Beiträge von Decima Lucilla

    Lucilla seufzt leise und streicht eine Strähne zurück, die sich gelöst hat, als Crassus durch ihre Haare fuhr. Sie genießt das Gefühl seiner Berührung.


    "Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach sein kann. Ich habe dir ja schon erzählt, dass ich in Rom erzogen wurde. Das war bei meiner Großtante Drusilla. Sie war von ihrem Vater verheiratet worden und nach dem Tod ihres Mannes hat sie später einen ehemaligen Senator geheiratet, nur des Geldes wegen. Sie liebt es exzessive Empfänge zu geben, viel Geld für Einkäufe auszugeben und sich auch sonst mit Luxus zu umgeben. Sie hat mir einmal erzählt, dass es wichtig ist, sich so einen Mann zu suchen, der einem all dies bieten kann. Aber ich finde das nicht so wichtig. Wir Decima sind schon immer eine fortschrittliche Familie, und ich bezahle meine Einkäufe bisher auch selbst."


    Sie schaut ihn an und lacht fröhnlich. "Also egal, was dir Meridius erzählt, wie teuer ich bin, lass dir nichts einreden. Ich bin sicher, er wird es mit solchen Schauergeschichten probieren."

    Lucilla setzt sich neben Crassus hin. "Du hast sicher recht, hier sieht uns keiner."


    Sie schaut zu einer kleinen Krabbe, die ein Stück weiter vorne über den Sand krabbelt und leht sich an Crassus Schulter. Mit geschlossenen Augen zieht sie seinen Duft durch die Nase und lächelt zufrieden vor sich hin.


    "Von mir aus braucht sich Ambrosius nicht zu beeilen. Und ich bin mir sicher, er weiß das auch. Ambrosius ist der beste Sklave der Welt. Manchmal glaube ich, er kann sogar Gedanken lesen." :D


    Sie öffnet die Augen wieder und blickt hinaus aufs Meer. Da es doch etwas kühl ist, zieht sie ihren Mantel enger um sich.


    "Hast du schon gehört, dass Senator Agrippa bald heiraten wird? Prudentia Valeria heißt sie und ist noch Praefectus Vehiculorum von Germania. Ich werde ihr meinen Posten in Hispania überlassen. Wenn ich bald wegen der Spiele in Rom bin, dann will ich mit Senator Avarus reden, ob ich den in Italia haben kann. Ich habe ihm das schon in einer Nachricht mitgeteilt und ich bin gespannt, ob es klappt. Doch selbst wenn nicht," sie schaut Crassus schelmisch an, "dann ist es zu spät und ich werde mich in Rom nach etwas neuem umsehen."

    "Sind sie dort bei der Legio? Ich bin froh, dass der Krieg vorbei ist und es schon lange keine Meldungen von Übergriffen gab. Zwar sind mittlerweile nur noch mein Bruder und mein Cousin Magnus dort oben, aber Sorgen mache ich mir deswegen trotzdem."


    Sie trinkt noch einen Schluck aus ihrem Becher. "Warst du schon einmal in Germania, Agrippa? Ist es dort im Winter wirklich so kalt, wie man sagt?"

    "Meinst du, das wäre in Ordnung? Nicht, dass uns jemand sieht und sich wer weiß was denkt." Auf der anderen Seite, was kümmert es Lucilla schon was wer weiß wer denkt und Meridius würde es so oder so wissen, so wie er immer alles weiß.


    "Aber du hast sicher Hunger, nicht wahr?" Sie wendet sich zu dem Sklaven um. "Ambrosius, sei so lieb und geh doch zürck in die Stadt und hole uns etwas zu Essen. Ein paar Kleinigkeiten." Sie lächelt Ambrosius zu und schickt ihn mit einem Wink auf den Weg.


    Als sie sich wieder zu Crassus wendet geht eine Schauder durch ihren Körper. Hier mit ihm allein zu sein hat irgendwie den Reiz des Verbotenen, obwohl dies vollkommen unsinnig ist. Sie lächelt etwas verschämt und schaut sich dann nochmal um, ob auch wirklich niemand in der Nähe ist.


    "Ich bin manchmal ein bisschen übervorsichtig. Aber bei meinem Bruder muss ich das sein, er scheint ein besseres Informationsnetz zu besitzen als die Prätorianer."

