ZitatOriginal von Aelia Vespa
Es wäre sehr freundlich, wenn ich meinen Betrieb freigeschaltet bekommen könnte. Danke schön.
Dazu müßtest du ihn ersteinmal erstellen. Heißt in der Wisim eröffnen.
ZitatOriginal von Aelia Vespa
Es wäre sehr freundlich, wenn ich meinen Betrieb freigeschaltet bekommen könnte. Danke schön.
Dazu müßtest du ihn ersteinmal erstellen. Heißt in der Wisim eröffnen.
Typisch Tiberier. Der Mann schien nichts zu tun zu haben, so das er in der Lage war so kurzfristig zu laden. Neben seinen Verpflichtungen hatte Avarus auch keine Lust irgendwie zu zeigen, das er es eilig hatte. So betrat er die Basilica ohne großartige Hektik und begab sich an seinen Platz. Er wußte sowieso nicht, wer da wiedermal auf die Idee verfallen war, das er zu wenig zu tun hatte und ihn zum Pflichtmaik bestimmte.
*plumps*
Und er saß. ![]()
Melde mich für eine Weile passiv.
Etwas Abstand vom Schreiben wird mir vielleicht gut tun.
Dabei wird natürlich auch keine Post mehr (bis von Germanien aus) versendet.
Ein Vertreter wird sich sicher finden. Jeder ist ersetzbar.
EDICTUM AEDILIS PLEBIS
ANTE DIEM VIII ID IAN DCCCLVIII A.U.C. (6.1.2008/105 n.Chr.)
Gegen Publius Redivivus Verus wird eine Strafe wegen Verstoßes gegen den Codex Universalis - Lex Mercatus verhängt. In Zuwiderhandlung des Paragraphen § 3 Betriebe, Absatz 1 ist eine Summe von 36.75 Sesterzen an die Staatskasse II innerhalb von 14 Tagen zu überstellen.
Dem Vergehen liegt eine gehandelte Menge von einhundert Kannen Landwein zu Grunde.
Beschwerde oder Einspruch ist an den amtierenden Consul zu richten.
Ist Publius Redivivus Verus nicht in der Lage, die Geldstrafe zu bezahlen, werden alternativ eine Woche Haft verhängt.
Medicus Germanicus Avarus

Hm erledigt... ![]()
Innerhalb weniger Tage derart viele neue Gewerke in dieser Richtung. Manchmal frage ich mich, ob man diese Liste kennt und nicht nur nach dem 'dringend gebraucht Thread' geht... ![]()
Mit jeden weiteren Tag als Aedilis Plebis wurde Avarus zärrischer. Immerhin hatte er endlich das schützende Büro wieder erreicht. Zwar hauste davor eine Menge Bittsteller, aber diese würde er wie viele Tage davor noch etwas warten lassen. "Wenn das so weiter geht, stinke ich jeden Abend wie ein bepisster Straßenköder."... murmelte er vor sich hin, als er endlich zum Sitzen kam und dabei in seiner Ausdrucksweise immer patrizischer wurde. Jene Aristrokraten die neben ihrer bäuerlichen einfachen Herkunft auch immer ihre im besonderen einfach strukturierte Sprache in die Waagschaale legten, um die tiefste Abstammung mit den Höhlenbewohnern Romulus und Remus zu beweisen.
Für Avarus war es nur eine Scheinheiligkeit, denn jeder Römer war geehrt sich in der Rhetorikschule des Melon auf Rhodos ausbilden zu lassen. Jener alte Grieche aus Alabanda weilte zwar schon seit vielen Jahren im Elysium, aber seine Lehren waren noch immer Weltbekannt und geschätzt. Zudem hatte auch ein Cicero dort seine ersten Übungen gemacht und was aus einem kleinbürgerlichen Cicero alles werden konnte, hatte Rom vor einem halben Jahrhundert gespürt.
Doch der Aedil wischte diesen Gedanken beiseite und wandte sich an die Schreiber. Jene, die die eigentliche Arbeit in Papierschrift und Wachstafelkritzeleien fassten. Ihm wurde der Tagesablauf vorgestellt und die Namen, die vor der Tür mit welchem Anliegen auf eine Zusammenkunft mit einem der Dutzend Aedilen hofften.
