Beiträge von Rediviva Helena

    Es war mir unangenehm, dass er mich weinen sah und ich wischte schnell die Tränen fort. Leicht - wenn auch gespielt - lächelnd sah ich zu ihm auf.


    "Es... ist nur der Abschied fällt schwer...!"


    Mühsam richtete ich mich an der Wand wieder auf, ich zwar ziemlich wackelig auf den Beinen.

    Sim-Off:

    Ich ziehe hier jetzt einmal einen Strich.


    Erklärung: Ich musste das Opfer für die abziehenden Legionen machen und da Helena halt krank ist habe ich das auf eine Woche später gelegt. Da sie dort aber zusammen gebrochen ist und nach Hause gebracht wird, muss ich dieses RPG jetzt stoppen.


    Wir gehen davon aus, dass sie soweit gepflegt wurde, dass sie wieder stehen und laufen kann. So ist sie unverwantwortlicherweise einfach opfern gegangen und bricht dort wieder zusammen, nachdem die Legio davongezogen ist.


    Hier geht es dann weiter, wenn sie wieder da ist :)

    Ich sah ihm verlorenen Blickes hinterher. Eine kalte Hand griff nach meinem Herzen: Ich hatte Angst. Die Götter waren der Legio wohlgesonnen, aber waren sie es auch Maximus? Ich begriff, wie hilflos ich eigentlich war. Das letzte Mal wurde er im Kampf gegen die Germanen gefährlich verletzt.


    Leicht hob ich meinen Arm und sah ihm hinterher, während mir eine einsame Träne die Wange hinunter rollte. Ich hasste diese Abschiede und freute mich auf den Tag, wenn es endlich vorbei sein würde.


    Ich lehnte mich an die Wand eines Gebäudes und ließ mich nach unten rutschen. Da gingen sie hin...

    Ich stand inzwischen etwas abseits, mein Gesicht war völlig blass. Mein Atem ging schwer. Ich riss mich schwer am Riemen, denn jetzt vor all den Augen durfte es nicht passieren...


    Ich erblickte Maximus wie er auf mich zuschritt. Verdammt, warum hatte ich nicht auf Pentesilea gehört... Ich lächelte ihm schwach entgegen.

    Ich machte dem Popa Platz und reichte ihm mein scharfes Opfermesser. Er nickte mir zu, setzte am Hals des Tieres an und noch bevor es begriff wie ihm geschah wurde ein tiefer Schnitt gesetzt. Das Blut quoll heraus und der Popa wich mit einem schnellen Schritt zurück, da das Tier bald umkippen würde.


    Das Leiden dauerte lange an und das Tier tat mir wieder einmal leid. Es wusste nichts von der Ehre die ihm wiederfahren würde. Erst als das Blut weniger wurde trat ich vor, das Leben war bereits aus dem Tier gewichen. Ich nahm mein Opfermesser wieder in Empfang und beugte mich zu dem Tier hinunter. Überall roch es nach Blut und durch meine Krankheit wurde es mir schwindelig. Nein, nicht jetzt. Ich riss mich zusammen und schnitt ihm seinen Bauch auf.


    Ich griff nach den Eingeweiden und kontrollierte sie ob ihrer Reinheit. Wie auch der Kopf, das Fell und der Körper des Stieres waren die Innereien makellos. Das Blut hatte sich auf meinen Armen verteilt und ich stand wieder auf, hob meine Arme den Soldaten entgegen. Mit lauter Stimme schrie ich:


    "Mars hat das Opfer angenommen! Der Feldzug im Namen unseres Imperator Caesar Augustus und von euch allen ausgeführt steht unter dem Schutz der Götter! Ihr werdet beruhigt ziehen können und siegreich wiederkehren, Soldaten Roms!"


    Ich war so laut, dass ich kurz husten musste und holte tief Luft. Dann lächelte ich, ganz in meiner Rolle wurde ich immer zu begeistert und übernahm mich jedes Mal. Ich wartete auf die Reaktion der Milites.