    Zitat

    Original von Tiberia Livia
    Ok. Lucilla muss mit Magnus und Felix jeweils nen Wiener Walzer tanzen. *notier*


    Müssen die Herren dabei nicht größer sein als die Damen? 8)



    7Stern-Bräu hört sich gut an, die haben sogar fränkisches Bier :D

    Zitat

    Original von Tiberia Livia
    8) Solang wir anschließend auch tanzen gehn, können wir vorher gern das Omaprogramm durchziehn. :D Suchts ihr was aus...


    Gehn wir dann Wiener Walzer tanzen? 8)


    :D


    (hehe, wahrscheinlich kann von den Wienern eh keiner Walzer tanzen :P)

    "Zum Glück besser, als im letzten Monat. Ich werde Senator Avarus die Versandliste mitbringen, wenn ich wegen der Spiele nach Roma reise. Daher bin ich froh, dass ich ihm wieder eine etwas längere Liste vorlegen kann."


    Sie schaut nachdenklich. "Dennoch könnte es mehr sein. Der Transport von privaten Briefen wird noch immer nicht ausgereizt. Dabei gibt es doch wahrlich genug Familien, welche durch das ganze Imperium verstreut sind."


    Etwas wehmütig denkt Lucilla daran, dass sie noch immer nichts von ihrem Bruder gehört hat. Doch wahrscheinlich hat der einfach sehr viel in Germania zu tun.

    "Die Zeit tot schlagen?" fragt Lucilla gespielt irritiert. "Jede Minute, die ich mit dir hier verbringen kann scheint mit besser genutzt als jede, die ich in meinem bisherigen Leben verbracht habe."


    Sie lächelt ihn an und grinst hintergründig. "Schade, dass es zu kalt ist um im Meer baden zu gehen." Kurz kommt ihr ein ganz unanständiger Gedanke, doch sie schiebt ihn schnell wieder bei Seite, blickt Crassus verlegen an und räuspert sich. "Was hast du vor?"

    Einen winzigen Augenblick lang kommt Lucilla der Gedanke, dass das, was sie hier tun, nicht rechtens sein könnte. Doch spätestens, als Crassus zum zweiten Kuss ansetzt, ist es aus mit dem Denken. Es ist, als hätte ihr jemand in ihren Kopf hineingegriffen, die Gedanken gepackt und beiseite geworfen. Ein Schauer geht durch ihren Körper und in ihrem Magen scheinen unzählige Pegasi herumzufliegen. Ihre Zunge indes entwickelt ein Eigenleben, von welchem Lucilla nichteinmal wusste, dass es überhaupt möglich ist. Spartacus war ein Abenteuer gewesen, doch Crassus ist das wahre Leben in all seiner Pracht.


    Als sich ihre Lippen wieder voneinander lösen, beginnt Lucilla vor Freude zu kichern. Sie kommt sich vor, wie ein kleines Mädchen, welches beim Naschen erwischt worden ist.


    "Ich wünschte, ich könnte heute abend schon mit dir nach Hause gehen."

    Lucilla schaut Crassus lächelnd an und auf einmal ist ihr alles klar. Sie will ihn haben und sie würde Meridius schon davon überzeugen, dass er der richtige est. Der richtige, um mit ihm ihr Leben zu verbringen, um mit ihm gemeinsam am Morgen zu Frühstücken, am Abend mit ihm nach dem Essen zusammenzusitzen, einen Becher Wein zu trinken und über die Arbeit zu reden. Der, den sie pflegen will, wenn er krank ist oder im Dienst verwundert wird, um den sie sich sorgen will, wenn er im Einsatz ist. Der, dem sie helfen will die Rüstung anzulegen, dem sie zuschauen will, wie er seine Sandalen schnürt, den sie fragen will, wann er am Abend nach Hause kommen wird.


    Sie nähert sich seinen Lippen und schließt wieder die Augen. Jetzt oder nie.