Wenig später begann die Reihe zu schrumpfen. Jedoch nur sehr langsam, denn bis zum frühen Abend war damit zu rechnen, das immer neue Römer den Weg zu Aedil einschlugen. Ihre Klagen und Anliegen konnten dabei nicht unterschiedlicher sein... Avarus versuchte so neutral wie möglich zu klären und gegebenenfalls machte er eine Geste, damit ein Trupp Männer später nochmal in jenem Viertel nach dem Rechten sahen.
Vom Büro kommend, drängelte sich der Senator mit einer Schaar Dienern und Klienten über den Markt. Das eine Leid, nämlich die sorgenfreie Wanderung durch die Stadt ohne eine Menschentraube, mußte er gegen das Gegenteil eintauschen. An Tagen wie diesen aber eine gute Möglichkeit überhaupt einen Fuß vor den Anderen setzen zu können. Mit Iullus an der Seite strömte der Tross zielgerichtet auf eine Marktpassage zu in der es schon immer einige nicht ganz so gesetzeskonforme Händler gegeben hat.
"Iullus denke bei deinem Eigenschutz immer daran, das wir Aedile hier nicht gern gesehen werden. Um es drastisch auszudrücken, sie hassen uns und wenn wir zu weit gehen würden, müßten wir uns wohl den einen oder anderen Vorgänger anschließen, der namenslos in den Kanälen verschwand. Also Iullus denk daran und verhalte dich neutral."
Manchmal dachten gerade die neuen Schreiberlinge, sie müßten bei prikären Situationen auf sich aufmerksam machen. Nur zu oft leichtsinnig und unbedacht. Zwar zog Avarus immer mit einer ganzen Meute über die Straßen von Rom, doch wollte er keinen seiner Klienten und sich selbst freilich eingeschlossen einem unnötigen Risiko aussetzen.
Sie würden bis nach dem Mittag dort zu tun haben. Schuld daran mußte wohl die Nase des Aedilen Avarus sein, die irgendwas Verruchtes in dieser Ecke des Marktes gerochen hatte.
Mit leicht üblen Gefühl und flauen Magen kehrte Germanicus Avarus danach in sein Officium in der Basilica Iulia zurück. Die gute Luft und der klare Geist waren ihm mal wieder verwehrt geblieben. Warum auch nur mußte er unbedingt seine Nase in all diese Sachen stecken? Hörte er auf Gerüchte, dann ließen sich bekannte andere Magistrate ihre Amtszeit bei Wein, Weib und Gesang aristrokratisch vielfältig munden...
Nach der Pause ließ Avarus die Essensreste aus dem Officium entfernen und wusch sich die Hände in einer Schüssel mit kaltem, aber wenigstens klaren Wasser. "Cesellius bring mir die Tabulae mit den falschen Rittern her." Sprach er dabei und kehrte hinter seinen mächtigen Schreibtisch zurück.
Wenig später lag die Liste vor ihm und bei den Göttern. Avarus hoffte das sie im senatorischen Stand nicht noch länger wurde. Einen der Diener hatte er zum Kapitol geschickt, um ihm eine Aufzeichnung zu besorgen. Den dafür notwendigen Siegelring bekam er nun zurück.
Vorerst gab er ein Zeichen, das die Schreiberlinge den allgemeinen Aedilatsalltag vorbereiten sollten. Er selbst blickte verstohlen auf die Namen, die fast alle mysteriöse Geschichten zu erzählen hatten. Doch darauf konnte er sich jetzt nicht einlassen....
