Beiträge von Tiberius Corvius Cadior

    "Glaub ich dir, dass du das gut finden würdest, Stephanus, aber der Riemen ist runter. Ich wollte bereits Anfang August diesen Urlaub, hab das dann der Stadt zuliebe verschoben. Ich nehme die Verantwortung sehr genau, ich habe Ingeniosus aufbauen wollen, aber nun möchte ich an mich denken. Ich werde umgehend Wahlen in Mantua ausrufen lassen. Danke für die Bestätigung, Felix.


    Ich verlasse die Provinz, gehe zu meinen Ursprüngen zurück. Komme natürlich wieder, aber auch das ist seit Monaten abgesprochen. Da ich Mantua nie vollkommen ad Acta legen werde, bin ich über Briefkontakt erreichbar. Antoninus, der hier liest und zur Familie meines Patrons gehört, hält mich auf dem Laufenden. Bei Bedarf wird er meine Gedanken hier übermitteln, so lange ich noch Beisitzer dieser Curia bin.


    Stephanus, du hast Recht. Eine Neubestzung der Curia sollten wir dem Volk anbieten. Es soll die Möglichkeit haben, zumindest die von ihnen gewählten Vertreter zu bestätigen."

    "Hm, hier an diesen Ort gekommen? Sprichst du von den Wahlen zur Curia Provincialis? So lange ist diese Besatzung noch nicht im Amt oder täuscht mich mein Zeitgefühl? Fünf Wochen, maximal sechs?


    Auf jeden Fall werde ich mein Amt in Mantua niederlegen.

    Sim-Off:

    Ich hätte mich mit Müh und Not bis Ende Dezember geschleift. Bei vier Monaten fällt aber schon jetzt der Hammer. Ich leite seit Februar eine Stadtverwaltung (erst Ostia, dann Mantua) und brauche dringendst eine Pause. Ich will blödeln können, um wieder aufzutanken. ;)


    Ich habe bereits einen Nachfolger, alles ist seit Wochen abgesprochen. In Mantua werden wir also auf jeden Fall die Neukandidaturen umgehend bekanntgeben. Falls nicht irgendetwas in der Lex dagegen spricht, was ich übersehen habe. Deswegen ja meine Frage."

    In Vorfreude auf die Reise, denn ich konnte ENDLICH die erforderlichen Formalitäten klären, sauste ich durch die Casa. Ich zerrte alle brauchbaren Sachen aus den Schränken, die man im Winter gut gebrauchen konnte. Nach und nach wanderte sämtlicher nützlicher Kram in die bereitstehenden Taschen.

    Ohne lange zu überlegen, ging ich zum Gestüt meiner Patronin. Ich sprach den Stallmeister an und bat ihn, für mich und einen weiteren Mann zwei Reitpferde und ein Tier für das Gepäck bereitzuhalten. Sie würden in den nächsten Tagen benötigt werden.


    Ich bedankte mich und traf weitere Reisevorbereitungen.

    Am heutigen Tage ließ ich einige Stadtangestellte rufen. Sie erhielten eine nicht alltägliche Aufgabe von mir.


    "Ich habe bereits angefangen, meine persönlichen Sachen in diese Kisten zu packen. Tragt sie in die Casa Corvia hinüber. Die Möbel verbleiben an Ort und Stelle, ich werde das Officium für meinen Amtsnachfolger räumen. Es wird Zeit, dass ich mir eine lange Erholungspause gönne. Freizeit pur ohne Dienstverpflichtungen. Also fangt an, der Rest an Kisten folgt in den nächsten Tagen."

    Aus einem Gefallen heraus, meinem benachbarten Amtsinhaber gegenüber, hängte ich das Schreiben in der Curia aus.




    Wirt gesucht!


    Die Stadt Misenum sucht einen Wirten der in unserer wunderschönen Stadt eine Taberna mit Übernachtungsmöglichkeit und Stil eröffnen möchte, also keine Hafenskelunke sondern ein Wirtshaus für die höhere Gesellschaft.


    Ihm würde die Unterstützung von Seiten der Behörden sicher sein, ebenso wie optimale Lage des Hauses im Zentrum von Misenum.



    "Ich möchte hier aus persönlichen Gründen eine Frage stellen, nur um sicher zu gehen, dass ich die Neuerungen richtig verstehe.


