder kreuz und quer postet geht das nicht. Es kann nicht angehen dass die 'Hohepriesterin' nach einer Sklavin trinkt ![]()
Ich nahm das Füllhorn von Didia Fausta entgegen und sah hinein. Es war bei Weitem nicht mein erstes Fest und so setzte ich es an die Lippen und trank einen kräftigen Schluck darauf. Ich hatte mich an den Geschmack gewöhnt, auch wenn ich ihn noch immer nicht sehr liebte.
Ich war froh, dass das Opfer angenommen wurde, freute mich jedes Mal über die Annahme der Götter. Ich reichte das Horn an die neben mir stehende Valeria weiter, die ja bald meine Schülerin würde. Dann sah ich zu Fausta und nickte ihr und anschließend der Popa anerkennend zu.
Nicht nur das
Sämtliche Dinge die mit dem Fest der Bona Dea zu tun haben sind für Männer tabu. In der Nacht in der das Fest gefeiert wird dürfen nur Frauen im Hause sein.