Beiträge von Iullus Helvetius Curio

    | Acanthos


    Acanthos hatte in den letzten beiden Tagen kaum über den Überfall nachgedacht. Vielmehr war es ihm darum gegangen, das Haus zu organisieren und dafür zu sorgen, dass nicht noch mehr passierte. Das ihm dies zunehmend misslang und die Organisation des Hauses immer chaotischer wurde, machte dem Makedonen zu schaffen. Daher nickte er, da er den Gedankegang bereits einmal gehört hatte.


    Ja, der duccische Pontifex war gestern noch hier und hat einen ähnlichen Gedanken ausgesprochen. Du glaubst also auch, dass es kein Mordanschlag war? Aber was war es dann?


    Nachdenklich blickte er den Leibwächter an, der offensichtlich alle Kraft aufwenden musste, um zu sprechen.


    Aber dass Gowin oder dieser Gurox dahinterstecken könnte, ist neu. Ich werde Bolanus beauftragen, dem nachzugehen und du legst dich jetzt wieder hin. Wir werden deine Dienst noch brauchen und wenn du auf Alpina hörst wirst du schnell wieder gesund und kannst dann auch langsam deinen Dienst wieder aufnehmen.

    | Acanthos


    Es war mehr als deutlich, dass dem Makedonen die Kontrolle über das Haus aus der Hand geglitten war. Wäre Curio wach, gäbe es einen klaren Ankerpunkt, jetzt mussten aber auch Silvana und Alpina in alle Entscheidungen einbezogen werden. Jetzt ging es aber erstmal nur um die Fragen des Pontifex.


    Der Angriff traf uns vollkommen überraschend. Die ganze Amtszeit lang hatte es keine Probleme gegeben, weshalb Cu... Helvetius entschieden hatte, nur mit einem Leibwächter zur Curia zu gehen. Nach der Sitzung stürmte dann zuerst ein Angreifer auf deinen Schwiegersohn zu, der von Malleus, dem Leibwächter, abgewehrt und abgedrängt werden konnte. Der Angreifer schien kampferprobt zu sein, ebenso wie der Leibwächter, sodass alle abgelenkt waren. Dies nutzte ein zweiter Mann, der uns in den Rücken fiel und deinen Schwiegersohn niederschlug. Er ist daraufhin direkt in der Menschenmenge auf dem Forum verschwunden und als Malleus gesehen hat, dass Helvetius zu Boden gegangen ist, hat er kurzen Prozess gemacht, ist zu uns geeilt und hat dafür gesorgt, dass der Aedil schnellstmöglich nach Hause gebracht werden konnte. Hier habe ich dann dafür gesorgt, dass das Haus verriegelt und alle Termine der nächsten Tage abgesagt werden.

    | Acanthos


    Bevor Acanthos und Kaeso den Raum betraten, hielt der Makedone den Jungen vor der Tür zurück und flüsterte ihm zu:


    Du trittst nun vor den Schwiegervater von Curio aber auch dessen Patron und Pontifex unserer Stadt. Du sprichst nur, wenn du dazu aufgefordert wirst.


    Acanthos wusste um die Launen des Pontifex und dass dieser, ganz Teil der duccischen Familie teilweise zur Impulsivität neigte. Er wollte den Jungen nicht auflaufen lassen, denn hier ging es um gesellschaftliche Etikette.


    Salve, Pontifex.


    sagte er und wartete darauf, was der Duccier wissen wollte.

    | Acanthos


    Acanthos verzog das Gesicht. Viel hatte er nicht gesehen, denn sein Fokus hatte auf dem Zweikampf zwischen Malleus und dem ersten Angreifer gelegen.


    Er ist uns in den Rücken gefallen, ich kann mir nur noch an einen breiten Rücken, blonde kurze Haare und...


    Sein Stirn kräuselte sich, als er nachdachte und tatsächlich, war da noch etwas.


    etwas glänzendes gesehen. Ein Pugio vielleicht, es war nämlich nicht groß.


    Bei dem anderen musste er nachdenken.


    Ich weiß es nicht... Die Apparitoren nehmen sich solcher Leichen normalerweise nicht an und warten, dass sich die Legionspatrouillen darum kümmern. Allerdings haben wir gestern noch ein paar Männer, die uns die Duccier hergeschickt haben, um Forum geschickt, um Erkundigungen einzuholen.

