Alpina hatte gehofft, dass Corvinus noch vor der Hochzeit Zeit finden würde, mit ihr gemeinsam ein passendes Hochzeitsgeschenk für Curio und Runa auszusuchen. Doch er war seit Wochen nicht in die Casa Helvetia gekommen. Nun machte sich Alpina alleine auf den Weg, ein Geschenk zu kaufen. So wie sie das Hochzeitspaar einschätzte und wohl wissend, dass die Casa Helvetia weder auf der Seite, die Corvinus und sie bewohnten, noch auf der Seite seines Bruders vollständig eingerichtet war, suchte Alpina nach einem praktischen Geschenk. Sie hatte auch schon eine Idee, was die beiden gut gebrauchen konnten.
Gezielt steuerte sie einen Töpfer an, der seine Ware auf mehreren Verkaufstischen in der Basilika anbot. Sie sprach den hageren Mann dahinter an.
"Salve, guter Mann. Ich suche einen schönen und repräsentativen Mischkelch für Wein und Wasser. Etwas, das den Tisch schmückt und man auch den Gästen gerne zeigt."
Der Mann lächelte geschäftstüchtig und führte sie zu einem großen Mischkelch, den einige Tiermotive schmückten. Alpina besah sich den Kelch.
"Hm. Er ist sehr hübsch, aber ich hatte an eine mythologische Szene oder so gedacht. Weißt du, es ist ein Hochzeitsgeschenk."
Die Augen des Töpfers leuchteten auf. "Eine Hochzeit? Ja, da habe ich was Besonderes!"
Er tauchte ab und kam mit einem großen Mischkelch hervor, dessen rotglänzende Rundung ein Relief zierte. Es zeigte den Weingott Bacchus und einige Satyrn und Mänaden, die um den Gött herumtanzten und ihm fröhlich zuprosteten.
Alpina nickte erfreut. "Wunderbar, genau so habe ich mir das vorgestellt. Gibt es auch passende Becher dazu?"
Der Töpfer strahlte jetzt. Er witterte ein gutes Geschäft.
"Natürlich, natürlich!"
Er präsentierte ihr eine Auswahl an ebenso schönen, rotglänzenden Tonbechern. Einige trugen Satyrn, andere Trauben, wieder andere Tiermotive oder waren gänzlich schmucklos.
Alpina stand eine Weile grübelnd vor den Stücken. Dann ließ sie sich die Preise nennen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob ihr Budget dafür reichen würde. Schließlich entschied sie sich.
"Gut. Ich nehme den Mischkelch und dazu je drei von den Bechern mit den Satyrn und denen mit den Trauben. Und eine Bitte hätte ich noch. Verpacke alles bruchsicher in einer Kiste und liefere sie in die Casa Helvetia in den Cabanae. Am besten in die Taberna Medica Alpina. Damit der Bräutigam keinen Wind von der Sache bekommt."