Beiträge von Sextus Duccius Parfur

    Jetzt ging es also hinein in die Höhle des Löwen, mit einem Grinsen auf dem Gesicht betrat Sextus hinter Loki die Küche und hörte dessen Vorstellung von Eila. Es war in der Tat erstaunlich, dass das Mädchen noch lebte, doch aus einem unerfindlichen Grund war er verdammt froh darüber. Vermutlich, weil Lokis Heiterkeit um eine ganze Spur ehrlicher zu sein schien, sagte er sich, konnte sich jedoch selbst nicht so ganz glauben.

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    Original von Marcus Petronius Glabrio


    "Wohl bekomm´s!" Glabrio probierte, schaute überrascht und verzog unwillkürlich den Mund. "Puh, etwas bitter. Aber es stimmt: Es schmeckt tatsächlich. Man muss sich halt bloß dran gewöhnen.
    Ja, das wäre hervorragend, wenn du dich umhören würdest. Das würde mir sehr helfen, da es in Colonia keinen brauchbaren Magistraten gibt, der Nachfolger werden könnte, und die guten Männer, die bei der Stadt arbeiten, werden eigentlich dringend dort gebraucht, wo sie jetzt arbeiten."


    Auch Sextus trank und hörte Glabrios Worte. Er nickte und sprach: „Momentan scheinen wir aber einen rechten Mangel an Magistraten zu haben, zumindest ist bei mir in der Curia grad mal die Mindestzahl besetzt. Ist das bei dir anders? Aus deinen Worten und deiner Suche nach einem Nachfolger glaube ich ein nein lesen zu können...“

    Auch Sextus hatte sich zurechtgemacht und traf nun bei der Sponsalia ein. Kurz blieb er im Eingang stehen, um sich zu orientieren. Dann entdeckte er das glückliche Paar und trat ebenfalls zu diesen um sie zu begrüßen und ihnen zu gratulieren. "Heilsa und Salve, ihr beiden.", sprach er und grisnte breit. "Herzlichen Glückwunsch!"

    Zuerst hatte Sextus auch etwas zu dem Thema Marga sagen wollen, doch dann tauchte diese unvermittelte auf. Rasch klappte Sextus den Mund wieder zu, um sich dann über die Nase zu reiben, um sein breites Grinsen zu verdecken, während Loki wie schreckensstarr war. Schon bei Lokis Kommentar konnte er nicht mehr wirklich an sich halten und als Marga dann noch verlauten lies, sie hätte es gehört ging es Sextus wie Eila. Kurz schaffte er es noch sich zusammen zu reißen und dann prustete er ebenfalls los.
    Sich den Bauch haltend, aber langsam wieder ruhig werdend begann er dann auch seinen Freund etwas zu verteidigen.
    „Große Männer haben großen Hunger“, begann er. „Da ist es nicht verwunderlich, wenn man sich mal etwas gönnt. Und Marga kann wirklich schlimm sein, komm ihr nie schmutzig unter die Augen, oder sie packt die Wurzelbürste aus! Sie ist ein Drache, dessen liebste Waffe das Wasser und nicht das Feuer ist.“
    Er hatte etwas leiser geredet als Loki und in einem verschwörerischen Tonfall, doch das Grinsen stand dem Lokis in nichts nach.

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    Original von Marcus Petronius Glabrio


    Nach kurzer Zeit kamen sie bei einem der Stände an. "Empfehle mir deine Lieblingssorte, alle sollte ich wahrlich nicht ausprobieren. Doch ein Bier trinke ich schon gerne mit dir!
    Nun, dann bist du vielleicht doch schon länger im Amt, als ich. Ich kam vor einigen Monaten aus Hispania hierher und bin seitdem Duumvir, doch um ehrlich zu sein, überlege ich ernsthaft mein Amt abzugeben und mich auf einige Reisen zu begeben. Ich möchte Rom wiedersehen und viele alte Freunde. Weißt du einen möglichen Nachfolger für dieses Amt in Colonia?"



    Sextus empfahl nicht lange, er bestellte einfach zwei große Becher seiner Lieblingssorte. Während der Mann hinter dem Tresen einschenkte hörte Sextus aufmerksam Glabrio zu und wiegte schließlich den Kopf.
    „Ich fürchte auf die Schnelle kann ich dir keinen Namen nennen. Ich kenn zwar einige gute Leute, doch Duumvir in Colonia zu sein, bedeutet von hier weg zu gehen, und die Bereitschaft dazu möchte ich ungern vorweg nehmen.“
    Das Bier war fertig eingeschenkt und Sextus zahlte, nahm die Becher entgegen und reichte gleich einen an seinen Kollegen weiter.
    „Aber wenn du möchtest kann ich mich mal schlau machen.“, bot er an und hob seinen Becher. „Wohl bekomm’ s!“

    "So was denn?", fragte Sextus neugierig und warf einen Seitenblick auf Loki, wandte sich dann aber gleich wieder Eila zu.
    "Zufall würde ich sagen, als Kind war ich in Rom und in Spanien, Tarracco vor allem, und jetzt erst vor kurzem noch ein mal, dann war ich im freien Germanien und natürlich auch hier in der Gegend beinah überall, früher hat es mich nie lange an einem Ort gehalten. Und bis auf Rom hat mich Flux überall hin begleitet.", erzählte er grinsend, wenn auch arg verkürzt. Dann zuckte er mit den Schultern.