    Curio hörte sich an, was Silvana über Malleus erzählte und gleich musste er schlucken. Was wäre wohl passiert, wenn Malleus nicht dagewesen wäre? Hätte Curio dann zusätzlich zu seiner Kopfwunde einen Stich in der Brust und eine Verletzung der Junge? Der Helvetier atmete tief durch, begann dann aber seiner Frau durch ihr blondes Haar zu fahren und ihre Schulter mit den Fingerspitzen entlangzufahren.


    Ja, das wird er,


    antwortete er kur, denn Malleus war in der Tat zäh und als Veteran hatte er sicherlich auch schon andere Verletzungen überstanden.


    Es hat sich nicht ergeben... dass er hier wohnt. Ich wollte ihn nicht... in eine unserer Kammern unterbringen und die Einliegerwohnung... konnte ich ihm nicht umsonst überlassen. Daher habe ich ihm zuerst... ein Zimmer im Hintergebäude des Apollo-Tempels besorgt... bevor er selbst ein Zimmer gefunden hat.


    Eigentlich war diese Erklärung nicht sonderlich gut, aber ursprünglich hatte es wohl auch daran gelegen, dass Curio ihn nicht kannte, es im Gegensatz zu Roderiq niemanden gab, der für ihn gebürgt hätte und er ihn deswegen nicht gleich ins Haus aufnehmen wollte. Jetzt, wo sich Malleus zwischen ihn und ein Gladius gestellt hatte, war das freilich anders, aber ob der alte Eigenbrötler das auch wollte, war natürlich noch eine ganz andere Frage.


    Ihre nächste Frage ließ Curio nur mit dem Kopf schütteln. Der Tag war wie ausgelöscht und eigentlich war er sich immer noch nicht wirklich sicher, wie lange er eigentlich bewusstlos gewesen war.


    Es tut mir leid... Ich weiß gar nichts mehr von dem Angriff...


    antwortete er entschuldigend und blickte an die gegenüberliegende Wand. Nichtmal die kleinste Erinnerung schien noch vorhanden zu sein.

    Auch wenn Silvana grade vielleicht an etwas anderes dachte, grade in diesem Moment, als Curio wieder einigermaßen klar denken konnte und in der Lage war auch längere Sätze zu formulieren, lag ihm nichts ferne, als mehr zu wollen, als dass sich Silvana zu ihm ins Bett legte, das ja locker groß genug für die beiden war, und von den letzten Tagen erholte. Der erste Widerstand seiner Frau bröckelte aber schnell und so legte sie sich zu ihm und legte ihm ihren Kopf auf die Brust. Erleichtert atmete der Helvetier auf, als wäre ich grade noch ein großer Stein vom Herzen gefallen und schaffte es mit ein wenig Anstrengung ihr einen Kuss auf die Stirn zu drücken.


    Ich verspreche es.


    antwortete er mit einem leisen Lachen und drückte sanft ihre Hand. Natürlich wussten sie beide, dass dieses Versprechen absurd war, aber seine Strategie war grade sowieso eine ganz andere. Dennoch musste er aber noch ein bisschen warten, denn nun sprach sie Malleus an.


    Ja, ich habe ihm... also viel zu verdanken? Wie geht es ihm eigentlich?


    Er wusste nicht, ob er schonmal nach dem Veteranen gefragt hatte. Aber offenbar hatte Malleus wohl eine entscheidende Rolle dabei gespielt, dass Curio nun hier neben Silvana liegen konnte.

    | Acanthos


    Acanthos trat näher an den Leibwächter heran und je näher er kam, desto deutlicher wurde das leise Rasseln, dass die Atemzüge von Malleus begeiteten. Er atmete tief durch, bevor er schließlich antwortete:


    Er lebt.


    antwortete Acanthos zuerst, merkte dann aber, dass hier sicherlich mehr gewünscht war.


    Er ist heute morgen aufgewacht, wirkt allerdings noch unsicher. Mir scheint, dass sein Gedächtnis noch nicht so ganz auf dem Damm ist. Alpina und dieser... Arzt... haben ihm jedenfalls Hoffnung gemacht, dass er mit ein bis zwei Wochen Ruhe wieder gesund werden kann. Ich beweifle allerdings, dass er sich auch ein bis zwei Wochen Ruhe wird gönnen wollen.

    | Liam


    Wieder entstandt eine kurze Pause, in der der Ianitor entscheiden musste, ob er die Stimme erkannte und entsprechend die Tür öffnen würde oder eben nicht. Irgendwann war Knierschen des Riegels zu vernehmen, gefolgt von dem Klacken des Türschlosses, bevor sich die Tür vorerst nur einen spaltbreit öffnete. Liam linste hinaus, erkannte aber nun den Duccier und öffnete die Tür soweit, dass der Pontifex eintreten konnte.


