Beiträge von Decima Lucilla

    Zitat

    Original von Lucius Decimus Martinus


    "Sag, hast du etwas von Magnus, Proximus und Praetorianus gehört? Und wo stecken all die anderen?


    "Ich habe Proximus einen Brief geschickt. Vortex, der Tabellarius, erzählte mir, dass er die Briefe im Castellum der Legio II abgeben musste, von dort aus werden die Nachrichten dann an die Truppen weitertransportiert, weil sich deren Standort immer ändert. Ich habe leider nichts von ihnen allen gehört, ich weiß nichteinmal, ob sie die Nachricht erreicht hat."


    Sie seufzt. Diese Soldatenleben machen alles immer noch komplizierter, als es eh schon ist.


    "Die anderen werden noch auf ihren Cubiculi sein. Ich bin extra früh aufgestanden um euch auch ja nicht zu verpassen. Naja... eigentlich ist es eher so, dass ich sowieso nicht gut schlafe."


    Da tritt Iulian zu ihnen hinzu. Lucilla versucht, ihre Trauer zu verbergen und setzt ein freundliches Lächeln auf.


    "Salve Tertius Iulian. Willkommen in der Casa Decima."

    Zitat

    Original von Quintus Decimus Mercator
    „Wie geht es dir Lucilla?“


    Dies ist die Frage, vor der sich Lucilla am meisten gefürchtet hat. In Mercators Gesicht kann sie die Stimmung ablesen, die sie alle hier irgendwie gefangen hält, von der sich alle wünschen, dass sie nicht da ist, und sie doch nicht ignorieren können.


    Sie zuckt mit den Schultern und antwortet ihm ebenso leise. "Wie es muss. Es geht weiter, irgendwie. Momentan bin ich einfach nur froh, dass ihr alle endlich da seid. Es war so... unwirklich... hier im Haus, die letzten Tage."

    Und weiter geht es in der Begrüßungsschlage. Bitte hinten anstellen und nur je einmal zum Umarmen vorbeikommen :D


    Lucilla umarmt Martinus und schmunzelt ein wenig bei seiner Bemerkung.


    "Salve Lieblingscousin. Wie war die Reise?"

    Lucilla zieht es das Herz zusammen. Meridius Frage klingt, als würde Proximus in seinem Cubiculum auf sie warten um ebenfalls alle zu umarmen.


    Sie nickt traurig. "Ja."

    Lucilla erwiedert die Umarmung und hält ihren Bruder einen Augenblick lang fest. Auch wenn die Zeiten vorbei sind, in denen sie glaubte, mit seinem Auftreten ist die Welt wieder in Ordnung, so beruhigt es sie doch ungemein, dass er jetzt wieder da ist und die Verantwortung übernimmt.


    "Ich bin so froh, dass ihr endlich da seid."


    Sie schaut Meridius an und grinst. "Und du brauchst gar nicht zu denken, ich hätte es vergessen, nur weil das Haus noch steht."


    Ein leises Seufzen entkommt ihr. "Auch sonst ist bereits alles vorbereitet."

    Früh am Morgen betritt Lucilla nach einem kurzen Frühstück das Atrium. Sie hat keine Ahnung, wann die Familie eintreffen wird, doch sie kann es kaum erwarten, alle wieder zu sehen. Sie schaut sich um und stellt zum x-ten mal fest, dass alles in Ordnung ist. Die Cubicula der Familienmitglieder waren durchgeputzt und gelüftet worden. Es ist genug zu Essen im Haus, sowohl für die Decima, als auch für unzählige weitere Gäste. Gallus und Verus stehen abrufbereit um Gepäck zu transportieren, Calliope um Bäder einzulassen, falls jemand Wert darauf legt, Nyla hat in der Küche alles vorbereitet.


    Rastlos wandert Lucilla ein wenig im Atrium herum. Jetzt fehlt nur noch die Familie. :D

    "Das...." 'steht alles hier unter Regelungen und auf der Preisliste' will Lucilla sagen und auf die beiden Aushänge weisen, doch dann würde Spartacus nur in ihrem Officium stehen und lesen und sich dann wieder auf den Weg machen.


    "... kann ich dir gerne erklären. Setzt dich doch, das könnte vielleicht etwas dauern."


    Sie schaut sich um. Der verdünnte Wein fehlt noch in diesem Officium! Ausgerechnet jetzt. Sie seufzt und blickt dann wieder lächelnd zu Spartakus, der mittlerweile sitzt. Bei den Göttern, wie oft kommt das vor, dass man eine Berühmtheit in seinem Officium sitzen hat. Lucilla spürt die Röte in ihr Gesicht steigen, noch ohne dass überhaupt irgendetwas geschehen ist. Ob er wohl noch an ihren Kuss denkt?


