Beiträge von Decima Valeria

    Valeria betrat ihr Cubiculum und schloss die Tür hinter sich. Sie seufzte und lehnte sich von innen gegen die Tür. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Schnellen Schrittes ging sie, nachdem sie einige Kerzen angezündet hatte, zu der kleinen Kommode in der Ecke und begann, darin herumzusuchen. Sie wollte sich ein schönes Nachtgewandt anziehen, um Maximian zu gefallen, wenn er später kam.


    Bald wurde Valeria fündig und zog ein fein gearbeitetes, dunkelrotes Gewandt hervor, dass um den Kragen herum schön verziert war. Sie wusch sich und zog es an. Dann kämmte sie sich das blonde Haar sorgfältig. Schließlich war sie fertig und setzte sich seitlich auf ihre Lagerstatt. Was er wohl sagen würde, wenn er kam? Ob sie auffliegen würden?


    Valeria stand noch einmal auf und löschte die Kerzen, damit kein Schein nach draußen dringen konnte, wenn die Tür geöffnet werden würde. Dann legte sie sich wieder hin und wartete, den Kopf voller Gedanken.

    Valeria und Maximian betraten die Casa und nahmen wieder einigen Abstand voneinander ein, sodass man nicht darauf schließen konnte, dass sie mehr Gefühle füreinander hegten, als es sich für Cousin und Cousine schickte. Die Decima warf ihrem Liebsten noch einen gespielt-schmachtenden Blick zu, ehe sie verkündete:


    "Ich bin müde, ich werde mich in mein Cubiculum zurückziehen.... Gute Nacht, Maximian..."

    Valeria schmunzelte bei seinen Worten und entgegnete nichts außer einem Blick, der 'wer weiß....' ausdrückte. Dann kam Maximian ihr plötzlich wieder näher. Hauchzart streiften seine Lippen ihren Hals und ließen sie erschauern. Valeria schloss kurzzeitig die Augen und hielt die Luft an bei dieser Berührung. Und dann diese fünf Worte, die ihr eine leichte Gänsehaut bescherten.... Sie öffnete die Augen wieder und sah Maximian mit seltsamem Ausdruck im Gesicht an. Sie freute sich, war voller Vorfreude auf den Abend mit ihm. Doch Valeria war auch nervös und zudem etwas ängstlich was die Familie anging. Wenn sie sie erwischten... Nein, sie mochte gar nicht daran denken. Stattdessen lächelte sie ihren Liebsten nur an und nickte verschwörerisch.


    Während sie so dahinschlenderten, neigte sich der Tag dem Ende und Maximian und Valeria verließen den Park. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, doch eines hatten sie beide gemeinsam: sie freuten sich auf die dritte gemeinsame Nacht, die sie verbringen würden.


    Dass sie Cousin und Cousine waren, verdrängten beide erfolgreich, während sie der Casa entgegenschlenderten.
    Es durfte sie eben nur niemand erwischen....

    Valeria grinste und sah zur Seite. Sie konnte nicht umhin, sich über Maximians Verhalten etwas zu amüsieren. Er war eben auch nur ein Mann. :D Zu seiner Frage sagte sie erst einmal nichts, denn nun schien jemand einen wahren Sack voller Menschen ausgeschüttet zu haben: ein junges Pärchen kam ihnen eng umschlungen entgegen und vier kleine Knaben überholten sie, mit Holzschwertern bewaffnet und einander jagend.


    Aus den Augenwinkeln sah Valeria, wie Maximian seine Lippen befeuchtete und sie verstohlen ansah. Na, woran er wohl dachte, fragte sie sich selbst, schelmisch grinsend. Als sie endlich wieder ein wenig Luft hatten und kaum mehr Passanten in der Nähe waren, antwortete sie ihm auch.


    "Das ist ganz gleich, Hauptsache MIT dir", sagte sie leise und sah ihm dabei direkt und leicht lächelnd in die blauen Augen.
    "Ich hoffe nur, dass nachts niemand ein Anliegen hat, das einen von uns betrifft...."

    Das Eichhörnchen war nur zu niedlich gewesen und es dauerte einen Moment, ehe Valeria sich vom Anblick des possierlichen Tierchens losreißen konnte. Letztendlich aber hakte sich Valeria wieder unter und wirkte nun doch etwas fröhlicher. Maximian hatte gute Laune und war zuversichtlich; und das färbte auf sie ab.


    In der Ferne konnte man Wasser leise plätschern hören und Valeria sah Maximian fragend an. Gab es hier einen Bach in der Nähe? Zu seinen Worten schmunzelte sie nur.


    "Mit den richtigen Vorgaben lässt sich gut schauspielern", meinte sie zwinkernd.