    Salve, Pontifex.


    grüßte der Ianitor, entschuldigte sich für die Wartezeit, verriegelte wieder die Tür und führte den Duccier danach ins Cubiculum von Curio und Silvana. >>>

    | Acanthos


    Gleich nachdem Kaeso den Scriba personalis im Atrium hatte ausfindig machen können, trat Acanthos in das Gästcubiculum ein, wo für Malleus das Krankenlager eingerichtet worden war. Der stämmige ehemalige Soldat saß aufrecht im Bett, offenbar gegen die Anweisungen Alpinas.


    Was gibt es?


    fragte er müde, schaffte es allerdings auch, ein freundliches Lächeln zustandezubringen.

    | Acanthos


    Acanthos nickte nur. Auch er war übermüdet wie nahezu alle alle Bewohner des Hauses. Doch solange Curio nicht in der Lage war, Entscheidungen zu treffen, musste er Silvana und Alpina dabei unterstützen und auch selbst einige davon übernehmen. Doch wahrscheinlich war es etwas wichtiges, wenn Malleus dafür sogar seine Bettruhe missachten wollte und daher machte Acanthos direkt den Weg ins Gästecubiculum.

    Das Zimmer war immer noch abgedunkelt und wären nicht noch ein paar Lichtschimmer durch die Vorhänge gedrungen, hätte Curio wohl schon lange das Zeitgefühl verloren. Aber die Schimmer waren da und an ihnen konnte er sich orientieren, ob es tiefste, dunkle Nacht, diesiger Morgen, hellichter Tag oder dämmernder Abend war. Kaum hatte er gesprochen, ließ sie sich wieder auf ihre Knie nieder, griff nach seiner Hand und erkundigte sich nach seinem Zustand.


    Besser.


    antwortete er auf ihre Frage und lächelte sie immer noch an, doch jetzt, da sie ihm wieder so nah war, konnte er erkennen, wie schlecht sie aussah. Die letzten Nächte - es mussten mehr sein, denn er war nun mindestens zwei Mal hintereinander aufgewacht, nachdem er sich nicht mehr sicher war, wie viele Tage er verpasst hatte - hatte sie nicht richtig geschlafen, sondern immer nur neben seinem Bett gekniet oder nur im Halbschlaf in dem Korbsessel gesessen. Mittlerweile war Curio aber aus der Phase raus, in der er hinnahm und nicht hinterfragte, was um ihn herum geschah, sondern sich eine Meinung darüber bildete. Daher blickte er nun ernst auf seine Ehefrau hinab.


    Ich möchte, dass du dich zu mir legst... und dich ausruhst.


    Mit diesen Worten klopfte er neben sich auf die freie Seite des Bettes. Ob sie nun schlafen oder einfach nur die Augen schließen würde - letztes würde aber wahrscheinlich zu ersterem führen - war ihm dabei erstmal gleich, aber die Stühle waren kaum bequem genug zum schlafen

    Curio ließ die Untersuchung über sich ergehen, doch als der Chrirurgicus den Verband abnahm, war da wieder dieser wummernde Schmerz. Dieser war nicht so schwer wie noch vor... wie zuletzt, aber er war trotzdem da und wurde für einige Momente dadurch verstärkt, dass der Arzt mit einer Art Spachtel an seinem Kopf herumpulte. Auch, wie der Kerl nun mit Alpina umging, gefiel dem Helvetier nicht, doch hätte er viel zu lange für eine Erwiderung gebraucht, als dass sie hätte Wirkung entfalten können. Es war noch zu früh, vielleicht morgen, oder übermorgen. Es war gut, dass Silvana das Wort erhob und mit ihren klaren Worte für Ordnung sorgte.


    Nachdem alle das Zimmer verlassen hatten und Curio mit Silvana wieder alleine war, lächelte er ihr zu und streckte ihr die Hand entgegen.


    Danke... dass du... da bist...


    sagte er bevor sie ihm einerseits wieder etwas der Minzpaste auf dien Schläfen verteilte und Alpina später mit der frischgemischten Salbe erschien und diese wiederum auf seiner Wunder verteilte. Und auch hier dauerte es nicht lang, bis Curio wieder einschlummerte. Alpina hatte ihm gesagt, dass Schlafen ihm guttat, also hörte er auf sie. Was sollte er denn auch sonst tun.


