"Natürlich!" nickte ich und winkte Phaeneas herbei, um sie in ihr Schlafgemach zu geleiten.
"Ich hoffe, du wirst einen guten Schlaf finden!"
"Natürlich!" nickte ich und winkte Phaeneas herbei, um sie in ihr Schlafgemach zu geleiten.
"Ich hoffe, du wirst einen guten Schlaf finden!"
"Avarus mein Freund, so schnell sieht man sich wieder..... übrigens sollten wir etwas später ein paar Worte wechseln..." ein vielsagender Blick, aber keine weiteren Andeutungen.
Und dann erschien der Praefct, welchen ich hier so gar nicht erwartete, doch ich erwiderte natürlich seinen GRuß, warf aber dann Avarus einen fragenden Blick zu...
Dann wandte ich mich an die Gastgeberin
"Werte Germanica, es würde mich sehr erfreuen und sicher eine Ehre für Petronilla, wenn du sie ein wenig mit den Damen der Gesellschaft bekannt machen würdest. Wie schon erwähnt, ist sie erst vor Kurzem nach Rom zurückgekehrt und muss sich erst wieder einleben!"
ZitatOriginal von Germanica Calvena
...
Dies war also nun die Gastgeberin.... auch eine überaus attraktive Frau..... es schien, als würde ich in den letzten Tagen ohnhin vielmehr die Schönheit des anderen Geschlechtes wiederentdecken.
Früher war dies für mich selbstverständlich, doch in den letzten Jahren hatte ich wohl vergessen, dass ich eben auch nur ein Mann war.
Doch seit ich wieder in Rom war spürte ich all diese Gefühle wieder in mir aufkeimen, die ich als draufgängerischer Jüngling verspürte.
(Viele Jahrhunderte später würde man dies Midlife-crisis nennen)
"Salve, Germanica, es ist mir eine Ehre und eine Freude, deiner Einladung nachkommen zu können. Wie ich sehe, hast du keine Mühen gescheut, fast ganz Rom hierher einzuladen...."
Noch bevor ich meine Schwägerin vorstellen konnte, kam auch schon die Frage nach ihr. So nahm ich ihre Hand und zog sie sanft etwas nach Vorne
"Vinica Petronilla, die Frau meines verstrobenen Bruders. Sie hat endlich wieder zur Familie zurückgefunden und möchte jetzt hier in Rom bleiben.
Meine Gemahlin lässt sich entschuldigen, doch die Kinder nehmen sie doch mehr in Anspruch, als erwartet!"
Dass die Situation so verfahren war, hatte ich nicht erwartet.... natürlich konnte man den Patrizier verstehen, doch nicht einmal den Versuch zu wagen... damit hatte ich nicht gerechnet....
"Dir ist aber schon bewusst, dass ein gespaltner Senat ein verwundbarer ist...... Avarus mag vielleicht nicht immer das Sagen, was dir beliebt, doch er schart ebenso seine Gefolgsleute um sich, wie andere und auch er hat eine große Stimme, die man vorteilhafter Weise hinter sich weiss......"
eine kurze Pause folgte
"..... natürlich wirst du deinen Weg auch ohne ihn machen, da bin ich mir sicher und meiner Unterstützung kannst du dir dabei gewiss sein, ungeachtet dessen, was dieses Gespräch bringen wird.
Doch eine Wahl ist nicht vergleichbar mit dem, was uns vielleicht in Zukunft bevor steht....."
Etwas hilfesuchend sah ich kurz zu Quarto
".... dennoch, auch wenn ich der Meinung bin, dass ihr eure Differenzen beilegen solltet, ändert das nichts an der Tatsache, dass wir uns brauchen..... wir alle..... denn alleine sind wir schwach...
Ich weiss nur zu gut, dass wir nicht alle einigen können werden, doch wir, wie wir hier sitzen, sollten uns nicht von solchen Reibereien beeinflussen lassen.!"
"Nun, ich verstehe deinen Zorn und deine Einstellung dazu, doch du musst zugeben, dass Avarus einer jener Männer ist, die sich kein Blatt vor den Mund nehmen...... und Angesichts dieser Tatsache ein wichtige Figur für uns sein wird.
Ich erwarte auch nicht, dass ihr die besten Freunde werdet, doch vielleicht könnte man die Differenzen, die ihr habt, bei einem Gespräch erläutern und vielleicht aus der Welt schaffen?!"
Etwas verspätet erreichte ich, zusammen mit meiner Begleiterin, Petronilla, das Fest.
Einerseits war es sehr unhöflich, sich so zu verspäten, andererseits garantierte uns das einen einzigartigen Auftritt.
Wir wurden also ins Atrium gebracht und dort angekommen, hielt ich Ausschau nach der Gastgeberin.....
Ich lächelte...
"Nein, das meinte ich nicht..... du bist Gast in diesem Haus..... NEIN, ein Mitglied der Familie und als solches geniesst du natürlich alle Annehmlichkeiten dieses Hauses!"
