"Ja, das meinten schon recht viele. Und ich darf dir im Stillen anvertrauen, ich zu Anfangs auch." Sextus zucke mit den Schultern. "Aber jetzt bin ich es und ich tue mein Möglichstes um diese Zweifel zu zerstreuen." Er lächelte entwaffnend und nahm auch gleich das Thema Met mit auf, um von dem für ihn doch recht unangenehmen weg zu kommen.
Sextus nickte und wiege dan nachdenklich den Kopf hin und her. "Met ist ein germanisches Getränk, ja. Und ich vermute, wie so vieles haben die Römer das Gute von den besiegten Gegnern übernommen. Aber wirklich gegen den Wein durchgesetzt hat es sich noch nicht. Außer in bestimmten Familien meiner eingeschlossen."
Beiträge von Sextus Duccius Parfur
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Marbod zwang sich das Grinsen zu erwidern, auch wenn es leicht gequält wirkte, und meinte: "Ein wahres Wort, Freund, ein wahres Wort."
Er streckte die Hand aus und wartete darauf, dass Loki ihm wieder die Ampore gab.
"Dann will ich das mal gleich ausnutzen und meine frischgewonnenen Erinnerungen in Alkohol ertränken."
Danach war ihm nähmlich jetzt zu Mute, trinken, bis er möglichst all das schlechte, was ihm immer mehr in den Sinn kam vergas. Vielleicht, ja vielleicht war es gar nicht so schlecht gewesen, ohne Erinnerung., dachte er sich. Er hätte sich nur vieleicht daran erinnern sollen, dass er sich nicht erinnern wollte.
Die Geste nach der Ampore wurde fordernder. Solche Gedanken musste man im Ansatz schon unterbinden! -
Lächelnd hielt Sextus ihr den entsprechenden Becher mit dem Met hin und antwortete: "Hauptsächlich nach Honig, daraus wird er ja auch gemacht. Aber probier doch selbst." Er hob den Becher noch etwas an, um zu verdeutlichen, dass sie ruhig nehmen konnte. "Sollte es dir, was ich nicht glaube, nicht schmecken, nehm ich den Becher gerne und überlass dir dafür den Wein."
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Bei ihrem Kommentar musste Sextus grinsen und er hielt beide Becher hoch.
„Ich wusste nicht genau, wo deine Vorlieben liegen, deshalb hab ich einfach mal sowohl Wein, als auch Met mitgebracht. Hast du schon mal Met getrunken?“
Neugierig sah Sextus Sorana an. Doch er erwartete eher eine Verneinung. -
Marbod wartete, bis Loki ihm das Bier gegeben hatte und er selbst einen tiefen Zug getrunken hatte, bis er antwortete.
„Ich hab keine Ahnung, ich kann mich nicht erinnern, es ihm erzählt zu haben, aber das heißt ja wohl nicht viel.“
Er grinste schief und zuckte mit den Schultern
„Das heißt...“ Marbod runzelte die Stirn. „Ich hab mit meinem Vater gesprochen... Er hat mir viel erzählt, und ich hatte nach meiner Mutter gefragt. Er sagte, er wüsste es nicht. Und ich glaub erhat erwähnt, dass ich nur adoptiert war.... Aber ich bin mir nicht sicher... Irgendwie ist das auf einmal so verschwommen...“ Nachdenklich und verärgert zugleich rieb sich Marbod über die Stirn und presste denn den Handballen gegen seinen Haaransatz. „Verflucht, mein Kopf....“ Wie zur Beruhigung für das Pochen nahm er noch einen tiefen Schluck aus dem Ampore, ehe er sie wieder zu Loki reichte. -
Intressiert beobachtete Marbod, was Loki da so tat, bewegte sich außer dem Recken seines Kopfes jedoch nicht von der Stelle. Als dieser dann mit einer kleinen Ampore Bier wiederkam hob Sextus nur die Augenbrauen und grinste dann.
"Wozu, erstens bist du selbst schon viel zu sehr davon überzeugt und zweitens weißt du es eh schon." Dass seine Logik an diesem Abend wohl nicht mehr viel taugte ahnte Marbod entfernt, kümmerte sich jedoch nicht wirklich darum. Immernoch grinsend, wenn auch mit leicht gerunzelteer Stirn, ob seiner Kopfschmerzen streckte er fordernd eine Hand aus.
