Beiträge von Decima Lucilla

    "Ja, das ist mir schon aufgefallen." gibt Lucilla lachend zurück. "Obwohl ja in Hispania eher das Decima-Netzwerk vorherrschend ist. Da braucht man sich auf den übrigen Markt nicht mehr verlassen."


    Darauf, ob das nun gut oder schlecht ist, geht Lucilla nicht näher ein. Dies wäre doch wieder eine politische Frage, der sie gerne aus dem Weg geht und sich dafür intensiv einem weiteren Stück Hühnchen widmet.

    Lucilla greift beherzt zu und läd sich einen Schenkel auf den Teller. Nachdem sie gekostet hat verzieht sie anerkennend das Gesicht.


    "Mhm, vorzüglich. Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich auch Eigentümerin einer kleinen Hendlfarm bin? Allerdings exportiere ich exklusiv in eine Taverne nach Germania."


    Der Schenkel ist recht schnell verschwunden und ein Stück Brustfleisch rückt auf Lucillas Teller nach.

    "Das freut mich sehr zu hören. Falls wir Praefecti Vehiculorum dabei ein Wörtchen mitzureden haben, dann weißt du ja, wem meine Stimme gehört." Sie zwinkert ihm zu und lässt zur Abwechslung eine Dattel in ihrem Mund verschwinden.


    "Nachdem ich ja nun öfter auf dem italienischen Markt einkaufen werde, werde ich die Germanica-Trauben einem intensiven Test unterziehen. Aber du solltest die Claudischen einmal versuchen, wenn du gerne süße Trauben isst. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass sie beinahe süchtig machen. Naja, aber das trifft bei mir wohl bei allem zu, was süß ist." :D

    "Oh, die Germanica haben auch Trauben aus Italia? Das wusste ich ja gar nicht." Sie schiebt sich noch ein paar in den Mund. Vielleicht müsste sie ihrem Stammhändler doch noch untreu werden. :D


    "Und nach dieser Amtszeit?" Lucilla legt die Stirn in Falten. Ein neuer vom Kaiser oder von Hungaricus eingesetzter Legatus würde sich kaum auskennen, müsste sein Wissen von vorne aufbauen. Sie war sich sicher, ein Dauerhaftes Ausscheiden von Avarus würde den Cursus Publicus um einiges zurückwerfen.


    Lucilla lässt ihren Blick über das in Käse gebackene Brot schweifen und nimmt sich vor, den Genuss nicht durch die Nachricht trüben zu lassen.

    "Weingut Claudius zufällig?" rät Lucilla. "Die haben einfach die besten Trauben!" Sie denk einen Augenblick an ihr Zusammentreffen mit Claudius Macrinius und dem Besuch auf dem Landgut und kann sich darüber ein Lächeln nicht verkneifen.


    Dann blickt sie erstaunt zu ihrem Vorgesetzten. "Oh, nein, das wusste ich nicht. Ich mache mir nicht viel aus Politik. Aber du wirst uns doch auf Dauer erhalten bleiben?" Ein wenig bange Sorge schwinkt in ihrer Stimme mit.

    "Oh, meine mangelnde Entscheidungsfreude hat sich wohl schon herumgesprochen." Lucilla wird leicht rot und greift zu den Trauben. "Würdest du mir glauben, wenn ich sage, dass das nur daran liegt, dass die Welt so viel Gutes zu bieten hat? Wie soll man sich da nur immer für ein einziges entscheiden!"


    Sie steckt eine Traube in den Mund und kostet vorsichtig. Sie sind leicht süß, aber nicht zu süß. Lucilla hebt eine Traube in die Höhe. "Aus Italia?"

    "Danke." Lucilla strahlt übers ganze Gesicht. "Dann will ich dich auch mal nicht länger von deinem Berg Arbeit abhalten. Wir werden uns ja nun öfter über den Weg laufen... wenn ich zwischendurch zum Essen den Weg nach Hause finde." Sie wendet sich grinsend zur Tür.

    "Gemütlichkeit?" Lcuilla winkt ab. "Beschauliche Verschlafenheit trifft es wohl eher. Oder Beamtenruhe." Sie kichert leise. "Nein, Tarraco werde ich vermissen, die Casa und den kläglichen Rest meiner Familie, der noch dort ist, und ein paar Bekannte. Aber das träge Leben wohl eher nicht. Ich habe Rom viel zu lange den Rücken gekehrt. Außerdem ist mittlerweile ja der Großteil meiner Familie hier."


    Sie blickt versonnen auf den Weinbecher vor sich. "Mein Bruder behauptet manchmal spöttelnd, ich wäre viel zu verwöhnt. Vermutlich hat er recht. Doch ich sehe nicht ein, warum ich am Abend auf die Annehmlichkeiten des Lebens verzichten sollte, wenn ich den Tag über fleißig meiner Arbeit nachgehe."

    Lucilla nimmt Platz und legt sich bequem. Sie streicht ihr Kleid glatt und blickt Avarus an.


    "Es scheint alles Bestens im Cursus Publicus Italia. Wie es der Zufall so will traf ich auch noch auf Postumius Vortex, den Tabellarius aus Hispania. Er hatte gerade Briefe in Roma abgeliefert. Ich denke, wir können uns voll und ganz auf ihn verlassen, bis Prudentia Valeria ihre neue Aufgabe in Hispania übernimmt."

    "Wie könnte ich die Einladung meines Vorgesetzten ausschlagen." lächelt Lucilla schelmisch.


    "Und wie könnte ich ihm nicht verzeihen, dass der Dienst immer Vorrang hat. Du kannst deine Post übrigens ganz beruhigt versenden, ich war heute schon im Officium des Praefectus Vehiculorum und die Tabellarii in Italia scheinen mir äußerst motiviert."

    Lucilla applaudiert begeistert den Jägern. Schon lange hat sie keine solch spannenden Tierkämpfe mehr gesehen. Zwar haben wie üblich die Jäger gesiegt, doch sie haben so manch publikumswirksame Taktik gezeigt. Dazu haben es die Antilopen sogar geschafft einen Hund außer Gefecht zu setzen.


    Als die Tänzer die Arena betreten, lehnt sich Lucilla zufrieden zurück und wartet auf den nächsten Programmpunkt.

    Lucilla eilt zum Ausgang, im Schlepptau einen der namenlosen Sklaven. Ambrosius hatte sie dummerweise zum Einkaufen geschickt, so dass ihr nur einer der Haussklaven zur Begleitung blieb.


    "Salve!" begrüßt sie Paulus. "Da bin ich." Sie blickt an ihm vorbei und sieht die wirklich prächtige Sänfte. Aemilia hat nicht gelogen. Lucilla bestaunt das Transportmittel und Aemilias Worte hallen in ihrem Kopf wieder. Doch sie schüttelt diesen. Allein der Gedanke ist ausgeschlossen.

    Lucilla lacht. "Aber Aemilia, du scherzt. Weiß du nicht, wer Senator Avarus ist? Er trumpft bestimmt gerne auf, aber das liegt sicher nicht an mir. Und so toll kann die Sänfte gar nicht sein."


    Sie zwinkert ihrer Freundin zu. "Aber nun muss ich los. Bis denmächst."