    Ich nahm den Stier höchstpersönlich an dem Seil, winkte Popa und Discipulus an meine Seite, nickte den beiden zu und machte mich auf den Weg. Der Stier war vollkommen ruhig und trottete brav neben mir her.


    Wir gingen an den Reihen der Milites vorbei und ich prägte mir dabei die Gesichter an. Die Sklaven hinter und trugen Weihrauch, ebenso wie beim Altar auch Weihrauch brannte. Ich setzte Schritt vor Schritt, war ein bisschen wehmütig.


    Wie fühlten die Milites? Hatten sie Angst? Angst, nicht mehr zurück zu kehren? Sie ließen all ihre Verwandten zurück. Und die Germanen waren ein rücksichtsloses Volk.


    Als wir nach einiger Zeit die große Legion umrundet hatten schritten wir wieder zu dem Altar. Ich wandte mich der Menge zu, wies Victor an, Abstand zu nehmen. Diesen Part würden der Popa und ich übernehmen.


    "Milites! Nun werden wir die Götter nach ihrem Willen befragen!"

    Ich beobachtete Victor genau und sah hin und wieder in die Menge. Sie lauschten gespannt dem Ritual, ich konnte kein Tuscheln vernehmen. Ich war stolz auf Victor, er machte seine Sache gut! Als sein Gebet beendet war trat ich wieder vor und begann mein Gebet.


    "Victoria, Göttin der Siegreichen! Schenke auch dieses Mal diesen tapferen Soldaten den Sieg, geleite sie auf dem Feldzug gegen die Germanen! Hilf uns diesen Barbaren zu zeigen, dass du auf der Seite Romas stehst, dass Rom unbesiegbar ist und sie nicht gegen deine Macht ankommen! Schenke diesen tapferen Soldaten den Sieg!"


    Während ich sprach wurde meine Stimme immer lauter und euphorischer. Ich nickte Victor lächelnd zu, nun war es an ihm die Figur von ungefähr einem halben Meter auf den Altar zu stellen um die Vorpferung abzuschließen.


    Dann ließ ich den Popa und und einen Sklaven mit dem Stier vortreten. Ich besprenkelte ihn noch mit der Mola Salsa um ihn abzusegnen.

    Victor schien sehr nervös und ich hoffte, er würde seine Aufgaben gut erledigen. Ich wies ihn an, dass er die Opfergabe an Mars darbringen solle, während ich Fortuna und Victoria übernehmen würde. So bekäme er eine richtige Aufgabe, bei der er sich beweisen könnte.


    Ich ließ die Sklaven mit den Opfergaben antreten und nickte Victor zu. Es waren viele Lebensmittel: Speltweizenkuchen, Brote, Trauben, Oliven, und vieles mehr. Ich begann die Opfergaben gemeinsam mit Vic auf den Altar zu stellen und hob meine Arme senkrecht gen Himmel wie ich auch meine Stimme anhob.


    "Fortuna, geleite diese tapferen Milites auf diesem Feldzug und stehe ihnen bei. Mit diesem Opfergaben erbitten wir dein Wohlwollen und deinen Beistand, auf dass du ihre Wege wieder gesund hierher zurückführen wirst!"


    Ich sah zu Victor, nun würde sein Gebet zu Mars gesprochen werden. Dem Gott des Krieges. Ich war gespannt welche Worte er wählen würde und nickte ihm mutmachend zu.

    Als ich bemerkte, das alle Milites bereit waren schluckte ich. Dann wandte ich mich wieder Vic zu, wieder mit gedämpfter Stimme:


    "Nein, dann kann das ganze Opfer daneben gehen und die Götter werden nicht milde gestimmt! Das wiederum könnte das Scheitern ihrer Mission bedeuten..."


    Gut, vermutlich hatte ich ein wenig dicht aufgetragen, doch ich musste ihm verklickern, wie wichtig unsere Rolle bei dieser Opferung war.


