Beiträge von Herius Claudius Menecrates


    Ad
    Imperator Caesar Augustus
    Palatium Augusti
    Roma





    Mein Imperator,


    im Zuge der Ermittlungsarbeit meiner Kommission ist am gestrigen Tag eine Wende von hoher Tragweite eingetreten.
    Bei einer Zeugenvernehmung wurden plötzlich Zusammenhänge in Bezug auf den Sklavenaufstand klar.


    Die Ermittlungsergebnisse liefen zuletzt alle auf den einen Punkt hinaus, dass die seit dem Bürgerkrieg in Vergessenheit Geratenen in der Subura der schlechten Lebensbedingungen wegen einen Grund zum Revoltieren hatten.
    Seit gestern wissen wir, woher diese vom Reich Vergessenen ihren Mut bezogen, römische Männer zu morden und sich am Ende zu erheben.


    Varia, die Rädelsführerin, hat eher als wir selbst erkannt, dass Rom instabil geworden ist. Sie hat uns gezeigt, dass uns nicht einmal ein Sklave achten oder respektieren muss, wenn wir nicht in der Lage sind, unsere eigenen Traditionen zu schützen. Wir selbst haben Frauen erlaubt, die alten Sitten und Gebräuche mit Füßen zu treten, indem sie Ämtern bekleiden und Titel tragen, die sonst nur Männern vorbehalten sind. Wir sind schwach und angreifbar geworden.


    Ich glaube weiter, dass der Sklavenaufstand eine göttliche Strafe für unser Handeln darstellt.


    Als mir diese Erkenntnis kam, habe ich umgehend gehandelt. Ich wollte zeitnah retten, was zu retten ist, und habe über Nacht ein Gesetz entworfen, das bereits im Senat diskutiert wird. Es soll die alten Sitten und Bräuche wieder einführen und da ich weiß, dass du ein Verfechter der alten Werte bist und bei deiner Einsetzung selbst dazu aufgerufen hast, zur Mos Maiorum zurückzukehren, möchte ich des Zeitdrucks wegen hier deine Rückversicherung einholen. Wir haben seit den Aufständen nicht gehandelt und ich wollte keine Stunde länger warten, auch wenn dir selbstredend das erste Wort zugestanden hätte. Dein Wort, dem Senat mehr Stärke zuzubilligen, habe ich derart ausgelegt, dass diese Zweigleisigkeit von dir nicht als Affront gesehen wird.


    Mein Vorschlag und meine dringliche Bitte im heutigen Schreiben richtet sich an dich als Pontifex Maximus. Ich halte es für notwendig, eine Staatssühne zu vollziehen und eine rituelle Reinigung der Ämter durchzuführen.


    Gern stehe ich für eine Rücksprache zur Verfügung. Ich werde ebenfalls umgehend um eine Vorsprache beim Collegium Pontificum anstreben.
    Die Cohortes Praetoriae schließen sich übrigens oben aufgeführtem Ermittlungsergebnis an.


    Mögen die Götter dich und die deinen stets beschützen.



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    gez. H. Claudius Menecrates




    ANTE DIEM VIII KAL APR DCCCLXVIII A.U.C. (25.3.2018/115 n.Chr.)


    Der Consul gewährte Senator Iulius das erste Wort, denn als Ehemann der Sergia war er mehr als alle anderen betroffen. Der zu erwartenden langen Rede wegen, machte sich der Consul wieder Notizen. Seine Antwort begann er mit der Kaiserfrage.


    "Danke Senator Iulius. Ich muss sagen, ich bin von deiner Haltung beeindruckt und ich komme gleich zum Thema.
    Der Kaiser ist mit dem Vorsatz angetreten, dem Senat wieder mehr Einfluss zuzubilligen. Er hat vor uns allen geäußert, dass er es für erforderlich hält, zur Mos Maiorum zurückzukehren. Nichts anderes beabsichtige ich mit diesem Gesetz. Der Kaiser ließ Taten den Worten folgen, denn er machte in der Vergangenheit mit seinen Auftritten deutlich, dass er sich als Diener des Staates sieht, nicht als König. Er hat mir in einer Audienz noch einmal persönlich versichert, dass er dem Senat mehr Einfluss zubilligt, und das nicht nur im Hinblick auf Wahlempfehlungen. So seine Worte. Wie sehr er sich an die eigenen Vorgaben hält, hat er gerade erst vor den letzten Wahlen deutlich gemacht, als er eine Direktnominierung abgelehnt hat, um die Wahl des Senats nicht zu beeinflussen.
    Ganz gleich, auf welchen Zeitraum ich blicke, ob auf den Amtsantritt, ein persönliches Gespräch vor zwei Jahren oder die aktuelle Entscheidung, stets wertschätzt und stärkt der Kaiser den Senat. Stets zeigt er sich als Mann der alten Traditionen. Ich bin mir gänzlich sicher, dass er keinem Gesetz entgegenstehen wird, das sich zum Ziel setzt, zur Mos Maiorum zurückzukehren.
    Ich plane, den Kaiser sofort nach der heutigen Sitzung anzuschreiben, um ihn zu informieren und mich seiner Unterstützung zu versichern. Ich wollte zeitnah retten, was zu retten ist. Daher hier der erste Schritt.
    Es ist viel zu viel Zeit seit den Aufständen vergangen, ohne dass wir wirkungsvoll gehandelt haben. Ja, wir haben Aufständische hingerichtet, aber nein, wir haben nichts getan, um die Ursachen zu beheben und das Feld neu zu bestellen. Wir konnten es nicht, weil wir nicht wussten, wie. Jetzt wissen wir, dass die vom Reich in Vergessenheit Geratenen in der Subura der schlechten Lebensbedingungen wegen einen Grund zum Revoltieren hatten. Seit gestern wissen wir, woher sie ihren Mut bezogen, römische Männer zu morden und sich am Ende zu erheben."