Lucius Aelius Claudianus Marcellus
Lucius Helvetius Falco
Lucius Iunius SilanusMarcus Helvetius Verus*
Rediviva Helena
... nebenher stricht er einen dieser Namen von der Liste. Hier mußte er niemanden erklären warum. Drei Männer, sie verband nichts bis auf den gleichen Vornamen. Eine Frau, die ihm auch aus seinen Edikten bekannt vor kam und Avarus suchte gleich dazu die nötige Pergamentrolle raus. "Ahja.." entfuhr es ihm und sogleich blickten die Schreiber ihn an. Mit einer Handbewegung waren diese aber sogleich wieder vertieft in die Arbeit. Er überlegte hindes weiter und kam zu dem Schluss, das ein morgentlicher Rundgang über die Traiansmärkte nicht schlecht war. Dort konnte er seine Gedanken vielleicht frei bekommen und zusätzlich ein wachsames Auge auf die Händlerbrut haben.
"Iullus pack eine Reihe Täfelchen ein, wir gehen auf den Markt."
Kaum einer der anwesenden Scriba verstand zwar diesen Schritt, mußten sie aber auch nicht. Die Listen konnten auch noch später durchgesehen werden, wenn der Markttag in vollem, stickigen und ungemütlichen Gange war, zum Beispiel.
*Fällt nach den Spielregeln aus, da er kein Konto besitzt und somit von der Untersuchung ausgenommen wird.
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Es begann eine emsige Vorbereitung. Die dafür nötigen Tabulae waren bereits aus dem Archiv geholt worden. Es würde dem Senator Avarus zwar irgendwann nocheinmal auf die Füße fallen, aber solange er dachte, diese Scribae in seinem Officium in der Basilica wären vertrauenswürdig, solange wäre es auch kein Problem das Aedilische Siegel für dererlei Botengänge zu bekommen. Zur Verwaltung hatte er es dem alten Schreiber übergeben und bis jetzt lief die Sache auch ganz gut so. Immerhin ersparte er sich damit einige Wege und machte dem Mann damit auch klar, welchen hohen Stellenwert er damit beim Senator genoss.
Nicht nervös, aber wissbegierig auf das Schauspiel, das bei dieser enormen Anzahl von Eques im Staate locker bis Mittag dauern konnte, trommelte Avarus mit den Fingerspitzen auf seinen Bauch. Wenige Augenblicke noch, dann schaute der junge Mann zum Aedil und wartete auf ein Zeichen beginnen zu dürfen. Germanicus Avarus nickte ihm zu. Vergewisserte sich dabei auch, ob der Alte einsatzbereit war.
"Appius Terentius Cyprianus" begann der Kleene ... "zwei!" schoss es aus dem Mund des Alten und so begann eine lange Liste genannt zu werden. "Caius Furius Helios" ... "zwei" ... "Caius Octavius Sura" "drei" ... "Decima Lucilla" ... "Genug" ...warf Avarus ein und grinste, die Bestätigung folgte auf dem Fuß: "zehn" ... "Decima Valeria" ... "eins" ... "Decius Germanicus Corvus" ... "vier" ... "Duccia Venusia" ... "eins" ... "Flavus Germanicus Honorius" ... "eins" ... "Gaius Decimus Maior" ... "eins" ... "Gaius Didius Sevycius" ... "eins" ... "Germanica Aelia" ... "zwei" ... "Herius Hadrianus Subdolus" ... "eins" ... "Lucius Aelius Claudianus Marcellus" ... "...entschuldige Aedil, aber diesen Namen finde ich nicht..." Avarus horcht auf und überlegt. "Hm wie steht es ohne das Gentum Aelia und dem patrizarischen Claudius Gentum dazu?" ... eine Weile (erneut) Ruhe... "auch dann nicht." ... "notiere es und weiter...!"
