Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    Zitat

    Original von Decimus Annaeus Varus
    Varus hatte sich ein paar Tage frei genommen und war nach Rom gereist um sich bei Medicus Germanicus Avarus über Berufliche Perspektiven nach seiner Dienstzeit als Duumvir von Mantua zu erkundigen.
    So oft war er noch nicht in Rom aber als er die Stadttore passierte zog das Gefühl, welches ihn schon das letzte mal hier war in seinen Bann.
    Schon als Kind hatte er immer von Rom geträumt. Nun stand er vor der Casa Germanica und klopfte an das grosse Tor.


    Klopf, Klopf..... .


    gespannt trat Varus einen Schritt zurück und wartete darauf, dass sein klopfen erhört wird.


    Es dauerte etwas, aber nicht ewig. Ein Zeitraum eben, den ein gerade etwas unterforderter Türwächter so benötigt, um die eingerosteten Knochen in senkrechte Lage zu bringen. Natürlich wollte er auch akurat aussehen und deshalb verstrichen nocheinmal einige Augenblicke, die vor der Tür länger sein konnten, als dahinter.


    Dann ein Knacken und Ächzen, das Türblatt tat sich auf und gab den Blick in den Vorhof preis.


    "Salve, was wünscht du?"


    Vorallem wen, wobei das in diesen Tagen recht einfach war. Die Casa Germanica wurde nämlich nicht von derart vielen Bewohnern überschwemmt, wie sie es in sommerlichen Spitzenzeiten tat. Dann wenn Familiensprosse, Freunde und Bekannte gern auf eine kostenlose und vorallem bequeme, mit Vollverpflegung heimische Behausung in der unendlichen Stadt Rom zurückgriffen. 8)




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    Natürlich versuchte auch der Bub tapfer zu sein und sich diese exotischen Begriffe bis nach oben zu merken. Wahrscheinlich war es besser Philomelus gleich zurückzuschicken, aber es klang dann wohl auch so, als wollte er sich vor dieser 'einfachen' Aufgabe drücken. Also blieb dem Jungen nichts anderes übrig, als die Antworten in Fragen am richtigen Ort umzumünzen und mit Antworten zurückzukehren.


    Heute schien ein guter Tag für die Männer vom Kundendienst zu sein, denn als der Bursche zurückkehrte, hatte er eine vielversprechende Antwort parat: "Man wünscht ein quinum denum..." und weil er sich unsicher in der Ausspruchweise war, fügte er hinzu: "... das für siebenhundertfünfundzwanzig mehr."










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    Es war ein sehr schlechtes Beispiel, wenn man immer die Provinz Hispanien heran zog, um aufständische Gruppen zu publizieren. Gerade Durus mußte doch wissen, wo Roms Schirmherr geboren wurde.


    "Für sicherheitsrelevante Maßnahmen stehen dem Proconsul die Einheiten und die Erfahrung des Regionarius zur Seite. Dessen Kompetenz sollte ausreichen, um eine Diebesbande dingfest zu machen oder ein anderes Verbrechen im Keim zu ersticken. Sollte es einmal etwas härter kommen, wird ein Praefectus oder Legatus ganz sicher nicht Rat in Rom der Tat vor Ort vorziehen. Die Kommandanten sind ihrer Kompetenz wegen eingesetzt, nicht ihres politischen Kalkühl wegen. Berichte zum Eingreifen lassen sich auch nach erfolgreicher Operation verfassen und ich bin mir sicher unser Kaiser schätzt mehr jene, die Taten vollbringen als derer, die um ihres Willen zögern. Daher sehe ich keinen Grund zivilen Statthaltern mehr militärische Macht zuzusprechen, als sie in ihrer Verwaltungsarbeit brauchen. Ein Proconsul sollte sich in seiner Berichtsführung im Allgemeinen immer mehr dem Senat von Rom verpflichtet sehen. Eine gute Kommunikation läßt es durchaus zu, Situationen rechtzeitig zu erkennen, zu analysieren und präventiv dagegen vorzugehen."


    Vielleicht ward Durus ja auch von Fluffi vorgeschickt worden. Noch immer war ihm aber nicht klar, was der Patrizierspross in seinem proconsularischen Amt in Hispanien mit 'eigenen' Soldaten wollte. Noch dazu so Einer!