    Er schloss des nahen Zusammenhanges wegen gleich die Antwort zum Collegium Pontificum an.
    "Zeit haben wir also genug verschwendet, jetzt heißt es zu handeln. Es heißt, SCHNELL zu handeln und das kann ich nicht in alle Richtungen gleichzeitig tun und vor allem kann ich es nicht allein. Ich habe gestern und die Nacht durchgearbeitet, um heute das Gesetz in seinem Entwurf vorzustellen. Dieses Gesetz ist der Beginn einer weitreichenden Sühnekampagne. Mir war es wichtig, dem Kaiser neben dem Problem gleich eine Lösung zu präsentieren, die wir hier bereits diskutieren. Ich wäre dankbar, wenn ich den Weg zum Collegium Pontificum nicht alleine beschreiten muss, aber dazu komme ich später noch."


    Anschließend ging er die inhaltlichen Anmerkungen durch.
    "Es lag nicht in meiner Absicht, Freigelassene und Sklavinnen im ersten Absatz des ersten Paragrafen auszulassen. Um irwitzigen Frauen zuvorzukommen, schlage ich vor, die allgemeine Bezeichnung Frauen zu wählen, weil sich mit ihr jedes weibliche Wesen angesprochen fühlen muss. Alternativ könnte man die beiden fehlenden Stände anfügen, damit sich jede Frau angesprochen fühlen kann.
    Was die weiblichen Kommunalpolitiker oder Verwaltungsangestellten in fernen Regionen betrifft, so bin ich sicher, dass die Kunde vom Sklavenaufstand unter der Führung einer Frau auch in entfernte Teile des Reiches vorgedrungen ist. Ich glaube nicht, dass dort ein Nachahmen erwünscht ist, denn auch in unserem Fall gab es ja Vorbilder und Nachahmer. Außerdem denke ich, herrscht Rom, auch bei den Griechen."


    Der nächste Punkt betraf Paragraf zwei.
    "Wie bereits erwähnt, spreche ich mit der allgemeinen Bezeichnung 'Frau' jedes weibliche Wesen unabhängig seines Standes an. Eine Streichung - wie vorgeschlagen - halte ich für ungünstig, denn im Falle einer Tätigkeit als Lupa, steht diese einer Sklavin, Freigelassenen und Peregrina frei, nicht aber einer Frau mit Herkunft als Römerin. Falls es eine unmissverständlichere Formulierung gibt, bin ich dafür offen bzw. vielleicht ist meine Umformulierung geeignet."


    Beim nächsten Einwand in Bezug auf einen Standesunterschied bei Heirat zwischen Mann und Frau, dachte Menecrates kurz nach. Es lohnte sich nicht, zu großen Erklärungen anzusetzen, daher folgte er dem Vorschlag des Senators, da dieser die alte Rolle der Frau stützte.
    "Einverstanden, ich streiche Absatz zwei im Paragraf zwei.
    Dann wären noch die alten Sitten und Werte. Senator Dives, wenn du sie im Gesetz benannt haben möchtest, bitte ich zum einen Vorschlag in welcher Ausformulierung und an welcher Stelle.
    Ich selbst bin nicht sicher, ob wir die Tugenden einer römischen Frau aufnehmen sollten oder es als Grundwissen voraussetzen. Proba - rechtschaffen. Piissima - gewissenhaft. Pia - fromm. Officiosa - pflichtbewusst."
    Er war sich tatsächlich unschlüssig und wartete auf Reaktionen.
    "Ich folge außerdem deinem Vorschlag, Absatz eins im Paragraf drei zu streichen und der Zusatz, die Frau und Kinder eines Senators betreffend, ist hervorragend!"
    Der Consul blickte auf und stellte fest, die Diskussion fing konstruktiv an. So viel Stärke hätte er dem iulischen Senator nicht zugetraut.


    Dann allerdings sprach Aurelius und der disqualifizierte sich. Der Consul ging nicht auf dessen Einschätzung ein, es handele sich beim Sklavenaufstand nicht um eine göttliche Strafe, weil Aurelius kein Zeichen gesehen hätte. Wer konnte schon einem Haruspex in seinen Deutungen Glauben schenken, der als Römer den Frauen Rechte zusprach, die abseits der guten alten Sitten lagen.
    Irgendetwas musste aber Menecrates antworten, also wählte er das Nachfolgende.


    "Die Selbstverwirklichung einer Frau beinhaltet in erster Linie ihre Rolle als Mater, also die Mutterschaft, Kinder für den Staat zu gebären, gerne mindestens drei. Frauen stärken ihren Mann durch die Führung des Haushaltes. Die Summe all diese klassischen Werte tragen zur Verwirklichung einer Frau bei. Senator Aurelius, viele deiner Fragen erscheinen mir unwichtig, um ehrlich zu sein. Nehmen wir die Bemerkung, Sklavinnen 'sollen' an der Waffe ausgebildet werden. Ich habe keine Zeit, alles Stück für Stück mit dir durchzugehen. Eine Sklavin KANN als Gladiatorin ausgebildet werden, eine Frau höheren Standes nicht.
    Ich habe keine Zeit, all deine Fragen stückweise durchzugehen. WIR haben keine Zeit. Ich wollte eigentlich dich und Senator Flavius Gracchus bitten, dass wir gemeinsam eine Staatssühne anbringen. Schneller als schnell kann ich nicht handeln, daher ist dieses Gesetz der erste Schritt, die Rückversicherung beim Kaiser der zweite, das Anbringen der Staatssühne der dritte und am besten müsste alles gleichzeitig geschehen."


    Er blickte Aurelius direkt an: "Wie steht es um deine Mitwirkung dabei?" Dann blickte er zu Flavius Gracchus. "Senator Flavius, darf ich dich um deine Unterstützung in dieser Sache bitten?"


    Er ließ den Senatoren Zeit zum Nachdenken.
    "Hier wäre erst einmal der abgeänderte Gesetzentwurf."



    Lex de restitutio


    Präambel
    Dieses Gesetz soll die alten Sitten und Gebräuche (mores maiorum) des römischen Staates wieder herstellen, die bezüglich unserer wertgeschätzten Frauen galten. Zu ihrem Schutz und zur Wertschätzung der Geschichte unseres geliebten Roms sind Rechte und Pflichten gleichermaßen einzusetzen.



