Beiträge von Lucius Helvetius Falco

    "Das ist eigentlich ganz einfach. Ich wurde in Ausübung meiner Pflicht von Barbaren gefangen genommen und verlor daher meinen Status. Die Rehabilitation dessen obliegt unserem geliebten Kaiser. Und diese erwarte ich noch. Denn mein ehemaliger Posten in der Garde ist nicht grade häufig dort vorhanden und nun wieder neu besetzt worden, was die Sache natürlich verkompliziert.


    Ob ich jemanden umgebracht habe?"


    Lächelt amüsiert.


    "Ich war Soldat. Habe in Dacia gekämpft ... obwohl ich mich frage wofür, da ich hörte, dass heute dacische Prinzlein als Freunde in Rom begrüßt werden ..."


    Nimmt einen weiteren Schluck Wein.


    "... und habe in der Schlacht natürlich Männer getötet."


    Falco war klar, dass der Mann das so nicht gemeint hatte. Er dachte an Meuchelmord in der Garde, für den Kaiser. Doch er konnte unmöglich annehmen, dass Falco das hier öffentlich ausbreiten würde. Wieder erschien ihm allerdings Vibullius Gesicht vor dem inneren Auge ....

    Der Einstieg war geschafft. Scheinbar notgedrungen stellte der Kaiser ihn wieder in seinen Dienst. Er würde sich bewähren müssen. Das war jetzt seine Chance seine alte Größe wieder erstehen zu lassen. Militärberater war alles oder nichts. Kein Kommando, keine Macht. Ganz offensichtlich misstraute ihm Julian, zumindest vertraute er ihm nicht. Trotzdem war es eine Chance. Und als solche bot sie ihm Julian auch an, möglicherweise. Ganz sicher war er sich nicht. Benutzte er ihn nur, notgedrungen oder gab er ihm die Möglichkeit sich wieder zu beweisen. Irgendetwas sagte ihm, dass der Kaiser diese Entscheidung selber noch nicht getroffen hatte.


    "Ich danke Euch, mein Kaiser! Ich werde mir der Lage gemäß meine Gedanken machen und versuchen im Kriegsrat hilfreich sein zu können und bereite meinen Abmarsch vor."


    Er fühlte sich wieder als Soldat, obwohl er es gar nicht mehr war. Aber er hatte wieder eine Aufgabe. Für den Kaiser. Für Roma. Und er zog in den Krieg. Wenn wohl bloß als Zuschauer. Doch er würde versuchen das zu ändern.


    "Vale, Imperator! Ich erwarte Deine Nachricht mich einzufinden."


    Dass er nichts über das Vorhaben draußen erwähnen durfte war beiden klar und blieb unausgesprochen. Falco stand auf, verbeugte sich und verließ die Terrasse.

    Falco war sich nicht sicher, ob sein Gegenüber tatsächlich annahm er sei ein wirklicher Jäger oder ob er dies nur vortäuschte, um eine Auflösung der Metapher zu forcieren. Letztlich war es ihm aber gleich.


    "Ich jagte in anderen Gegenden. Nicht in Wäldern und Tälern, sondern in Häusern und Straßen."


    Er grinste erneut verschlagen und ließ die Metapher schließlich fallen.


    "Ich war Praetorianer."

    Falco war zu Hause gewesen. Mit einem dicken Kopf von der Feier in der Casa Decima. Sein Freund Vorenus war erschienen. Gardecenturio. Er hatte ihn nicht erwartet und wusste sofort, dass es wichtig sein musste. Doch mit einer derartigen Wichtigkeit hatte er nun nicht wirklich gerechnet. Der Augustus wollte ihn sehen, umgehend. Falco hatte unter den neuen Anzeichen für parthische militärische Aktionen zwar mit einer Audienz gerechnet, oder sie zumindest erhofft. Aber die Dringlichkeit überraschte ihn. Vorenus war in Uniform erschienen, was er normalerweise unterließ, da der zweite Gardepraefect, ein Mann namens Attianus, Falco sehr feindlich gesinnt war. Er hatte ihn nicht als Tribun in der Garde haben wollen.