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    "Da geht es hier weniger darum, was man sich aus dem Text zitiert, denn wohl mehr was die Gesetzestexte für Klauseln beherbergen."


    Avarus machte nichtmal Anstalten dazu es Umzuformulieren. Immerhin hatte er das Anhängsel weder verbockt noch beführwortet.
















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    Avarus erhob sich und gab einige Passagen des Codex Universalis zum Besten:


    "Senatores! Der Codex Universalis, Pars Sexta - Ämter des Cursus Honorum enthält:


    § 53 Aedilis
    (1) Das Amt des Aedilis Plebeii ist nur Angehörigen einer Gens des Ordo Plebeius zugänglich. Für den Aediles Curules muss man einer Gens des Ordo Patricius entstammen.
    (2) Die Tätigkeit der Aediles umfasst folgende Bereiche: die Verwaltung und Aufsicht über die Tempel; der Polizeidienst; die Aufsicht über Instandhaltung und Sicherheit in der Stadt und deren Verkehr mit Einhaltung der Marktordnung, Kontrolle der Bäder, Bordelle, Garküchen und öffentlicher Brunnen; die Aufsicht über Speicher und Magazine mit der Kontrolle der Getreide- und Ölzufuhr und Getreideverteilung; die Organisation der öffentlichen Spiele. Sie haben das Recht, von den Cohortes Urbanae Soldaten anzufordern, die die Aediles bei ihren Aufgaben unterstützen sollen. Sie sind überdies befugt, in ihrem Amtsbereich entsprechende Verordnungen zu erlassen.
    (3) Sollte nur ein Aedilis gewählt worden sein, so erhält er die volle Machtfülle der Aedilität. Sollte kein Aedilis gewählt sein, oder dieser abwesend sein, so wird er durch den Praefectus Urbi vertreten.


    Vor nicht all zu langer Zeit stimmte eine knappe Mehrheit für den Codex Universalis, Anhang des Codex Universalis, Pars Quinta Decima - Lex Flavia de frumentationibus:


    § 7 de Cura Annona
    1) Die Beschaffung, Lagerung und Verteilung der Getreidespenden obliegt der Cura Annona.
    2) Die Verantwortung über die Cura Annona hat der praefectus annonae zu tragen.
    3) Im Falle einer Nichtbesetzung des Amtes des praefectus annonae obliegt die Verantwortung über die Cura Annona dem praefectus urbi.


    Sicher fällt euch auch ein Synchronisationsproblem dabei auf."


    Avarus wußte schon damals, warum er über so ein halbfertiges Anhängsel nur negativ abstimmen konnte. Heute wurde es ihm beim eigenen Informieren schlagartig bewußt.




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    Die andauernde Nachdenkphase des ehemaligen Proconsuls von Hispanien nutzte auch der aedil für eine Schadensbilanz. Viel hatte er noch nicht erfahren können. Was im allgemeinen klar war, waren Namen und Summen. Die Zusammenhänge blieben weiter schleierhaft. Nichts stand dem Aedilen ferner, als eine öffentliche Untersuchung einleiten zu müssen, doch die wenigen bewiesenen Indizien forderten das geradezu heraus. Es würde sicher eine schmutzige Kampanie werden. Einige Dreckspatzen auf diese Galeere aufspringen, um ihre eigenen Profile auf Kosten Anderer -womöglich Unbeteiligter, aber sofort mit Bekanntwerden Verurteilter- römischer Bürger, eventuell gar Senatoren, zu profilieren. Nein das war sicher nicht der richtige Weg. Avarus zupfte nervös an seinem Kleidwerk.


    Nochmal versuchte er sich den Schaden für Staat und Vaterland in das Gedächtnis zu rufen. Nichteinmal dreitausend Sesterzen waren es, ganz genau zweitausendsiebenhundertzweiunddreißig. Ein Klacks, wenn man bedachte, eine Untersuchung mit Aufbringung dessen zu unterbinden.