    § 1 Aufhebung besonderer Zugangsberechtigungen
    (1) Eine römische Frau und eine fremde Frau (Peregrina), eine Freigelassene (Libertina) und eine Sklavin (Serva) können keine öffentlichen Ämter außerhalb des Cultus Deorum bekleiden. ODER Eine Frau kann keine öffentlichen Ämter außerhalb des Cultus Deorum bekleiden.
    (2) Es werden alle Zugänge zu den equestrischen und zivilen Laufbahnen aufgehoben.
    (3) Eine Frau kann weder als Ritter noch als Bürgerin in der Verwaltung, im Militär, im Senat, der Kanzlei oder sonstiger Position einer Administration des römischen Staates dienen.
    (4) Nur der Cultus Deorum, die Vestalinnen und gesonderte Tätigkeiten im Zuge des Dienstes an den Göttern sind Frauen weiterhin frei zugänglich, mit Ausnahme von Positionen, die der Tradition nach männlichen Bürgern vorbehalten sind.


    § 2 Verpflichtung zum sittsamen Leben
    (1) Eine Frau hat sich den Gepflogenheiten der Traditionen unterzuordnen. Eine unsittliche und unstandesgemäße Tätigkeit ist einer Römerin verboten. Tätigkeiten, wie die einer Lupa, stehen nur Sklavinnen, Peregrinen und Freigelassenen zu.
    (2) Eine Frau kann sich nicht vom Stande über ihren Ehemann erheben, sofern dieser nicht zustimmt.
    (3) Eine Frau, mit Ausnahme von Sklavinnen, kann und darf keine Ausbildung an der Waffe erhalten.
    (4) Eine Frau ist dem Mann in der Öffentlichkeit untergeordnet, sofern dies ihrer Verpflichtung als Mutter, Ehefrau und Bewohnerin des Reiches nicht zur Schande gereicht.
    (5) Eine Frau ist von jeglichem aktiven und passiven Wahlrecht ausgeschlossen.


    § 3 Feststellung
    (1) Männer und Frauen sind nicht gleich.
    (1) Eine Vermischung ihrer Talente, Fähigkeiten und Positionen ist verboten.
    (2) Rom schützt und wertschätzt seine Frauen und achtet auf eine entsprechende Schutzposition.
    (3) Es gelten die alten Werte und Sitten der Ahnen, die in Weisheit und Weitsicht auf eine wertgerechte Gemeinschaft achteten.
    (4) Alle Gesetze und Positionen, die den Traditionen zuwider laufen, insbesondere der Beschäftigung einer Frau im öffentlichen Dienstverhältnis, außerhalb des Cultus Deorum, sind aufgehoben.
    (5) Frauen können weiterhin in handwerklichen und freien Berufen außerhalb der Verwaltung, dem Militär und den ritterlichen und senatorischen Laufbahnen tätig sein.


    § 4 Schutz und Rechte
    (1) Eine römische Frau ist gleichermaßen Bürgerin.
    (2) Sie wird vom Staat gleichermaßen geschützt und ihr Lebensrecht gilt als verwirklicht.
    (3) Eine Fremde (Peregrina) kann nicht den gleichen Schutz genießen wie eine römische Frau.
    (4) Eine römische Frau und eine Fremde können Zugang zu Bildung erhalten.
    (5) Eine römische Frau ist in ihrer Ehre zu achten.
    (6) Ehrenrechte umfassen einen standesgemäßen Umgang, Zurückhaltung und Wertpflege ihrer Anwesenheit.
    (7) Der Frau eines Senators oder seinen Kindern ist derselbe Respekt entgegenzubringen wie dem Senator selbst. Dasselbe gilt für den Ordo Decurionum und Equester.

    Er nickte und senkte die Stimme, als er antwortete.
    "Morrigan, da ist jemand auf unserem Fest aufgetaucht, der problematisch werden kann. Wir haben gerade erst einen Sklavenaufstand hinter uns, die Kommission ermittelt und wir können kein Risiko eingehen. Ich möchte, dass du diese Amazone zum Hintereingang bringst. Ab dort übernimmt der Trecenarius.


    Keiner der Gäste darf etwas bemerken."

    Stimmt, ich wünschte, die Zahlungen könnten automatisch laufen und am liebsten so: Will man jemand bezahlen, dann trägt man den gewünschten Betrag ein - wie man einen Sklaven einstellt oder den Verbrachsassisteten einrichtet. Solange man nix ändert, bleibt es bei der wöchentlichen Überweisung. Will man nicht mehr zahlen (wegen Entlassung/Inaktivität o.a.), nimmt man den Zahlungsauftrag raus.


    Ob das geht und ob das noch wer anders außer mir braucht, ist fraglich.

    Zitat

    Original von Aulus Tiberius Verus
    Verus blickte Menecrates direkt in die Augen. "Ich habe Männer schicken lassen. Wir sollten es aber dezent vollziehen," erklärte der Trecenarius kaltherzig in der Gewissheit, dass sich der Konsul dieser Sache nicht entziehen konnte und damit ähnlichen Zwängen unterlag, wie die Prätorianer. "Morrigan," entsann sich der Tiberius. "Sie kann doch diese ... Bedrohung zum Ausgang bestellen und wir erledigen diese Sache sauber und diskret außerhalb deines Hauses?" Ein Vorschlag, der aus seiner Sicht sinnvoll war. "Du müsstest Morrigan instruieren, damit diese Sache nicht allzu auffällig ist," fügte der Prätorianer an und hoffte, dass der Konsul fachmännisch und zielgerichtet agieren konnte. Immerhin befand sich eine erstaunliche Bedrohung für Rom hier im Haus. Eine Kriegerin eines Stammes, den Verus ausgerottet glaubte.


    Die Freizeit und die Entspannung war dahin, der Menecrates musste wieder als Consul funktionieren. Er blickte den Trecenarius an und nickte. Es lag in seinem Interesse, das Fest nicht zu stören, aber gleichzeitig jedweden Risikofaktor aus selbigem zu entfernen. Er beauftragte den erstbesten Angestellten seines Haushaltes, Morrigan zu ihm zu schicken.


    "Diskret und außerhalb des Hauses", bestätigte er, was er nachfolgend nur noch an Morrigan weitergeben musste.

