Beiträge von Tiberia Livia

    "Mach dir keine Umstände. Ich habe Ursus bereits angewiesen, mir einen Becher Wasser zu bringen."


    Gekonnt nimmt sie auf dem angebotenen Sessel Platz und sieht erwartungsvoll zu ihrem Verlobten hinüber.


    "Wenn du mir zeigst, wo sich die entsprechenden Unterlagen in deiner Bibliothek befinden, dann werde ich gleich damit beginnen sie durchzuarbeiten. Allerdings scheint es nicht mehr allzu lange zu dauern, bis Ursus das Essen fertig hat."


    Sie lässt den Blick kurz durch den Raum schweifen und überlegt, ob sie an seinem Büro auch schon einige Änderungsvorschläge anbringen soll. Es macht allerdings eher den Eindruck, als wäre er hier über eine Einmischung nicht eben erfreut. Livia beschließt, sich dieses Schmankerl somit für später aufzuheben, und entscheidet sich vorerst für ein bißchen Konversation.


    "Wie läuft es bei auf der Arbeit? Die jüngsten Entwicklungen im Senat waren teilweise ja mehr als überraschend..."

    Insgeheim triumphierend stellt Livia fest, dass das teure Mosaik schon genehmigt ist. Somit bleibt nur noch der Innenarchitekt durchzusetzen. Sie setzt eine nachdenkliche Miene auf.


    "Andererseits könnten wir den Raum natürlich auch selbst planen. Das gäbe uns die Gelegenheit, noch mehr Zeit gemeinsam zu verbringen."


    Sie lächelt Hungaricus unschuldig an.


    "Ich bin mir sicher, dass wir wunderbar zusammenarbeiten werden. Bezüglich des Marmors wird sich schon noch eine Einigung finden. Wenn du die neue Importware erst einmal gesehen hast..."

    "Du hättest zum Beispiel einen Sklaven abschicken können. Ich hätte mich jedenfalls sehr gefreut." schmunzelt Livia ob seiner scheinbar zunehmenden Verzweiflung.


    "So lange wir dort allerdings noch keinen besitzen, werde ich dir lieber regelmäßig davon erzählen, damit du es nicht vergisst."


    Beinahe hat Livia Mitleid mit ihm, aber auch nur beinahe.


    "Zu dem Bad hingegen ließe sich vielleicht ein Experte befragen. Wir könnten einen Innenarchitekten anstellen, oder einen Mosaikleger. Oder beides..."

    Livia schmunzelt leicht.


    "Hast du etwa schon unsere Verabredung vergessen, Liebster? Ich wollte dir beim Durchsehen der Ehegesetze zur Hand gehen."


    Sie sieht sich beiläufig nach einer Sitzgelegenheit um, bleibt jedoch geduldig stehen bis ihr eine angeboten wird.


    "Oder komme ich dir gerade ungelegen?"

    Livia klopft zwei Mal und öffnet kurz darauf die Tür. Sie tritt ein und sieht sich um.


    "Salve, Hungaricus. Schön dich wiederzusehen."


    Lächelnd tritt sie auf ihren Verlobten zu.


    "Bist du gerade mit eben dem beschäftigt, weshalb ich dich aufsuche? Kommst du gut dabei voran?"


    In einigermaßen respektvollem Abstand bleibt sie vor seinem Schreibtisch stehen, damit er noch genügend Zeit und Raum hat, die Dokumente gegebenenfalls beiseite zu räumen, falls sie Livia nichts angehen. ;)

    "Es klingt vorzüglich, Ursus. Ich bin mir sicher, dass du auch aus einem so einfachen Gericht wieder eine wahre Köstlichkeit kreiert hast. Den Wein möchte ich dann erst zum Essen. Bringst du mir bis dahin einen Becher Wasser?"


    Livia überlegt kurz und entschließt sich dann rasch.


    "Wenn er in seinem Büro ist, dann werde ich ihn direkt dort aufsuchen. Den Weg kenne ich ja."


    Sie nickt dem Sklaven noch einmal lächelnd zu und begibt sich dann direkt zu Hungaricus Arbeitszimmer.

    Auch wenn es Livia ein wenig ärgert, dass ihr Verlobter nicht wie gewünscht reagiert, zieht sie ihre Linie nun weiter durch. Gerade die Erinnerung an das schöne Sicilia muntert sie zudem ausreichend auf, dass sich ihre Laune merklich hebt und ihr Blick sehnsüchtig in die Ferne schweift.


    "Ah, Sicilia hat eine wunderbare Landschaft. Die Luft dort ist viel besser als hier im stickigen Rom. Das Meer, das wunderbare, weite, blaue Meer... Die freundlichen Menschen... Die Hügel... Die Berge... So schön... So frei... Einfach wunderbar..."


    Sie fasst sich wieder und sieht fragend zu Hungaricus auf.


    "Meinst du nicht, dass wir den Gedanken einmal ins Auge fassen könnten, uns dort einen Landsitz zuzulegen?"