    Er fuhr sich über die Stirn, fand aber, das es nicht an ihm war diesen Vorschlag zu machen. Soweit sollte es dann doch reichen. Mit dieser Summe war der Gerechtigkeit nach Avarus Gutdünken genüge getan. Auch wenn Agrippa nach seinem Beteuern nichts wußte, so steht außer Frage das Leichtgläubigkeit und überspanntes Vertrauen vor Strafe nicht schützt... 8)

    Mit einer unruhigen Nacht hatte der Morgen begonnen und Avarus verließ das Haus zu sehr früher Stunde. Sein Weg führte ihn mit einigen Klienten zum Forum, dann zum Markt und in einige Seitengassen. Irgendwann zum mittleren Vormittag verstreuten sich die Anhänger in den Straßen und die Begleitung bestand nurmehr durch die beiden Thakersklaven aus dem Haushalt Germanica.


    Er strebte zum Forum Romanum, um Senator Macer einen Besuch abzustatten. Vielleicht hatte dieser etwas Zeit oder zumindest Muse, dann konnten sie zusammen in die Thermen gehen. Amtlich versteht sich... ;)

    Der Junge schaue erst mit großen Augen zu, wie die Männer vom Wasserdezernat mit so simplen Dingen das Rohr herrichteten und vergaß bei all dem Staunen fast, dieser Bitte Folge zu leisten. Als er es aber realisiert hatte, flitzte er los und suchte den Schreiber des Senators.


    Es dauerte eine ganze Weile, bis er betröpfelt zurückkehrte. "Der Herr hat entschieden, das das Rohr etwas dicker werden soll. Philomelus hat gesagt, das Senator Germanicus Avarus gesagt hat, das ihm der Zeitraum zur Befüllung der Becken deutlich zu lang ist. Philomelus meinte ihr Wasserleute sollt mir sagen, was für ein größeres Rohr sinnvoll ist, damit die Becken rasch benutzbar sind... ach und was der Spaß kostet." Darauf achtete der Herr. Zumindest unnütze Geldmünzen gab er ganz Wenige aus, Nützliche aber umso mehr, das spürten auch wir Haussklaven ab und zu. Das Positive wog bei ordentlichen Umgang unserer Seits, die negativen Erinnerungen auf...








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    Für Avarus eine nicht unobskure Frage. Warum? Das würde man gleich erfahren...


    "So augenscheinlich richtig dein Ansinnen ist, so eklatant falsch ist es gleichermaßen. Ich möchte jene, die als Proconsul dienen nicht unfähig nennen eine kleine Einheit zu führen, aber ich möchte Bedenken anmelden, das jener Status über den der Stadtpolizei hinaus ausgedehnt werden sollte. Zwar leistete ein jeder Praetor auch einige Jahre militärischen Dienst ab, die Wenigsten unter ihnen jedoch mehr als bürokratisch."


    Er selbst nahm sich dabei nicht aus.


    "Du sprichst von Bauaktionen, von Reperaturen, wenn ich deine Worte richtig erkenne, nun welchem Statthalter wurde jemals ein derartiges Anliegen verwehrt? Ein Schreiben an die Administration war meist nicht einmal von Nöten, vielmehr langt so oft eine Kommunikation mit dem amtierenden Befehlshaber. Wozu also Befehlsketten aus der Waage bringen?


    Die Zeiten der Republik sind Geschichte. Heute haben wir eine durchaus akzeptable Militärhierachie. Ihre Kommandanten durchlaufen einen langen Bildungsweg -taktisch wie physisch-. Ihnen einen Zivilisten als Befehlshaber vor die Nase zu setzen, würde nichts außer Komplikationen bringen. Und wie schon gesagt, für zivile Projekte hat sich noch nie eine Einheit gesperrt. Und wissen die Götter, ich habe darin einige gute Erfahrung gesammelt."


    Er setzte sich erstmal wieder. So recht wußte Avarus nicht, wozu die Aristrokraten diesen Vorschlag einbrachten. Das er nichtmal auf die Idee kam, das Durus dies allein vorantrieb, war eh klar.


    Ein weiterer Punkt, das Tiberius Durus wohl auch zu jenen gehörte, die vom Militär nicht den leistesten Schimmer hatten, zeigte die Annahme, das die in befriedeten Provinzen stationierten Kräfte 'nichts zu tun' hatten. Da war selbst der unwissende Senator Avarus besser informiert.