    Auf dem Weg hatte er Vorenus nach der Lage befragt, doch viel war nicht bekannt. Der Kaiser hatte wohl Nachricht aus dem Osten erhalten. Man munkelte vom armenischen König.


    Nun wartete Falco vor der Türe zum Officium des Kaisers.


    Sie wurde geöffnet. Ein Sklave wies den Weg auf die Terrasse.


    Falco trat ins Freie hinaus. Die warme Luft weht ihm ins Gesicht.


    "Setzt Dich, Falco!"


    Der Kaiser sitzt an einem großen Tisch, viele Karten und Pergamente vor sich verteilt. Er weist auf einen Platz vor ihm. Falco nimmt Platz. Ein kurzer Blick auf die Karten. Der Osten. Der Kaiser bemerkt dies.


    "Was weißt Du?"


    Falco versucht einzuschätzen was der Grund des Besuches ist, worum er hier spielt. Was von ihm erwartet wird. Er entschließt sich für völlig Offenheit.


    "Ich hörte von Angriffen der Parther im Osten, entlang der syrischen Grenze. Weiter soll Dir der armenische König geschrieben haben. Und bedenke ich die Dringlichkeit Deines Wunsches mich zu sehen, so wird nun wohl auch Armenia bedrängt und ..."


    "... ist gefallen. Falls noch nicht, so ist dies nur eine Frage der Zeit. Wir könnten nie rechtzeitig genug eingreifen um daran noch etwas zu ändern, also ist vom Fall Armenias auszugehen. Neuesten Berichten zur Folge fiel in Armenia ein Feldherr namens Parthamasires ein. Ein Mann, der Dir bekannt sein dürfte. Der Druck auf die syrische Grenze hat nachgelassen, doch lassen Späherberichte darauf schließen, dass sich dort draußen ein parthsiches Heer versammelt hat. Zusätzlich zu dem in Armenia. Wohl um Ausfälle unsererseits zu parrieren. Wie schätzt Du unsere Lage ein?"


    Falco ging in sich. Der Kaiser wollte von ihm eine Analyse der römischen Möglichkeiten. Zu der aber selber fähig war. Warum also brauchte er eine zweite Meinung? Um seine von einem Ortskundigen bestätigt zu sehen? Davon machte sich Julian nicht abhängig ... eine zweite Meinung. Zwei. Das war es. Der Kaiser brauchte einen zweiten Mann. Die Lage zeigte deutlich warum ...


    "Augustus. Dass dieser Angriff gegen Roms Macht nicht ungestraft bleiben kann ist klar. Dein Entschluss zur Rache steht mit Sicherheit längst. Ich würde dem Feinde analog zwei Angriffsflügel bilden. Einen asiatischen udn einen syrischen. Der eine steht gegen das eine parthische Heer und befreit Armenia, der andere steht gegen das andere und rächt sich an Parthia selbst und verhindert so Entsatz für den Norden. Es wird wenig offene Schlacht geben, so wir diszipliniert genug sind. Es werden Reitergefechte sein, Belagerungen, Nachschubbedrängnisse."


    Der Kaiser nickte stets leicht bei der Erläuterung. Er sah es auch so.

    "Mich trieb es oft in die Nacht hinaus, grade weil des Nächtens eben nicht alle schlafen. Ich war ... Jäger. Und meine Sorte Beute ist nachtaktiv. Also war die Jagd zu dieser Tageszeit effizienter."


    Die Neugier des Gegenübers machte nun ihn neugierig. Gens Ferria ... er kannte einen Titus Ferrius Maximus. Der war ihm dienstlich aufgefallen. Ein nicht sonderlich einfacher Bürger, wenn seine Erinnerung nicht trog.

    "Germanicus Sedulus."


    Nickt diesem zu.


    "Ich bin es gewohnt mich in der Nacht zu bewegen und dort aktiv zu sein."


    Grinst verschlagen und nippt erneut am Wein.


    "Verus, ich danke Dir. Der Wein ist gut. Das Essen mit Sicherheit ebenso."

