Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    "Nun gut dann soll es so sein. Die paar Wochen können wir auch noch warten."


    Der Becher war leer und Avarus erhob sich. Den Rücken gerade gestemmt, stützte er sich mit den Armen auf der Tischplatte ab.


    "Dann will ich dich vorerst nicht weiter aufhalten. Wir sehen uns dann also in einigen Wochen wieder."


    Lieber war es ihm, wenn er Wochen sagte und Tage meinte, dann würde er nicht in wenigen Tagen darüber grübeln, wo der Hadrianus Subdolus blieb, sondern das Thema so weit im Gedächtnis verstauen, das er diesen Ahha-Effekt auszukosten vermochte.

    Das offizielle Gelöbnis war beendet, Lucilla hatte den Hafen des Avarus erreicht und Anker geworfen. Jetzt war es an der Zeit die Sause zu feiern, wie sie fiel.


    Er gelitt Lucilla zur Brautpaarkline und konnte sich ab diesen Abend ohne abstößige Blicke zu riskieren in jeder Art und Weise. Zu jedem Bankett, zur Cena oder den allgemein üblichen Umtrunken, in der Öffentlichkeit, wie zu privaten Festen ganz unbeschwert neben seine Frau Lucilla legen. Was Avarus auch tat und den Blick über die köstlich aufgetragene Vorspeise schwenkte.


    "Du hast dich mächtig ins Zeug gelegt, um die mit Abstand beste Küche in diese Casa zu holen." Er griff nach einem moretum alium und legte ihn auf ein schön frisches Stückchen Brot. Für einen Moment schwieg er und kaute genüsslich daran. Wahrscheinlich war es in dieser Nacht nötig gewisse Rezepte zu gebrauchen, um den Atem von diesen vorzüglichen Gewürzen und Herzhaftigkeiten, wie Knoblauch, scharf-würziger Käse, Zwiebeln oder Fischtunken zu reinigen. Gleich danach folgte ein ova elixa dem ovis hapalis und damit waren es dann schon zwei Eier. Es konnte nur alles gut werden... in dieser Nacht. :D


    Auch die Gäste hatten sich gelegt und ihre Klinen nach dem alten Gesetz der Belegbarkeit bezogen. Avarus hatte gerade keinen Bezugspunkt, den er mit einem nahe liegenden Schwatzpartner diskutieren konnte, also ließ er Zeit verstreichen und den umringt platzierten Hospitanten Gelegenheit ein Thema anzuschneiden. Dieser Augenblick wurde für ein Schauspiel einiger Tänzer ganz gut genutzt. Etwas Ablenkung vom Reden und bei einer Darbietung ließ es sich sowieso immer besonders gut schlemmen, da die Zuschauer gut abgelenkt waren und es nicht auffiel, wenn noch ein drittes Ei im Mund verschwand. 8)

    Ein wenig zum Weichei wird Avarus dann schon, als die Kuchen verteilt wurden und der Priester dem Schwein nachsetzt. So richtig mag er nicht in die Blutlache schauen, denn sein Mageninhalt wurde durch das reichliche Frühstück verschiedenster Art aufgefüllt und würde sich beim Übergeben farbenfroh zeigen. Natürlich war es nicht das beste Zeichen, wenn der Bräutigam während des Opfers schwach wurde. Aber soviel Blut auf einmal... man konnte sich garnicht vorstellen, wieviel derartiger Lebenssaft in einem Tier zirkulierte. Nur schwer hielt er sich auf den Beinen, langsam wurden sie weich, aber irgendwann hatte auch die übelste Schlitzerei und Beschauung ein Ende, Medicus konnte sich endlich seiner Lucilla zuwenden. Fühlte wenig später ihre kühle Hand. War sie wirklich sooo cool?


    Ein Blick ins Gesich blieb ihm verwehrt, denn Lucilla war gut verschleiert. Um die Zeremonie zu vervollständigen, setzte er zum Reden an: "...und wo und wann Du Gaia bist, dort und dann bin ich Gaius." Er hob ihre Hände zu seinen Lippen und drückte Lucilla einen dicken Kuss auf den Handrücken. Sein Strahlen war ehrlich und erleichtert. Die Götter hatten ihren Segen gegeben und Avarus holte endlich Lucilla in seinen Hafen. :]

    "Ich finde meine Idee ganz prakmatisch. Diese Aufgaben in Hispanien kann ich auch einem jüngeren Postbeamten übertragen. Es ist doch eine gute Möglichkeit sich zu beweisen, für dich allerdings nichts Forderndes."