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    "Ah.... ja" kam es langatmig aus dem Mund des Burschen heraus. "Werdet ihr das reparieren?" Fragte er dann etwas unsicher, da er ja eigentlich nur zum Zeigen mitgeschickt wurde. Doch Philomelus war ja nicht da. Wie immer, wenn man selbst nicht so recht weiter wußte...


















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    Vielleicht hatten die Priester das Ritual auch einfach nur falsch aus den sybillischen Büchern gedeutet. Avarus war so als hätte er mal über ein derartiges Götteropfer gehört. Das mußte zwar schon mehr als hundert Jahre her sein, aber damals wurden die Viehcher erst geweidet, dann ausgenommen und schließlich die tropfenden, für rein befundenen Organe Kopfüber ums pomerium getragen. Am Ende stand dann das feierliche Opfermahl. Wahrscheinlich wurde nur keinem bewußt, das die Götter nicht nach sehnigen Schenkeln und zähem Fleisch lechzten, sondern nach den edlen Herzen dieser Rinder.


    Aber er verhielt sich ruhig. Es war nicht sein Thema und warscheinlich wären sowieso zehn Aristrokraten aufgesprungen, hätte Avarus auch nur versucht die Lippen zu bewegen. So lächelte er verschmitzt in sich hinein und beobachtete von seinem Sitzplatz aus das Schauspiel. Man mußte sich das eigentlich nur bildlich vorstellen. Aber in ihrer sorgvollen Ernsthaftigkeit war der Blick wohl getrübt, um Sinn und Unsinn zu unterscheiden.







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    Germanica Aelia et Decius Germanicus Corvus
    Regia Praefecti
    Polis Alexandreia
    Provincia Alexandria et Aegyptus



    Salve Aelia und Corvus,


    in Vertrauen auf die guten Dienste der kaiserlichen Post auch während meines Ausfluges in die Politik, sende ich euch heute liebe Grüße aus Rom. Zum Einen möchten wir uns ganz herzlich für dieses wunderbare Geschenk bedanken. Das hat vielleicht Aufsehen in den Straßen der Stadt gemacht. Leider nur ist das Anwesen unserer Familie nun doch nicht so rießig in Rom, das es ein eigenes Gelände zum Austoben bekommen konnte. Doch die Nachbarn unseres Hauses, wir und vorallem die Freunde und Bekannten haben das wohlschmeckende Fleisch des Hippopotamus genossen. Lucilla konnte natürlich nicht umhin aus der Haut eine Handtasche und schicke Schuhe machen zu lassen. Für den größeren Rest habe ich eine Kline anfertigen lassen. So konnt auch ihr beim nächsten Besuch auf dem Rücken des Nilpferdes träumend im Atrium liegen. Also nochmal ganz herzlich Danke!


    Ansonsten gibt es wenig Neues aus der Hauptstadt zu berichten. Das Lucilla und ich die Casa alleine bewohnen, hat sich nicht geändert. Sedulus weilt noch immer in zweiter Tribunatszeit bei der Legio II Germanica in Germanien. Auch seine angetraute Frau Paulina ist bei ihm, welche aber -auch in Vertretung des pflichtbewußten Spross- unsere Hochzeit besuchte. Ansonsten gibt es wenig zu berichten. Mein Enkel Secundus hat sich auf eine Reise gemacht. Ob er in Rhodos, in Athen oder auf Zypern die Rhetorik und Geschichte studieren will, war aber leider nicht zu erfahren. Ich befürchte fast, das er dem Lebenswandel so einiger Germanicusse folgen wird und erst zurückkehrt, wenn das mitgenommene Geldsäckchen verprasst ist. Natürlich gönne ich es ihm, seine Jugend zu genießen. Trotzdem fühle ich mich immer an jene erinnert, die diese freie Art zu leben nie erlebt haben. Ihre Taten werden für Rom immer in Erinnerung bleiben. Eine Ehre, die unseren Kindern leider nur selten einleuchtet. Aber ich möchte nicht Trübsinn blasen und das Beste auch für ihn hoffen.