Womit für Essen und Trinken und diverse andere Kleinigkeiten gesorgt war.
Doch Frauen wollten mehr als das und dafür würde sie selbst sorgen müssen. Auf die Eine oder Andere Weise......
".... wenn du aber sonst etwas brauchst....."
Mit einem Lächlen und einem leichten Nicken untermalte ich diese Worte
"..... dann wende dich an mich!"
Ein kleines Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen..... da kam der Politiker in ihm durch, der versuchte, Verhandlungen zu führen.
Doch hier ging es gar nicht um Verhandlungen, hier ging es um die Zukunft Roms.....
"Tiberius, ich weiss, du bist misstrauisch..... doch was sollen wir noch tun, als offen mit dir zu sprechen..... uns geht es hier nicht um irgendwelche Intrigen oder Posten.... uns geht es um Rom.
Du weisst sicher worauf ich anspiele..... du weisst, welche Senatoren, welchen bestimmten ich meine. Germanicus ist sicher ein Mensch, der polarisiert, doch genau diese Eigenschaft macht ihn zu dem, was er ist. Und in Zeiten wie diesen, brauchen wir solche Menschen.
Doch genauso, wie wir ihn brauchen, brauchen wir diese, die ihm nicht unbedingt wohlgesonnen sind, diese und jene, die auf diese Senatoren hören. Genau so würden wir die Front bilden, die wir brauchen.
Und genaus diese Differenzen sollten beigelegt werden. Zumindest zum Wohle Roms!"
"Nun, ich denke, niemand, kein Senator, wird sich allein gegen ihn stellen, doch vereint würden es sicher mehrere.....
Und du weisst, wie es ist, Senator Durus, wenn Wasser erst in Bewegung gebracht wird, wird die Welle immer größer....."
Kurz pausierte ich....
"Und um deine Frage zu beantworten, Ja, ich habe schon Gespräche geführt und bin immer auf offene Ohren gestossen."
Und jetzt kam der Wichtigste Punkt
"Doch, um wirklich den Senat als starken Gegenpol zum Praefectus Urbi und Sicherheitsaspekt zu etablieren bedarf es einer Einigung und du weisst wo die schlimmste Kluft herrscht..... nämlich zwischen Patrizieren und Plebeiiern.... doch diese Kluft darf es im Senat nicht geben. Als Senatoren sollte wir uns als eine Kraft sehen. Eine Kraft, die für Rom und gegen all seine Feinde steht."
ZitatOriginal von Lucius Aelius Quarto
....
Kurz angebunden gab er seine Stellungnahme ab:
“Ich sehe keinen Grund, den neu gewählten Magistraten zu verwehren, was sie als Aufgabe erbeten haben.“
Mehr sagte er nicht.
Auch ich war eher kurz angebunden, doch aussagekräftig und laut...
"Ich schliesse mich Senator Quarto an!"
"Das sind wir!" bestätigte ich "Und genau aus diesem Grund muss der Senat zusammenhalten..... seine Vertrauten an den wichtigen und entscheidenden Posten haben, wenn es wirklich soweit ist. In Rom, im Senat, am Kaiserhof, aber auch an der Spitze der Legionen, vielleicht sogar der Prätorianer...... dazu bedarf es aber auch, dass viele unter uns ihre Differenten beilegen...."
Ich sah zu Durus ".... meinst du, wir könnten es zusammen schaffen, für das Volk diese Hürde zu nehmen?"
Jetzt war es an der Zeit deutlicher zu werden "Nunja, Tiberius Durus, ich würde dich gerne weiter aufklären und dieses Gespräch vertiefen........ich will ganz offen sprechen..... dies setzt aber voraus, dass auch du uns ein wenig über deine Gedanken aufklärst. Wir können dir starke Verbündete sein, doch muss ich wissen, wo du stehst."
Es war nun wirklich an der Zeit für ihn, damit herauszurücken, wie er zum Praefectus Urbi und zu Rom stand, ehe wir weiterreden könnten.
Ich lauschte den Worten, beide waren etwas vorsichtig ihn ihren Aussagen, wobei Quarto, für mich als Wissenden, eigentlich schon genau sagte, was er dachte.
"Wir werden es nicht überprüfen können, was Vescularius dem Kaiser berichtet, oder nicht. Und der Kaiser scheint ihm wirklich fast blind zu vertrauen."
Ich war mir nicht sicher, ob Durus unsere Worte als das sahen, was sie waren, nämlich die Wahrheit über unsere Gedanken. Deshalb versuchte, mit der Wahrheit über mein Vorhaben sein Vertrauen zu gewinnen.