    Der Consul nahm sich eine kurze Auszeit, um vorgetragene Ergänzungswünsche in das Gesetz aufzunehmen. Die meisten fand er gut, einzelne allerdings unnötig penibel, aber er sah ein, dass er das Gesetz nie zum Abschluss bringen würde, wenn er nicht hier und da nachgab.
    Die meisten Kommentare sparte er sich. Worauf er einging, war zum einen die Frage nach der Festlegung der Zugtiere und der Anspannungsform sowie die Frage nach der zuständigen Stelle, falls Klagen notwendig wurden. Er begann mit letzterem Punkt, weil der zuerst genannt wurde.


    "Diese Legislaturperiode hat gezeigt, dass die Organisation von Spielen nicht zwingend als Aufgabe der Aedile gesehen wird. Ich tendiere aber unabhängig davon dazu, Klagen vor den Praetor zu bringen. Ich möchte niemand zu nahe treten, behaupte aber, ein Aedil verfügt der kürzeren Ämterlaufbahn wegen noch nicht über ausreichende Erfahrung in Rechtsfragen. Sicherlich nach seiner Amtszeit, nicht aber zu Beginn.


    Was nun den Paragrafen eins in Bezug auf die Anspannung betrifft, so bevorzuge ich eine Formulierung, die explizit für den Ausrichter Spielraum lässt. Dass es der Ausrichter ist, der diese Festlegung trifft, liegt für mich auf der Hand. Ich halte es nicht für notwendig, das per Gesetz festzuhalten. Auf alle Fälle wird er sich im Rahmen seiner Einladung festlegen müssen.


    Die abgeänderte Variante sähe dann so aus:"



    Lex Claudia de Ludis circensibus



    Dieses Gesetz regelt die Durchführung von öffentlichen und privaten Wagenrennen.
    Trainingsrennen fallen nicht in den Geltungsbereich dieses Gesetzes. Gleiches gilt für Freundschaftsrennen, die von den Factiones ausgerichtet werden und an denen nicht mehr als zwei Rennställe beteiligt sind.
    Der Start factioloser Fahrer bei einem Rennen verändert nicht dessen Eingruppierung.



    § 1 Wagenrennen
    (1) Wagenrennen werden mit speziell umgebauten Streitwagen durchgeführt, die in der Regel mit zwei (Biga) oder vier (Quadriga) Pferden bespannt und von einem Wagenlenker geführt werden. Die Wagen sind besonders für diese Art der Bewegung gebaut und ausgestattet.
    (2) Sie dürfen nur an speziell vorbereiteten Örtlichkeiten durchgeführt werden. Diese müssen gesondert gesichert und kreis- oder ellipsenförmig sein.
    (3) Ein Wagenrennen (Missus) besteht grundsätzlich aus sieben Runden um die Wendepfeiler (Metae). Ein Wagenrennen hat einen Sieger, der grundsätzlich eine entsprechende Ehrung durch den Veranstalter erhält.


    § 2 Öffentliche Wagenrennen
    (1) Als öffentliche Wagenrennen gelten jene Veranstaltungen, die auf Veranlassung eines Magistraten, des Senates oder einer anderen öffentlichen Stelle (im Folgenden Ausrichter genannt) durchgeführt werden.
    (2) Öffentliche Wagenrennen können vom Ausrichter an einen durchführenden Veranstalter vergeben werden. Dieser ist durch den Ausrichter zu autorisieren und öffentlich zu benennen.
    (3) Die Kosten trägt der Ausrichter.
    (4) Öffentliche Wagenrennen sind in öffentlichen Arenen durchzuführen.
    (5) Der Veranstalter haftet für Schäden.


    §3 Private Wagenrennen
    (1) Als private Wagenrennen gelten alle nicht öffentlichen Wagenrennen.
    (2) Im Amtsbereich des Praefectus Urbi sind diese Wagenrennen und die Wahl der Austragungsstätte durch ihn zu genehmigen.
    (3) Diese Wagenrennen müssen in sicheren, wohl errichteten Anlagen betrieben werden, die dem Standard eines Rennens entgegenkommen.
    (4) Der Veranstalter haftet für Schäden.


    § 4 Leistungspflichten und Haftungen
    (1) Der Ausrichter ist verpflichtet, die Modalitäten des Wettkampfes offenzulegen. Dafür reicht zum Zeitpunkt der Einladung ein Konzept. Es muss die Anzahl der möglichen Starter pro Factio, die Anspannungsform und die Anzahl der geplanten Läufe enthalten.
    (2) Der finale Wettkampfplan ist verbindlich und vor Beginn des Rennens zu veröffentlichen. Er muss die Namen der Starter, der teilnehmen Factiones und die Anzahl der tatsächlichen Läufe beinhalten. Bei Mehrfachläufen ist der Qualifikationsmodus für den Endlauf offenzulegen.
    (3) Die Factiones haften für ihre Wagenlenker.

    Die gestrige Sitzung der Ermittlungskommission verlief anders als erhofft, denn sie wurde vorzeitig abgebrochen. Ungeachtet dessen erbrachte sie aber ein nennenswertes Ergebnis. Mit diesem Resultat im Gepäck betrat der Consul das Senatsgebäude, nachdem er die Senatoren zu einer Eilsitzung gebeten hatte.
    Er legte Wachstafeln ab, trat vor das Gremium und wartete, bis das Gemurmel verstummte.


    "Werte Senatoren!
    Wenn mich jemand bei meinen letzten Kandidaturen gefragt hat, ob ich für den Fall des Wahlsieges Gesetzesänderungen plane, habe ich das stets verneint. Gleichzeitig habe ich deutlich gemacht, sollte ich im Rahmen meiner Tätigkeit auf einen Sachverhalt stoßen, der mir weder gerecht noch logisch oder am Ende in keinster Weise zumutbar erscheint, werde ich alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzen, um den Missstand zu beseitigen. Dieser Umstand ist während meines Consulats bereits einmal eingetreten, als ich die Notwendigkeit für ein Wagenrennengesetz erkannt habe."
    Er blickte in die Runde, bevor er anfügte: "Und gestern habe ich einen weiteren Missstand erkannt."


