Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    Zitat

    Original von Aelia Adria
    In Begleitung einer Sklavin traf auch Adria bei der Casa Decima zur Hochzeitsfeier ein.
    Leider ohne Gatten oder anderen männlichen Begleiter, aber sie hoffte einige Bekannte hier zu treffen.
    Die Sklavin meldete sie an und beide warteten auf ihren Einlass.


    Nicht das der Strom bereits abgeebbt war, aber der Janitor erkannte die Dame aus dem Hause Aelia und nickte ihr zu.


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    "Das Fest wird im Atrium beginnen. Einige Gäste sind schon eingetroffen. Wenn du dem Blumenmädchen bitte folgen möchtest."


    ... und schon mußte er sich wieder um andere Gesuche kümmern. Hoffentlich dauerte dieser Stress nicht mehr all zu lang ...

    Na dann nicht. Läßt sich ja später noch im Zuge von Feinabstimmung ändern, sollte es mal nötig werden.


    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    [...]


    Entfallende Produkte verbleiben noch eine Zeit im System, um verbraucht zu werden, können dann aber nicht mehr hergestellt werden.


    Ich hab nur eine ganze Menge neuer Waren gezählt, welche sollen das denn sein, die entfallen?

    "Na dann... nur zu." Etwas neugierig und hoffend, das der Hadrianii nicht auch noch das Handtuch warf und den Cursus Publicus zu verlassen, blickte Avarus diesen an. Wahrscheinlich schien das eh nicht zu sein, dann hätte dieser ihm wohl schon vor dem ersten Teilgespräch die Kündigungsworte an den Kopf geworfen.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer


    "Selbstverständlich", erwiderte Macer und meinte das völlig ernst, bevor er kaum weniger ernst aber dafür deutlich lockerer fortfuhr. "Doch leider war eine der besten Damen Roms seit geraumer Zeit zwar nicht verheiratet, aber dennoch vergeben."


    Der Bräutigam erlaubte sich für einen Moment den Senator Macer zur Seite zu nehmen. Im Flüsterton ließ er dann seine Antwort darauf hören. Es mußte nicht unbedingt von Lucilla interpretiert werden: " Ein wahrhafter Charmeur, ich glaube da bist du allerdings nicht der Einzigste und ich froh, die schönste Frau von Rom endlich zu heiraten..." :D


    Mit einer Drehung standen sie alle wieder so, wie vor der kleinen Heimlichtuerei. 8) Dabei fiel es dem Senator Avarus schwer nicht rot anzulaufen, aber durch eine wörtliche Ablenkung gelang das aber sowas von geradesooo nochmal, das er innerlich jenen Gratulanten schon vor dessen Glückwünschen dankte.

    Mittlerweile strömten derart viele Gäste durch das Tor der Casa Decima, das kaum ein Ianitor mehr den Überblick halten konnte. Einzigst ein paar freche Nichtrömer sortierten die Diener noch aus. Meist ließen diese sich gewaltfrei entfernen, aber auch der eine oder andere Knüppel wurde eingesetzt, weil es Peregrini gab, die partu glaubten mehr als die üblichen Brot und Kornspenden, den kostenlosen einfachen Wein und dergleichen abfassen zu können.


    Nur schwer schafften es die Türsklaven einige gehobene Persönlichkeiten zu grüßen. Das Äußere war heute mehr wert, als bekannte Namen, die auf der Liste standen. Sie alle wurden in die Räumlichkeiten des Festes gewiesen und nurnoch teilweise gelitten. ;)

    Das diese Ausage von Senator Macer nur ein Echo nach sich ziehen konnte, mußte Jenem wohl in dem Moment klar gewesen sein, als er seine Worte beendet hatte, denn Medicus blickte von Lucilla zu Macer und wieder zurück. Ihm fehlte wohl die Schlagfertigkeit gleich zu antworten, aber manchmal war der Moment Ruhe auch ein Instrument, um Szenerien wirken zu lassen.


    "So eine Ehe in Liebe ist doch sicherlich auch etwas, mit dem du dich einmal anfreunden könntest, Macer... oder? Ich denke das Volk würde daraufhin Luftsprünge machen." :D


    Einen Becher stark verdünnten Wein bekam er gereicht und wartete, bis auch Macer, Lucilla und die Anderen im Kreis des Paares etwas hatten.


