Samira schnappte nach Luft, kam aber nicht mehr zum antworten, weil sich die Tür öffnete und die neue Sklavin hereinkam. Mit einem Kopfschütteln und Schulterzucken verständigte sie sich zunächst mit ihr, bis schließlich eine Frage über die Lippen Aintzanes kam.
Sie winkte ab. „Bei Assindius muss man so ziemlich mit allem rechnen. Die Herrschaften haben sich redlich bemüht, ihn zivilisierter zu machen, aber er ist und bleibt barbarischer Abstammung. Tja, und Scham kennt man offenbar in Germanien nicht.“
Samira war es gewohnt und es störte sie nicht sonderlich. Assindius hatte auch erhebliche Qualitäten.
„Dafür ist er treu und loyal, sogar uns gegenüber. Das ist einiges wert. Zu kommandieren hat er hier jedoch nichts. Ich bin inzwischen die älteste Sklavin und wenn einer kommandiert, dann ich.“
Die Sklavin schmunzelte. Früher war es Eirene gewesen, die zuweilen grätig geworden war. Heute durfte sie das Zepter schwingen, man sah ihr selbst von Seiten der Herrschaften einiges nach.
„Bei Zuverlässigkeit und Treue wird man in der Aurelia entweder mit der Freilassung oder mit einem besonderen Posten im Haushalt beschenkt. Ich bin jetzt sozusagen die Hauswirtschafterin. So, Assindius, und nun zu dir. Eigentlich wollte ich dich ja durch die Villa scheuchen, damit du unsere neue Sklavin findet. Du hast echt Glück, nun ist sie schon hier. Am besten du stellst dich ihr zunächst vor.“