Beiträge von Aulus Aemilius Nepos

    Der Bote war augenblicklich angetan von der jungen Frau rief sich jedoch zur Ordnung und räusperte mit fast gebrochener Stimme Ich habe eine Nachricht, eine mündliche Nachricht für Duccia Venusia, von...er räusperte sich noch einmal kurz um dann mit noch piepsigerer Stimme fortzufahren ...entschuldige ich hab´wohl einen Frosch im Hals...eine Nachricht von Aemilius Nepos...für Duccia Venusia. Er zuckte mit den Schultern und hoffte auf einen Becher Wasser oder darauf daß der Frosch sich verpissen würde.


    Nepos ließ sich noch die Toga in Falten legen als die Kommandeure eintraten. Allesamt stramme Kerle, so in ihren eisernen Panzern und Helmen. Er machte eine wischende Bewegung und wies den Männern einen Platz am Besprechungstisch zu. Ein Sklave servierte verdünnten Wein und Häppchen.

    Nun meine Herren, wie liegen die Dinge? Natürlich wußte er bereits durch seine Spione was anlag und wie es stand, aber er wollte es aus berufenem Munde hören.

    Nepos haßte seinen Bruder für dessen stoische Haltung. Dem Kerl ging einfach alles am Arsch vorbei. Nepos kratzte sich die Stirn, dann das Kinn. Na trotzdem kann man das doch nicht einfach so ohne Sicherheit ablaufen lassen! Was glaubst du denn wird der Kaiser sagen wenn sein Filius hier in Germania seinen Kopf verliert?

    Grandiose Vorstellung, wahrscheinlich wird der Kaiser ein Exempel statuieren und ihn dafür verantwortlich machen. Was jedoch nur Willkür wäre, denn was sollte er denn schon gegen die ganzen bärtigen Kannibalen in diesen verflixten Wäldern machen? Es liefen ja schon Patrouillen, Ala und Legi II kontrollierten die Strecke nach Confluentes und nach Borbetomagus. Was zu machen war wurde gemacht. Aber wenn der Kaiser das anders sah,...?! Wobei Bala nicht eben in der Gunst des Kaisers stand. Dem Vernehmen nach grollte der Kaiser seinem Filius sogar.

    Nepos bekam einen diabolischen Gesichtsausdruck, welcher vom flackernden Feuer noch unterstrichen wurde.

    Lächelnd setzte er sich auf einen Scherenstuhl, welcher bedrohlich knarrte und knarzte und sah in die Flammen. Er musste ein paar Erkundigungen einholen, vielleicht war es ja zu seinem Gunsten wie sich die Dinge hier entwickelten und wenn nicht konnte er sicherlich nachhelfen.

    Nepos stürmte, übelst gelaunt in den Raum. Das alles hier war nicht Seins. Er war mit der Gesamtsituation unzufrieden.Alles war zum kotzen und ging garantiert in die Hose wenn man auch darüber nur nachdachte. Nein er war wahrlich nicht amüsiert. Aquilius Severus hatte ihn ganz bestimmt mit Absicht hierher verdonnert und das sicherlich auch nur weil sein Bruder diese alberne Freundschaft mit dessen ungeliebten Sohn Bala pflegte.

    Wie vom Donner gerührt erstarrte er als er jemanden in seinem Scherenstuhl vor dem Kamin sitzen sah. Im diffusen Licht der flackernden Flammen war nicht auszumachen wer dort saß. Instinktiv war er geneigt die Wache zu rufen, stattdessen legte er jedoch die Hand um seinen Dolch und stieß mit leicht hysterischer Stimme hervor. Wer ist da, gib´dich zu erkennen!

    Sollte es sich hier um einen Attentäter handeln, so war er ungeschickt, und das ließ darauf schließen, daß die Wachen involviert waren. Bebend wartete Nepos auf die Reaktion des Besuchers, von dem er insgeheim hoffte, daß es jener Jüngling aus dem Officium des Princeps Praetorii war, dessen Interesse er scheinbar geweckt hatte. Seine Mitte begann sich immer zu regen wenn er ihn sah und er malte sich aus wie er...Der Mann stand auf und trat ins Licht.

    Fast schon amüsiert erkannte er seinen Bruder. Welchen Aberwitz trieb das Schicksal diesen Eierkopf hierher zu schicken? Er fing sich augenblicklich und schritt zum Kamin.

    " Wer ist da?" Ungläubig starrte Aemillius den Princeps an und seufzte genervt.


    " Ich hatte doch vorher gesagt dass ich nicht gestört werden möchte."


    Eigentlich hatte Aemillius vor gehabt den Tag in Ruhe zu verbringen. Ohne irgendwelcher Verpflichtungen oder sonstigen Aufwand.
    Sogar einen Barbier hatte er bestellt.