Der Abend, oder besser wohl die Naht würde wohlnoch lang werden, doch Marbod spürte bisher weder die aufziehende Kühle, noch die dunklen Wolken, die den Mond verdeckte und wohl Regen ankündigten. Er war viel zu gefangen in seinen Erinnerngen, die ihn plötzlich, wenn auch nur Lückenhaft wieder überrollten. Von den damit in Zusammenhang stehenden Kopfschmerzen mal ganz zu schweigen, aber dagegen hatte er ja jetzt vor etwas zu tun. -
Sextus glaubte mit einem mal den Rücken der Annaea zu erkennen, war sich jedoch nicht mehr ganz sicher. Das war doch ihre Kleidung, oder? Nach dem Motto Versuch macht klug und schadet nur selten grinste er, beugte sich leicht nach vorne, als er hinter ihr stand und meinte fragend: "Annaea Sorana?"
Lächelnd wartete er, dass sie sich umdrehte. -
Marbod hatte schon im nächsten Moment vergessen gehabt, was er über Loki von wegen Bruder gesagt hatte, und blickte ihn deshalb etwas verwundert an, als er davon sprach.
Doch die Frage nach Familie, Freunden und Orten ließen ihn leicht zusammen fahren, grade die Frage nach der Familie.
„Da hast du was angesprochen“, murmelte Sextus und strich sich müde über das Gesicht. Sein Kopf pochte und seine Kehle erschien ihm viel zu trocken. „Ich wünschte ich hätte was zu trinken!“, murmelte er weiter, riss sich jedoch zusammen, als er Lokis Hand auf der Schulter spürte. „Die liebe Familie, jetzt weiß ich endlich, wer das eine Mädchen auf den Bildern ist. Meine große Schwester, Secunda.“ Er fuhr sich noch mal müde mit der Hand über das Gesicht und zwang sich dann zu lächeln.
„Meine Familie, sie war wirklich ein wahrgewordener Traum, und zwar von der Übelsten Sorte. Mein Vater ein normaler Bauer mit Aggressionen. Meine Mutter hat sieben Kinder zur Welt gebracht, alle haben sie einfallsreichst durchnummeriert. Primus, Secunda, Tertius, Quartus, Quintus und ich. Septimus ist, als ich neun Jahre alt war, tot zur Welt gekommen. Mit meinen restlichen Brüdern hab ich mich nie verstanden, ich war der jüngste, sie haben mich herumgeschubst, nur Secunda und Mutter...“
Er lächelte träumerisch.
„Wie auch immer... Nur wenige Monate später hat mein Vater meine Mutter und meine große Schwester Sekunda zu Tode geprügelt, als er al wieder betrunken war. Mich wollte er auch erwischen, aber ich bin ihm abgehauen, ich kleiner Feigling, anstatt meiner Schwester und meiner Mutter zu helfen. Ich hatte mich versteckt, wie es meine Mutter wollte, und bin erst als auch Secunda zusammenbrach heraus gekommen. Da hat er mich gesehen und ich bin um mein Leben gerannt du hab einige Zeit auf der Straße verbracht.“
Das Lächeln wurde bitter
„Um einiges später bin ich zurück gekommen, als Valentins Sohn, ich konnte mit Waffen umgehen, ich wollte Rache. Doch mein leiblicher Vater war schon tot. Genauso wie zwei meiner älteren Brüder. Die drei restlichen Brüder, die haben den Hof verkauft, sich über die Verteilung des Geldes fast gegenseitig umgebracht und sich dann übers ganze Imperium verstreut.“
Sextus räusperte sich, lehnte sich zurück und fluchte halblaut.
„Ich brauch wirklich etwas zu trinken!“ -
"Na, das müssen wir ändern!", Sextus lächelte und meinte: "Wenn du einen Moment hier warten würdest, ich wäre gleich wieder da." Er zwinkerte ihr zu und drehte sich weg, um auch Lucia etwas zur Seite und außer Sichtweite zu führen.
"Tut mir leid, aber das gehört zu den Pflichten eines Duumvir.", meinte er entschuldigend. Lucia sah ihn skeptisch an und schüttelte scheinbar schmollend den Kopf. Sextus seufzte und meinte: "Wie du willst, wenn du mr glaubst, dann erwarte mich in spätestens einer Stunde wieder hier. Wenn nicht..." Sextus zuckte fast theatralisch mit den Schultern und wandte sich ab, um sowohl etwas Met, als auch ein Glas Wein zu holen.
Wieder zurück an etwa der Stelle, wo er Annaea Sorana zurückgelassen hatte sah er sich suchend um. -
„Oh, erst einige Stunden?“ Sextus hob überrascht die Augenbrauen, dann lächelte er: „Umso größer die Ehre, dass du dir schon die Mühe gemacht hast hierher zu kommen. Du bist doch sicher noch erschöpft von der Reise!“
Sextus sah sich um, scheinbar kurz nachdenkend.
