Ich wischte die Träne meiner Freundin sacht fort.
"Zu Anfang war es keine besonders schöne Zeit. Maximus war strenger als ich, aber er ist eben Patrizier. Er hat es nicht anders gelernt, wobei er schon sehr verständnisvoll war. Das hieß allerdings dass ihr euch oft gestritten habt und da er dir standesmäßig gesehen weit überlegen war, musstest du oft Strafen einstecken. Das konnte ich nicht gut leiden, auch wenn es berechtigt war. Als dann Minervina kam wurdest du ruhiger und hast mir geholfen, denn sie und ich waren beide sehr geschwächt. Als wir so weit wieder standen, bist du eines Nachts verschwunden und ich ließ nach dir suchen, hoffend, dass Maximus nichts bemerkte."
Ich hielt kurz inne. Es war so schwer an damals erinnert zu werden, doch nun musste ich ihr helfen und das konnte ich nur so, da es ihrem Wunsch entsprach. Maximus... 'Wo bist du nur? Warte ich mit gutem Grund oder... habe ich dich tatsächlich verloren?' ging es mir in diesem Moment durch den Kopf.
"Als du wieder da warst, kehrte eine ziemlich ruhige Zeit ein, er hatte nichts von deiner Abwesenheit bemerkt. Die Zeit verging auch schnell, wir haben uns immer mehr angefreundet, doch es hat lange gedauert bis das Vertrauen wieder hergestellt war. Dann zog Maximus los und.. naja kehrte nicht mehr zurück. Und dann verschwandest auch du, wenige Wochen darauf, als ich in Rom als Aedil war. Bis ich dich wieder traf."
Ich strich ihr sanft über die Schulter.
"Das war damals schon was. Als Minervina geboren war und du sie in deinen Armen hieltst. Als ich sie das erste Mal gesehen habe. Sie mochte dich vom ersten Augenblick an, aber Kinder bemerken ohnehin meist zuerst wer ein guter Mensch ist. Noch viel früher als wir Erwachsenen..."