Beiträge von Sextus Duccius Parfur

    Sextus erwiderte das Grinsen.
    "Ähnlich. Ich hatte jetzt eine ruhige Phase, kaum was zu tun, aber jetzt überstürzen sich die Dinge wieder."
    Er nahm Platz und legte die Tafel mit seinen Notizen einfach mal vor sich auf den Tisch, um sie nicht die ganze Zeit halten zu müssen.
    "Ich hab da zum Beispiel einen Brief bekommen, über die Erfassung der Ländereien des Imperiums für den Quaestor Principi. Fällt das nicht eher in deinen Aufgabenbereich? Ich wusste nichts damit anzufangen. Und das andere ist natürlich der LAPP-Wechsel. Wegen der Ankunft des Vinicius Lucianus wollte ich auch noch mit dir sprechen."

    Mit einem fröhlichen "Salve Venusia!", betrat Sextus den Raum udn schloss die Tür wieder hinter sich.
    "Wie gehts dir so?"
    Er ging zu ihrem Schreibtisch und wartete höflich, dass sie ihm sagte er sollte sich setzten. Irgendwo musste er ihr ja zeigen, dass ihre Unterweisungen in Benimm etwas gebracht hatten. Innerlich musste Sextus über diese Gedanken grinsen.

    "Stimmt, entschuldige, meine Gedanken und Erinnerungen sind etwas durcheinander." Ein Stechen hinter seiner Schläfe lies ihn die Augen schließen.
    "Wo kann ich mir das abholen?", fragte Sextus auf die Tipps nur, und hielt sich weiter den Kopf, da er mal wieder zu rebelieren begann. Dabei hatte er doch gar nicht großartig versucht zu überlegen! Das war so ungerecht! Und diesem Loki gings wahrscheinlich wunderbar, wie fast immer! Wie machte der Bursche das nur?

    Abermals brummte Sextus nachdenklich.
    "Weißt du, ich könnte schon Hilfe gebrauchen. Oder zumindest den einen oder anderen Rat. Ich hab die eine oder andere Idee, weiß jedoch nicht, wie ich sie umsetzten könnte und ob es überhaupt geht."
    Er runzelte die Stirn und verzog das Gesicht, da sich sein Kopf gegen übertrieben starke Überlegungen wehrte und ein heftiges Stechen im Nackenbereich entsandte.
    "Aber zuerst bräuchte ich einen Tipp gegen diese vermaledeiten Kopfschmerzen!"
    Seine Hände wanderten automatisch zu seinen Schläfen und pressten sich von beiden Seiten dagegen.

    Nachdenklich brummte Sextus, er hatte eine Antwort gewollt, doch irgednwie glaubte er, dass er sich das auch hätte selbst denken können. Dennoch fühlte er sich seltsamerweise etwas besser.
    "Das mit dem Dieb meinte ich weniger. Seltsamerweise stört mich das überhaupt nicht."
    Er grinste und fuhr sich durch das Haar. Dann wollte eine neugierige Farge einfach heraus:
    "Und was hast du für deine Zukunft jetzt so vor? ich meine, du hast docha us irgendeinem Grund den Duumvir Posten aufgegeben, oder?"

    Sextus war schon früher da und wartete nun, bis alle eintrafen.
    Es dauerte seine Zeit, bis alle eintrudelten doch pünktlich zur siebten Stunde waren alle wichtigen Personen versammelt.
    Sextus stand auf und sprach:
    "Meine Herrschaften. Ihr habt sicher schon über die stets gut informierte Gerüchteküche von dem baldigen LAPP-Wechsel gehört."
    Zustimmendes Gemurmel erhob sich hier und da. Denn alle, die es vorher noch nicht gewusst hatten, hatten es über den Aushang erfahren.
    "Da so ein Wechsel große Veränderungen mit sich bringt möchte ich, dass wir dafür gewappnet sind. Der genaue Termin ist noch nicht bekannt, aber Marcus Vinicius Lucianus wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet, er könnte aber auch schon in fünf Tagen hier sein.
    Ich habe heut erst die Nachricht davon erhalten und jetzt heißt es sich sputen!
    Wir brauchen jemanden, der das Festessen vorbereitet und jemand anderen, der Aushänge anbringt, um die Bevölkerung zu informieren. Unterhaltung sollte auch noch stattfinden, sprich Musik und ähnliches. Gibt es Freiwilige?"
    Ein Scriba lies sofort seine Hand in die Höhe schießen, das war wieder mal einer der eifrigen Sorte. Er übernehme das Essen. Zögerlicher folgten die nächsten Meldungen, aber am Schlus waren die nötigsten Aufgaben verteilt und Sextus beendete die Versammlung.
    "Die nächste wird wieder durch einen Aushang angekündigt, damit ich eure Fortschritte überprüfen kann und wir neue Entwicklungen besprechen können, erwartet sie innerhalb der nächsten drei Tage. Und jetzt an die Arbeit!"
    Er selbst machte sich noch seine Notizen fertig und ging anschließend zur Comes um mit dieser genaueres zu besprechen.

    Sextus ging die Post durch und entdeckte einen wohl fehlgeleiteten Brief, der wohl eher für den Comes als ihn bestimmt war und einen weiteren mit der Ankündigung des baldigen Wechsel des LAPPs.
    Kurz runzelte Sextus die Stirn, während er überlegte, was da wohl alles zu tun war und entschied sich erstmal einen Aushang anzufertigen, der besagte, dass sich alles im Besprechungsraum einzufinden haben.
    Diesen lies er dann von seinem Scriba aushängen.