    So legte Avarus es dar und für ihn schien es schon beschlossen zu sein.


    "Ach was, dich wird der Umzug nichts kosten, es ist mein Wunsch und der Cursus Publicus wird die nötigen Schiffe stellen. Mir fällt schon etwas passendes zur Nomenklatur ein."


    Er drehte den Becher und zog ihn schließlich erneut leer.


    "Also überlege nicht zu lange. Ich kann es mir auch schnell anders überlegen und deine Chance aus diesem Provinzkaff heraus zu kommen, wäre dann sicherlich für Jahre verwirkt."

    Der Senator Avarus hatte sich da etwas in den Kopf gesetzt und war noch lange nicht am Ende seines Lateins angekommen. Fürwahr fand er es als gute Idee und würde diesen Mann nicht beknien müssen.


    "Oh das kann ich nachvollziehen. Aber du bist doch nicht an Rom gebunden. Schick einfach einen Stationarius in diese Stadt. Du wirst sie nicht betreten müssen. Öffne einfach dein Quartier in Misenum, in Mantua oder in Ostia... gerade dort hast du doch viel zu schaffen. Glaube mir deinen Induvidualitäten sind da keine Grenzen gesetzt. Letztlich mußt du die Provinz organisieren. Wenn du das genauso aus Ostia schaffst, wie aus Rom heraus, wird dir niemand einen Strick drehen wollen oder können."


    Da sich der Becher wie durch ein Wunder geleert hatte, füllte Avarus den des Gastes und im Anschluß seinen Eigenen nach.

    Avarus dachte nach. Dann richtete er das Wort an den Hadrianer.


    "Oh wie gesagt, möchte ich nichts überstürzt sehen. Ersteinmal sollten die Maße genommen werden, dann kannst du uns den besten Stoff deiner Schneiderei empfehlen und danach reden wir über die Abnahmemengen."


    Er trank vom Wein und überlegte, ob er dem PV von Hispanien ein Angebot unterbreiten sollte.


    "Hm ich könnte dir einen Posten in der Provinz Italia anbieten, wenn es dich vermehrt nach Rom zieht. Du hast gute Arbeit geleistet und Anspruch auf eine Beförderung."


    Auch wenn die Arbeit vielleicht das zehnfache war, so konnte man das zu erlangende Ansehen in Italien bei weiten nicht mit dem zu Ereichbaren im Provinzkaff Tarraco vergleichen. Demnach wäre es trotz des gleichen Postens auch eine Beförderung. Zumal eben jene intensiv arbeitsträchtige Stelle in Italia seit einiger Zeit vakant war.

    "Ach, es ist doch nur eine Kleinigkeit, die ich von dir verlange. Letztlich wirst du den Schaden davon nicht haben. Immerhin kommst du mir damit entgegen und ich kann mit guten Gewissen als dein Patron auftreten. Um dir die Sache etwas leichter zu machen, stelle dich darauf ein noch während deines Besuchs die Maße von einigen Personen dieses Haushaltes zu nehmen. Ich beabsichtige nämlich deine Schneidereiwaren vermehrt zu erwerben."


    Zwei Becher Wein füllte Avarus, nachdem er einen Sklaven dazu angewiesen hatte ihnen etwas zu bringen. Sofort schickte er jenen Diener wieder hinaus und übernahm das Eingießen selbst.


    "Besiegeln wir unsere Freundschaft, das Klientenverhältnis und die Tatsache uns mehr denn je gegenseitig zu unterstützen."


    Hoch den Becher! 8)

    Ich glaube kaum, das eine ständige Forderung nach Maschinen und Rechentabellen das IR lebenswerter machen. Alles zu automatisieren, weil sich keine fleißigen Hände finden, bringt nurmehr eine weitere langweilige Spielszenerie mit sich. Faktisch bleibt das Rollenspiel wieder ein bischen mehr auf der Strecke.


