Beiträge von Decima Lucilla

    Lucilla kommt eilig am Palast an. Nicht, dass sie darauf drängt die Hallen der Aula Regia zu betreten, doch was bleibt ihr schon übrig, als pünktlich zu sein. Bei der Palastwache ist gerade auch Sophus angekommen.


    "Salve Annaeus Sophus, salve Miles. Ich komme ebenfalls zur Audienz der Mitarbeiter der Acta Diurna. Ich bin Decima Lucilla, Auctrix P.P.A."



    /edit: Aus lauter Eile die Rechtschreibung zuhause vergessen...

    Lucilla schnieft und drückt sich an Avarus. In Gedanken denkt sie an ihre Nacht mit Hungi und dass so etwas nun nie wieder möglich wäre. Doch sie gönnt Livia ihren Ehemann von ganzem Herzen, und auch Hungi gönnt sie dieses Glück, denn sie sind wirklich ein wunderschönes Paar.


    Verstohlen wischt sie sich eine kleine Träne aus dem Augenwinkel, solche bewegenden Momente lassen sie nie ungerührt, und stimmt in die Glückwünsche für das Brautpaar mit ein.


    "Feliciter!"

    Zitat

    Original von Gaius Caecilius Crassus
    ....


    Als wüsste Lucilla nicht all das, was Crassus über die Nota Censoria und die Wahrheit in Rom erzählt. Einen Moment lang hat es den Anschein, als würde sie gerade deswegen in ihre Decima-Trotzhaltung verfallen und sich mit sturen Kommentaren rechtfertigen. Doch Crassus ist nicht ihr Bruder und nach allem, was geschehen ist, hat er die Wahrheit verdient, denn wenn es einen Menschen gibt, vor dem Lucilla sich nicht glaubt rechtfertigen zu müssen, dann ist es Crassus. Er sollte wissen, was sie für Avarus aufgegeben hat.


    "Ich weiß." sagt sie darum nur einfach. "Aber es ändert nichts. Du kannst es vielleicht nicht verstehen, doch all das hier, meine Arbeit, eine Casa in Rom, Rom, all das verliert seinen Wert im Vergleich zu ihm. Das ist meine Wahrheit, Crassus, und ich werde Rom nicht hinterherlaufen, dazu bin ich zu stolz. Vielleicht ist es so, wie mein Bruder immer sagt, vielleicht werde ich mir eines Tages meinen sturen Kopf an einer Wand einrennen. Aber dann war es immerhin mein eigener Kopf, und nicht der eines anderen."


    Sie seufzt. Was hat sie geglaubt, wie Crassus seine Zurückweisung aufnehmen würde? Als sie seine Case verließ, war sie wütend auf ihn gewesen, weil er ohne ein Gegenwort ihre Worte einfach akzeptiert hatte. Sie hatte glauben wollen, dass es ihm tatsächlich nichts ausmacht und dass es daher um so mehr die richtige Entscheidung gewesen ist.
    Bedrückt blickt sie auf den Tisch vor sich, versucht sich an der Musterung des Holzes festzuhalten. "Es tut mir leid, Crassus." Natürlich würde ihm das nicht helfen, doch was würde das schon? Einen Moment lang überlegt sie, ob ihre Entscheidung am heutigen Tag, nach all den Geschehnissen, mit dem heutigen Wissen anders ausfallen würde. Doch es braucht keine Sekunden, um zu wissen, dass dem nicht so wäre.

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    Original von Medicus Germanicus Avarus
    Er nickt den beiden Livia und Hungaricus nochmal zu und drängt sich mit Lucilla durch die Menge. Durch seine germanische Abstammung schaffen sie es ihre Gläser wieder zu finden und Avarus reicht Lucilla das ihre in die Hand. Er selbst hebt auch seins auf und blickt intressiert in Richtung jener Pforte wo man den Kaiser erwartete.


    Dieses mal ist es Lucilla, welche sich bereitwillig durch die Menge führen lässt. Sie nimmt ihr Glas entgegen, trinkt mehr als für sie gut ist in einem Schluck und wartet dann, wie alle anderen auf das Erscheinen des Kaisers.
    Erst, als der Imperator den Raum betreten und sich dem Brautpaar zugewandt hat, wagt es Lucilla Avarus ein leises "Danke." zuzuflüstern. Mit einem unguten Gefühl im Magen denkt sie an die nicht mehr allzu ferne Audienz der Acta Diurna und mit einem noch schlechteren Gefühl an die vergangene mit Aemilia. Aemilia hat es schon gut, so weit weg in Britannia.