    Laut Lex heißt es: Duumvirii werden einmal alle vier Monate gewählt. (oder so ähnlich). Die letzten Wahlen waren Ende Oktober. Wenn ich die Lex jetzt richtig deute, heißt das, die Periode läuft bis Ende Februar. Richtig?


    Das passt für Mantua schon mal schlecht. Ich habe mich nur unterstützend für Ingeniosus bereit erklärt, der nicht sofort als Duumvir einsteigen konnte. Im Grunde brauchte ich bereits vor dieser Periode Erholungsurlaub. ;)


    Ist es jetzt so, dass wir wirklich jederzeit Neuwahlen abhalten können? Wählen werden die Bürger, der Comes muss nicht zwingend den Termin vorgeben?


    Wer trägt die Leute aber ins Tabularium ein?"

    "Na, gib her. Ich werde schon jemand finden, der das Schreiben aufhängt. Allerdings glaube ich nicht, dass sich jemand aus Mantua für diese Beschäftigung finden wird."


    Ich nahm das Schriftstück und rollte es vorerst zusammen.


    "Richte ein Gruß an den Magistratus aus."

    Zwar waren es noch etwa drei Wochen, die ich durch meine Amtszeit an Mantua gebunden war, aber bereits jetzt schmiedete ich Pläne für die Zeit danach. Die Stadt würde in Ingeniosus' Händen liegen und er war ein guter traditioneller Mann.


    Ich allerdings wollte zu meinen Wurzeln zurück. Als gebührtiger Germane würde ich mir die Zeit nehmen, diese Provinz zu durchstreifen. Nicht als Sklave, sondern als freier Mann, nicht gebunden an irgendwelche Fesseln.


    Das Alpeneis für meine Patronin würde ich nebenbei ordern. Ich freute mich bereits darauf und konnte diese Reise kaum erwarten. Beschwingt durch diesen Auftrieb ging die Arbeit heute umso schneller von der Hand. Der Aktenberg schwand merklich.

    Das Voropfer hatte stattgefunden, die Vorbereitungen für das blutige Opfer waren in vollem Gange. Ein Helfer rieb den weißen Stier mit Mola Salza ein. Das war für die Reinigung nötig. Als dies vollbracht war, strich ich mit dem Messer über den Rücken des Tieres, der in stoischer Ruhe vor mir stand.


    „Agene?“, fragte der Opferdiener.


    Ich antwortete mit: „Age!“


    Worauf dem Tier den tödlichen Halsschnitt beigebracht wurde. Das Blut wurde in einer Opferschale aufgefangen. Die Eingeweideschau nach der Eröffnung des Bauchraumes ergab einen akzeptablen Zustand.


    „Litatio“, sagte der Opferdiener. Das Opfer wurde angenommen.
    „Das Fleisch soll wie bereits die Versteigerungserlöse den Armen der Stadt zugute kommen“, entschied ich spontan. „Ich wünsche allen Anwesenden noch einen schönen Ausklang des Festes.“

    Wieder einmal war ich Opferherr und Ritualleiter.


    Das Voropfer war vollbracht, wir hatten die Aufmerksamkeit der Götter erregt. Um die nötige Stille für das nun folgende Gebet zu erhalten, spielte ein Flötenspieler. Seine Klänge sollten alle störenden Laute übertönen.


    Als Stille eingetreten war, richtete ich meine Worte an die Göttertrias. Es waren ähnliche, wie damals zur Bauplatzweihung, viele Bürger kannten sie noch und sprachen sie mit mir gemeinsam.


    „Mit diesen Opfergaben rufen wir Iupiter, den Göttervater, Mars und Quirinius an, ihre Güte und ihr Wohlwollen stets auf diese Stadt zu richten.


    Iupiter – Vater der Götter und Menschen, Regent des Weltalls. Du, der die höchste Macht, Weisheit und Gerechtigkeit besitzt. Du ordnest den Wechsel von Tag und Nacht und den der Jahreszeiten an, dir gehorchen die Winde, du sammelst und zerstreust die Wolken und lässt den fruchtbaren Saatregen auf die Felder und Fluren herabströmen. Doch du bist nicht allein höchster Herrscher im Donnergewölk, du nimmt dich aller Menschen an, auch des ärmsten und verlassensten.