„Wenn du irgendwas brachst, gib einfach bescheid. Hast du schon was zu trinken?“ -
Sextus lächelte schief bei Lokis Reaktion, irgendwie hatte er ja fast so etwas erwartet.
„Ich hab, glaube ich, versucht in ihrem Pferdestall zu übernachten, weil es draußen zu kalt war. Eine gewisse Sara hat mich dort bei ihrem Pferd in der Box entdeckt und mich zu ihr ins Zimmer geschmuggelt, wo mich Leif, also Flavius Duccius Germanicus, entdeckt hat. Ich dachte ich sterbe vor Angst. Ich war noch ein kleiner Bursche, noch nicht mal im Wachstumsschub und Leif war noch mal größer als Valentin.“
Sextus lächelte nostalgisch, als er sich erinnerte, wie Sara sich zischen ihn und Leif gestellt hatte.
„Dann wurde ich erst mal Stallbursche, und hab irgendwann Flux bekommen, du erkennst die Parallelen? Sieh dich vor, am Ende wirst du mein Bruder.“
Sextus grinste, erschrak doch zugleich. Flux war schon ganz schön alt! Dann fiel ihm Lokis Frage wieder ein.
„Aber Sarolf ein Christ? Nie und nimmer, Loki! Er ist Germane durch und durch. Seine Götter sind Odin, Thor, Eir, Vidar, Sif und eben Loki und all die anderen.“
Sextus grinste schief. -
"Ich weiß es nicht genau...", Sextus fuhr sich durch die Haare und sah seinen Freund von der Seite her an.
"Ich glaub ein paar Dinge hab ich gerne vergessen. Und ein paar Dinge, die mir grade wieder ins Bewusstsein kommen hätt ich nur zu gerne nie erlebt.
Ich hab dir vorhin gesagt, du errätst nie, woher ich komme... Das hat einen guten Grund. ..." Sextus zögerte. "Du hälst es ja schon für unwahrscheinlich, dass Valentin dich, einen herumziehenden Germanen aufgenommen hat. Ich kann dir sagen so unwahrscheinlich ist das gar nicht...." Sextus atmete tief durch. "Immerhin hat er einen Dieb und Taugenichts als Sohn akzeptiert." -
"Ich hoffe es gefällt dir hier in Germanien, das Wetter ist zwar nicht immer das beste, aber wir wissen es das beste daraus zu machen. Und heute scheinen wir Glück zu haben!" Sextus lächelte. "Warst du schon mal auf einem germanischen Fest?"
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Sextus schüttelte den Kopf sagte jedoch: "Ja, gehen wir zum Fluss..." Er rieb sich abermals die Stirn und grummelte etwas unverständliches. "Geh vor, ich foge dir. Ich glaub momentan würd ich sonst wo rauskommen."
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Sextus schaute Loki von unten her an und der Blick hätte mörderischer nicht sein können. Loki hatte überhaupt kein Feingefühl und ihm platzte hier bald der Schädel. Seine Schläfen pochten, doch er antwortete fast wie im Traum: „Es war unwahrscheinlich mit mir. Sogar sehr, ... du errätst nie, was ich vorher gemacht hab!“ Sextus senkte wieder den Kopf und starrte konzentriert auf seine Füße, weil er das Gefühl hatte, dass er nur stolpernd vorwärts kam, aber sie setzten sich normal, einer vor den anderen. War er wirklich ein kleiner Dieb gewesen? War er wirklich nicht Valentins Sohn? Das konnte doch nicht sein! Er konnte doch germanisch und die meisten Riten kamen ihm auch bekannt vor, und sah er Valentin nicht etwas ähnlich? Das durfte doch nicht sein! Was hatte Loki da eigentlich gemeint. „Du hast grad irgendwas gesagt von wegen schließlich scheint Valentin doch, was scheint er denn?“
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Der Wirt wurde bezahlt und Sextus schwieg währenddessen, erst als sie langsam hinaus auf die Straße gingen antwortete Sextus:
"Es ist das einzige klare. Du hast von meinem Vater gesprochen, und ich wusste, dass du Valentin meinst, aber auch, dass er nicht mein Vater ist." Sextus hielt sich während des Gehens die Stirn und machte nur ganz kleine unsichere Schritte. Als ihm die frische Luft entgegen schlug, als sie auf die Straße traten, schwankte er kurz, was allerdings auch an dem Alkohol in seinem Blut liegen konnte, von dem hatte er ja immerhin nicht wenig.
