Während der Plaudergang noch in voller Blüte stand, schoben sich immer neue Gratulanten auf das Paar zu, drängten Andere ab, so sie keine Strategie hatten ihre Position zu halten und ließen ihre Glückwünsche in warmen, sülzigen Strudeln über das Brautpaar übergehen. Jene Stelle im Hochzeitsfest hätte der Senator am Liebsten gestrichen und den Gästen später im Laufe des Abends die ausführliche Zeit gegeben zu wünschen, wie es ihnen beliebt. So entstand immer das Gefühl einer Abfertigung. Weit weg von jeder Harmonie.
Nach und nach schoben sie sich durch und Avarus fiel Senator Hungaricus gleich vor Aelia Adria auf. Waren sie beide zusammen gekommen? Hastig blickte er sich um, hoffte er doch die Klatschtanten der Acta weit weg. Nichts wäre ihm peinlicher, wenn die einsame Adria - ihr Gatte weilte mit dem Kaiser im Osten- und der werdende Vater Hungaricus - sein Weib befand sich wohl seit der Niederkunft auf einem der unzähligen Anwesen außerhalb Roms- in irgendeiner Weise in den Klatsch- und Tratschspalten der Acta Diurna auftauchen würden ... und das auf seiner Hochzeit!
Es dauerte noch etwas, Canina wurde von ihrem Gatten -oder war es umgekehrt- Senator Fundanius Fundulus zum Paar geführt und schnatterte in einer Tour. Viel ergebener zum alten Herrn trat Antistia Ravilla, die kein Wort heraus brachte, sondern nur ihren Gatten Antistius Reginus sprechen ließ, auf. Dann noch einige reiche Kaufleute der Stadt, allesamt mit salbigen Lobeshymnen... bis endlich auch Hungaricus und Adria vor dem Päärchen erschienen.
"Senator Hungaricus, Aelia Adria... ich freue mich das ihr Zeit und Muse gefunden habt meine Hochzeit mit Lucilla..." dabei hakelt er sich sanft unter den Arm von Lucilla ein und dreht sie dem einstigen Ehepaar Vinicius zu...
"... -ihr kennt sie doch beide?- ... aufzuwerten."
Er sieht, das Adria bereits einen Becher hat, ein Diener sorgt dafür, das auch der Senator sogleich mit gut verdünnten Wein bewaffnet ist.