    Mars – Schutzgott unseres Staates neben Iupiter. Wir, Söhne des Mars, rufen heute auch dich an. Nicht, weil wir in eine Schlacht ziehen und deine Wachsamkeit über unser Leben begehren. Auch nicht, weil wir dir Kriegsbeute darbringen wollen. Wir bitten dich um dein Wohlwollen.


    Quirinius – Anverwandter des Mars, sein alter Ego, als der du gesehen wirst. Auch dich bitten wir als Zeuge.“


    Anders als bei der Besänftigung der Genii loki fand heute auch noch ein blutiges Opfer statt. Dafür wurden nun die Vorbereitungen getroffen …

    Das Kohlebecken stand, wohlige Hitze stieg auf. Bereits jetzt zog ich einen Zipfel meiner Toga über den Kopf. Ich war mit einer reinweißen Toga bekleidet, so wie es sich für einen Opferherrn gehört. Auf einen Wink hin kam ein Stadtangestellter zunächst mit Brot und Wein für das Voropfer herbei. Er übergab mir die Waren und die Amphore. Bedachtsam legte ich das Brot in die Opferschale, anschließend gab ich den Wein hinzu. Ich beobachtete die Rauchsäule, die gemächlich gen Himmel zog. Es gab keine Auffälligkeiten.

    Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, der Wein und sämtliches Essen genossen war, dachte ich langsam ans Aufbrechen. Ich würde nach Mantua zurückreisen. Das Stadtfest wartete dort auf mich.


    „Hat mich gefreut, Metellus. Sicher treffen wir uns regelmäßig in den Factioversammlungen, heute jedoch muss ich die Heimreise nach Mantua antreten.“

    Der Tag war fortgeschritten, es wurde Zeit für das Opfer. Ich winkte die Helfer der Stadtverwaltung heran, damit der krönende Abschluss dieses Festes vollzogen werden konnte.


    Immer mehr Menschen schlossen sich dem Zug an, der abseits des Markplatzes auf einem heiligen Hain, der Opferung beiwohnen wollte. Ein Kohlebecken wurde aufgestellt, die Opfergaben herbeigebracht.

    "Eine Frau wie jede andere?" Ich lachte laut los. "Mach dir selbst ein Bild. Mit Schnittblumen hätte sie dich vermutlich vor die Tür gesetzt. Also ich kenne niemand, der noch diesen Tick hat.
    Ihren neuen Sklaven ... ja, ich hatte ihn mal getroffen, aber nur kurz. Er soll etwas ausgefallen sein. Passt jedenfalls gut zu ihr. Eine Frau wie jede andere."

    Ich schüttelte den Kopf und lachte erneut.

    "Tipps kann ich dir geben. Ob du die Sachen so schnell besorgen kannst, ist die zweite Frage. Sie sammelt alle möglichen Sorten an seltenen Pflanzen und Blumen für ihr Atrium und sie hat davon ja mehrere. ;) Die Villa in Rom ist bereits reichlich bestückt, die in Mantua und Misenum weniger. Es gibt neuerdings Zwiebeln, denen wundersame Blühpflanzen entsprießen. Damit kannst du sie um den Finger wickeln.
    Jegliche Art von alkoholischen Getränken solltest du als Mitbringsel vermeiden. Tja, aber gegen bezaubernde Düfte in wertvollen Phiolen kann sie nicht widerstehen.“


    Frauen eben. Was soll man dazu sagen? Ich zuckte mit der Schulter und grinste erneut.

    Dem Anheben der Brauen folgte ein breites Grinsen, als Metellus derart schnell ablenkte. Ein vielsagendes Kopfnicken ohne Worte folgte. Ich räusperte mich.


    „Tatsächlich? Das wusste ich noch nicht. Dann steht wohl für dich ein Besuch an. Ich selbst treffe sie ja oft genug. Schon Pläne diesbezüglich?“

    Da ich Metellus erstmals mit leichten Sprachstörungen erlebte, schob ich meinen Kopf vor, um besser verstehen zu können. Oder war es Verlegenheit, die ihn so stockend sprechen ließ?


    Erst nickte ich, dann schüttelte ich den Kopf. "Nein, so recht weiß ich nicht, was du meinst. Erklärst du es mir genauer?" ;)

    "Dann sollten wir uns um Einnahme für eine Wertkarte sorgen, die man für die Benutzung der Postzustellung benötigt. Ich kann erst eine kaufen, wenn ich Geld habe und erst dann werde ich wissen, was sie überhaupt kostet."