    " Na gut. Sie sollen reinbekommen.". Als würde er eine fleige verscheuchen deutete er Richtung Cerretanus der auch gleich verschwand.

    Natürlich weißt du alles du kleiner Scheisser dachte Nepos so vor sich hin als er den Ausführungen des Germanicers lauschte. Er lauschte immer, er lauschte viel, weil viel zu wissen nicht unerheblich war wenn man vorne mitspielen wollte. Dieser Princeps wußte viel, das machte ihn zunächst einmal zu seinem Feind. Das sollte ihn aber nicht die Ohren schließen lassen, vor allem nicht wenn es um Dinge von oder um Roma ging. Frugi? äffte er nach, manche Eltern gehörten ans Kreutz geschlagen.Octavius Frugi?...es gibt einen Octavius Frugi im Castellum der Numidiae. Dieser Florus hatte davon berichtet, dieser kleine Scheisser, haute einfach ab,...jetzt...er wischte mit seiner rechten Hand durch die Luft. Klär das ob er immer noch dort ist, Herrschaftszeiten ich bin nicht amüsiert, das ist doch nichts was einen LAPP beschäftigen sollte. Womit er es ernst meinte. Er sah seinen Zuständigkeitsbereich in Spähren wie Steuereinnahmen, Beschlagnahmungen oder ähnlich ersprießlichen Dingen. War es das?...oder läuft noch irgendwo eine Latrine über oder jemand ist in die Verrottungsgrube gefallen?!
    Er hatte keine Lust, er fühlte sich schlapp und überhaupt, was sollte er nur hier?
    Er sah sich verzweifelt um...am Anus der Welt? Da fiel ihm der Germanicer auf. War´s das? Dann ans Werk, Frugi suchen, finden, einpacken, nach Roma schicken, Bericht über Vollzug an mich,...zackzack,...und lass mir etwas zu Essen bringen,
    Er hatte ein unschönes Gefühl in der Magengegend. Nicht zu süß und nicht zu fett,...verstanden Germanicus?
    Dann wischte er wieder durch die Luft, diesmal fächerte er in Richtung Türe.

    Nepos war gelinde gesagt etwas überrascht einen derart jungen Mann auf diesem Posten zu sehen. Zudem war er offenbar unsicher. Kopfschüttelnd über die Entscheidungen seines Vorgängers machte er eine wegwischende Handbewegung und greinte gelangweilt wie es schien. Das ist ja was wie Kraut und Rüben hier. Da wird ein Latisclavus von der Legio zurück nach Roma geholt und ein Alenpraefect hierher versetzt...das amüsiert mich keineswegs. Da er selbst ja der Legionslegat war, dazu aber keine rechte Ambition hatte beließ er es auf einer Stellvertreterregelung. Da sollten fähigere Männer die Pläne machen,...wenn es sich gut anhörte würde er dem zustimmen. Nepos war ein Meister darin den Begeisterungsgrad der Zustimmung in einem Gespräch zu spüren und sich dieser Mehrheit anzuschließen. Bisher war er damit gut gefahren, bisher hatte er damit auch die Fortuna auf seiner Seite. Der er übrigens bald mal wieder etwas opfern sollte, denn bei der Vergabe des LAPP in Germania war sie anscheindend nicht ganz bei Trost.
    Also, einbestellen,...diesen Alenheini Terentius und den Legionslegaten,...keine Ahnung du wirst schon wissen wie der heißt. Morgen,...nicht zu früh hierher zur Lagebesprechung,...jeweils den Vertreter dabei...und du wirst ebenfalls teilnehmen und protokollieren! Das sagte er mehr zu der kleinen Statuette des Kaisers als zu Cerretanus. Eine seiner Schwächen, er konnte niemandem längere Zeit in die Augen sehen ohne sich gewisse Dinge vorzustellen,...oder auch nicht.

    Fast schon ein wenig neidisch sah Nepos dem Annaer nach. Er war jung, auf dem besten Weg zu einem hohen Amt und vor allem war er weg aus dieser fürchterlichen Provinz. Seufzend lehnte er sich unter dem knarrenden Protest seines Scherenstuhls zurück und sah aus dem Fenster. Warum musste er immer so ein Pech haben?
    Er hatte sich so sehr gewünscht nach Gallien oder Hispania, am besten noch Aegypthus zu gehen, stattdessen war er hier gelandet.
    Knarrend beugte er sich wieder nach vorn um nach seinem Kelch zu greifen.
    ...und jetzt drehten auch noch die Barbaren durch.
    Er schüttelte den Kopf und rief in Richtung Türe Cerretanus!?...Cerretanus?! Wo war denn dieser Germanicer,...Germanicus...passte ja hierher.