    Sich noch immer an dem Glas festhaltend blickt sich Lucilla abwartend um. Das Erscheinen des Kaisers hat jede Konversation unmöglich gemacht.

    Lucilla blickt nochmal über die Aushänge. Da sie vom Comes der Region ausgehen, sollte das kein Problem sein.


    "Die Wertkarte der Curia Italica? Kein Problem, dann streiche ich 30 Sesterzen davon ab." Sie lächelt der Scriba freundlich zu. "Kann ich sonst noch etwas für dich tun?"

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    Original von Marcus Vinicius Hungaricus
    Lässt sich alles regeln, Avarus. Oh...


    Da hörte Hungi von der Ankunft des Imperators... und er lächelte wegen seines Sklaven, der wahrlich nicht zum Nomenclator berufen wurde.


    Lucilla schließt sich Hungis. "Oh..." an und ihre Augen werden groß. Die Luft scheint dicker zu werden, oder vielleicht auch dünner, zumindest fällt Lucilla das Atmen schwerer. Unmerklich beginnt sie Stückweise zurückzuweichen. Vielleicht schaffen sie es noch rechtzeitig aus dem Radius des Brautpaares, bevor der Kaiser kommt.

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    Original von Medicus Germanicus Avarus
    Er wollte nicht zuviel Lob verteilen, doch konnte sich jede Curie glücklich schätzen eine derart fleißige Mitarbeiterin zu haben...


    Ein Seufzen kam ihm über die Lippen, liefen doch unbeschwertere Jahre der Vergangenheit in seinem Gedächtnis ab.


    "Aha." quittiert Lucilla die Schwärmereien ihres Verlobten eloquent und nimmt die Hochgelobte genauer in Augenschein. Ziemlich blass, fällt ihr als erstes auf. Eine Germanin eben. Mit einem Mal wird ihr bewusst, dass sie keine Ahnung hat, wie Avarus erste Frau eigentlich aussah. Sie weiß nur, dass sie auch eine Germanin war. Während Avarus zufrieden seinen Gedanken nachzuhängen scheint, fehlen Lucilla kurze Zeit die Worte.


    "Ah, siehst du, nun ist die Schlange doch gar nicht mehr so lang. Lass uns endlich gratulieren gehen, bevor wir noch alles verpassen." Ohne Widerrede zu dulden nimmt Lucilla Avarus das Glas aus der Hand, stellt es samt ihrem ab, nimmt ihn bei der Hand und schleift ihn quer durch den Raum zu Hungi und Livia, um welche sich gerade ein Freiraum gebildet hat.


    "So," beginnt Lucilla erneut sehr eloqent zu Hungi und Livia gewandt. "Man kommt ja fast nicht an euch heran." Sie strahlt die beiden förmlich an, Hochzeiten sind einfach immer etwas wunderbares. "Meine Glückwünsche euch beiden. Ihr seid so ein wunderbares Paar und ich freue mich wirklich sehr für euch! Die Götter mögen eure Verbindung segnen auf dass sie lange anhält!"

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    Original von Medicus Germanicus Avarus
    "Ich kenne Livia nur flüchtig, doch sowohl im Senat als auch auf anderen Parketten habe ich sie als fleißige Person kennen lernen dürfen. Ich bin mir sicher, daß die Geldbörse des Praefecten in den nächsten Monaten einer harten Probe ausgesetzt werden wird. Doch all das was aus Liebe geschieht, kann nur gut für ihre Kinder sein..."


    Avarus grinste. :D


    Lucilla grinst ebenfalls und trinkt einen Schluck von dem verdünnten Wein. Der Saal hat sich mitterweile merklich gefüllt und glücklicherweise sind nun auch mehr Gäste eingetroffen, die keine Senatoren sind.


    "Schau, sogar Commodus ist aus Germania angereist. Ich meine, Senator Commodus." Sie schmunzelt. Als sie ihn kennengelernt hat, da war er noch Duumvir von Tarraco und nun ist er ein ehrwürdiger Senator. Wie doch die Zeit vergeht. "Ob tatsächlich alle Senatoren eingeladen sind?"