    Deswegen werde ich immer dagegen sein und in letzter Instanz gewissen Spielern mit Hilfsbereitschaft und Verständnis, mit guten Onlinezeiten und auch fleißigem Zutun eher noch die PW der GID mitteilen, als etwas zu fordern, das das freie Spiel zu einem missgebildeten Etwas verunstaltet. -.^


    Noch packen wir es und noch haben wir mit einem guten Schritt simon, nämlich der Abschaffung des Eilschreibens eine Grundlage geschaffen Post auch in Zukunft zu transportieren und das mit lebenden Figürchen. Was der Spieler nur tun muß, ist umdenken, weil er seine Schreiben nicht wie früher auf den letzten Drücker schicken sollte. ;)


    Ach ja... Betteln und Hausieren verboten. :P

    Das Atrium war gut gefüllt, die Schlange zum Brautpaar war verschwunden. So fast jeder hatte sich ihnen genähert und Wünsche verteilt. Avarus war an diesem Nachmittag nicht dazu aufgelegt Hektik zu verbreiten. Einfach ausgedrückt wäre es einem: 'Haben sie ein reichliches Jahr Verlobungszeit ausgekostet, ist es nicht nötig an ihrem großen Tag auf Schnell-Schnell zu machen.' nahe gekommen. So ließ er in Ruhe und Gelassenheit (das auch er ein wenig erregt war, versuchte der Mann natürlich zu überspielen) die Gäste zu Stuhle kommen und das eine oder andere Gespräch entflammen.


    Doch selbst dieser Tag währt nicht ewig und so begab er sich zu einer kleinen Treppe, die in einen Teil der Casa führte, welcher am heutigen Tage ungenutzt blieb. Nur zwei Stufen trat er hinauf. Weit genug, um die Kleinsten im Raum zu überschauen und den größten Gästen auf Kopfhöhe zu kommen. Er selbst war nicht übermäßig kleinwüchsig, aber eben auch nicht rießig. Seine Regung begann einige Gespräche zu stoppen, man war wohl gespannt, ob es nun endlich los ging... :P


    "Liebe Familie, Freunde, Bekannte und Gäste ich..." Ein Blick zu Lucilla. "... wir bedanken uns für euer Kommen und hoffen, das wir euch heute Abend satt und vorallem zufrieden kriegen. Wie ihr erfahren habt, wollen Lucilla und ich heute den Bund der Ehe eingehen. Das geht nunmal am Besten mit einer Opferung und der so entstehenden Götterbekundung. Wenn es euch recht ist, wollen wir nun beginnen." 8) So ließ er es leger anklingen und zeigte, das heute eine private Feierlichkeit dem besonderen Wort vorgezogen wurde. ;)

    Zitat

    Original von Lucius Flavius Furianus


    Und wofür bekommst du dann dein Geld?


    Ich konnte es mir einfach nicht verkneiffen. :P


    Da sieht man es mal wieder, das du nicht lesen kannst oder willst, bevor du schreibst. Aber ich kopiere dir meine Aufgaben gerne nochmal rein. -.^:P


    Beschreibung: Der Legatus Augusti cursu publico ist als kaiserlicher Beauftragter für die Überwachung des staatlichen Postdienstes zuständig. Er kontrolliert die Praefecti Vehiculorum der Provinzen und überprüft die Ausgabe von Berechtigungsscheinen für die Nutzung des staatlichen Postdienstes.


    [SIZE=7]Dumme Sprüche kann ich auch viele: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.[/SIZE]

    "Hmhm... ich habe einiges für dich getan, in der Tat. Vielleicht kannst du etwas für mich tun. Ich habe Quellen vernommen, die davon sprachen..." Der Senator Avarus beugte sich vor und lispelte seine Worte nur verständlich für den Hadrianer vor sich hin. Geheimnisvoll, fast verschwörerisch war sein Blick, als er wieder normal da saß. "Du verstehst... wenn du das akzeptierst, kann ich auch mit deinen Umtrieben leben und werde das Patronat annehmen."

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer


    Ja, der natürlich auch.


    Wenn noch Perlen auf dem Markt sind, wenn dem Goldschmied die Produktionsmöglichkeit für Perlenschmuck genommen wird, kauft die Staatskasse die auf.