    Die wenigsten Senatoren wussten, worauf Menecrates anspielte, da von der ohnehin kleinen senatorischen Abordnung zuletzt nur vereinzelt noch jemand an den Sitzungen der Ermittlungskommission teilgenommen hatte. Manche Ereignisse besaßen zwar flinke Füße, aber in diesem Fall glaubte Menecrates, weitgehend uninformierte Senatoren anzutreffen.


    "Im Rahmen der Ermittlungen sind wir ein beträchtliches Stück vorangekommen. Zum Durchbruch hat uns die Zeugin Sergia Fausta verholfen, die der Kommission eindrucksvoll vorgeführt hat, wohin es führt, wenn wir in der Kontrolle unserer Staatsführung nachlässig werden und Frauen gestatten, Ämter zu bekleiden, die der Tradition gemäß Männern vorbehalten sind, und Titel zu tragen, die unsere Ahnen einzig Männern verliehen haben.
    Jene Zeugin hat in keinster Weise kooperiert und doch so viel geholfen, wie ich es mir nicht besser hätte vorstellen können."
    Er hob die rechte Hand, führte Zeigefinger und Daumen zusammen und unterstrich jedes der nachfolgenden Worte wie mit einem Taktstock.


    "Wir selbst sind Schuld am Sklavenaufstand. Wir selbst tragen die Verantwortung, wenn sich Frauen der untersten Schichten dazu ermutigt fühlen, sich zu erheben. Jeder einzelne von Varia begangene Mord im Vorfeld des Aufstandes wurde an einem römischen MANN verübt!" Er legte eine wirkungsvolle Pause ein, bevor er - wieder mit imaginärem Taktstock in der Hand - weitersprach.
    "Jeder Mann, jedes Kind und jede Frau der Straße erlebt Tag für Tag, wie Römerinnen in Positionen gelangen, die Männern vorbehalten sind. Und sie werden von Staats wegen darin noch unterstützt!" Mahnung klang in seinen Worten mit.
    "Varia hat eher als wir selbst erkannt, dass Rom instabil geworden ist und sie hat die Chance ergriffen. Warum sollte ein Sklave uns achten oder respektieren, wenn wir nicht in der Lage sind, unsere Traditionen vor unseren Frauen zu schützen? Wir sind schwach, wir sind angreifbar. Wir selbst haben Frauen erlaubt, die alten Sitten und Gebräuche mit Füßen zu treten." Wieder schob Menecrates eine wirkungsvolle Pause ein, bevor er weitersprach.


    "Und noch etwas, werte Senatoren: Dieser Aufstand kann und muss als göttliche Strafe gesehen werden. Bisher war mir nicht klar, an welchem Punkt uns die Götter zürnen. Ich habe während meines Consulats viel Zeit, Energie und Geld aufgebracht, um die Götter milde zu stimmen und um zu sühnen, aber wir erreichen nichts, wenn wir nur den Schaden begrenzen. Wir müssen die Ursachen bekämpfen und die Zeugin Sergia Fausta hat uns mit der Nase darauf gestoßen: Wir lassen unsere Traditionen verkümmern!
    Ich bin gewillt, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu tun und ich fordere euch auf, tragt die Verantwortung mit für Rom und für die Zukunft unserer Kinder."


    Er griff nach den Wachstafeln.


    "Ich habe einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, den ich euch hiermit vorstelle."



    Lex de restitutio


    Präambel
    Dieses Gesetz soll die alten Sitten und Gebräuche (mois maiores) des römischen Staates wieder herstellen, die bezüglich unserer wertgeschätzten Frauen galten. Zu ihrem Schutz und zur Wertschätzung der Geschichte unseres geliebten Roms sind Rechte und Pflichten gleichermaßen einzusetzen.


    § 1 Aufhebung besonderer Zugangsberechtigungen
    (1) Eine römische Frau und eine fremde Frau (Peregrina) können keine öffentlichen Ämter außerhalb des Cultus Deorum bekleiden.
    (2) Es werden alle Zugänge zu den equestrischen und zivilen Laufbahnen aufgehoben.
    (3) Eine Frau kann weder als Ritter noch als Bürgerin in der Verwaltung, im Militär, im Senat, der Kanzlei oder sonstiger Position einer Administration des römischen Staates dienen.
    (4) Nur der Cultus Deorum, die Vestalinnen und gesonderte Tätigkeiten im Zuge des Dienstes an den Göttern sind Frauen weiterhin frei zugänglich, mit Ausnahme von Positionen, die der Tradition nach männlichen Bürgern vorbehalten sind.


    § 2 Verpflichtung zum sittsamen Leben
    (1) Eine Frau hat sich den Gepflogenheiten der Traditionen unterzuordnen. Sie darf keinerlei standesfremde Tätigkeit ausführen, die nicht gebührlich ihrer Herkunft als Römerin ist.
    (2) Eine Frau kann sich nicht vom Stande über ihren Ehemann erheben, sofern dieser nicht zustimmt.
    (3) Eine Frau, mit Ausnahme von Sklavinnen, kann und darf keine Ausbildung an der Waffe erhalten.
    (4) Eine Frau ist dem Mann in der Öffentlichkeit untergeordnet, sofern dies ihrer Verpflichtung als Mutter, Ehefrau und Bewohnerin des Reiches nicht zur Schande gereicht.
    (5) Eine Frau ist von jeglichem aktiven und passiven Wahlrecht ausgeschlossen.


    § 3 Feststellung
    (1) Männer und Frauen sind nicht gleich.
    (2) Eine Vermischung ihrer Talente, Fähigkeiten und Positionen ist verboten.
    (3) Rom schützt und wertschätzt seine Frauen und achtet auf eine entsprechende Schutzposition.
    (4) Es gelten die alten Werte und Sitten der Ahnen, die in Weisheit und Weitsicht auf eine wertgerechte Gemeinschaft achteten.
    (5) Alle Gesetze und Positionen, die den Traditionen zuwider laufen, insbesondere der Beschäftigung einer Frau im öffentlichen Dienstverhältnis, außerhalb des Cultus Deorum, sind aufgehoben.
    (6) Frauen können weiterhin in handwerklichen und freien Berufen außerhalb der Verwaltung, dem Militär und den ritterlichen und senatorischen Laufbahnen tätig sein.