    Sie bogen nun vom Hauptweg ab, in Richtung des Plätschern, und fanden sich auf einem kleinen Nebenweg wieder, der sehr verschlungen durch den Park führte und zudem auch nicht sehr besucht war. Vielleicht lag es daran, dass es hier mehr Bäume gab als nahe den anderen Wegen und die Sonne somit nicht so warm herab schien wie im restlichen Park. Valeria sah auf und nach hinten, und als sie niemanden entdeckte, stellte sie sich auf die Zehenspitzen, beugte sich rasch zu Maximian und drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Lippen. Auf dem Rückweg hauchte sie ihm noch ein fragendes "Sehn wir uns heut Nacht...?" ins Ohr. Dann sah sie in eine andere Richtung und schmunzelte leicht. Der Kuss, so kurz er auch gewesen war, hatte ihr sofort Lust auf mehr gemacht. Doch diese flüchtige Geste war schon mehr als waghalsig gewesen...

    Valeria ging nun etwas näher an Maximian, als es sich für Cousin und Cousine gehörte. Sie brauchte das einfach in diesem Moment. Nichts wünschte sie sich sehnlicher, als dass Maximian gleich mitkommen würde, wenn sie nach Rom zurückfuhr. Nun ja, wenigstens würde er sie besuchen, so hatte sie einen Lichtblick. Valeria seufzte und sah wie Max auf den Boden vor ihren Füßen. In ihrem Rücken spürte sie sein gelegentliches Streicheln.


    "Ach Max....", seufzte sie und sah ihn an.
    "Ich würde so gern...."


    Valeria verstummte in einem bittren Lächeln. Er würde wissen, was sie meinte. Würden sie sich heute Nacht sehen? Oder wäre es zu gefährlich? Würden die anderen Familienmitglieder etwas merken? Würden sie ihn nach Rom gehen lassen? Ihr gingen so viele Fragen durch den Kopf; und die letzte brachte sie zum Nachdenken.


    "Welchen Grund willst du nennen, um nach Rom zu kommen? Und wann wirst du kommen?" fragte sie. Valeria konnte es scheinbar schon jetzt kaum erwarten, ihn wieder zu sehen, obwohl er doch neben ihr ging.


    Sie setzte gerade zu einer weiteren Frage an, als quer über den Weg zu ihren Füßen ein kleines braunes Etwas mit buschigem Schwanz huschte.


    "Oh sieh mal!" rief Valeria erstaunt und zeigte auf das zierliche Tierchen.
    "Ein Eichkätzchen! Sowas hab ich in Rom bisher nur einmal gesehen, in den öffentlichen Gärten."

    Valeria lächelte Maximian flüchtig zu und drehte dann rasch den Kopf so, dass ihre Lippen kurz seine Hand berührten.


    "Es ist nichts. Das heißt....ich denke an meine Mutter. Ich sollte nicht mehr so lang fern bleiben von Rom. Auch wenn ich eigentlich viel lieber hier bleiben würde."


    Sie sah ihn warm an und fügte hinzu:
    "Hier bei dir."


    Valeria ließ ihren Blick über den Park gleiten. Viele Kinder spielten hier und waren fröhlich. Doch wenn sie an ihre eigene Situation dachte, war Valeria selbst es nicht. Gut, sie hatte Maximian, einen gut aussehenden Plebejer, der sie liebte. Aber sämtliche Begleitumstände riefen nicht gerade frohe Gefühle in ihr hervor. Ihr gemeinsamer Weg war mit spitzen Stolpersteinen gepflastert. Sie wusste nicht, ob sie die Zukunft unbeschadet überstehen - oder aber aus reinem Selbstschutz aufgeben würde.

    Valeria schmunzelte. Aha, daher wehte der Wind. Sie lächelte und wurde leicht rot, als sie Maximians Arm leicht drückte und ihn von der Seite her ansah. Na, da hatte sie sich ja einen eingefangen! Sie grinste, um ihre leichte Verlegenheit zu überspielen.


    "Ach, Maximian, wir haben doch sooo viel Zeit. Wir werden sicher einmal das Bad besuchen, wenn dein Arm auskuriert ist. Und vorerst....müssen wir eben mit dem Park vorlieb nehmen.." meinte sie und zwinkerte ihren Begleiter an.


    So gingen sie einige Schritte weiter und Valeria fragte sich, ob es nicht doch besser sei, recht bald zu ihrer Mutter nach Rom zurückzukehren. Ihr Gesicht nahm einen leicht bedrückten Ausdruck an und das Herz wurde ihr nicht leichter durch diese Gedanken.

    Valeria fragte sich, was Maximian wohl durch den Kopf ging, als er plötzlich anzüglich grinste. Jedenfalls nicht die Idee mit dem Spaziergang im Park, so viel war sicher. Die junge Decima schmunzelte und überlegte nicht lange nach einer passenden Antwort.


    "Die junge Dame würde sich freuen, Zeit mit dir zu verbringen, egal wie. Ein Spaziergang im Park hört sich da schon mal gut an, auch, wenn wir nicht allein sein werden. Aber sag....woran hast du eben gedacht? Der Park war es sicherlich nicht..."


    Valeria sah ihn einen Moment verführerisch grinsend an, dann wandte sie den Blick schmunzelnd nach vorn und wartete auf seine Antwort.

    "Ich auch....aber wir waren ja auch noch nicht lang in der Casa. Es wird sicher noch schwer werden, Vorwände zu finden, meinst du nicht auch?"