    Jösas und dabei wollte ich meine Braut doch in Ketten legen.... *seufz* 8)

    Mich würde mal intressieren, wo du siehst, das nix verschickt wird. :D


    Wenn ich mich recht entsinne haben wir die Listen schon so getunt, das man das nicht mehr daraus ablesen kann. 8)


    Tja ansonsten würde ich einfach mal etwas geduldig sein oder eine freie ID zum CP schicken. Diese chronisch Unterbesetzung geht einigen wohl an die Nerven und mir auf die Nerven. :P


    Eines habe ich nämlich nicht vor: Täglich von der Arbeit heim zu kommen, dann Postlisten auszufüllen, Schreiben in den dafür vorgesehenen Postbriefkästen zu posten, um danach keine Zeit mehr zu haben mir wichtige Themen zu bedienen oder/und irgendwas zu lesen/anderes zu tun. ;)


    Und das genau kommt dabei raus, wenn die vorletzte Provinz Aufstand übt.

    So ich hab jetzt mal selbst geschaut...


    Also Eilbriefe gibt es nicht mehr, wenn der PV eben eine Woche Zeit braucht, um die Briefe auszutragen, ist das zwar blöd, aber nix zu machen. Solange sie überhaupt noch alle irgendwie verschickt werden, rüttel ich dort nicht dran.


    Zumal wir eh gerade ordentlich unterbesetzt sind. ;)

    Ein winziges Bisschen wunderte sich Avarus derweil, das ständig irgend jemand etwas an der alten Tradition der Gens Germanica auszusetzen hatte ein Jahr Verlobungsdauer vor die Hochzeit einzuschieben. So sehr setzten doch alle in Rom auf alte Traditionen und begannen weh zu klagen, wenn etwas Neues Gestandenes abzulösen begann. Doch weiter kam er nicht mit den Gedanken, da wurde er auch schon von Adria abgeschleckt. :D "Ich danke dir natürlich auch..." waren seine Worte "... und freue mich auf einen wunderbar unterhaltsamen Abend mit dir..." als Lucilla schon artig die Bedankung übernommen hatte. Auch Hungaricus kam zu Wort und fügte das Göttersymolisum hinzu. "Danke das hoffen wir doch auch..." Das ein Mann wie er nicht auf die Zeichen setzen konnte, wie sie so im laienhaften Umgang eines Vorstadtpriesters geschahen, war wohl jedem hier eh klar. Trotzdem behielt der Bräutigam natürlich für sich, das es mit Sicherheit gute Vorzeichen waren. Manchmal war dieser ganze Hofstaat von Priestern und dergleichen einfach nur ein korrupter Haufen, die vor ihren Herren, den Göttern, nach Gold und Münzen lechzten. So war das früher schon in Rom heute erst recht und so würde es immer bleiben. Man(n) oder Bräutigam mußte da einfach mitschwimmen, wenn er nicht in der Hochzeitsnacht allein im Regen stehen wollte. 8)


    Als dann noch eine Dame zu ihnen trat, blickte der Senator recht verwundert drein. Es war Aurelia Deandra, die sich jetzt eine Claudia nannte und ehrlich gedacht, erinnerte sich der Bräutigam noch gut daran, wie hart sie mit diesem ins Gericht gegangen war, um ihre alten Wurzeln zu verteidigen und einen, jenen Namen M. Germanicus Avarus vor aller Welt schlecht zu reden. Irgendwann war es dann sehr still, wenn nicht mucks-mäuschen-still um jene Person geworden. Man sprach davon sie sei nach Misenum gesiedelt... mehr auch nicht. Heute stand sie zwar als Begleitung einer Schwester, demnach einer Claudia auf der Hochzeit von Senator Avarus, doch verwundert, das sie erschien war er doch. Die Welt war wohl klein, sehr klein und irgendwie bekam der Senator das Gefühl nicht los es war ein Akt der Verzweiflung wiedereinmal ins Rampenlicht zu kommen, nach so vielen Monaten der Abgeschiedenheit in Misenum. Wozu diese Patrizier wiedermal eine Plebejergens 'missbrauchten'. So ganz waren sie eben doch nicht überlebensfähig ohne den einen oder anderen Plebejer.


    Trotz all dieser Gedanken bedankte Germanicus Avarus auch bei ihr. Merkte jedoch nichteinmal sie mit dem alten Namen anzusprechen: "Danke Aurelia Deandra..." Zuviele Augen und Ohrenpaare waren an diesem Abend auf sie gerichtet, um eine andere Reaktion zu zeigen. Die Bücher überließ er Lucilla und schluckte seine Gedanken hinunter. Zuviele Freunde folgten auf dem Fuß und richteten Grüße an das Brautpaar.