    ~~~


    Es war der nächste Morgen. Tag Zwei nach dem Angriff. Curio wachte auf öffnete die Augen und wieder schien sein Gehirn einen Schritt nach vorne gemacht zu haben, denn seine Gedanken waren deutlich sortierter und so klar, dass Curio ihnen problemlos folgen konnte. Das Wummern in seinem Kopf war zwar immer noch da, aber da konnte er wohl nichts gegen machen, außer die Minzpaste. Doch da er sah, wie Silvana etwas schief im Korbstuhl hing, offenbar irgendwie im Halbschlaf, wollte er sie nicht wecken... oder vielleicht doch, denn so wie sie da saß, konnte das ja kaum bequem sein.


    Guten Morgen, mein Herz.


    sagte er leise und wartete ab, ob sie schon reagierte.

    Sim-Off:

    Ich lagere das hier übersichtshalber aus dem Zimmerthread aus. Was vorher geschah, kann man von hier bis hier nachlesen.
    Wir befinden uns zeitlich also noch am Tag des Angriffes.


    Curio schlief. Wobei nicht klar war, ob er tatsächlich schlief oder noch auf der Schwelle zwischen Tod und Leben schwankte. Auch Curio selbst wusste das nicht, aber in seiner jetzigen Lage wusste er ohnehin gar nicht von dem, was um ihn herum vorging, denn selbst, wenn er kurz zu Bewusstsein kam, waren da nur ein paar verzerrte Stimmen, denen er nichts zuordnen konnte. Vor allem eine Stimme war da, die immer wieder sprach, sang oder rhytmische Sprüche von sich gab. Doch meistens bekam der Helvetier auch das nicht mit. Er sollte erst am nächsten Tag das erste Mal wieder richtig zu Bewusstsein kommen.


    Sobald Verus nun das Cubiculum von Curio und Silvana betrat, würde er den Helvetier schlafend auf dem Bett liegend vorfinden, Dessen Kopfwunde war genäht und verbunden worden, sodass dort, wo der Schlag ihn getroffen hatte, ein Verband zu sehen war. Neben dem Bett kniete Silvana, die Hand ihres Mannes haltend, redete ihren Mann ein, sang leise germanische Lieder und sprach germanische Gebete. Das Zimmer war abgedunkelt worden und Vorhänge verdeckten die Fenster. Auf dem kleinen Tisch standen eine Kanne Wasser und Trinkbecher, in erster Linie für Silvana oder, falls er doch unerwartete wach wurde, für Curio.

    | Liam


    Das Haus war verriegelt. Zwar nicht komplett unzugänglich, denn immer wieder musste die Tür für Ärzte oder weitere Helfer geöffnet werden. Dennoch wurden sie nicht einfach eingelassen, sondern mussten sich erstmal erkenntlich machen. Auf das einfache Klopfen passierte nun also erst mal nichts, da Liam von innen darauf wartete, eins der Zugangsworte zu hören, die er verteilt hatte. Als er jedoch merkte, dass nichts kam, erklang seine Stimme durch die Tür.


    Wer verlangt Einlass?

    | Liam


    Ein Kratzen war zu hören, dann ein leises Stöhnen der Anstrengung und schließlich öffnete sich die Tür einen Spalt weit. Liam linste hervor und öffnete die Tür, um Bolanus eintreten zu lassen. Danach drückte sich ein anderer Mann aus dem Haus heraus, setzte sich auf das Pferd und übernahm nun erstmal die kommenden Stunden die Überwachung der Umgebung.