    "Man mag uns oder mir vieles vorwerfen, das die Realität völlig anders ausschaut, zeigt auch die Zeit, die wir Germanicas unsere Liebschaften zu bändigen wissen und die Verlobung als ganz klaren und vorallem behutsamen wie stehtigen Prozess sehen jene Frau ersteinmal bis ins kleinste Detail kennen zu lernen, bevor wir später nach einem Jahr oder kürzer gar Unheil beschwören, weil es doch nicht die angestrebte Verbindung war. Ich finde es gerecht beiden gegenüber. Wenn Lucilla das völlig anders sehen würde, wäre sie wohl heute nicht hier, sondern über alle Berge."


    Der Bräutigam hob den Becher für das erste Salut des Abends. "Mögen wir heute einen wunderbaren Hochzeitstag verleben und hoffen wir, das unsere Liebe durch die Annahme des Opfers an die Götter bestätigt wird....."


    Avarus würde weiterhin auf einen wässrigen Wein achten müssen. Nichts war prikärer als in der Hochzeitsnacht gewisse Schwierigkeiten zu haben.

    Eine Idee spielt sich noch in meinen Gedanken ab, die Unterscheidung von Kleinbetrieb und einer Art Fabrik. Ich kann mir gut vorstellen, das es auch zu römischer Zeit schon Händler, Handwerker, Großgrundbesitzer gab, die richtig viel hergestellt/angebaut haben und eine breite Masse dazu, die vorallem mit kleinen Betrieben ihren Lebensunterhalt verdienten.


    Schon heute haben wir den Passus, das einige Spieler mehrere Betriebe (ich weiß maximal zwei) der gleichen Art unterhalten, weil sie eben deutlich mehr absetzen können, als Stufe IV produzieren kann.


    Erstmal wäre da die Frage, wie man es lösen könnte:


    Zum Einen denke ich an einen Betrieb, den es in zwei Größen gibt.
    Dabei sollten sich die Kosten um den gleichen Faktor erhöhen und auch ein größerer Betrieb keinen Vorteil haben. Dies setze ich mal voraus und sehe das auch als notwendig an. Er könnte dabei eben Kleinbetrieb und dazu Fabricia heißen. Zum Anderen könnte man einfach die Stufen (was wohl einfacher und übersichtlicher wäre) aufstocken.


    Weiterhin sehe ich auch nicht die Gefahr einer Überflutung oder Nachteile für Kleinbetriebbesitzer. Was ein Massenbetrieb herstellt muß eine Manufaktur noch lange nicht in den Ruin treiben. Aber es gäbe eben auch die Möglichkeit kurzfristig mehr Waren zur Verfügung zu stellen. Wer heute gerne auf Halde produziert, der wird es auch in Zukunft so machen. Bei Engpässen aber oder weil es zu wenig aktive Betriebe einer Branche gibt, würde solch eine Nutzungsmöglichkeit durchaus helfen.


    Ach ja und schließlich hätte der Staat davon ebenfalls etwas. ;)

    Fast ein wenig wortkarg fühlt sich der Senator Avarus, als sich das Atrium zu ihrer Ehren immer weiter füllte. Seine künftige Stütze eilt von einem Hals zum Nächsten und zwischen ihm und Meridus scheint sich ein Eiskanal zu bilden. Ihm fröstelt, wenn er an die urrömische Zeremonie denkt und daran, das es das zweite Mal Heiraten ist. Nur schwer kann er sich von den Gedankenströmen losreißen und lächelt den ankommenden Gästen zu. Natürlich ist er nicht so stürmisch in der Begrüßung, aber herzlich allemal. Seine gesamte Sippe fehlt noch und erst mit dem Eintreffen von Caia ändert sich dieser Umstand ein wenig. Ein freudiges Lächeln gefolgt von einer Umarmung macht den unwissenden Gästen deutlich, das dies wohl eine Germanica sein muß. [SIZE=7](seine Geliebten wird Avarus ja nun nicht zur eigenen Hochzeit einladen)[/SIZE]


    Schon vorher hatte er sich die Schreiberin der Acta Epicharis von Lucilla vorstellen lassen und Medeia's Hand geschüttelt. Sie war ihm bestens bekannt und trotzdem verwundert sie in Rom zu sehen. War sie etwas so kurz vor den Herbststürmen den gefährlichen Weg über das Meer gekommen? Nun Avarus hoffte sie hatte vor länger als nur ein paar Tage auf dem italienischen Festland zu verweilen anstatt sich erneut in Gefahr zu bringen.