    § 4 Schutz und Rechte
    (1) Eine römische Frau ist gleichermaßen Bürgerin.
    (2) Sie wird vom Staat gleichermaßen geschützt und ihr Lebensrecht gilt als verwirklicht.
    (3) Eine Fremde (Peregrina) kann nicht den gleichen Schutz genießen wie eine römische Frau.
    (4) Eine römische Frau und eine Fremde können Zugang zu Bildung erhalten.
    (5) Eine römische Frau ist in ihrer Ehre zu achten.
    (6) Ehrenrechte umfassen einen standesgemäßen Umgang, Zurückhaltung und Wertpflege ihrer Anwesenheit.


    Der Consul blickte auf und zeigte sich gespannt, wer der Anwesenden bereits vom Zerfall erfasst war und sich die Blöße gab.

    Der Consul sah sich nicht dazu veranlasst, Sergia zu erklären, dass hier unabhängige Ermittlungen stattfanden, die weder die Ergebnisse anderer Behörden übernahmen noch sich an ihnen orientierten. Es ging die Zeugin nichts an, also ließ Menecrates die Kommentare an sich vorbeirauschen. Sich darüber zu ärgern, verschwendete Kraft, denn das Dumme am Ärger war, dass man nur sich selbst damit schadete, aber keinem nützte.


    Je länger jedoch das Gezeter anhielt umso weniger vermochte es der Consul, darüber hinwegzusehen. Er hörte ab einer gewissen Stelle sogar sehr genau zu.
    Als Sergia endete, hallte ihre letzte Forderung gleich einem Paukenschlag nach. Menecrates saß regungslos, allerdings ließen seine Augen erkennen, dass er konzentriert nachdachte. Dann fasste er einen Entschluss.
    Er erhob sich und wandte sich an die Kommissionsmitglieder.


    "Werte Herren, ich schließe hiermit die heutige Sitzung. Wir treffen uns in zwei Tagen zur Befragung eines neuen Zeugen." Er wandte sich an den Trecenarius. "Tiberius, wenn du bitte dafür Sorge tragen könntest, den Mann über Ort und Zeit zu informieren." Wieder vermied Menecrates die Nennung des Namens in Anwesenheit der Sergia. Da Tiberius ihn ermitteln sollte, würde er wissen, um wen es sich handelte.


    Der Consul ging zur Tür und öffnete sie. "Meine Herren, einen schönen Tag. Tiberius, du bleibst bitte hier." An Sergia verschwendete er kein weiteres Wort. Sollte sie nicht freiwillig gehen, würde er nachhelfen lassen. Für das Nachfolgende wollte er ungestört sein.

    Menecrates gefiel der Gedanke, das Tubilustrium zum Anlass zu nehmen, seinen Großneffen Marcellus der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein guter Anlass für einen wichtigen Schritt. Er lächelte noch versonnen, als Marcellus eine Frage zur Familie stellte.


    "Die Bewohner des Hauses wechseln mitunter. Manche statten Rom nur einen Besuch ab und werden dafür natürlich aufgenommen. Andere reisen zwischendurch oder werden in anderen Provinzen eingesetzt, kommen aber wieder. Einzelne, wie Sassia, wohnen schon immer hier, ziehen dann aber für immer aus." Er lächelte nicht mehr ganz so sehr, weil mit Sassia Lebendigkeit ausgezogen war. "Sie hat geheiratet", erklärte er.


    "Aber das war nicht deine Frage. Aktuell wohnen hier außer mir und Silana noch dauerhaft mein Sohn Galeo, meine Nichte Sisenna und mein Sekretär Faustus. Zu den Reisenden gehören Livineia und Marcus." Er strich sich über den Kinnbart, weil er so gut überlegen konnte.
    "Sollte Marcus rechtzeitig zurückkommen, könntet ihr theoretisch zu zweit die Karriere angehen."

    Stimmt, 10 Sesterzen für einen eingestellten Sklaven gab es früher schon.


    Ich würde nur gerne deutlich mehr als 10 Sesterzen zahlen und außerdem individuell. Ich hätte da mehrere Anwärter... Nur wegen mir, muss nix Neues eingeführt werden, aber vielleicht interessieren sich ja auch andere dafür =) ... und es findet sich ein interessierter IT-Spezialist für die Umsetzung. :)

    Heute, am letzten Tag der Quinquatrus Maiores, fand eine Prozession zum Atrium Sutorium statt. Der Consul wurde wie immer von seinem Sekretär begleitet und von Liktoren flankiert. Zum ersten Mal gesellte sich heute Marcellus zu ihnen, der zum Tubilustrium seine Unterstützung zugesagt hatte. Er schritt damit die erste Strecke seines Tiro fori ab.
    Das heutige Fest galt wieder Mars, aber es stellte den Beginn einer Festreihe dar, die den kriegerischen Aspekt des Gottes in den Vordergrund rückte. Der Consul, dessen Herz noch immer für das Militär schlug, wollte höchst persönlich der Reinigung und Heilung der Kriegstrompeten beiwohnen. Irgendwo in der Menge sollte auch sein Quaestor Flavius stehen, der sicherlich zu ihnen stoßen würde.


    Der Consul und seine Begleiter trafen ein, kurz bevor der Marsch rund um das Forum begann, in dessen Anschluss die Opferung des Flamen Martilis im Atrium Sutorium stattfinden würde.

    Menecrates fing Faustus' Blick auf. Hier im Rennoval stand er als Factiomitglied neben einem Gleichberechtigten. Er schob für die kurzen Momente der Spannung all seine Verpflichtungen zur Seite und atmete einmal wieder frei und unbelastet durch. Er konnte sich Gedanken über Taktiken und über unvorhersehbare Trainingsformen von Fahrern machen. Gerade in Bezug auf Syennesis wusste er keine Erklärung und zog ratlos die Brauen nach oben, während er die Schultern hob.
    "Ob er Lehren aus den letzten verpatzten Rennen gezogen hat? Ich weiß, du hältst ihn für arrogant bei ausbleibenden Erfolgen. Ich dachte auch bereits, er ist die typische Fehlinvestition, aber heute fängt er nicht übel an."