    Curios Augen sprangen auf, als er hörte, wie die Tür aufsprang und gleich von einer voluminösen Männerstime angesprochen wurde. Sofort stieg ihm der feine Pfefferminzgeruch in die Nase, der ihn nun schon seit diesem Morgen begleitete und ebenso wie der sanfte Druck der Hand seiner Frau in seiner Hand oder auf seinem Unterarm und ihre helle, weiche Stimme, die teils in die germanische Sprache verfiel und dabei einen harten, fremden Klang annahm, der aber gleich wieder verschwand, wenn sie zurück ins Lateinische wechselte. Der Fremde war derweil eine Art Fremdkörper in der kleinen, heilen Welt, die ihm hier in seinem Schlafzimmer geboten wurde. Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete er den hageren Mann in einfacher römischer Aufmachung. Natürlich erkannte er den Mann nicht, wie sollte er aber auch, und erst die Worte seiner Frau, dass der Fremde ihn behandelt hätte, ließ in ihm die Gewissheit aufsteigen, dass er diesem Mann vertrauen konnte. Die etwas zu lockere Art gefiel ihm zwar nicht, aber für Einwände war es wohl schon zu spät, zumal sich der Medicus ja wohl schon an ihm zuschaffen gemacht hatte. So ließ er nun auch zu, dass der Arzt seinen Kopf berührte, den Wundverband entfernte und sich offenbar eine Wunde ansah, die Curios Kopf zeichnete. Aber wo kam die her?


    Danach folgte wieder eine ganze Welle von Fragen, die auf den Aedil zukam und erneut brauchte er einige Zeit, um sich zu sammeln, die Fragen für sich wirken zu lassen und danach eine sinnvolle und hilfreiche Antwort für jede der Fragen zu finden. Doch fand er sogar nach wenigen Momenten einen gemeinsamen Nenner all dieser Fragen und daher konnte seine Antwort auch recht kurz ausfallen.


    Ich habe... keine Erinnerung mehr an... den Tag. Er ist... irgendwie... verschwunden...


    antworte er und schaute den Arzt zweifelnd an. Hatte man ihn angegriffen? War ihm "ein übergebraten" worden, wie es der Arzt sagte? Auch wanderte sein Blick zu Silvana, wo er sich Unterstützung erhoffte, doch konnte sie diese Fragen ja nun beim besten Willen nicht beantworten, zumal sie ihm ja nicht in den Kopf schauen konnte.

    | Numerius Carsuleius Merula


    Der Decurio und ehemalige Magister Vici Numerius Carsuleius Merula hatte sich dieser sogenannten Volksversammlung angeschlossen - und staunte Bauklötze über die Ergebnisse, die hier so schnell und vor allem so populistisch gefällt wurden. Hatte denn niemand darüber nachgedacht, die Decurionen ihrer Heimatvici, die Magistri Vici und schließlich die Stadtverwaltung darauf anzusprechen, was sie wollten? Er wusste aus Gesprächen mit seinem ehemaligen Amtskollegen Helvetius Curio und dem anderen Aedil Quintus Propertius Plautus, dass diese bereits Kontakt zur Ala, konkret mit dem Praefectus Alae persönlich, aufgenommen hatten. Vor allem überraschte es ihn, dass hier plötzlich aus dem Nichts eine private Stadtwache aufgebaut werden sollte.


    Was soll den die Stadtwache leisten? Wer soll sie führen? Und was glaubt ihr, ihre Bürger der Stadt, was diese besser machen kann, als die gut ausgebildeten und kampferprobten Männer der regulären Streitkräfte?


    rief er mit gutvernehmlicher Stimme zu den selbsternannten Anführern dieser sogenannten Volksversammlung entgegen - er jedenfalls hatte ernsthafte Zweifel daran, dass eine ad hoc zusammengewürfelte Truppe aus kaum ausgebildeten zu jungen und alten Männern besser aufgestellt sein sollten, als die durchstrukturierten Einheiten des Exercitus - und dass so viele Händler und Bauern offenbar vielleicht leichtfertiger bereit waren, ihre Stände und Höfe zurückzulassen, als beim letzten Mal, als die Militäreinheiten die Stadt während des Bürgerkriegs verlassen hatten.

    Wir hatten ob der Lungenentzündung an einen weiblichen Oberkörper gedacht, vielleicht eher in die Richtung kindlicher Ausprägung.


    fügte Curio noch an und trat dann wieder einen Schritt beseitete, während der Iulier nun die Figuretten betrachtete und nach einer passenden Gabe suchte. Schließlich wanderte dessen Hand über die Auslage und blieb an einer Figurette hängen. Die Frage des Iuliers bedachte der Händler mit einem freundlichen Kopfnicken und suchte derweil seinerseits nach einer Auswahl von zwei oder drei Angeboten. Er fand zwei weitere, eine sehr zart und schlank geformte Statuette, eine weitere mit etwas üppigeren Rundungen, die aber dennoch noch kindlich wirkten, und stellte sie auf eine gesonderte Auslage, wo der Iulier nun eine weitere Auswahl treffen konnte.