"Lucius Annaeus Florus" ... "sechs" ... "Lucius Artorius Avitus" ... "vier" ... "Lucius Didius Crassus" ... "eins" ... "Lucius Helvetius Falco" ... "ähm... Aedil? Auch ihn finde ich nicht." ... Avarus blickt betröppelt. "Hm notiere auch ihn seperat." Ein Blick und es ging weiter. "Lucius Iunius Silanus" ... "...der auch nicht!" Langsam roch es sehr stark nach Schlampigkeit, aber Avarus blieb ruhig. "Setze auch ihn auf die Liste." ... "Marcus Aelius Callidus" ... "fünf" ... "Marcus Decimus Mattiacus" ... "eins" ... "Marcus Helvetius Verus" ... "...ich setze ihn auf die Liste." Avarus seufzt kurz und gebietet weiter zu machen. "Marcus Octavius Augustinus Maior" ... "zwei" ... "Primus Decimus Magnus" ... "eins" ... "Quintus Terentius Alienus" ... "eins" ... "Rediviva Helena" Der Alte blickte nach einer Weile auf, Avarus schaltete: "Setze sie auch auf die Liste." ... "Tiberius Caecilius Metellus" ... "eins" ... "Tiberius Iulius Numerianuns" ... "eins" ... "Tiberius Octavius Dragonum" ... "eins" ... "Tiberius Prudentius Balbus" ... "sieben"
Es folgte noch eine lange Liste weiterer bekannter, weniger bekannter und gar völlig unbekannter Namen und Grundstücksmengen. Doch Unregelmäßigkeiten blieben den Wächtern erspart. Avarus mußte erneut seufzen, als es endlich vorbei war und blickte zu dem alten Scriba.
"Wir machen eine kurze Pause. Das ergebnis zeigt uns, das wir auch die Senatoren und Aristrokraten überprüfen sollten."
Man nickte zustimmend und der Senator schickte einen Jungen los etwas Wasser und eine Art Frühstück zu versorgen. Nebenbei gab er dem alten Mann noch die Weisung jene Namen fein säuberlich auf Pergamnet zu fassen, deren Voraussetzungen nicht mehr gegeben waren. Germanicus Avarus überlegte derweil an welche amtliche Stelle er sich dabei zu wenden hatte und bekam dabei sogar eine -für ihn klingende- gute Idee.
Der Morgen war recht kühl und noch sehr dunkel, als der Senator sich zur Basilica aufmachte. Dort angekommen, dämmerte es langsam. Somit deutlich vor den Klienten schien er wiedermal in diesen Tagen mit der aedilischen Arbeit zu beginnen. Nicht nur ihn machte diese Frühe mürrisch, denn auch die Schreiberlinge mußten zeitigst ihre Insulae verlassen, um mit Griffel und Tabulae bereit zu sitzen. Trotz alledem huschte dem Senator ein: "Guten Morgen, ans Werk..." über den Mund. Das Echo war weniger fröhlich, aber zumindest hörbar. "Was haben wir heute?" ... "Die Überprüfung der Standesgemäßigkeit im Bezug auf die Eques." ... "Hm? Das geht uns auch was an?" ... "Äh... ja Herr, ich glaub schon." ... "Wie du glaubst?" ... "Zu den üblichen Statussymbolen gehört ein Stück Land und wer dies verkauft, verschenkt, jedenfalls veräußert, der gilt nach römischen Gesetz nicht mehr als Eques." ... "Hm schon, aber was hat das mit den Märkten zu tun?" ... "Öhm, ich weiß auch nicht, aber so ein Grundstück kostet doch viel Geld, Aedil..." .... "...es mag eine gute geistige Übung für den Morgen sein." Der Aedil blickte sich um und pflanzte seinen Körper danach ersteinmal sittenhaft auf den Stuhl. "So..." sprach Avarus "... wer beginnt?"
Ein Finger wurde empor gerissen. "Gut, dann wirst du die Namen verlesen und du die Anzahl dazu." Ersterer war der bereits positiv aufgefallene Jüngling. Zweiterer der erfahrene Alte. Avarus lehnte sich derweil bequem zurück...
Mit den Gedanken war Avarus wo ganz anders. Es riss auch ihn da heraus, als Lucilla ihrem Temperament freien Lauf ließ. Er blickte hinunter in die Arena, deren Getümmel wirklich dem eines Altherrenballs ähnelte. Wahrscheinlich war den Tiberiern nur der nötige Krösus ausgegangen, um junge, freche Athleten in die Arena zu holen. Nebenbei vergaß er auch gleich noch -um es komplett zu machen- die Antwort zum Wasserproblem zu geben, sondern ging vielmehr nur auf Macers Einwand ein, der Avarus Frau betraf.