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    Original von Medicus Germanicus Avarus
    "Durchaus mein Schatz. Ich sehe schon die Handwerker händereibend vor ihren Werkstätten stehen. Doch solche Hochzeiten haben eben nicht selten einen wirtschaftlichen Schub für ganze Regionen."


    "Vielleicht braucht er ja noch einen fähigen Architekten." grinst Lucilla. "In so einem Jungesellenhaushalt gibt es sicher viel zu tun. Ich errinere mich noch von einem Besuch her, damals hatte die Gens Decima noch keine Casa in Roma und ich war Gast in der Casa Vinicia, also das Bad kann den Ansprüchen einer Frau überhaupt nicht gerecht werden. Aber ich bin sicher, mit Livias Einzug wird sich das recht bald ändern. Sie ist eine Frau voller Tatkraft und Energie."


    Lucilla hält einen vorbeieilenden Sklaven auf und nimmt zwei Gläser mit verdünntem Wein vom Tablett, von welchen sie eines weiter an Avarus reicht.

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    Original von Medicus Germanicus Avarus
    "Lass uns etwas die Villa erkunden, ich fürchte schon um den Praefecten. Die Meute droht ihn und seine Zukünftige zu erdrücken..." 8)


    "Herrje." seufzt Lucilla wegen des plötzlichen Gedränges und bringt Avarus und sich ein wenig außer Reichweite des Ansturms. "Aber nicht so weit weg, nicht, dass wir die Zeremonie verpassen."


    Sie lässt ihren Blick durch den Raum und über die Gäste schweifen und entdeckt Crassus. Fast ein wenig wehmütig erinnert sie sich daran, dass sie ihm auf der letzten Hochzeit näher gekommen ist, doch im gleichen Augenblick denkt sie an das Gespräch in ihrem Officium und schon wird die Wehmut durch Ärger überdeckt.


    Sie wendet sich Avarus zu, ein Schmunzeln legt sich auf ihr Gesicht und ihre Stimme senkt sich etwas. "Wenn man sich die Villa so anschaut, dann wird Hungi ganz schön ausbauen müssen um seiner Gemahlin etwas zu bieten."

    Gemeinsam mit Avarus betritt Lucilla die Villa und blickt sich neugierig um. Es fällt ihr auf, dass sie seltsamerweise schon oft in Hungis Casa gewesen ist, in der Villa Tiberia jedoch nie. Obwohl sie Tiberia Livia einigermaßen gut von der Arbeit an der Acta Diurna kennt, passt diese doch irgendwie in das Bild der unnahbaren Patrizierin. So ein weltofferner Mann wie Hungi wird ihr sicher gut tun. (;))


    Lucilla bemerkt, dass vorwiegend Purpurgesäumte unterwegs sind. Sie bleibt unsicher stehen und vergewissert sich mit einem Blick zur Seite, dass ihr purpurgesäumter Verlobter noch neben ihr ist, wodurch sie hoffentlich nicht so ganz aus dem Rahmen fällt.

    Lucilla nickt, während sie in die Sänfte steigt, was beides zugleich gar nicht so einfach ist. Da die Bewegung möglicherweise untergegangen ist, bestätigt sie es, als sie endlich sitzt, nochmals mit einem: "Natürlich, eine Hochzeit beginng immer im Heim der Braut." Sie rückt die Kissen etwas zurecht, sorgsam darauf bedacht, dass ihr Kleid nicht knittert.


    Nachdem auch Avarus in seiner Sänfte verschwunden ist, setzen sich die Träger in Bewegung.

    Natürlich ist Lucilla fertig. Fast zumindest. Nachdem es doch länger als gedacht gedauert hat, die passenden Sandalen zum Kleid auszuwählen, kann sie sich nun nicht für eine Palla entscheiden. Und Ambrosius ist auch keine große Hilfe. Zum Glück hat Lucilla ihm erst recht spät erzählt, dass er mit zur Hochzeit darf, denn seitdem ist er aufgeregter, als wahrscheinlich das Brautpaar selbst.
    "Du meinst wirklich, dass mich die dunkle Palla nicht zu blass macht? Mhm, na gut, gehen wir, bevor Avarus Lakai noch die Tür einschlägt." :D


    Kurz darauf öffnet Ambrosius die Tür und Lucilla schreitet hindurch. Sie bleibt mit leuchtenden Augen vor Avarus stehen, er hat sich sichtlich in Schale geworfen. "Salve Medicus." Sie haucht ihm einen Kuss auf die Wange und zwinkert ihm zu. "Du hast anscheinend einen neuen Sklaven für die Rasur gefunden."