    Falco eilte über das Forum, so gut es bei dieser Menschenmenge denn ging. Er hatte einen praetorianischen Centurio besucht, den er schon sehr lange kannte. Das Treiben und Reden um sich herum nahm er nur nebenbei wahr. Doch dann hörte er auf.


    "... Auf das wir die Parther die unsere Grenzen berennen niederstrecken werden ..."


    Falco hielt inne. War diese Aussage fundiert? Aber warum sollte jemand deratiges schreien? Er nahm sich vor einige Nachforschungen über noch immer im Palast existierende Kanäle einzuholen, um mehr über die Lage im Osten zu erfahren. Er hatte es ja gewusst. Wenn sich das bewahrheitete ...

    "Ich grüße Dich Caius Ferrius Mino. Danke, ein wenig Zerstreuung kann ich wirklich gebrauchen. Ich bin Lucius Helvetius Falco."


    Etwas lauter ausgesprochen damit auch der Rest der Runde ihn einordnen konnte. So der Name noch genug Erkennungswert hatte, um das zu ermöglichen.


    Lacht.


    "Ja, er soll nur schlafen. Wie er aussieht wird er noch früh genug unerfreulich wach werden!"

    Falco war nach der Reise nur ein wenig erschöpft. Geminus war beireits von einem Sklaven gestützt in sein Zimmer unterwegs.


    Severinas Wortschwall und dessen Entschuldigung nahm er wortlos hin.


    "Nun, er ist doch sehr erschöpft von der Fahrt, lass ihn sich ein wneig ausruhen."


    Er war sich selbst noch nicht so ganz sicher, wie er den Zustand seines Vaters bewerten sollte. Abschließend bewerten sollte.

    Mit Eintreten des neues Gastes verabschiedet sich Falco.


    "Nein, ein weiteres Anliegen habe ich nicht. Ich danke für Deine Zeit und hoffe, dass sich der Erbfall klären lässt. Die Familia werdet ihr dann ja sicher informieren. Noch einen schönen Tag, Praetor. Vigintivir."


    Neigt den Kopf und verlässt das Officium.

    Falco fragte sich warum sich alles nur um den Namen Agrippa drehte und warum ausschließlich er ihn nur als Synonym für den Proconsul Hispanias nutzte. Alle anderen waren da nicht so treffsicher. Aber auch nur er, Falco, hatte das Testament noch nicht gesehen. Er war sich wegen Severinas Aussage sicher, welcher Agrippa gemeint war. Diese Herren hier aber nicht. War das Testament nicht eindeutig formuliert? Scheinbar ... aber was sollte dann diese Deutung, die man hier versuchte? Entweder war es eindeutig oder es war nicht umsetzbar, so sah er das. Stimmte das, so könnte er versuchen es anzufechten.


    "Tacitus ... verkehrte ... mit dem Proconsl Hispanias, korrekt. Soweit ich weiß, ging Tacitus direkt zu ihm, als es ihm in Roma nicht mehr ... behagte. Ob er ihn einen Freund nannte müsst ihr allerdings schon ihm näher stehende Personen fragen. Und ob er weitere Agrippas kannte ist mir unbekannt .... aber das sehr gut sein, es ist immerhin ein durchaus gebräuchlicher Name."


    Es konnte nicht schaden die Saat des Zweifels bereits jetzt schon zu sähen.

    Falco betrat sein ... mittlerweile -sein- Büro. Er zog einen Zettel hervor, den ihm ein Sklave auf dem Forum zugesteckt hatte.



    Einladung


    Mit dieser Einladung lade ich dich Lucius Helvetius Falco herzlich zu einem kleinen Umtrung in der Casa Decima Roma ein.Für Trinken und leichte Verköstigung ist gesorgt ,ebenso für Musik.Ich würde mich sehr über ein Kommen freuen.


    In Ehre,
    Titus Decimus Verus


    Er erinenrte sich. Decimus Verus. Der Mann aus der Taverne. Falco war schon länger auf keiner gesellschaftlichen Veranstaltung mehr gewesen, darum machte er promt kehrt und ging wieder in die Stadt.