"Oh so ein langweiliges Programm hab ich schon lange nicht mehr erleben müssen, meine Gattin scheint sich damit nicht abfinden zu wollen."
Das es ihm ähnlich ging, ließ er dabei nebensächlich. Immerhin verbat es schon der Senatorenstatus vor dem Pöbel aufzuspringen und in die Arena zu plägen. Das Lucilla ihr Temperament nicht zügeln konnte, bewies eindeutig, das sie hispanischer Abstammung war und amüsierte den Gatten im Besonderen. Auch wenn er es zu gegebener Zeit vorziehen würde die Arena eher zu verlassen, als lauthals seinen Unmut preis zu geben...
Es würde also ein weiterer Weg zu den Archiven am Kapitol notwendig werden. Jene waren gerade durch einen Tiberier verwaltet, der es nur zu gern auskostete den Senator Avarus warten zu lassen. Doch was half es letztlich...
"Nun dann danke ich dir für deine Auskünfte..." Auch wenn sie ihm nicht viel halfen. Mit jeder weiteren Designation wurde sich der Aedil gewahr, das die letzten Männer seines Standes ne Menge verbockt hatten oder vielleicht auch gekauft wurden. Auch diesen Aspekt wollte er noch beleuchten. Vorher stand aber die Aufklärung eben jener mysteriösen Verfahrensweisen in Hispanien.
"... und möchte mich verabschieden." Dazu erhob er sich und strich die Toga glatt. Es war eigentlich auch Zeit ein Mahl einzunehmen. Es würde sich anbieten auf dem Weg zum Kapitol...
"Nun ich traute meinen Augen auch nicht, als ich dies in den obligatorischen Listen sah und habe den Weg in die Archive am Kapitol auf mich genommen, um Gewissheit zu schaffen, das es sich nur um ein Versehen handelt, aber auch dort erschienen die gleichen Namen: Octavius Dio in Corduba und Helvetius Sulla in Baetica. Das es nur bis heute niemanden aufgefallen ist, wundert mich sehr. Zumal es sich nicht um kleine Beträge handelt."
Avarus fuhr sich über die Stirn, etwas hatte er noch vergessen. Ahja...
"Neben diesen beiden mußte ich feststellen, das die Schatzmeisterei von Carthago Nova immer wieder Zweck entfremdet wurde. Ihre Bewachung muß derart lasch gewesen sein, das Magistrate sich ohne Schwierigkeiten Geld leihen konnten. Ohne groß nachzurechnen fiel mir dabei auf, das mehr genommen, denn zurückgegeben wurde."
Abschätzend blickte Germanicus Avarus den ehemaligen Proconsul an. Wieviel wußte er von diesen Sachen?
Melde mich für eine Weile wegen Krankheit passiv.
"Dann ist es wohl so, das es tatsächlich für eine Weile als satt anzusehen ist." grübelte der Hausherr und sprach dabei diesen Satz eher unterbewußt aus. "Wir haben nun die Situation einen vegetarischen Vielfraß in unserem Vorgarten zu haben, der wohl das Doppelte wie eine Kuh zum täglichen Verzehr braucht. Es ist hingegen Winter und meine eigenen Zuchtländereien viel zu weit weg, um ihn dort unterzubringen." Hilfesuchend blickte Avarus Lucilla an und seine Augen schienen zu bedeuten:' sag du doch auch mal was dazu, immerhin haben die Beiden uns das Hippopotamus zusammen geschenkt.' Er seufzte. Ein prächtiges Geschenk, wirklich. Wie sah das denn aus, wenn er die Karawane befragte, ob sie noch Futter von der Reise übrig hatten. Nein das mußte anders gehen. "Wird es sich in einen Stall sperren lassen?... zumindest für eine Weile."
