Der Centurio begann und je länger Menecrates zuhörte, umso mehr beglückwünschte er sich zu seiner Wahl. Er hätte nach der kurzen Amtszeit und der damit verbundenen Unkenntnis über die Qualität und das Engagement der einzelnen Offiziere auch einen weniger hilfreichen zukünftigen Leiter der Station auswählen können. Zustimmend nickte er, als von einem weiteren Eindringen in das Viertel abgeraten wurde. Er selbst fand die Position ebenfalls günstig. Das Grundstück erschien ihm nicht nur strategisch günstig gelegen, sondern auch groß genug, um verschiedene Varianten der zukünftigen Station durchzuspielen, was der Centurio ganz von selbst vornahm.
Mit anhaltender Aufmerksamkeit folgte er dessen Ausführungen. Sein Mundwinkel hob sich leicht, als die Variante der offensichtlichen Dominanz bevorzugt dargestellt wurde. Er nickte auch dazu.
Gern hätte er auch die Meinung des ehemaligen Tribuns Antoninus gehört, aber solange dieser schwieg, lagen wohl auch keine Einwände vor. Er vergewisserte sich dessen, bevor er antwortete.
"Im Grunde genommen hast du das in Worte gefasst, was mir vorschwebt", begann Menecrates, während sein Blick zurück zu Maro wanderte. "Ich möchte auf der einen Seite ein Hilfsangebot für Bedürftige installieren und gleichzeitig eine Instanz schaffen, die für Ruhe und Ordnung sorgt. Das klingt leicht, ist es in der Subura aber nicht und allein deswegen müssen wir Stärke beweisen und natürlich auch an jeder verfügbaren Stelle zeigen. Das beginnt beim Entwurf der Station, wie du richtig bemerkt hast, und zeigt sich in unserem Auftreten. Interessant finde ich, dass du vorschlägst, ansässige Handwerker einzubinden." Er schwieg einen Moment, dann fuhr er fort. "Das ist eine gute Idee. Wem unsere Aufträge nützen, der sitzt automatisch im Boot.
Über die Aufgaben der Patrouillen, werden wir zu gegebener Zeit noch sprechen. Ich vermerke mir bis dahin, dass diese auch ein Auge auf die Bausubstanz werfen sollen. Immerhin kündigen sich Einstürze häufig genug durch Risse in der Hauswand an." Auch diesen Vorschlag, drohende Einstürze rechtzeitig zu erkennen und abzuwenden, begrüßte Menecrates. Er gab durch ein Kopfnicken seinem Sekretär zu verstehen, den Gedanken festzuhalten.
"Kommen wir zum Bauobjekt. Der Standort ist gewählt, wir bleiben an dieser Gabelung und nutzen die angrenzenden Gebäude als Rückendeckung. Die bestehende Insula muss abgetragen werden, ohne dass diese angrenzenden Bauten größeren Schaden nehmen. Unversehrt werden sie den Abbruch sicherlich nicht überstehen. Gerüste müssen her, Abstützungen und die Bewohner müssen aus Sicherheitsgründen zeitweilig wo anders untergebracht werden." Wieder ging ein Fingerzeig in Richtung Sekretär.
"Um die dauerhafte Umsiedlung der aktuellen Bewohner unseres Standortes kümmert sich mein Büro. Das ist alles bereits abgesprochen.
Wir müssen heute eine Vorentscheidung treffen, in welcher Form unsere Station errichtet werden soll. Ich persönlich tendiere zu einer Befestigungsanlage in leichter Ausführung. Ich möchte weder einen Fremdkörper schaffen noch ein Gebäude, das aussieht wie jedes andere. Es muss trotz allem nicht nur den Sicherheitsstandards entsprechen, sondern auch auf den ersten Blick klar machen, dass hier Soldaten stationiert sind, die - wie du bereits gesagt hast - die Obergewalt im Viertel anstreben und halten.
Hast du Vorschläge für eine leichte Ausführung einer befestigten Anlage?" Es böte sich ein Haupttor unmittelbar in der Gabelung an. Ein seitlich gerichtetes wäre aber genauso denkbar.