    Inzwischen wendeten die ersten Fahrer bereits und noch immer lag Syennesis an der Spitze. Strabax, der Sieger des vorherigen Rennens, heftete sich an dessen Fersen bzw. die Hufen des Gespanns. An dritter Position lag noch immer Tisander. Menecrates schwärmte schon fast von ihm, weil er bei aller Bescheidenheit, sich in bisher jedem Rennen gut platzierte. Aktuell wurde er allerdings von Braecus attackiert, einem der Stammfahrer, wenn auch ebenfalls noch jung an Jahren.
    In Marsyas' Wagen stand selten Fortuna, vermutlich sogar noch nie. Er hielt sich mit Müh und Not vor Rioanorix, der bei diesem Rennen nicht in Gang kam. Es gehörte immer etwas Glück, jede Menge Mut und Geschick dazu, um Taktiken umzusetzen. Zum Ende der dritten Runde konnte einzig Braecus eine Platzverbesserung vorweisen.
    Die Reihenfolge nach Runde drei:


    1) Syennesis
    2) Strabax
    3) Braecus
    4) Tisander
    5) Marsyas
    6) Rianorix

    Eine freudige Überraschung erwartete Menecrates, als Scato eintrat. In seiner Erinnerung zeichnete sich der Falvier eher ernst und zurückhaltend aus. Heute jedoch traf er auf einen anderen Scato.


    "Ich danke für die Einladung, Caius", erwiderte Menecrates - ebenfalls lächelnd - und ergriff die dargebotene Hand. "Selbstverständlich wurde ich gut versorgt und ich kann mir gut vorstellen, dass Sassia nach dem Zepter greift." Er überlegte kurz. "Wobei… es gibt doch auch Frauen mit älteren Rechten in der Villa."
    Es blieb keine Zeit, darüber nachzudenken, wen es außer der zweiten Gattin an Gracchus' Seite noch in der Villa Flavia gab, weil Sassia angeflogen kam. Er fing sie auf, bevor er dazukam, etwas zu äußern.
    "Ich freue mich auch, mein Kind", sagte er, nachdem er sie abgesetzt hatte. "Ich sehe, ihr seid glücklich miteinander. Das freut mich sehr!" Er strich ihr über das Haar, dann blickte er von Sassia zu Scato. Er erschien mit einem Lächeln auf den Lippen, Sassia später strahlte regelrecht - das Eheleben tat offensichtlich den beiden außerordentlich gut.

    Ich hätte Interesse daran, wöchentlich Gehälter zu zahlen. Es gibt ja auch eine Rubrik
    Gehälter: 0.00 unter den wöchentlichen Kosten, was nahelegt, dass damit keine Einnahmen aus staatlichen Ämtern gemeint sind.


    Aber in der Anleitung steht: Das Gehalt könnt ihr dann frei aushandeln. Die Auszahlung erfolgt allerdings nicht automatisch, sondern dein Arbeitgeber muss dir die vereinbarte Summe regelmäßig von sich aus überweisen.


    Gibt es für eine Privatperson die Möglichkeit, Gehälter zu zahlen? Und falls ja, wie geht das? Und falls nein, hat nicht jemand Lust, eine solche Funktion zu basteln? :)

    Nachdem ich bereits eine PN geschrieben habe, möchte ich nun auch noch öffentlich etwas schreiben, damit keine falsche Außenwirkung zustandekommt.


    Ich habe mit meiner ID Menec im Augenblick viel zu viele Threads offen, zeitweilig mehr als zwölf. Gestern habe ich meinen Enkel Marcellus übersehen und vor Tagen einen Brief in meinem SimOn-Postfach. Da es sich nun ausgerechnet um einen Brief von Lupus handelt und wir uns in der Simulation nicht mögen, möchte ich hier kundtun, dass es ein Versehen und keine Absicht war. Selbstverständlich hätte ich sehr gerne die Senatssitzung eröffnet.


    Ich möchte mich entschuldigen.


    Menec

    Zitat

    Original von Marcus Claudius Marcellus
    Seinen Großvater hatte Marcellus seit seiner Ankunft noch nicht wieder gesehen und er hatte auch noch nicht viel von dem erfahren, was sich in Rom während seiner Abwesenheit zugetragen hatte. Daher wartete er nur kurz, nachdem Menecrates sich nieder gelassen hatte und trat dann zu ihm.

    "Großvater, es tut gut dich zu sehen. Ich gratuliere dir zum Konsulat!"
    begann er recht schlicht, während er mit einem Kelch Wein in der Hand vor dem Familienoberhaupt stand.


    Wie wenig Menecrates mit seinem Enkel Marcellus gerechnet hatte, zeigte die Tatsache, dass er ihn im Getümmel nicht sofort als seinen Enkel ausmachte und auch erst Momente nach dem Ansprechen bemerkte. Der Consul wehrte sich gegen den Verdacht, dass sein Augenlicht und sein Gehör nachließen. Er schob die mangelnde Aufmerksamkeit auf die überaus anstrengende Arbeit in der Kommission, deren Anspannung er wenigstens in seiner Freizeit entfliehen wollte, sodass er entweder abschaltete oder sich mit leichter Zerstreuung den Kopf freimachte. Aus diesem Grund hallte zwar das Wort 'Großvater' in ihm nach, aber brauchte mehrere Augenblicke, um es richtig einzusortieren. Erst als die Erkenntnis wuchs, wandte er den Kopf und schließlich wurde ein Erkennen sichtbar.

    "Marcellus, entschuldige bitte, ich war mit meinen Gedanken ganz wo anders. Schön, dich zu sehen! Wann bist du denn angekommen? Ich wurde gar nicht informiert."