"Der Senat muss wieder seine alte Macht erreichen. Den Gegenpol zum Praefectus Urbi bieten. Und das mit gleicher Stärke, nicht als unterdrücktes Instrument. Dafür aber bräuchte es Männer, die sich nicht scheuen, das Wort zu ergreifen. Deswegen war ich bei Quarto, um mit ihm ein Vorhaben zu besprechen, welches bei einer Besprechung mit anderen Senatoren entstanden war. Nämlich meine Absicht, noch einmal ein Consulat anzustreben, allerdings mit einem Mitconsul, von dem man weiß, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Mein Ansehen und seine Stimme wäre wohl ein gutes Gespann für ein Consulat."
Eine kurze Pause folgte
"Doch nun, da du diese Herausfoderung annimmst, habe ich beschlosse, dieses Vorhaben noch hinten anzustellen, nicht alleine auch deswegen, weil die Wahl für meinen Mitstreiter so ohnehin verloren wäre."
Dies war nun viel an Information und nun war es an Durus Stellung zu beziehen und uns seine Gedanken mitzuteilen. So hoffte ich zumindest........
"Nunja, es wäre noch verfrüht darüber zu sprechen.... es ist noch Nichts entschieden....."
Dann wechselte ich das Thema
".... und du? Bist du versorgt?"
Eine Frau ohne Mann.... und ohne Liebhaber.... war in Rom fast nicht überlebensfähig. natürlich würde sie hier im Hause alles bekommen, was sie zum Leben brauchen würde, doch war dies Frauen, erfahrungsgemäß, nicht genug.
Ich lachte "Danke..... aber Wünsche gibt es immer... sie werden nur etwas kleiner, wenn man an anderer Stelle viel erreicht hat.... aber ich werde mich sicher noch nicht zur Ruhe setzen, so alt bin ich noch nicht und in Rom gibt es immer etwas zu tun!"
"Nun, du weisst, ein Mann in meiner Position kann es sich nicht leisten unverheiratet zu sein und nebenbei bemerkt ist die Verbindung zum Hause Aelia sicher mehr Wert, als ein wenig Liebe..." womit gleich klargestellt war, dass meine Ehe eine reine Zweckgemeinschaft war ".... doch, dass sie mir einen Erben geschenkt hat wiegt alles andere auf..... einen Erben und dazu eine Tochter..... Zwillinge!"
"Gut, es muss nicht sein, dass gnaz Rom über diverse Gespräche Bescheid weiss....."
So nahm ich mir also ein herz und begann, so wie bei Quarto, ziemlich direkt auf den Punkt zu kommen.
"Wie du weisst, Tiberius, bin ich erst vor Kurzem aus Germania zurückgekommen und musste, nach ein paar Gesprächen mit einigen Mitsenatoren, feststellen, dass das Machtgefüge in Rom ziemlich zu wanken scheint. Der Kaiser ist nicht da, sein Stellvertreter ist ein unbekannter ehemaliger Legat, den niemand wirklich zu kennen scheint und der Senat sieht tatenlos zu..... ich muss gestehen, es beunruhigt mich sehr, so wie die Dinge gerade stehen."
Kurz pausierte ich, um die erste Reaktion des Patriziers abzuwarten.
Durus war nich der einzige, der schon etwas müde war, auch mir machte der lange Abend zu schaffen. Doch das Thema war zu wichtig, als dass ich es aufschieben wollte.
"Danke, Tiberius, dass du dir noch die Zeit nimmst. Es ist mir wichtig, das Thema gleich zu besprechen......"
Ich sah mich ein wenig um
"..... sind wir hier ungestört?"
Und dabei ging es mir am meisten um ungebetene Zuhörer.
Natürlich emtgimg mit keines ihrer Lächeln, keines der Anzeichen, die die Waffen der Frau kennzeichneten, doch ich nahm es einfach hin, spielte ein wenig zurück, denn momentan gab es für mich keinen Grund, mir weiter Gedanken darüber zu machen, ob echt oder gespielt, warum und wieso sie das machte.
Ich hatte zuviele Frauen in meinem Leben gekannt, nicht zuletzt ob der Tatsache, dass ich einst, in fernen jungen Jahren Eigentümer eines Lupanar war, als das ich nicht wusste, dass Frauen diese Waffen durchaus zu ihrem Vorteil einsetzen konnten und auch würden.
"Petronilla, du bist natürlich im Hause Vinicia herzlich Willkommen. Und sofern es mir möglich ist, werde ich dich gerne wieder in die Gesellschaft Roms einführen. Gerade demnächst bin ich im Hause germanica eingeladen und es wäre mir eine Freude, wenn du mich begleiten würdest. Da sich meine Gemahlin ohnehin von den Strapazen der Geburt erholen muss, wäre deine Begleitung eine willkommene Gelegenheit!"
Ich rufte Phaeneas herbei und flüsterte ihm zu, dass er ein bestimmtes Zimmer, welches nicht weit abgelegen von meinem gelegen war, was auch wieder reiner Zufall war, herrichten sollte.
Ein Zimmer, doch kein normales Zimmer, sondern schon eher das, welches einer Frau eines Senators oder Consulars angemessen gewesen wäre, sollte nun das Zimmer der Vinicia Petronilla sein.