Beiträge von Marcus Vinicius Hungaricus

    Zitat

    Original von Quintus Didius Albinus
    "Nun Princeps wir planen als erstes die Einweihung, dann ein kleines Theaterstück, Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe. Ein durchaus normales Programm also :)"


    "Einweihung, Theater, Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe..." wiederholte Hungi im Inneren. Tatsache, ein durchaus normales Programm, was an sich nicht schlecht war, keineswegs. Er war schon lange kein Freund großer Überraschungen, ein "Erbe" noch aus seiner aktiven Zeit bei den Prätorianern. Besonders die Nennung des Theaters hatte es ihm angetan, und er hoffte, daß keine billige Schauspieltruppe sein Vergnügen trüben würde.


    Sehr schön. Ich freue mich darauf. Woher bloß kannte er den Didier...

    Hungi nickte nur kurz und gebot den Ferrier mit seiner Hand näherzukommen. Er war nie ein Freund übertriebener Höflichkeit gewesen, doch seit seiner Entlassung aus dem Militär hatte er sich daran gewöhnt, daran gewöhnen müssen, weil er ja nun "Vollzeitpolitiker" war. Da er wußte, daß dies aber zum Spiel dazugehörte, störte er sich schon lange nicht mehr daran und nahm es hin. Alles nur eine Frage der Sichtweise.


    Ferrius Minor, der Sohn von Theodores... Sag, wie geht es deinem Vater? Gefällt es ihm weiterhin in Misenum?

    Ganz einfach. begann Hungi mit seiner Antwort. Nachdem erst vor kurzem die Problematik im Senat angeschnitten wurde, werde ich einfach den Kommentar bei der nächsten Gelegenheit den Senatoren vorlegen.


    Etwas überlegend neigte sich sein Kopf leicht zur Seite, taxierend schaute er seinen Klienten an. Möchtest du deinen Kommentar im Senat selbst vorstellen?

    Hungi nickte eifrig. Ein Mangel, der ihm nicht nur bei anderen aufgefallen ist, nein, er nahm sich auch selber nicht aus.


    Sehr richtig. Und in unserer heutigen Zeit weiß man nie so genau, ob man dem Urteil eines Auguren vertrauen kann. Was einerseits zwar stimmte, andererseits eine wundervolle Ausrede für seine diesbezügliche Inaktivität war. Innerlich seufzte er, ein wahres Vorbild war auch er nicht.


    Was die Nominierung betrifft... werden wir vom Collegium der Auguren offiziell über eine Kandidatenliste benachrichtigt? Hat man dir diesbezüglich etwas gesagt? Unschwer zu erraten, daß er noch nie eine solche Debatte oder Abstimmung leiten mußte.

    Hm, irgendwie kam ihm die Nachricht nicht besonders neu vor. Hatte er schon davon gehört? Wahrscheinlich aus der Acta, bei sowas waren sie ja immer ganz schnell. Dementsprechend entspannt waren seine Gesichtszüge.


    Ich weiß. Das bedeutet, daß demnächst ein neuer Praefectus Vigilum ernannt werden muß. Was eigentlich kein allzu großes Problem für den Kaiser darstellen konnte, gab es doch genug Ritter, die sich alle 10 Finger nach so einem Posten abschlecken. Auf der anderen Seite eine hochinteressante Sache, wer der nächste PV werden sollte. Landläufig zwar als "Eimertrupp" verschrien, aber dennoch eine machtvolle Position.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Gleich nebenan erblickte Macer den Princeps Senatus, den er natürlich ebenfalls begrüßen musste. "Salve, Hungaricus Vinicius. Bist du schon länger hier in Mantua oder haben wir tatsächlich auf demselben Weg immer in unterschiedlichen Stationen Rast gemacht?"


    Die etwas unorthodoxe Reihung seines Namens ließ Hungi aufhorchen, aber den ziemlich dürren Kerl vor sich erkannte er gleich.


    Ah, Senator Macer. Ich bin quasi gerade erst angekommen, vermute daher letzteres. Hungi grinste, und sah dann gleich wieder über die Menge, bevor er seinen Blick erneut auf den Senator vor sich richtete. Sehen und gesehen werden, wie? Auf alle Fälle eine Abwechslung zu den langweiligen Festen alternder Konsulare, die mit ihren angeblich potenten Lenden angeben, während sie ihren Gästen ungenießbares Essen vorsetzen... Die Bitterkeit, die man aus den Worten raushören wollte, fanden keinen Widerhall in seiner Stimme. Interesse an einer Wette?

    Didius Albinus... dieses Gesicht und diesen Namen kannte er doch. Aber woher? Nicht von Mantua, das war ihm klar, da war schon vorher was...


    Ich danke. antwortete er und überlegte währenddessen weiter. Da er sich das aber nicht anmerken lassen wollte, stellte er eine eher belanglose wie ebenso freundliche Frage. Sag, Didius Albinus, welche Spektakel werdet ihr aufführen lassen? Ich bin schon sehr gespannt, was hier uns gezeigt wird.

    Es war gut, daß der Tiberier seine Gedanken nicht laut dachte, denn sonst wäre Hungi äußerst pikiert gewesen und hätte seinem Klienten sicher einen kleinen Vortrag über seine Ahnenreihe gehalten. So aber nickte Hungi nur freundlich.


    Vielleicht. Schon öfter hatte ich Bedürfnis nach einem Auspicium, welchem ... ich vertrauen konnte. Dabei kam ihm nicht einmal ein erneutes Konsulat im Sinn, aber es ergaben sich ja häufiger Fragen, bei denen man als Princeps Senatus durchaus gern den Willen der Götter erfahren wollte.