    Mit dem Bewusstsein dieser lebhaften Erinnerung ist nun eine dringende Bitte in Livias Augen zu lesen.

    Im Bewusstsein dieses Besuches hat Livia den ganzen Tag absichtlich noch nichts gegessen und ist mittlerweile ziemlich hungrig geworden. So strahlt sie für einen Moment von Herzen auf und nickt erfreut.


    "Oh, gerne. Hat Marcus denn schon gegessen? Wir werden uns vermutlich in die Bibliothek oder aber sein Büro begeben."


    Der Gedanke an das ausgiebige Zusammensein mit ihrem Verlobten lässt Livias Lächeln schon wieder ein wenig verblassen.

    Livia seufzt innerlich. Scheinbar hat sie sich doch einen härteren Brocken geangelt als bislang vermutet. Nach außen hin verbirgt sie diese Erkenntnis jedoch und sieht ihn nur mit einem lieben Lächeln von unten herauf an.


    "Aber, Schatz..."


    Sie schafft es, einen Ansatz von wirklicher Verzweiflung über die Aussichten auf ein so ärmliches Leben in ihren Blick hinein zu bekommen. Livia atmet kurz verzweifelt durch.


    "Ein Landsitz ist doch etwas ganz wunderbares. Kennst du denn nicht dieses unheimlich erleichternde Gefühl eines kleinen Urlaubs? Die so angenehme Erholung, die sich durch schon einige wenige Tage auf dem Land erzielen lässt? Weißt du..."


    Die Hand noch immer auf seinem Arm liegend, streichelt sie diesen sanft.


    "...auf meiner Inventurreise für den Cursus Publicus war ich unter anderem auch auf Sicilia. Das ist eine wunderbare Insel." :)


    Das Bad betreffend hat Livia inzwischen beschlossen, vielleicht einen Experten hinzu zu ziehen. Diesen Vorschlag will sie jedoch erst dann einbringen, wenn ihr Verlobter sich von der Idee eines teuren Landsitzes erholt hat.

    Von Ursus hereingeführt betritt Livia das Atrium und sieht sich direkt nachdenklich um. Die Casa scheint ihr ganz schön zu sein, doch einfach noch nicht schön genug. Sie sieht Ursus freundlich an und übt schon einmal, das Lächeln etwas wärmer werden zu lassen.


    "Ich danke dir. Wird es lange dauern, bis Marcus erscheint?"

    Der Sklave gibt den Trägern ein Zeichen und man hilft Livia behutsam aus der Sänfte. Sie atmet noch einmal tief durch, setzt schon einmal den Ansatz eines Lächelns auf und folgt Ursus in die Casa hinein.


    "Salve, Ursus. Bring mich zu deinem Herrn."


    Die Trägersklaven kümmern sich derweil um die Sänfte und bringen diese sicher unter.

    Livia schaut ihren Verlobten vorwurfsvoll an. Es ist ihr ohnehin schleierhaft, dass seine beiden Brüder nicht längst ihren eigenen Hausstand gegründet haben. Da jedoch hineinzureden ginge weit über das heraus, was sie angeht.


    "Ich soll das gleiche Bad benutzen wie deine Brüder? Das kann ja heiter werden. Wenn sie es wagen sollten, meine Privatsphäre zu stören, dann werden sie ein wahres Donnerwetter erleben."


    Ihr graut bei dem Gedanken, unerwartet im Bad auf einen der beiden Männer zu treffen. Bereits jetzt entsinnt sie sich vielfältiger Foltermethoden, welche sie denen bei einer solchen Gelegenheit gerne als Strafe antäte. Aus unerfindlichen Gründen traut sie Hungaricus in diesem Punkt keine ausreichende Härte zu.


    "Du solltest dennoch ein Auge auf die angrenzenden Grundstücke behalten. Es kann nie schaden, sich zu erweitern. Unsere Kinder werden auch einen gewissen Platz benötigen. Nennst du eigentlich einen Landsitz dein eigen?"


    Sie mustert ihren Verlobten aufmerksam und wundert sich aufrichtig über das in seiner Miene lesbare Entsetzen.

    Zitat

    Original von Germanica Aelia
    Pah! Ihr seid ja schon halb eingeschlafen, als ihr los seid, das habt ihr nie im Leben noch lange ausgehalten. Wir hingegen hatten noch tiefgründige Diskussionen (*hüstel*) bevor wir schlafen sind. :]


    :P Wir hatten jede Nacht tiefgründige Diskussionen. Außerdem mussten gewisse, an dieser Stelle nicht genannte Personen vorher immer noch ihrem Suchtfetzn frönen. ;)

    Zitat

    Original von Secundus Flavius Felix
    Die Hubi-Enklave hatte nur einen so langen Heimweg, dass die armen dort hausenden Jungens und Mädels erst so spät ins Bett kamen.


    Und ich bin mir sicher dass wir trotz eures ausgedehnten Heimspaziergangs am Montag länger wach waren.