    Lucilla seufzt. "Ich würde dir gerne sagen, dass er ohne Zögern zustimmen wird. Aber es wäre eine Lüge. Meridius ist in diesen Dingen sehr... schwierig. Er will immer nur das Beste für seine Familie, was ja nicht verkehrt ist. Doch er scheint manchmal zu vergessen, dass wir auch nur Menschen sind." Sie seufzt noch einmal und leht sich etwas näher an Crassus. "Du hast den Vorteil, dass du unter ihm in der Legion gedient hast und außerdem gehörst du zur Eliteeinheit des Imperiums. Und im Endeffekt ist es ihm am wichtigsten, dass ich glücklich werde und da hast du ja gute Chancen."


    Sie schaut ihn an und lächelt glücklich. "Du darfst nur nicht locker lassen und dich nicht gleich abweisen lassen. Meinst du, das bin ich es wert?"

    Lucilla wirft verschämt einen Blick über die Schulter, doch außer Ambrosius, der ganz intensiv einen Stein mustert, ist niemand zu sehen. Sie rückt lächelnd etwas näher an Crassus heran, so dass sie mit ihrer Hüfte seinen Körper berührt. Ihr Herz pocht so laut, dass sie es in ihren Ohren hört.


    "Dann solltest du dafür sorgen, dass sie dauerhaft in deiner Nähe bleibt." Sie grinst verschmitzt und erwartet aufgeregt seine Antwort.

    "Deine Worte in den Ohren der Götter." Lucilla wünscht sich, sie könnte in Bezug auf Crassus ebenso zuversichtlich sein.


    "Ich werde auf jeden Fall kommen, eine Feier lasse ich mir doch nicht entgehen, vor allem nicht deine Hochzeit."


    Sie lächelt und ihr Blick fällt auf den Ausgangsbriefstapel. Sie schaut Agrippa fragend an. "Wolltest du eigentlich auch noch einen Brief abgeben?"

    Endlich beginnt sich das Chaos in Einzelkämpfe aufzuteilen. Fast, als hätten sie es so geplant, kämpfen Toxis und ein Gladiator in der Mitte der übrigen Geplänkel und ziehen so automatisch die Blicke der Zuschauer auf sich.


    Auch Lucilla schaut gebannt hinab und beobachtet den Kampf. "Toxiiiiiis!" jubelt sie begeistert.

    Lucilla kann förmlich die Hitze spüren, die in ihm lodert, so dicht steht Crassus auf einmal vor ihr. Sie schließt ihre Augen. Bei den Göttern, wie kann es nur sein, dass er so ungeahnte Gefühle in ihr aufwirbelt. Lucilla braucht keine Sekunde um sich einzugestehen, wie sehr sie Crassus seit ihrem ersten Zusammentreffen in der Casa Decima Mercator vermisst hat. Und dabei waren sie nur so kurze Zeit zusammen gewesen. Und doch, seine ganze Art, sein Lachen, seine Stimme, einfach alles an ihm hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. Und dann in Rom, wo sie ihm so nahe und doch so fern gewesen ist. Wie oft hat sie in den letzen Tagen an ihn gedacht, wie oft bei dem Gedanken an ihn zufrieden in sich hineingelächelt. Ein kleiner Teil ihres Gewissens muss zugestehen, dass sie ihn kaum kennt, und doch bringt Crassus in ihr alles durcheinander und Lucilla hat keine Idee, wie sie dem entgegenwirken soll. Und ob sie es überhaupt tun soll.


    Und doch ist er auf einmal wieder weg. Lucilla öffnet die Augen und blickt sich verwirrt um. Crassus ist ein paar Schritte weiter gegangen und blickt sie fragend an.


    "Was?" Hat sie etwas falsch gemacht? Hätte sie etwas tun müssen? Sie verflucht sich innerlich, dass sie einfach keine Erfahrung in diesen Dingen hat.


    "Ah so, ja, ein wunderschöner Tag."


    Unschlüssig schaut sie sich nach Ambrosius um, doch dieser ist ganz nach ihrer Anweisung damit beschäftigt gegen einen Baum gelehnt zu sitzen und in eine andere Richtung zu schauen. Der beste Sklave der Welt, doch gerade in diesem Augenblick hätte Lucilla nichts dagegen, wenn er zu ihr schauen und ihr irgendwie mitteilen würde, was sie nun tun soll.


    Sie schließt zu Crassus auf und deuted zum Meer hin um sich abzulenken. "Ich liebe das Meer. Dies ist der einzige Nachteil an Rom, man hat das Meer nicht vor der Tür."