    Hungi nickte erneut. Gut. antwortete er erst einmal und überlegte, wo man diesen Kommentar am ehesten der Öffentlichkeit vorstellen konnte.


    An sich würde es ja reichen, wenn ein Kommentar einfach publiziert wird. Angesichts der Forderungen jedoch würde ich eine etwas andere Vorgehensweise präferieren... ich denke, er sollte dem Senat vorgelegt werden.

    Etwas ungläubig schaute Hungi seinen Klienten an, denn damit hatte er nicht gerechnet. Nicht unbedingt mit der Geschichte an sich, sondern mit der Tatsache, mit so etwas behelligt zu werden. Sklaven verschwinden immer wieder, egal, ob sie geschenkt, gekauft oder im Haushalt geboren und erzogen wurden. Bis ihm der Sesterz fiel.


    Gedenkst du etwas dagegen zu tun?

    Ah endlich, der langerwartete Kommentar. Er konnte seine Neugierde kaum zügeln, als er das Schriftstück von Caecilius entgegennahm und gleich darin zu lesen begann. Den ersten Teil überflog er, denn den kannte er schon, wichtiger war der Hauptteil.


    Und er wurde nicht enttäuscht, weder über den Umfang, noch über die Argumentation seines Klienten, deckte sie sich doch weitestgehend mit seiner eigenen. Als er von dem Schriftstück aufsah, nickte er zufrieden. Sehr gut. sagte er, blickte noch einmal hinein und rollte dann den Schrieb zusammen. Jetzt muß er nur noch angemessen publiziert werden. Hast du den Kommentar schon jemand anderem gezeigt?

    Die Antwort von Victor stimmte Hungi nicht besonders zufrieden, war Severus doch eine Verbindung zu seiner ehemaligen Einheit, die er so nicht missen wollte. Er entschied sich jedoch, dem später nachzugehen. Und ja, der Spruch war schon wirklich ausgelaugt.


    Ah noch ein Anliegen. Warum auch nicht, Victor war ja auch nicht der erste am heutigen Morgen. In Ordnung, wir sprechen nach der Salutatio.


    Er sprach noch mit einigen Klienten, dann leerte sich bald das Haus, da Hungi heute seine Klientelschaft nicht benötigte und Ursus den Leuten ihre Essensrationen ausgehändigt hatte. Nur jene, die Hungi um eine Nachbesprechung baten, blieben noch im Haus.

    Einer der Beamten hatte Hungi informiert, daß an diesem Tage und an diesem Ort eine Begrüßung für die Gäste sein solle. Und nachdem Hungi ja eingeladen war, ließ er es sich nicht nehmen, aufzukreuzen. Sehen und gesehen werden, das galt immerhin auch für ihn, denn nur zum Spektakel anschauen war er sicher nicht hier.


    Er ließ sich anmelden und hatte schon im nächsten Augenblick einige im Blickfeld, die ihm durchaus bekannt vorkamen.

    Eine Reise von Rom nach Mantua war nicht immer einfach, doch an diesen Tagen beinahe ein Honigschlecken. Durch das warme Wetter war das Vorwärtskommen erheblich einfacher gewesen als noch vor etlichen Wochen, wo Hungi bei einem Fest der Claudier eingeladen war und während der Fahrt das Murren seiner Frau ertragen mußte. Doch dieses mal war es tatsächlich anders, schon alleine deswegen, weil seine Frau nicht mitgekommen war, da ihre Schwangerschaft sie zunehmend ans Haus band. Und Hungi, ganz der treusorgende Ehemann, hatte verfügt, daß sie zu ihrem eigenen Besten zuhause bleiben sollte, sie hatte zwar protestiert, aber wahrscheinlich eher aus Gewohnheit denn aus Überzeugung. Bissig gesagt trug seine Frau gerade eine wertvolle Fracht, das wollte Hungi auf keinen Fall gefährden.


    Dennoch kam er wieder ein wenig zu spät, eine Tatsache, die er schon gewohnt war. Er ließ sich bei einem der Beamten anmelden und zu seinem für ihn reservierten Platz geleiten. In der Zwischenzeit hatte er Zeit und Muße, den Bau zumindest oberflächlich zu besichtigen. Sicher, auf keinen Fall so groß wie das in Rom, aber durchaus respektabel. Dann setzte er sich auf seinem zugewiesenen Platz und harrte gespannt auf das Spektakel, welches folgen wollte.

    Hungi ahnte von der Aversion seines Klienten seiner Frau gegenüber, da es aber nie ausgesprochen wurde, kümmerte Hungi sich auch nicht darum. Und wohl ihm, daß er es nie aussprach.


    Salve Victor. Ja, uns geht es durchaus gut. Wie gut es einem halt ging, wenn die eigene Frau schwanger war und kaum mehr das Haus verließ. Aber da mußte er durch, es dauerte nur mehr ein paar Monate, und wenn ihm die Götter einen gesunden Buben schenkten, der seine ersten Wochen überstehen sollte, würde er ein Festmahl geben.


    Was ist eigentlich mit deinem Bruder? Ich habe ihn schon länger nicht mehr gesehen.

    Der zur Abwechslung gar nicht mal so lange auf sich warten ließ, erhoffte sich dieser doch etwas ganz spezielles von seinem Klienten.



    Sei gegrüßt, Caecilius. begrüßte Hungi seinen Klienten herzlich. Wehe du bist mit leeren Händen zu mir gekommen. Er konnte sich ein scherzhaftes Schmunzeln nicht verkneifen.