    "Bereit? Dann mache dich daran den Altar aufzubauen!"


    sprach ich wieder lauter zu ihm.

    Ich flüsterte Vic ziu:


    "Das ist der Tribunus Laticlavius, derzeitiger Kommandeur während Meridius' Abwesenheit... Er ist mein Gemahl!"


    Ich zwinkerte. Dann begann ich ihm grob zu erklären, was er gleich zu tun hätte.


    "Du wirst den Altar aufbauen und dann mit mir gemeinsam kleine Opfergaben wie Obst, Brot und Wein an Mars, Fortuna und Victoria bringen. Zudem wird ein Votivopfer in Form eines Germanen dargebracht, dies überlasse ich dir! Danach wird der Stier an Mars geopfert, bei dieser Opferung wirst du dann nur zusehen!"

    Gemeinsam mit Vibius Valerius Victor betrat ich wieder den Platz und begab mich lächelnd zu Maximus.


    "Darf ich dir vorstellen? Vibius Valerius Victor, Discipulus und Claudias Schüler! Er ist hergekommen um mir zu helfen!"

    Erfreut sah ich den Schüler an und machte mir sogleich eine geistige Notiz.


    "Sehr lobenswert von dir, Victor! Du darst mir wahrlich nicht bei dem großen Opfer helfen, doch auch beim Zuschauen kannst du einiges lernen! Bei den Voropfern kann ich deine Hilfe allerdings sehr gut gebrauchen! Ebenso muss der Altar aufgebaut werden... Prima, danke dass du gekommen bist!"


    Gemeinsam machten wir uns wieder auf den Weg zum Sammelplatz.

    Man hatte mir von einem Priester erzählt und so war ich ans Tor gekommen. Überrascht erkannte ich Claudias Discipulus.


    "Salve!"


    lächelte ich ihm freundlich zu.


    "Bist du gekommen um mir zu helfen?"

    Ich sagte eine Weile nichts und sah mich traurig im Castellum um. Wieviele dieser Männer würden nicht mehr zurückkehren? Wieviele Frauen würden mit ihren Kindern allein sein?


    "Das ist...!"


    plötzlich kam jemand herbei geeilt und erzählte, dass jemand aus dem Cultus Deorum am Tor auf mich wartete. Überrascht machte ich mich auf den Weg....

    Ohmm... ich habe gut 500 sz für meinen Essensbalken ausgegeben und der war dann auf 84. 2 Tage später ist er nur noch auf 64... Ist das nicht ein bisschen zu schnell?

    Ein schwaches Lächeln erschien auf meinen Lippen.


    "Das macht nichts, so kann ich mich mental auch noch auf diese wichtige Aufgabe vorbereiten!"


    Ich stellte mich nun neben ihn und sah auf die Menge hinab.


    "Wielange werdet ihr ungefähr brauchen?"


    Meine Stimme war belegt, ich machte mir Sorgen...

    Ich ging voran, hinter mir ein Popa des Mars und 2 Sklaven, die einen roten Stier mit sich nahmen. Ich war noch immer sehr geschwächt und hatte eine lange Debatte mit Pentesilea führen müssen, ehe sie mich gehen lassen hat. Meine Schritte waren noch kurz und unsicher, meine Haut blass. Inzwischen war eine Woche seit der Verlobungsfeier vergangen. Da sah ich Maximus. Ich schritt nun allein auf ihn zu.


    "Salve!"


    Ich sah auf die vielen Männer hinab. Dieses Opfer würde mein größtes werden. Damals in Germania war ein ähnliches gewesen. Und es würden noch mehr Milites erscheinen.

    Aber Flavius, ich erkenne doch meinen geliebten Bruder wieder :)


    Ja, Vater ist nun bei den Göttern, es ist schon eine kleine Weile her. Gut siehst du aus! Mir ist es gut ergangen, nur momentan habe ich sim:on hohes Fieber, aber mein Sohn überlebt das schon :D