    Euch wünsche ich alles erdenklich Gute und kann nur hoffen, das ihr uns in Rom bald besuchen kommt. So schließe ich vorerst und bete, das der Bote sein Ziel gesund erreicht und ihr meine Zeilen bald in den Händen halten könnt.


    Liebe Grüße auch von Lucilla.


    Euer

    [Blockierte Grafik: http://www.ostheim21.de/Imperium/Sig_Avarus.gif]


    ANTE DIEM VIII KAL FEB DCCCLVIII A.U.C.

    "Wir haben nur einen Vogel..." antwortete der Junge rasch, zu schnell wie er gleich bemerkte und rot anlief. "...einen Sittich von der Hausherrin." Puh. "Aber in der Nachbarschaft gibt es sicher Katzen. Dem Senator sind sie aber zu haarig." Plapperte er munter weiter und vergaß dabei fast ruhig zu sein. Das war er nun. Immerhin weckte diese Frage auch seine Neugierde. "Warum Katzen eigentlich?" Wollte er dann wissen und blickte verwundert drein.













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    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    "Es müssen ja nicht immer alte große Werke sein, die zur Aufführung gebracht werden", stimmte Macer indirekt zu. "Auch ich kann epischen Werken bei einem zu langatmigen Vortrag keinen ungestörten Genuss abgewinnen. Aber auch bei modernen oder kürzeren Fassungen alter Stücke oder eben neuen Stücken, reicht mir ein guter, spritziger Vortrag vollkommen. Komödien und Parodien natürlich eher als Tragödien. Wilde Kostümierungen oder exzentrische Bühnenbilder erschienen mir dabei häufig nur als albernes und unnötiges Beiwerk." Wobei häufig ziemlich relativ war, denn Macer verfolgte äußerst selten Aufführung in diesem Rahmen, egal ob in einem Theater oder bei einer reisenden Schaustellertruppe. Die letzten Darbietungen hatte er alle im Rahmen privater Feierlichkeiten verfolgen können.


    Dementsprechend fiel es ihm leicht, auch wieder auf die Wagenrennen zu sprechen zu kommen. "Ich rechne mit den nächsten Wahlen für Ende Februar, das wäre dann wohl das Limit. Soweit ich es im Kopf habe, sind dann einige Feiertage, was die Wahlen nach hinten verschieben könnte und Anlässe genug für Spiele bietet. Um die Bahn mache ich mir ehrlich gesagt keine Sorgen. Unsere Wägen sind robust genug und unsere Pferde auch festen Boden gewohnt. Außerdem könnten diese Bedingungen vielleicht anderen Fahrern eine Chance geben, wenn die etablierten Profis damit nicht zurecht kommen." Was Macer aber eigentlich ausschloss, immerhin waren die etablierten Profis genau deswegen etabliert, weil sie sich schon in vielen verschiedenen Rennen bewiesen hatten.


    Es war wohl nicht veränderbar, das die Theaterkunst nur einem kleinen Teil der Menschheit als lohnenswerte Freizeitbeschäftigung galt. Trotz alle dem hatte sich in Rom ein Künstlerkreis gebildet, der seine Zuschauerzahlen konstant hoch halten konnte. Avarus gehörte dazu.


    Mit Macer war da aber wohl nicht so recht drüber zu schwatzen, also konzentrierte sich Germanicus Avarus ebenfalls auf die Wagenrennen.


    "Dann wird wohl die Mitte des Februar genau der Zeitpunkt sein, um den Boden des Circus Maximus zum Beben zu bringen." Stellte er somit fest, würde sich aber noch über die kalendarischen Feste erinnern lassen, um keine Spielpausen zu verletzen. "Um allen die gleichen Chancen einzuräumen, sag ich dir vorerst auch keinen ganz genauen Termin." Er grinste verschwörerisch. "Es ist eine gute Idee... Nachwuchsfahrer sollten dabei ihre Chance bekommen, da könnte mir noch etwas einfallen." Ein Rennen in Altersstufen zum Beispiel, aber das sprach Avarus nicht aus. Sonst wäre die Neuerung bestimmt in einer Dreiviertelstunde in ganz Rom verbreitet und damit irgendwie nicht mehr neu. 8)


    In der Arena tat sich nix mehr.