    Lucillas Herz tut einen Sprung, als Crassus ihre Hand ergreift. Sie bleibt stehen, und wendet sich ihm zu. In ihrem Bauch kribbelt es wunderbar und sie schaut tief in seine dunklen Augen.


    "Meinst du das wirklich? Was, wenn er feststellt, dass ich gar nicht so bin, wie er es von mir erwartet? Ich bin wahrscheinlich eine ganz schlechte Ehefrau. Ich verdiene mein eigenes Geld, ich hasse Sticken und ich werde andauernd rot, wenn Männer mir Komplimente machen. Das Beste, was mich noch zu einer römischen Dame qualifiziert, ist, dass ich es liebe auf Empfänge und Feste zu gehen."


    Der Anflug eines Schmunzelns erscheint auf ihren Lippen, doch Lucilla kneift sie zusammen und der Schalk ist nur noch in ihren Augen zu erkennen. "Und anscheinend bin ich ja noch nichteimal im normalen Leben auszuhalten, ich meine, irgendeinen Grund muss es doch geben, dass meine ganzen Männer mich verlassen haben und nach Rom und Germania geflüchtet sind."

    Lucilllas Augen werden groß und sie wird über und über rot. Zum Glück ist nur Agrippa im Officium. Sie trinkt einen Schluck von ihrem Wasser-Wein-Gemisch und räuspert sich, als sie sich wieder ein wenig gefasst hat.


    "Das sagen die Gerüchte? Herrje, ich wusste ja gar nicht, dass es schon so weit ist. Allerdings sind sie damit mal wieder weiter, als die Realität. Zwischen mir und dem nicht alleine sein, steht letzten Endes immer noch mein Bruder. Und du kennst ihn ja," sie senkt ihre Stimme etwas, "für ihn wäre der Kaiser noch nicht gut genug für seine Schwester. Ich fürchte, Crassus wird noch eine ganze Menge Überzeugnugsarbeit leisten müssen." Sie seufzt.


    "Aber reden wir lieber wieder von dir, gibt es schon einen Hochzeitstermin? Ich hoffe doch, ich bin eingeladen?" :D

    Lucilla lacht fröhlich. "Wenn ich mal so alt bin, dass ich mich zur Ruhe setze, dann bin ich sicher auch der Städte überdrüssig. Aber ich glaube nicht, dass das all zu schnell geschieht."


    Sie schaut zu Crassus. "Wir haben vor Tarraco einen Landsitz, zwischen Weinbergen und Getreidefeldern. Es ist herrlich ruhig dort, wenn die Sonne scheint ist es zwischen den Bäumen schattig kühl und wenn es regnet und der Wind pfeift, dann kann man Hispania in seiner wilden Schönheit genießen, während man mit einem Becher heißen Gewürzwein in der Casa sitzt. Als Höhepunkt laufen seit kurzer Zeit die besten Hühner Hispanias über den Hof, nämlich meine." Sie grinst. "Es ist wunderschön auf dem Land, aber nach ein paar Tagen dort kann ich nicht mehr ruhig sitzen, wandere rastlos über den Hof und nerve alle Angestellten. Ich glaube, es wird noch eine Weile dauern, bis ich die reif genug für ein Leben fern der Stadt bin."


    Sie mustert Crassus und lächelt sanft: "Natürlich kommt das auch auf meinen zukünftigen Ehemann an." Ihr Lächeln wird wieder zu einem neckischen Grinsen. "Wer weiß, wie er mich stressen wird, vielleicht muss ich mich vor ihm aufs Land flüchten um meine Ruhe zu haben."

    Das Zwinkern von Horatius Callidus bewirkt eine leichte Errötung auf Lucillas Wangen und sie lächelt ein wenig verschämt. Vor ihr Gladiatoren, neben ihr der Lanista und hinter ihr der Kaiser (sim-off: ich nehme mal an, dass er ganz hinten sitzt), viel passieren kann ihr da nicht. So kann sie sich nun ganz auf das Geschehen auf der Bühne und am Hafen konzentrieren.
    Das Auftreten der Piraten erinnert sie ein wenig an die Naumachien in Rom. Geplant oder nicht geplant, es würde auf jeden Fall eine gute Geschiche für die Acta werden.