    Valeria seufzte und sah Maximian traurig lächelnd an. Dann sah sie wieder gen Boden. Sie sollte nicht ständig Trübsal blasen, was Maximians und ihre gemeinsame Zukunft anging, schalt sie sich in Gedanken. Fortuna hatte Maximian statt eines gebrochenen Arms einen angebrochenen beschert. Sicher würde sie auch ihr gemeinsames Schicksal positiv gestalten. Das hoffte Valeria zumindest innigst. Sie straffte die Schultern etwas und lächelte Maximian nun ehrlich von der Seite her an. Der Tag war noch nicht allzu weit vorangeschritten.


    "Was machen wir jetzt.....Liebster?" fragte sie ihn.
    Das letzte Wort war sehr leise gewesen. Sie durften nicht auffliegen.

    Valeria ging zwar mit in das kleine Cubiculum, hielt sich aber im Hintergrund, als Maximian untersucht wurde. Der Medicus tastete zuerst seinen Arm ab, beugte und dehnte ihn dann in mehrere Richtungen und fragte den jungen Mann immer wieder, ob ihm dieses oder jenes weh tat. Schließlich lehnte sich der Medicus seufzend zurück und verkündete:


    'Du bist vom Pferd gefallen, sagst du? Nun, Junge, da hast du aber noch mal Glück im Unglück gehabt. Dein Arm ist nur angebrochen. Du bekommst eine schmerzstillende Salbe und eine Schiene und dann wollen wir doch mal hoffen, dass dein Handgelenk in wenigen Tagen wieder voll einsatzbereit ist.'


    Gesagt getan; der Medicus machte sich an die Arbeit und schon bald darauf konnten Maximian und eine glückliche Valeria das Valetudinarium wieder verlassen.


    "Siehst du, Fortuna hatte ein Einsehen", grinste Valeria, die sich wieder bei ihm eingehakt hatte.

    Alles klar! Dann muss ich meine Anmeldung zurückziehen, selbst, wenn ich bis zum 14. Juni meinen CRV hab. *seufz*
    Ich bin dann nämlich erst einmal ein Vierteljahr in den Staaten und hab so gut wie kein Internet...
    Schade - aber beim nächsten bin ich ganz sicher dabei!! :)

    Valeria lächelte dem Soldaten zu, nickte und schob sich dann zusammen mit Maximian an ihm vorbei und ging auf das Gebäude zu. Sie seufzte leise und meinte:


    "Hoffentlich hat Fortuna ein Einsehen mit dir und bestraft dich nicht wirklich mit einem gebrochenen Arm für deine mutige Rettungsaktion."


    Sie zwinkerte Maximian zu und drückte kurz seinen Arm, in dem sie sich eingehakt hatte. Und da waren sie auch schon angekommen beim Valetudinarium.

    Valeria sah skeptisch zu ihrer Tante Eleanora hinüber...
    Dann wandte sie sich zu Maximian hinüber. Sie verstand sofort, tat aber so, als verstünde sie nicht.
    Valeria überlegte einen Moment, ehe sie sich vergnügt bei ihm unterhakte und meinte:


    "Hmm.....es ist sicher besser, wenn dich jemand begleitet. Ich habe schließlich eh nichts vor, also warum nicht?"


    Witzelnd fügte sie hinzu:
    "Dann kann dich auch jemand auffangen, solltest du in Ohnmacht fallen..."

    Valeria wog den Kopf hin und her. Sie sah zu Gallus.
    "Da wirst du wohl recht haben. Ich bin auch dafür, dass sich ein richtiger Medicus den Arm ansieht."
    Zu Maximian gewandt vor sie fort:
    "Vielleicht hast du wirklich Glück und er ist nicht ganz hin."

    Maximian stand neben ihr, während sie die drei begrüßte.
    "Wir waren ausreiten und dann ist mein Pferd durchgegangen. Maximian hat mich gerettet und ist dabei selbst gestürzt. Wir glauben, dass der Arm gebrochen ist. Habt ihr denn nicht mitbekommen, dass wir so lange fort waren?" erklärte Valeria und sah ziemlich schuldbewusst drein.

    "Ich hoffe es, Maximian. Ich hoffe es", sagte Valeria nachdrücklich. Sie hoffte auch, dass die Götter ihnen beiden darüberhinaus gut gesinnt bleiben würden. Wenn es aufflog...


    Unwillkürlich rutschte Valeria noch etwas näher an ihn heran und legte den Kopf auf seine Schulter, während sie so nachdachte. Sie fuhren noch eine ganze Zeit lang ruckelnder Weise umher. Dann bogen sie auf den gepflasterten Weg ein, der nach Tarraco führte. Bald schon konnte man die ersten Gebäude sehen. Valeria schluckte und rutschte schweren Herzens ein Stückchen von Maximian weg. Sie nahm auch die Hand von seiner, ganz so, wie es sich für Cousin und Cousine gehörte.


    "Maximian? Ganz gleich, was du sagen musst, ich werde wissen, dass du es nicht so meinst", sagte Valeria noch.


    Und dann befanden sie sich vor den Toren Tarracos.