    => Die Revance gab es schon, wir haben gesiegt!


    Pah, niemals. Wir waren stets sehr ausdauernd auf unsere Froschkönigschaft bedacht. Mit dem Heimweg hat das nichts zu tun.


    => Dieser angebliche Sieg ist ungültig, da er nicht bewiesen werden konnte und wir ganz klar die natürlichen Favoriten waren.

    Livia seufzt.


    "Auf garkeinen Fall dunkel. Es muss hell sein. Das ist besser für die seelische Grundeinstellung. ( ;) ) Den Marmor würde ich mir vorher schon lieber anschauen. Man könnte auch ein wenig mit den Farben spielen..."


    Skeptisch sieht sie ihren Verlobten von der Seite an und versucht seine Gedanken zu lesen. Er scheint von dem Grün nicht wirklich erbaut zu sein. Nun, darauf kann sie zur Not auch verzichten...


    "Ach, das Nachbargrundstück ist ja nicht nur für die neuen Thermen gedacht. Wir könnten insgesamt mehr Platz gebrauchen, wenn auch noch deine ganzen Brüder in der Casa zu hau... wohnen gedenken. Sie sollten auf jeden Fall ein separates Bad für sich haben. Dafür könnten wir einfach das alte hernehmen. In dem Anbau ließen sich dann unsere Thermen, das Schlafzimmer und mein Ankleidezimmer gänzlich neu gestalten. Ich könnte auch ein eigenes Büro gebrauchen. Wie sieht es mit dir aus?"

    Nach umfangreichen Vorbereitungen macht sich Livia schließlich auf den Weg zur Casa Vinicia. Sie hat sich gemeinsam mit ihrer Sklavin der lästigen Aufgabe gewidmet, ihren Bestand an Kleidern, Schminke, Ölen und Duft-Essenzen großangelegt aufzustocken. Nach einem gründlichen Bad, mit wohltuenden Ölen eingerieben und sparsam eingesetzten neuen Duftwässerchen sowie dezenter Schminke lässt sie sich nun von ihrer zur Verlobung erhaltenen Sänfte hierher tragen.


    Dieses Mal hat sie in ihrer Aufmachung eine neue Linie verfolgt und sogar eine besonders geübte Sklavin hinzu holen lassen. Nun gilt es herauszufinden, welcher Stil Hungaricus am Besten gefällt. Allen Empfehlungen der Expertinnen trotzend hat Livia jedoch darauf bestanden, auf dicke Schminke und eine aufwendige Frisur weitestgehend zu verzichten. Auch das Kleid und die Palla fallen eher durch schlichte Eleganz und den sündhaft teuren Stoff auf, als durch bunte Farben und Verzierungen. Einen weiten Ausschnitt hat sie rigoros abgelehnt. So schnell soll das Ganze schließlich auch nicht gehen und es gilt glaubhaft zu bleiben.


    Vor der Casa wird die Sänfte abgesetzt, einer der Sklaven geht zur Tür und klopft an.

    Livia seufzt und lässt einen Hauch von Verzweiflung auf ihrer Miene erscheinen.


    "Hellblauer Marmor? Ich dachte eigentlich eher an ein dezentes Grün..."


    Sie lächelt Marcellus entschuldigend zu.


    "Ich befürchte, dass wir noch verbitterte Verhandlungen vor uns haben. Vale, Vinicius."


    Dann wendet sie sich wieder mit fragendem Blick ihrem Verlobten zu.


    "Einige Mosaike wären auch schön. Meinst du, das Nachbargrundstück ließe sich noch zukaufen?"

    Vorsichtig und langsam schließt Livia leise die Tür und lehnt sich anschließend erschöpft an die Wand. Sie atmet tief durch und spürt, wie die aufgebaute Fassade so langsam endlich von ihr abfällt. Das zuckersüße Lächeln schmilzt dahin, ihre Haltung normalisiert sich und auch der Tonfall ihrer Stimme hat den süßen Beiklang verloren.


    "Na, endlich..."


    Sie verharrt noch eine Weile still und mit geschlossenen Augen. Diese totale Verstellung verlangt ihr einiges an Energie ab. Die Reaktion ihres Verlobten bestätigt sie jedoch in ihrer Wirksamkeit. Ganz offensichtlich wird Livia sich daran gewöhnen müssen, das Spielchen von nun an öfter so durchzuziehen. Zwar macht dies weniger Spaß als ihn zur Weißglut zu reizen, doch um ihre Ziele zu erreichen oder gar an Informationen zu gelangen, wäre dies sicher ein erfolgsversprechenderer Weg. Erschöpft massiert sie sich die Schläfen und ruft anschließend nach ihrer Leibsklavin, auf dass diese ihr ein heißes Bad bereite. Das Gespräch erscheint ihr anstrengender als eine Kandidatur auf der Rostra. Anschließend wird sie noch einige Vorbereitungen und Besorgungen zu erledigen haben, bevor sie sich in den nächsten Tagen zur Casa Vinicia begeben wird.