    Schnell räuspert sie sich. "Also, das ist so. Du gibts den Brief an deinen Cousin hier bei mir ab." Ob dieser Cousin wohl auch so gut aussieht? "Ganz wichtig ist, dass der genaue Empfänger draufsteht, also neben Name auch Wohnort. Wir können schließlich nicht durch ganz Italia laufen und jeden nach dem Cousin von Spartacus fragen, nicht wahr?"


    Sie lacht um über ihre Unsicherheit hinwegzutäuschen.

    "Oh." Augenblicklich vergisst Lucilla, warum sie überhaupt in diesem Officium sitzt. "Spartak...cus." Ein Lächeln legt sich über ihre Züge, während sie angestrengt nachdenkt, was als nächste zu sagen ist.


    "Salve!" Ob er wegen ihr gekommen ist? Nein, sicher nicht. Da ist doch noch etwas anderes.


    "Möchtest du..." Tausend Dinge würden ihr einfallen, die er vielleicht möchten könnte. Dinge, die mit ihr zusammenhängen. Und doch kann sie nichts davon aussprechen. "...einen Brief versenden?"


    Glücklich diejenige, welcher dieser Brief gelten würde. Wie Spartacus wohl schreibt? Geschwungen, mit ruhiger Hand, oder eher zackig, schnell.

    Lucilla räumt gerade die letzten Papiere, Quittungsvorlagen um genau zu sein, in den Schrank hinter ihr, als es an der Tür klopft. Man findet sie also doch noch, auch nachdem sie umgezogen ist. :D


    Sie setzt sich hinter ihren neuen, großen Schreibtisch und blickt darüber. Alles soweit aufgeräumt. Dann schaut sie zur Tür.


    "Ja, herrein."

    Lucilla schließt die Tür des neuen Officiums und stellt die Geldkasse auf ihrem neuen Schreibtisch ab. Das Officium des Praefectus Vehiculorum ist nun in die Regia umgezogen. Lucilla hat keine Ahnung, weshalb es bisher überhaupt in der Curia Tarraconiensis gewesen ist, immerhin ist der Cursus Publicus für die gesamte Provinz Hispania zuständig. Ihr kann der Umzug nur Recht sein, da die Officien in der Regia allgemein etwas größer sind, als die in der Curie. :D


    Sie öffnet den Schrank hinter ihrem Schreibtisch, stellt die Geldkasse dort hinein und schließt wieder ab. Nachdem sie die Regelungen des Cursus Publicus und die Preisübersicht aufgehängt hat, beginng sie damit, eine Kiste mit verschiedenen Schriftstücken auszuräumen.

    Lucilla tritt an den Altar heran, kniet sich nieder und legt die Schlüssel auf dem Boden ab. Dann entzündet sie mit der aus der Kücher mitgebrachten Öllampe ein kleines Feuer in der dafür bereitstehenden Feuerschale. Etwas ungeduldig schaut sie den Flammen dabei zu, wie sie langsam größer werden, betrachtet den Rauch, der langsam aufsteigt und sich in der Luft auflöst. Erinnerungen finden den Weg in ihre Gedanken, schemenhafte Erinnerungen daran, wie ihre Mutter die Schlüssel dem Feuer übergibt.


    Als sich die Flammen in der Schale ausgebreitet haben, nimmt Lucilla die Schlüssel auf, hält einen moment lang feierlich inne und legt sie dann vorsichtig in das Feuer.


    "Portunes, ich bitte dich, dieses Opfer anzunehmen und die Schwellen dieses Hauses zu segnen, auf dass das Glück seinen Weg hinein finde."


    In Gedanken an die Götter, die Schwellen, Türen, Schlüssel und das Glück versunken, sittz Lucilla noch eine Weile vor dem Altar, bis das Feuer fast heruntergebrannt ist.

    Mit dem Brief von Meridius in der Hand betritt Lucilla den Raum. Sie blickt auf den aufgebahrten Körper ihres Onkels, doch er erscheint ihr so unwirklich, so irreal. Wie ein Wandgemälde oder Mosaik, das man unbeteiligt betrachtet, aber nicht wie ein Mensch, in dem noch bis vor einiger Zeit das Leben innewohnte.


    Und doch, irgendwie passt das Bild in die Casa, die seit einiger Zeit so leer ist. Die Sklaven huschen auf leisen Sohlen wie Geister durch die Gänge, weil jeder Laut so auffällig zwischen den Mauern hängen bleibt. Selten genug, dass Lucilla am Abend nach der Arbeit einen der wenigen noch anwesenden Verwandten oder Iulia im Triclinium trifft.


    Sie tritt an die Bahre heran und eine Träne rollt über Lucillas Wange. "Es ist traurig, aber so bringst du sie immerhin alle nach Hause, Onkel Proximus."