    Der erste Kampf wurde freigegeben, aber Menecrates achtete nicht mehr auf ihn, weil seine Aufmerksamkeit auf Marcellus lag. Dementsprechend überraschte ihn Tiberius mit seiner Aussage, als er zu ihm trat. Er sprach von einem Problem und machte auf den ersten Blick auch den Eindruck, als würde er eines sehen. Obwohl sich der Consul für den heutigen Tag bereits der Pflichten seines Amtes entledigt hatte, glitt er umgehend wieder in seine Position zurück und hörte aufmerksam zu.


    Zitat

    Original von Aulus Tiberius Verus
    Mit leiser Stimme sprach der Trecenarius mit kalter Tonlage: "Wir haben ein Problem." Es war wirklich so, dass Verus diese neue Lage als Problem betrachtete und untertrieb mit dieser Aussage sogar seine eigene Wahrnehmung. "Eine Frau aus Themiskyra ist hier," hoffte Verus, dass dieser Ausspruch ausreichen würde, um den Konsul zu alarmieren. Denn der Prätorianer wollte im Hause des Konsuls nicht mehr ohne dessen Zustimmung agieren. Immerhin waren sie in dieser Sache Partner widerwillen. Nun musste man sehr achtsam agieren, um diese Amazone nicht zu warnen. Verus würde zeitnah seine Handlanger entsenden, um Bewaffnete aus der Castra zu holen. Verus würde mit Sicherheit nicht erneut eine echte Themiskyra in Rom dulden. Lieber erwürgte er diese eigenhändig. Angst trieb ihre Blüten.


    Er betrachtete Tiberius für einen Moment sprachlos, während er sich gedanklich sortierte. Mit einer Neuauflage des Sklavenaufstands rechnete er nicht. Dafür verhielten sich alle im Garten zu normal. Den ersten Kampf hatte er weitgehend verpasst, aber an die Ankündigung erinnerte er sich dunkel. Die Kämpferin wurde sogar namentlich benannt, ohne dass sich Menecrates irgendetwas gemerkt hätte. Er suchte sie, entdeckte sie aber nicht auf Anhieb. Bis schließlich sein Blick an einer Säule hängenblieb, an der sie lehnte. Sie wirkte friedlich.

    "Sprichst du von ihr
    ?" Der Consul wies in einer dezenten Geste des Kopfes Richtung Säule.

    Beim Start des ersten Teils der Abstimmung versammelten sich innerhalb kürzester Zeit so viele Senatoren auf der Seite des Antragstellers, dass kaum noch mit einer überraschenden Wende zu rechnen war. Der Consul selbst würde mit seiner Stimme das Ergebnis weiter anheben, deswegen bereitete er bereits den zweiten Teil des Votums vor.


    "Werte Senatoren, wie angekündigt, wollen wir im zweiten Schritt darüber abstimmen, ob im Paragraf sechzehn die bisherige Ämterkombination 'Imperator Caesar Augustus' durch den neuen Amtsbegriff 'Censor' ersetzt werden soll. Das Gesetz würde dann so lauten:"





    Codex Universalis
    § 15 Ordo Equester
    (2) Der Censor hat alleinig das Recht, Erhebungen in den Ordo Equester vorzunehmen.


    (3) Equites haben zum Zeitpunkt ihrer Ernennung und zu jedem beliebigen Zeitpunkt eines vom Censor angeordneten Census mindestens ein Grundstück in ihrem oder dem Eigentum ihres Pater Familias vorzuweisen. Hat der Pater Familias selbst einen gewissen Census zu erfüllen, so darf sein daran gebundenes Eigentum hierbei nicht berücksichtigt werden.


    "Ich bitte in diesem Fall um ein Handzeichen der Zustimmung ( :dafuer: ) oder der Ablehnung ( :dagegen: ). Um nicht zu viel Unruhe aufkommen zu lassen, bitte ich darum, die jeweilige Position aus der ersten Abstimmung, also entweder auf der Seite des Antragstellers oder auf der gegenüberliegenden Seite beizubehalten."


    Sim-Off:

    Die Abstimmung läuft bis 28. März 22.00 Uhr

    Zitat

    Original von Herius Claudius Menecrates
    Eine PN an die SL ist unterwegs.


    Wäre es (trotz der nahenden Feiertage) zeitnah machbar, dass meine PN gelesen und bearbeitet wird? :) Da stehen die Setzdaten für die Equirria drin, die ja eigentlich am 14.03. gestartet ist.
    Zugegeben, die Sammlung der Setzdaten hatte sich auch arg verzögert.

    "Da gibt es nicht ganz viel falsch zu machen", beruhigte Menecates. "Es gibt eine Prozession und die Handlungen führt alle der Flamen Martialis aus. Wir gehen zum Forum, schauen uns die Prozession zum Atrium Sutorium an, verfolgen das Opfer und erleben die Weihung der Kriegstrompeten für Mars." Er zuckte mit den Schultern. "Das war es. Bis auf eine Kleinigkeit. Das Schaf möchte ich zur Verfügung stellen. Du könntest es dem Flamen Martialis im Vorfeld anbieten. Das wäre dein Part." Er lächelte, weil er die Angelegenheit keineswegs kompliziert fand. Das mochte für Marcellus, der neu in Rom war, ganz anders aussehen.

    Das Ende der Befragung trat schneller ein als gedacht. Andererseits schien sich der Informationsgehalt mittlerweile auch erschöpft zu haben, weswegen eine Verlängerung wenig Sinn machte.


    "Meine Herren, wir haben heute erneut die schon öfters erwähnte These gehört, dass Hunger, Gewalt und Elend ursächlich verantwortlich für die Beteiligung vieler Bewohner der Subura an den Unruhen sind. Außerdem hat uns die Gefangene wichtige Hinweise auf das ersten Glimmen der Unruhen gegeben und warum sie gemordet hat. Offensichtlich hat es vielen, die sich vom Staat vernachlässigt oder gar vergessen fühlen, imponiert, dass jemand Selbstjustiz verübt.
    Da wir hier ohnehin nichts mehr ausrichten können, schlage ich vor, wir verlassen den Ort. Ich für meinen Teil benötige keine Befragung von ausgesuchten Christen."


    Der Consul wartete noch, ob jemand eine andere Meinung äußerte, dann bat er durch eine Geste darum, die Kommission zurück ans Licht zu führen.