    Sextus schmunzelte, ob Eilas Freude und sah sich ebenfalls das erste mal seid langem wieder bewusst im Garten um. Er war tatsächlich eine Insel der Ruhe, die kurz vom aufgeregten Zwitschern einiger Jungvögel aus einem Gebüsch gestört wurde, als ein Elterntier Futter brachte.
    "Ich bin Sarolfs Sohn... Nirgends hab ich mich wohler gefühlt als hier, und ich bin schon weit herumgekommen."

    Sextus schmunzelte Eila zu und nickte dann zu Loki, als dieser auch sein Einverständnis erklärte. Und die Führung ging weiter. Sextus lies sich absichtlich etwas zurück fallen und folgte den beiden Geschwistern in geringem Abstand. Dabei verglich er die beiden und versuchte Gemeinsamkeiten festzustellen, doch das war ganz schön schwer. Er konnte einfach keine Ähnlichkeit, zwischen der schönen junge Frau und ... eben Loki finden. So hinter ihnen zu gehen hatte auch den anderen Vorteil, dass er Eila in Ruhe mustern konnte, ohne dass sie, oder Loki, es mitbekamen.
    Dann kamen sie zum Kräutergarten, nachdem Loki die Ställe großzügig auf später aufgeschoben hatte. Der Opferstein war in der Tat etwas besonderes, zwar konnte Sextus sich selbst nicht besonders damit rühmen bei den Opferungen besonders fleißig zu sein, doch der Stein gehörte einfach dazu, genau wie die kleinen Gaben, die immer bei hm lagen.

    "Das klingt eindeutig nach Loki!", gab Sextus seinen Senf dazu und zwinkerte Eila zu. Er drückte sanft ihre Hand, ehe er sie wieder los lies, und sich an Loki wandte: "Was wolltest du ihr denn als Nächstes für Wunderdinge zeigen? Darf ich mich der Führung anschließen?" Die letzte Frage ging wieder an beide und er fügte noch an. "Ich komme grad aus der Curia und könnte ein bisschen Ablenkung gut gebrauchen!"

    "Das hat er in der Tat getan, doch er war noch etwas länger Mitglied der Curia, als er Duumvir war. Und da seine Cousine die Princeps ist, weiß er aus den älteren Zeiten sicher noch mehr als ich.", erwiderte Sextus und fragte sich, ob das der Grund gewesen sein mochte, weshalb er erst jetzt in die Curia berufen worden war.
    "Da fällt mir ein, Valentins Cousine, Duccia Venusia, sie war damals wie heute die Princeps. Sie müsste die perfekte Ansprechpartnerin für dich sein, Senator."

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    Original von Marcus Petronius Glabrio


    So ein Angebot konnte man schlecht ablehnen, aber Glabrio war es auch sehr recht. "Ja, gerne. Ich glaube, ich trinke lieber Wein, aber wenn du eine besondere Sorte empfehlen kannst, werde ich auch Bier probieren. Seit wann bist du Duumvir?"


    "Ich könnte dir ein gutes Dutzend verschiedener Geschmäcker empfehlen, aber ich fürchte, wenn du da alles richtig probierst, haben wir später das Problem eines total betrunkenen Duumviren. Bleiben wir dann wohl besser beim Wein.", erwiderte Sextus und steuerte auf einen der Stände zu.
    "Wie lange ich schon Duumvir bin? Hm, ich muss sagen, ich hab mir jetzt nicht das genaue Datum gemerkt, aber ich habe schon unter Valentin als zweiter Duumvir angefangen, das müsste jetzt fast schon ein halbes Jahr her sein. Und wie lange hast du schon deinen Posten inne?"

    Sextus musterte unbewusst die junge Frau vor sich und er musste arg an sich halten, um nicht zu lange die Augen auf ihrer Figur ruhen zu lassen. Er ahnte schon, dass sie irgendwas mit Loki zu tun hatte, und wollte sich deshalb zurück halten, so gut es denn ging. Doch ihr Lachen gefiel ihm und auch ihre Haare...
    "Das ist er eindeutig, und nicht zu knapp.", bestätigte Sextus grinsend. "Mein Name ist Sextus Duccius Parfur, oder schlicht Marbod. ich wurde die letzten Wochen und Monate damit beglückt!" Er streckte lächelnd die Hand aus. "Freut mich dich kennen zu lernen!"

    Sextus grinste und schlug dann vor: "Wie wäre es? Hast du Lust einen Wein, oder ein Bier mit mir zu trinken? Ich lad dich ein, bei der Summe die ich heute ausgegeben hab, kommt es darauf jetzt auch nicht mehr an."
    Er machte eine Geste zu dem nächsten Stand, wo es Erfrischungen gab und fügte grinsend an: "Dort werden wir dann auch am ehesten Loki wieder treffen."

    "Das ist wirklich bedauernswert, aber wie ich mitbekommen habe, willst du dieses Versäumnis ja nachholen.", erwiderte Sextus mit einem Grinsen. "Ich selbst hab als Kind im Stall geholfen und war auch später beim Zureiten und beim Ausliefern der Pferde beteiligt, ehe ich mich als Magistratus versucht habe. Und wie du bemerkt habenw irst, kann ich auch heute nicht die Finger von den Tieren lassen." Was Sextus erzählte entsprach zwar der Wahrheit, aber er lies die eine oder andere Kleinigkeit, eigentlich wie immer wenn er von sich erzählte, aus.