"Vorwürfe des Annaers?" Fragte der Aedil ungläubig, denn ihm war sowas nicht bewußt oder bekannt. Zugleich schien diese Nachrede in eine andere Richtung zu gehen und Avarus hob die Hand. "Nein darum geht es mir nicht. Vielmehr um die Münzbestände der Städte Baetica und Corduba. Nach ihrer Zusammenführung von Verwaltung und Münzerei wurden jene Geldbestände nicht wie dabei üblich der Provinzkasse Hispaniens zugeführt sondern an private Personen übereignet. Daher meine Frage, was dieser Praxis für ein Grund voraus ging?" ...immerhin hatte man es in den Archiven ordnungsgemäß vermerkt. Nur ein Narr wäre mit dem Karren voller Diebesgut aus einer Staatsmünze gefahren und hätte sich dafür auch noch einen Passierschein ausstellen lassen. ![]()
Intressiert auf die Antwort schaute Avarus Agrippa an.
In der Politik war es eine Grundlage immer jemanden zu kennen, der irgendjemanden kennt, der irgendwie in einer verzwickten Situation das nötige Feingefühl aufbrachte unerkannt eine Lösung zu erzielen. Das es diesmal mit einem seiner Klienten klappte, war reiner Zufall.
Nicht im Geringsten sah Medicus seine Lucilla als fahle Erscheinung. Natürlich war es Winter und ein jeder sehnte sich den wärmeren Monaten entgegen. Seine Sorge galt vielmehr dem Umstand eine Frau im Hause zu haben und dies nicht nur für ein paar Augenblicke sondern ständig. Wenn ihr etwas nicht behagte, dann sollte sie sich äußern...
"Das freut mich. Ich möchte nur, das du mit mir redest, falls dir etwas Unbehagen schafft."
Er lächelt, nimmt sich von den Früchten und hört sich die Geschichte zu dieser Peducaeana an. Sie war eine von Lucillas Schnattertanten, die am sprudelnden Zapfhahn ihres Mannes hingen und neben jedem nur denkbaren, puren Luxusleben sich selbst vernachlässigt durch ihre Gatten fanden.
"Das überlegt sie doch nicht wirklich. Ihr Scamander sorgt immerhin für sie und ich denke sie wird ihre Freiheiten schon zu nutzen wissen."
Medicus war sich sicher, das Lucilla seine Anspielung schon zu deuten wußte.
EDICTUM AEDILIS PLEBIS
ANTE DIEM III NON IAN DCCCLVIII A.U.C. (3.1.2008/105 n.Chr.)
Gegen Primus Decimus Magnus wird eine Strafe wegen Verstoßes gegen den Codex Universalis - Lex Mercatus verhängt. In Zuwiderhandlung des Codex Universalis - Lex Mercatus § 4, Abs. III. Gegen den Beschuldigten wird eine Strafe von 1646.85 Sesterzen, was der Mindestklausel von 5% entspricht, verhängt. Zahlbar an die Staatskasse II. Die Summe ist innerhalb von 14 Tagen zu begleichen.
Beschwerde oder Einspruch ist an den amtierenden Consul zu richten.
Ist Primus Decimus Magnus nicht in der Lage, die Geldstrafe zu bezahlen, werden alternativ eine Woche Haft gewährt.
Medicus Germanicus Avarus

"Hat man, danke Senator." Ließ der Aedil erkennen. Das er es aber abgelehnt hatte. tat nichts zur Sache, denn er war seit einigen Wochen schon auf strickte Diät gesetzt und das galt wohl für beides. Das Lotterleben beim Schlemmen von süßen Plätzchen und daneben dem hemmungslosen Einflösen von Weinkredenzen.
Auf gleicher Höhe wie Agrippa kam Avarus zum Thema.
"Ich komme zu dir, um einige Vorgänge während deines Proconsulats in Hispanien näher zu beleuchten. Dabei intressiert mich die Auflösungspraxis einiger Stadtkassen. Kannst du mir darüber etwas berichten?"
Wollte der Aedil dem Senator Gelegenheit geben Angaben zu klären, bevor ein falscher Eindruck entstehen konnte... ![]()
Als Atheist kann man ruhigen Gewissens gute Wünsche für das Jahr zweitausendsiebenhunderteinundsechzig aussprechen. Ich hoffe bei euch war es nicht so glatt... ![]()