Beiträge von Marcus Vinicius Lucianus

    "Das erstere habe ich auch schon gehört, aber es wird wohl besser sein, ich mache mir selbst ein Bild von ihm."


    Dann wechselte ich das Thema


    "Wie läuft es in der Prima? Nach der Rükkehr aus parthia war sie wohl sehr krisengeschüttelt?! Wer kommandiert sie gerade?"

    Die Zeit war voran geschritten und der Wein lockerte die Zunge ein wenig....


    "Sich dem Senat zu widmen lohnt sich immer, die Frage ist, ob es sich lohnt, sich den Senatoren zu widmen....... leider sind viele da, die nur ihr leben geniessen wollen und sich wenig darum scheren, was mit Rom ist, solange sie ihren feudalen Lebensstile aufrecht erhalten können.
    Ich streite nicht ab, dass ich auch materialist bin, dennoch weiss ich aber, was dazu gehört, diesen Lebensstil zu erhalten und wer die Säulen der Mauern sind, auf den Rom gebaut ist.... das Volk."

    Zuerst war ich froh, dass man mich überhaupt fragte und nicht gleich wieder abwimmelte, denn immerhin kam ich unangemeldet und man wusste ja nicht, wie sich der Kaiser gerade fühlte.
    Diese Dankbarkeit drückte ich auch aus, bevor ich auf die Frage antwortete.
    "Nun, ich war viele lange Jahre Statthalter in Germania und wollte dem Kaiser persönlich Bericht erstatten und nicht nur einen Brief schicken!"

    Nachdem ich mir das gespräch mit Balbus einige Tage durch den Kopf gehen hatte lassen, entschied ich mich dazu, dem Kaiser doch persönlich meine Aufwartung zu machen.
    Es war mir ein Anliegen, ihn selbst gegenüber zu treten und meine langjährige Amtszeit nicht nur mit einem Brief zu beenden.


    So organisierte ich eine kleine Eskorte und liess mich in einer Reisekutsche nach Misenum bringen, wo wir auch schon bald die Landvilla des Kaisers erreichten.


    Ich war gespannt, ob der Kaiser wohl auf war, mich überhaupt empfangen würde und überhaupt würde ich ihm das erste Mal gegenüber stehen.


    Ein Mledereiter hatte meine Ankunft angekündigt und als man die Villa erreichte, liess ich sofort nach einer Audienz beim Kaiser fragen....

    "Nun, manchmal halten sich die Consule etwas zurück, oder aber es liegt an der Zeit... vielleicht gab es im letzten Jahr nicht wirklich Gründe groß aufzufallen...... oder aber sie wollen nur ihre Zeit absitzen, was wir ihnen natürlich nicht unterstellen wollen.....


    Was aber tut sich im Machtgefüge.... ich habe ja gehört, dass der Kaiser persönlich nicht mehr in Rom ist und das Tagesgeschäft dem Praefectus Urbi überlässt...."

    "Nunja, man wird ja sehen..... ich werde ein wenig die Ohren offen halten.... da wird sich sicher etwas ergeben.... wenn nicht, dann widme ich mich eben mehr dem Senat!"


    Wa sicher auch kein Fehler wäre, schein es doch, als würde dort die übliche Phlegmatie herrschen, wie immer....

    Die Debatte um den Praefectus Urbi liess ich weiter unkommentiert, obwohl ich das Thema um die Macht in Rom schon gerne weiter vertieft hätte.


    Aber vorerst antwortete ich nur "Nun, ich weiss nicht genau, ich wollte dem Kaiser Bericht ablegen und dabei diese Frage erötern, doch da er sich am Lande befindet, müsste ich entweder zu ihm reisen, oder seine Vertretung sprechen..... also wollte ich mich zuerst ein wenig informieren..... wie sieht es denn mit freien Stellen aus? Wisst ihr zufällig mehr darüber?"

    "Ja, danke, die reise war durchaus auszuhalten!" wenn man mal vom Gequäke meiner Holden abgesehen hatte "Allerdings muss ich mich erst wieder an den ganzen Trubel hier in Rom gewöhnen, es hat sich ja doch einiges geändert!"


    Nun kam der Wein und das Wasser und ich liess uns einschenken.

    "Nun, ich kenne den Mann nicht, habe ihn noch nie gesehen und es wäre sicher von Vorteil, sich ein Bild über ihn zu machen und nicht nur aufs Hören-Sagen zu vertrauen!
    Dennoch kann ich deinen Onkel gut verstehen..... der Kaiser bringt irgendeinen Legaten mit, dem er glaubt zu Vertrauen und setzt ihn auf eine der wichtigsten Posten in Rom. Da sich hier einige übergangen fühlen, kann ich mir gut vorstellen....."

    ... und an Zeit mangelde es nicht, obwohl der Zurückgekehrte andauernd irgendwo eingeladen war und erzählen musst....


    "Salve, Aurelius.... ich freue mich, dich zu sehen...."


    So bot ich ihm einen Platz an und liess Wasser und Wein bringen.

    Kauend, die Köstlichkeiten, die aufgetischt wurden, lehnte ich mich nun zurück und lauschte den Worten.


    Nun schien es interessant zu werden, endlich, so hatte es den Anschein, kamen die wahren Gedanken der anwesenden zum Vorschein.


    Das war auch gut so, denn ansonsten würde man hier kein konstruktives Gespräch anfangen können.

    "Wohl war..... ihr habt beide nicht ganz unrecht...." versuchte ich zu vermitteln, da mir der Unterton in Avarus Stimme schon auffiel.


    "Die Frage ist aber, was tun WIR? Was tut der Senat? Oder zuerst die Frage, wie steht der Senat zu den Vorgängen, zum Status Quo?"


    Ich war zu lange weg, war zulange nicht im Senat, zum nur irgeneine Vorstellung davon zu haben, wie es momentan dort zuging, doch ich hoffte eben hier und heute mehr darüber zu erfahren.

    Mit dieser Meinung stand er sicherlich nicht allein.... doch sie öffentlich so zu äußern wäre sicher nicht klug gewesen... hier allerdings, war dies möglich und für mich nur eine Bestätigung meiner Gedanken.


    "Ja, Sedulus, das wäre eine Möglichkeit gewesen..... aber nun ist es nunmal nicht so gewesen und er muss seine Stellung anderwärtig festigen. Bloss, wenn er nicht in Rom ist und seine Aufgaben diesem.... wie heisst er nochmal...... überträgt, wird dies kein leichter Akt!"

    Zitat

    Original von Lucius Aelius Quarto
    .....


    “Nun, mein lieber Marcus Vinicius, hältst du auch zu den Blauen, so wie es dein Bruder tut?“


    .....


    Nach dem Geschehen auf der Rennbahn folgten wir Quarto natürlich gerne auf die Loge und ich freute mich schon auf das Rennen. Auf die Frage Quartos antwortete ich mit einem kräftigen Nicken


    "Natürlich Quarto, natürlich...... gäbe es denn eine wirkliche Alternative?"


    Das breite Grinsen in meinem Gesicht konnte man aber dann doch nur erkennen, wenn er kurz seinen Blick von der Rennbahn abwenden würde.