    Lucilla streicht die Sesterzen ein und hält sie lachend in der Hand. "Für die Beschwerdenannahme brauchst du nicht einmal so weit zu gehen, dafür ist der Scriba am Eingang der Curia zuständig. Für alles andere stehe ich gerne zur Verfügung. "


    Nachdem der Aedil das Officium verlassen hat, legt Lucilla die Sesterzen in die Kasse und bittet den nächsten Kunden herein.

    Lucilla lächelt erfreut. Zufriedene Kunden sind der beste Lohn für alle Mühen. "Ich kann mit Stolz behaupten, das unsere Verlustquote unter einem Prozent liegt. Und wenn etwas verloren geht, dann geschieht das für gewöhnlich durch Gewalten, welche wir nicht beeinflussen können, beispielweise wenn ein Schiff untergeht. Aber das kommt zum Glück selten vor."

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    Original von Spurius Purgitius Macer
    Macer dachte einen Moment nach, dann wurde es ihm fast ein wenig peinlich, dass ihn sein Personengedächtnis mal wieder im Stich gelassen hatte. "Wenn du die Schwester von Meridius bist, dann ist das erstens sehr gut möglich und mir zweitens etwas unangenehm, dich nicht sofort erkannt zu haben."


    "Ja, die bin ich. Die Schwester von Meridius." Ein kleines Seufzen entkommt Lucilla, dann winkt sie ab. "Aber das muss dir wirklich nicht unangenehm sein. Mir ist es auch erst in den Sinn gekommen, als du deinen Namen nanntest." Sie lächelt etwas verlegen.


    Zitat

    "Das klingt unglaublich logisch", stellte er schmunzelnd fest. "Dann bin ich ja beruhigt, dass man sich hier so präzise Gedanken macht."


    Er holte seinen Geldbeutel unter der Tunika hervor und legte die beiden Briefe schon mal auf den Tisch.


    Sie nimmt die Briefe entgegen, schaut kurz über die Empfänger und legt sie auf den Ausgangsstapel nach Germania. Schließlich blickt sie schmunzelnd auf. "Nun, wir machen uns mehr Gedanken über diese Dinge, als man meinen könnte. Die Logistik im Cursus Publicus ist eine komplexe Sache. Und schließlich soll kein Bürger im Imperium durch abweichende Versandgebühren benachteiligt werden."

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    Original von Spurius Purgitius Macer
    "Purgitius Macer, kürzlich gewählter Aedilis Plebis", stellte sich Macer der Form halber auch einmal vor. Vermutlich würde er noch häufiger herkommen, da wollte er natürlich nicht unhöflich sein. Auf eine Bemerkung zur Gens Decima verzichtete er erstmal, für nette Gespräche war sicher später einmal Zeit.


    "Ahja, die Gebühren sind also die selben wie in Germania. Und ich hatte schon befürchtet, die Alpen seien von dieser Seite her steiler und die Überquerung daher teuer", scherzte er kurz.


    "Normalbriefe reichen, zwei Stück habe ich davon."


    Lucilla kratzt sich am Kopf und kramt in ihrem Gedächtnis. Dann auf einmal legt sich ein kleines Schalterchen um und sie lächelt noch etwas breiter. "Purgitius Macer, natürlich. Wir haben uns schon einmal auf irgendeinem Fest der Decima unterhalten, vielleicht einer von Meridius Wahlempfängen oder die Hochzeit von Livianus?"


    Lucilla erinnert sich auf einmal daran, dass Meridius ihr den Senator eine Weile lang schmackhaft machen wollte. Verstohlen mustert sie ihn, besinnt sich dann jedoch seines Anliegens. "Nein, ähm, du bezahlst sozusagen die Gesamtstrecke. Also nach Germania hin und zurück, damit ist die Überquerung der Alpen von beiden Seiten mit einberechnet und somit müssen alle die gleichen Gebühren bezahlen."


    Ein wenig bringt sie das nun doch aus dem Konzept. "Zwei Normalbriefe, das sind dann zehn Sesterzen." Puh.