"Arg, verdammt!", fluchte er unterdrückt und presste sich die Hände seitlich gegen den Kopf. -
"Weil ich es bis eben nicht gewusst hab?!", erwiderte Sextus leicht giftig und rieb sich über den Hinterkopf. Das war schon mal ein Vorgeschmack auf den Kater, den er morgen sicher haben würde, so glaubte er.
"Ah, verflucht tut das weh!", murmelte er und hielt sich nun auch mit der anderen Hand den Kopf. Seine schläfen pochten und er hatte das Gefühl, dass sich ein Stechen von seiner Stirn, über den Hinterkopf bis hin zu seinem Nacken zog.
Aber was ihm fast noch mehr weh tat, waren die Erinnerungen, die er plötzlich, zumindest ansatzweise zu haben glaubte. Ein Leben auf der Straße? Leif, Alrun, Sara, alle tot, seine echten Eltern und Geschwister... Von allem glaubte er plötzlich etwas zu wissen, aber es war nichts genaues. Es war fast wie einen Baum, dessen Umrisse man durch dichten Nebel erahnen konnte, und trotzdem nicht seine Blätter oder das Nest in den Zweigen sehen konnte. -
Ein Stechen durchzuckte Sextus Kopf, als Loki seinen Becher mit dem Knallen abstellte und sein Blick hätte giftiger kaum werden können.
"Nein...", meinte Sextus tonlos und legte die Stirn in tiefe Falten. "Ich will damit sagen, dass ich Adoptiert wurde."
Die eine Hand verweilte am hinterkopf und drückte der langsam aber sicher entstehenden Beule entgegen, während Sextus sich mit der Anderen grob über die Stirn fuhr und ansatzweise den Kopf schüttelte. Wo kamen all die Gedanken auf einmal her? War das jetzt der Alkohol in seinem Blut, der ihn so daherreden lies, oder kam tatsächlich langsam etwas zurück? -
Lokis Worte nahm Sextus zuerst gar nicht so wirklich wahr. Er spürte etwas kaltes, klebriges und verdammt gut riechendes im Gesicht und Haaren. Seine Hände wanderten zu der Stelle am Hinterkopf, die er sich angeschlagen hatte und pressten sich mit verschränkten Fingern darauf.
Langsam und äußerst vorsichtig richtete er sich auf und lies sich behutsam auf seinen Stuhl sinken. Den Kopf knapp über den Knien schwebend, saß er zusammengekrümmt da und versuchte seiner Kopfschmerzen Herr zu werden.
Inzwischen waren auch die Ungefähren Worte Lokis zu ihm durchgedrungen und hallten in seinem Kopf nach.
Doch ein ungutes Gefühl machte sich in Sextus Bauch breit und er hatte das Gefühl ihm würde schlecht werden, was jedoch nichts mit dem Zusammenstoß seines Kopfes mit etwas Hartem zu tun hatte.
Vielmehr schlich sich das Bewusstsein einer Tatsache in seine Gedanken, an die er sich vorher noch nicht hatte erinnern könne. Es waren nur wenige Augenblicke vergangen, seid er wieder auf seinem Stuhl saß, als er sich aprubt aufrichtete und Loki mit starrem Blick ansah.
"Valentin ist nicht mein Vater...", murmelte er tonlos und hielt sich weiterhin den Hinterkopf, wenn auch nur noch mit einer Hand. -
Grummelnd lies Sextus den Krug stehen wo er war und verschränkte ebenfalls die Arme. Doch irgendwie hatte er es geschafft bei dieser Bewegung seinen Becher von der Tischplatte zu fegen. Dieser kam klappernd auf und kullerte nun unter den Tisch.
Verwünschungen auf sich, Loki und vor allem den Becher murmelnd rückte Sextus seinen Stuhl zurück und angelte wenig elegant unter dem Tisch nach seinem Becher.
Dieser wollte jedoch nicht so, wie Sextus und so entwischte er ihm mehrmals. Als er ihn endlich erwischt hatte stieß Sextus ein triumphierendes "Ha!" Aus und wollte sich sofort und mit Schwung aufrichten.
Es knallte, der Becher fiel wieder klappernd zu Boden und man hörte ein dumpfes "Umpf" unter dem Tisch, knapp gefolgt vom aufschlagen eines schweren Körpers.
Kurze Zeit war die Welt um Sextus herum dunkel, dann begann sein Hinterkopf zu pochen, was sich rasch über den ganzen Schädel ausbreitete und schließlich in spitzen Stichen in der Schläfe endete. Mit einem gequälten Ächzen kam Sextus nur wenige Sekunden später wieder zu sich und stöhnte kurz darauf zum steinerweichen.