    Mit einem traurigen Lächeln verlässt sie den Raum. Hier ist für sie nichts mehr zu tun. Für den nächsten Tag, den Trauerzug, die Zeremonie, ist alles vorbereitet. Nun würde sie sich der Zukunft widmen, die Schlüssel des Hauses einsammeln und die Portunalien feiern, so dass bald wieder das Glück in die Casa Decima Einzug halten würde.

    Müde betritt Lucilla das Balneum und freut sich auf ein ausgiebiges Bad. Sie zieht den Duft nach Lavendel in ihre Nase und lächelt. In der Mitte des Raumes löst sie den Gürtel, der ihre Tunika in der Tallie rafft, und lässt ihn achtlos zu Boden fallen. Dann öffnet sie die Spangen, welche das Gewand an ihren Schultern zusammenhalten und lasst die Tunika über ihre Hüfte hinab zu ihren Füßen rutschen, wo sie ebenso unbeachtet liegen bleibt als Lucilla einen Schritt zur Seite geht. Nachdem sie schließlich auch das Strophium gelöst hat, auch dieses landet auf dem Boden, geht sie zu der Wanne und fährt mit einer Hand durch das warme Wasser.


    Als sie in die Wanne steigt und das Wasser schließlich ihren gesamten Körper umgibt, fallen alle Sorgen von Lucilla ab. Ihre Gedanken schweifen in den Stadtpark und sie ertappt sich dabei, wie sie mit der Zunge über ihre Lippen fährt. Ob er tatsächlich ein ernsthaftes Gefühl für sie gehabt hatte? Oder war sie nur ein Name auf einer lange Liste von begeisterten Zuschauerinnen? Sie taucht in der Wanne ab, so dass auch ihre Haare richtig nass werden können. Im Grunde ist es egal, was er wollte. Tatsache ist, sie hat bekommen, wofür alle Frauen des Imperiums sie beneiden würden. Und dieser geheime Augenblick, dieser Kuss, würde für immer ihr gehören. Mit einem Lächeln auf den Lippen taucht sie wieder auf und beginnt ihre Haare zu waschen.


    Etwas später verlässt Lucilla das Balneum. Ambrosius hatte Recht behalten, dieses Bad hatte ihr wahrlich gut getan. :D

    Lucilla steht auf und stellt das fast leere Glas auf einem Tisch ab.


    "Danke. In circa einer Stunde kannst du meine Spuren dann wieder beseitigen." Eine Stunde für ein Bad ist natürlich übertrieben, doch bis dahin wäre sie auf jeden Fall fertig.


    "Danach kannst du dich zurückziehen. Ich denke nicht, dass ich dich heute noch brauche."

    Lächelnd hebt Lucilla ihren Kopf und schaut ihn an. "Ja, ich glaube, das würde mir gut tun. Weißt du schon, wo das Bad ist? Wenn nicht, lass es dir zeigen."


    Ob sie ihm noch sagen sollte, was ins Wasser soll und was sie überhaupt nicht ausstehen kann? Aber er hatte bisher einen guten Geschmack bewiesen, da würde er das auch noch schaffen.

    Lucilla tritt ein. "Salve Maior. Gut, dass du da bist, ich dachte schon, die ganze Curia ist leer." lächelt sie.


    "Ich komme wegen der Einweihung der Bibliothek. Es soll nun endlich am PRIDIE KAL SEP DCCCLV A.U.C. (31.8.2005/102 n.Chr.) soweit sein und ich müsste mit dir noch den finanziellen Rahmen des Festes besprechen."

    Lucilla nimmt lächelnd das Glas entgegen und nippt daran. "Mmmh, ja."


    Sie blickt zu Ambrosius. "Du hast vielleicht mitbekommen, dass mein Onkel verstorben ist. Die Bestattung ist in wenigen Tagen und fast die gesamte Familie wird daher aus Rom kommen. Mit den zusätzlichen Gästen wird es etwas voller im Haus werden. Ich möchte, dass du dich dann ein wenig zurückhälst. Steh nicht im Weg herum und mach dich möglichst unsichtbar. Die anderen Sklaven werden sich um alles kümmern, sie kennen sich hier aus."


    Sie nippt nochmals an dem Mulsum und schaut dann wieder zu dem Sklaven. "Außerdem werde ich dich meinem Bruder zeigen und ich will, dass du einen guten Eindruck bei ihm hinterlässt. Du bist der erste Sklave, den ich alleine ausgesucht und gekauft habe, daher solltest du dich anstrengen gut dazustehen. Meridius weiß, dass ich Wert auf qualitativ hochwertige Ware lege und einen Fehlkauf würde er mir ewig unter die Nase halten. Du musst ein wenig auf der Hut sein, mein Bruder lässt sich nicht so einfach umschmeicheln wie ich, aber ich bin sicher, du schaffst das schon. Es wird sich für dich lohnen."


    Lucilla zwinkert ihm zu und widmet sich dem Getränk in ihrer Hand.