    "Bah is das langweilig..." ließ er sich dann doch zu einem Kommentar hinreißen. Wenn er noch allein gewesen wäre, hätte Avarus Macer sicher vorgeschlagen in die Thermen zu wechseln. So aber würde Lucilla über ihren 'gestohlenen' Mann sicher nicht erbaut sein. (wenn sie den Verlust während ihrer Schnatterei überhaupt merkte) 8)


    "Schon gehört, wer sich für die nächsten Wahlen wird aufstellen lassen?"


    Noch ein Monat, da konnten die Spekulationen schonmal los gehen. Auch wenn es jeder verurteilte, aber die Stimmenkäufer hatten in diesen Wochen bereits Hochkonjunktur. Im Sand unten blieb es träge, da mußten die Besucher sich eben selbst unterhalten. Auch wenn das am Zweck eines Arenaspektakels vorbei ging.

    Der gute Anstand verlangte es, das Germanicus Avarus seinen Würgreiz bei dieser Namensnennung unterdrückte. Bevor er bei dem an die Tür klopfte, würde noch viel Wasser den Tiber runter fließen. Zumal seine Ermittlungen dabei nicht weiter voran schreiten würden. Immerhin hatte das Collegium Pontificum nur äußerst selten überhaupt genügend Göttergaben im öffentlichen Umlauf. Was ihn mehr intressierte, waren die staatlichen Preisdiktate.


    "Hm, ich sehe dabei aber nur einen unnützen Weg auf mich zukommen. So wie es ausschaut, sind die Collegien kaum in der Lage die ehrfürchtigen Anforderungen der römischen Bürger, des Volkes und der Aristokraten zu befriedigen. Kein Wunder bei den Vorzeichen und Geschehnissen dieser Tage.
    Vielmehr sorge ich mich um die Angebote der Staatsmünze. In Vereinbarkeit mit Gesetzgebung und Reputation ist es nicht vertretbar, das jene Stelle Preise jenseits von akzeptablen Gewinnaufschlägen festsetzt. Immerhin sind sie es selbst, die bei Preistreiberei einspringen sollen."


    Das dies unmöglich dabei war, würde sicher auch Hungaricus wissen. Auch wenn Luxus bereits als solcher zu verstehen war und enorme Ausgaben der gehobenen Klasse voraussetzte, so unterlagen diese Waren trotzdem dem Codex und sollten gerade vom Staat nicht über der empfohlenen Schwelle von plus fünfzig Prozent verkauft werden.

    Für den Alten würde diese Art der Auskundung zu lange und vorallem zu anstrengend verlaufen. Dazu war er nun wirklich nicht im Hause. So kontrollierte er beim Hochgehen das Atrium, ob sich nicht einer der Lausbuben fand, die in ihrer Arbeitszeit oftmals ganz schön viel Blödsinn anstellten und wurde fündig. Nun war es ein eher ruhiger Typ Sklave, der die beiden Männer hoch und runter führen konnte oder sie auch zu anderen Orten in der Casa bringen konnte.


    Mit einem wachsem Auge zwar, denn hier wurde nichts mitgenommen.


    Sollte eine fachliche Erörterung nötig sein, hatte Philomelus gesagt, er solle ihn wieder rufen. Bis dato aber blieb der Sklavenjunge allein an der Wassermännerfront. Die Aufgabe hingegen schien leicht zu sein und es fand sich dabei Zeit die Nasenhöhlen mit dem Zeigefinger zu erforschen...











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    Auch diese Tatsache war mit mysteriösen Umständen gefüllt: 'alle Magistrate sind tot'. Dort weiter zu forschen aber nicht im Interesse des Aediles und so ließ Avarus jene Worte im Raum stehen.


    "Nun eine funktionierende Provinzverwaltung schließt auch Organe zur Überwachung ein. Mir wäre wichtig zu erfahren, wer die Magistrate von Corduba und Baetica überwachte zu dieser Zeit und wie es möglich sein konnte, das ein Außenstehender überhaupt Zugang zur Provinzmünze bekam."