    Ein grinsen huschte über Sextus Gesicht und war fast sofort wieder verschwunden und von einer Grimasse ersetzt worden: "Mist, genau darum wollte ich dich bitten. Meinst du ich könnte Agrippa schreiben und ihn bitten mir Lasfalor nochmal auszuleihen um mit ihm einen kleinen Ausritt zu machen?" Aber mals grinste er kurz und rieb sich dann über die Stirn.
    "Ich hab leider keine Ahnung, was du tun kannst, ich hab gehofft, du könntest mir sagen, was ich tun kann. Ich mein: Wie kommst du damit zurecht?"

    Sextus schaffte es nur zu nicken und hielt sich dann den Kopf, weil dieser gegen diese Beweung protestierte.
    "Ich wünschte es wäre nicht so!", bekannte er seinen Knien und ruafte sich die Haare.
    "Ich habe Kopfschmerzen, jedesmal, wennmir wieder etwas einfällt und viel zu oft habe ich das Gefühl, dass ich es garnicht hatte wissen wollen. ich hab das Gefühl, irgendwie hab ich dieses Vergessen gewollt gehabt. Es tat gut sich nicht zu erinnern."
    Die Worte waren kaum mehr als ein undeutliches Murmeln, doch sie mussten einfach heraus.
    "Als ich mich zum Beispiel an Aquilia erinnerte, da war ich zunächst froh, aber dann kam mir wieder in den Sinn, wie enttäuscht ich wurde. Genauso mit Sara, ich freute mich wieder ihr Gesicht einordnen zu können, mich an die schönen Stunden erinnern zu können, nur damit mir im nächsten Moment wieder einfällt, dass sie tot ist. Und es geht mir mit allen Erinnerugnen so!"
    Den Anflug von Verzweiflung konnte man nur zu deutich heraushören.

    "Ja, die Nacht war lang, und intressant..." Er fuhr sich nochmal durch die Haare und lies sich dann einfach auf einen Stuhl fallen. Er rieb sich über das gesicht, eigentlich nur um Zeit zu gewinnen ehe er zu sprechen begann, denn scheinbar hatte sein Vater nicht ganz verstanden worauf er hinaus wollte:
    "Ich hab eine ganz schöne Karriere hinter mir, oder? Ich meine, nicht jeder wird von einem kleinen Dieb zu einem Duumvir befördert, oder?"
    er verzog leicht das Gesicht und hoffte, dass Valentin erkannte, was er nicht aussprechen konnte.

    Blass wie er war betrat Sextus den raum und fuhr sich dabei noch ein Gähnen unterdrückend durch die Haare, so dass diese noch stäker abstanden, als ohnehin schon.
    "Morgen, Vater.", murmelte er. "Kann ich dich wegen etwas wichtigem stören?" Er lies die Tür hinter sich zufallen und zuckte bei dem für ihn lauten Geräusch zusammen. Nie wieder so viel auf einmal! Schwor er sich, doch schon im nächsten Moment glaubte er nicht, dass er sich daran halten würde.
    "Es geht um Leif, Alrun, Sara und... alles...", fügte er noch immer murmelnd an und blickte mit tief zerfurchter Stirn zu Valentin.

    "Das ist schön zu hören. Man sollte wahrlich nicht all zu viel auf Vorurteile geben, aber das tun leider viel zu viele Leute.
    Aber ich freu mich schon auf die Feierlichkeiten zur Hochzeit. Vorallem, weil da dann wahrscheinlich wieder die ganze Familie zusammen kommt. Weißt du, welcher Art die Hochzeit werden soll? Also ich meine ob es eine typisch römische Feier wird, oder auch etwas germanisch angehaucht? Mir verrät ja niemand so etwas."
    Er grinste fröhlich und nippte seinerseits an dem Wein.

    Unwilliges Gebrumme war die Antwort auf Lokis Worte, doch dann lies sich marbod hochhelfen und wäre um ein Haar zurück über die Stegkante ins Wasser gefallen. Einzig Lokis Hand an die er sich kurze Zeit klammerte bewahrte ihn davor.
    Nur recht unsicher stand er da und hielt sich den Kopf, zum einen, da er ihm immernoch zu platzen drohte und zum anderen, weil er das Gefühl hate, dass er ihm jederzeit links oder rechts von den Schultern purzeln konnte.
    "Hrmpf" war sein einziger Komentar und er streckte den freien Arm aus, um das Gleichgewicht zu halten.

    Diesmal erntete Loki ein ehrliches Lächeln.
    Denn mit seinen Worten traf er nur all zu genau ins Ziel. Bis vor wenigen Stunden war Marbod bzw Sextus das gar nicht aufgefallen, doch jetzt wurde es ihm nur wieder zu deutlich.
    "Du könntest mir endlich die Ampore geben!", meinte er halb im Scherz und seine Hand machte eine auffordernde Geste.

    doch Sextus wusste ziemlich genau, welche zu seinen führten.
    Er hatte am Abend zuvor sein möglichstes gegeben sich in Alkohol zu ersäufen, aber es war nicht gelungen. Und so hatte er heute einen Brummschdel, der ihm von dem Exzess und den vorraus gegangenen Ereignissen erzählte.
    Es war zwar schon Mittag, aber noch immer fühlte sich Sextus mehr tot als lebendig und trotzdem hatte er sich doch endlich aus dem Bett gequält und klopfte nun gegen Valentins Tür.
    Er hatte keine Ahnung, ob sein Vater um diese Uhrzeit noch hier zu treffen war, aber er musste es versuchen.
    Mit abstehenden Haaren, dunklen Ringen unter den Augen und gerunzelter Stirn wartete Sextus mit bangem Herzen, dass die Tür sich öffnete.