    Mal bischen genauer Sedi. Du hast einen Brief in einer Poststation abgegeben und diesen bezahlt. Jenes Schreiben liegt jetzt eine Weile und wurde noch nicht im Palast zu Rom abgegeben oder wo drückt der Schuh?


    Ehrlich gesagt, ich hoffe doch, das der PV von Germanien noch lebt. :D

    Pünktisch zum ersten Hahnenschrei, der in Rom natürlich nicht überall vernommen werden konnte, erschien ein Wagen auf dem Forum. Es war garnicht leicht gewesen, eine Sondergenehmigung zu erwirken, das das Gespann im eigentlichen Fahrverbot seinen Weg zum Forum Romanum nehmen durfte. War die Fracht noch so gönnerhaft und humanitär.


    Der Karren stellte sich gut sichtbar in die Mitte und wurde von einigen Männern es mochten zwei Dutzend sein umringt. Eine Plane schützte die Laibe vor zu neugierigen Blicken schon auf den Straßen hierher.


    Dann trat ein Mann, stämmig in Statur und mit großem Mund auf den Kutschbock. Er öffnete den Rachen und heraus kamen laute Worte, die an den Gebäuden wiederhallten: "Volk von Rom... der Senator Germanicus Avarus heiratet heuer Lucilla aus der Gens Decima und hat auch ein Herz für euch. Jedem Römer einfachen Standes stehen zwei Laibe Brot zu. Dazu bekommt er eine Kanne guten Weins. Heute ist ein Tag zum Feiern und ihr seid herzlich eingeladen!" Es wurde begonnen, die Plane zu lüften und einige der Männer stellten sich auf, um das Brot und den Wein zu verteilen.




    SKLAVEN - GENS GERMANICA et DECIMA

    Während der Plaudergang noch in voller Blüte stand, schoben sich immer neue Gratulanten auf das Paar zu, drängten Andere ab, so sie keine Strategie hatten ihre Position zu halten und ließen ihre Glückwünsche in warmen, sülzigen Strudeln über das Brautpaar übergehen. Jene Stelle im Hochzeitsfest hätte der Senator am Liebsten gestrichen und den Gästen später im Laufe des Abends die ausführliche Zeit gegeben zu wünschen, wie es ihnen beliebt. So entstand immer das Gefühl einer Abfertigung. Weit weg von jeder Harmonie.


    Nach und nach schoben sie sich durch und Avarus fiel Senator Hungaricus gleich vor Aelia Adria auf. Waren sie beide zusammen gekommen? Hastig blickte er sich um, hoffte er doch die Klatschtanten der Acta weit weg. Nichts wäre ihm peinlicher, wenn die einsame Adria - ihr Gatte weilte mit dem Kaiser im Osten- und der werdende Vater Hungaricus - sein Weib befand sich wohl seit der Niederkunft auf einem der unzähligen Anwesen außerhalb Roms- in irgendeiner Weise in den Klatsch- und Tratschspalten der Acta Diurna auftauchen würden ... und das auf seiner Hochzeit!


    Es dauerte noch etwas, Canina wurde von ihrem Gatten -oder war es umgekehrt- Senator Fundanius Fundulus zum Paar geführt und schnatterte in einer Tour. Viel ergebener zum alten Herrn trat Antistia Ravilla, die kein Wort heraus brachte, sondern nur ihren Gatten Antistius Reginus sprechen ließ, auf. Dann noch einige reiche Kaufleute der Stadt, allesamt mit salbigen Lobeshymnen... bis endlich auch Hungaricus und Adria vor dem Päärchen erschienen.


    "Senator Hungaricus, Aelia Adria... ich freue mich das ihr Zeit und Muse gefunden habt meine Hochzeit mit Lucilla..." dabei hakelt er sich sanft unter den Arm von Lucilla ein und dreht sie dem einstigen Ehepaar Vinicius zu... 8) "... -ihr kennt sie doch beide?- ... aufzuwerten."


    Er sieht, das Adria bereits einen Becher hat, ein Diener sorgt dafür, das auch der Senator sogleich mit gut verdünnten Wein bewaffnet ist.