    Agrippa war doch sicherlich klar, das Avarus nicht zum Nachmittagsklatsch gekommen war, sondern in derer Sache eine Ermittlung führte. Wenn weder genügend Kontrollen vorgenommen worden, noch Maßnahmen zur sicheren Verwahrung des Staatsschatzes getroffen worden, fiel das auch auf die Fähigkeiten des amtierenden Senatsgesandten, den Proconsul zurück. Egal wieviel oder wie wenig er von diesen Vorgängen wußte. Er würde sich erklären müssen. Da war es nützlich im Vornherein auf den Ermittlungsbericht Einfluss zu nehmen.


    "Zudem könnten alle Zugangsberechtigten mit namentlicher Nennung helfen. Außerdem wie die Schatzkammern geschützt wurden und welche Mechanismen die Verwaltung zu ihrer lückenlosen Rechenschaft über die lagernden Bestände verwendete."

    Er dachte nach, wohin die Boten geschickt wurden und denkt wohl, das der Praefectus Urbi selbst ein Gespräch suchen will. Avarus kann es mehr als Recht sein. Schon seit Tagen fühlt er sich üerarbeitet.


    "In den Fällen betreffend der Tempel der Iuno, Venus, des Mars und Mercurius würde ich mich an das Collegium Pontificium wenden. Jedoch gibt es eine ganze Reihe Tempel, die lieber mit dem Staat zusammenarbeiten und davon ihre Münzen erhalten. Scheinbar kauft die kaiserliche Finanzabteilung etwas auf, um es dann offiziell zu verkaufen. Nebenbei werden die Gelder für Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe ja auch vom Procurator a rationibus eingesammelt und dann an die Wanderzirken und so weiter vergeben. Daher würde ich mich ebenfalls an den Procurator a rationibus wenden."


    Schlussfolgerte der Aedil Germanicus Avarus mal eben einfach und wußte letztlich auch nicht so genau, wer wo wie was verteilte und machte. Hatte das in seinen Augen aber geschickt umschifft. Immerhin hatte er nicht ertappt die Schultern gehoben. 8)

    Philomelus hob die Schultern. War er hier der Fachmann oder die beiden Kerle vor seiner Tür. Sicher der Senator hätte es vielleicht gewußt, aber mit diesen Nichtigkeiten zu bedrängen? Nein das bekommen sie schon so hin. "Ja also ich denke mal im Keller." antwortete er also vorsichtig und bat mit einer Geste einzutreten. "Dort unten in dem Schacht..." deutet wieder auf den Steinhaufen. "... sieht man es bei abgenommenen Granitplatten nur vorbei laufen." Jetzt mußte wohl dem letzten Wassermann klar sein, das das nicht der Zulauf war. 8)"Aber ich denke, wie gesagt, das wir in den Keller müssen." Als Diener ging er voran. Ein Anderer im Hause würde die Tür schon wieder schließen.











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    Die Stufen waren leicht glitschig. Der Diener ging mit einer Öllampe voran und tastete sich langsam hinab. Immerhin würde ein Sturz in seinem Alter wohl das Ende bedeuten. Die steinernen Stufen führten erst gerade hinab, um am Ende einen Kinck zu machen. Unten angekommen, waren sie noch etwas tiefer als der bewohnte und belebte Teil der Casa Germanica. Hier runter kam fast nie jemand. Einzigst die Culinazutaten wurden in einem Verschlag gleich neben dem Treppenaufgang aufbewahrt. Doch weiter im Dunkel des Kellergewölbes befand sich wenig Ansehnliches. Hier unten war das Niveau zur Straße gerade so tief, das die Anschlüsse vom Wasser in etwa auf Brusthöhe ins Haus kamen. Auch die Abwässer plätscherten in diesem Gewölbe Richtung Straße zu. Jene aber in deutlichen Abstand zum Quellwasserzulauf.


    Etwas unbehände stakste der Alte voran und hing die Öllampe schließlich in einer Art Haken ein. Wozu er einst diente, das wußte wohl keiner mehr so genau. Für diesen Moment war es auch egal. Die Augen hatten sich langsam an die Dusterheit gewöhnt und sicher sahen die Fachleute mittlerweile ihren Anschluss. Wartend blieb Philomelus stehen und ließ die beiden Männer die Lage peilen. Evtl. hatten jene noch Fragen, die er sowieso nicht beantworten konnte... :D




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