    Kurz nach den Frauen der Acta traf auch Crassus ein. Avarus begrüßte ihn innerlich überrascht und hatte seine Grollphase wahrscheinlich überwunden. Der erste Schwung ist eben meist der Unbeherrschtere. Was für jenen Caecilius galt, würde aber nicht für alle gelten. Das es eine verbindliche Beziehung im Leben des Caecilius Crassus gab, war dem Senator Avarus nicht bekannt und somit hatte er befürchtet, der PP schleppte seinen nichtsnutzigen Neffen mit auf die Feier, damit der auch mal etwas Luxus schnuppern konnte. Gütlicherweise war dem nun nicht so und es blieb bei einer recht einfachen aber positiv angesprochenen Begrüßung: "Crassus, willkommen... schick siehst du aus." (Was er sich dabei nicht verkneifen konnte, immerhin hatte er den PP soweit er denken konnte noch nie ohne Harnisch gesehen.)


    Noch eher kam ein einfaches "Salve Meridus." über die Lippen, um den Bruder Lucillas nicht ganz unverfroren am eisigen Ufer stehen zu lassen. Man würde sich sicherlich weitestgehend aus den Augen schlüpfen können.


    Zwischenzeitlich wird er immer mal wieder von Lucillas Worten aus dem Halbtraum gezogen und nickt dann meistens bestätigend, halb abwesend dazu oder flüsterte ihr beruhigende Worte ins Ohr. Hauptsache die Actalinnen hatten ihre Täfelchen und Griffelchen zu Hause gelassen. 8)

    "Hm nein, deine Aufgabe wird es sein, die ansässigen Händler von den Vorteilen zu überzeugen. Kaum eine bessere Schiffsverbindung als über den Cursus Publicus kann sich ein Kaufmann erhoffen. Nur leider weiß es kaum jemand. ;) Wie gering das Risiko und wie hoch damit die Möglichkeit ist gutes Geld zu verdienen. Weiterhin ist eine neue Gebührenbeiverordnung in Arbeit. Die Schreiber sind der Tage damit beschäftigt sie zu vervielfältigen. Wenn sie dies geschafft haben, werden sich dem Cursus Publicus weitere lukrative Varianten öffnen und rein zufällig unklare Fragen entschwinden."

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    Auch die nächsten Ankömmlinge wurden noch durchaus freundlich begrüßt und in die Räumlichkeiten gelitten.


    "Salve dem Herrn Praefectus Praetorio Caecilius Crassus. Ich bitte dich dieser jungen Seele zu folgen."


    Wenig später erschien der nächste geladene und bekannte Gast.


    "Dem Senator Vinicius Hungaricus ein herzliches Willkommen, wenn er den Mantel loswerden möchte, so wird sich Clara darum kümmern. Den Weg zu der Feier wird dir das Blumenkind Hirpina zeigen."


    Auf diesem Weg konnten sie die Mäntel abgeben und würden am Ende des Abends jene zum Brautzug auch wieder bekommen.


    Fast ein wenig überfordert ob des nur schwer zu verstehenden Lateins des Pumilus blickte der Ianitor fast überrumpelt drein, fing sich jedoch schnell wieder und setzte ein breites Lächeln auf. :]


    "Ave auch dir, die Domina Artoria Medeia ist herzlich willkommen und möge sich in die Casa Decima begeben. Du selbst findest am Eingang zur Nebengasse einen Zugang zum Küchentrakt. Dort ist eine Tafel für Diener und Begleitsklaven aufgestellt."




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    Medicus begrüßte den ersten Decimus, der den Weg in die feierlich hergerichteten Räumlichkeiten fand. Ein Gesicht, das ihm wenigstens bekannt war. Auch die Glückwünsche nahm er dankend entgegen und ein klein wenig Stolz, das es endlich mit der Vermählung klappte, durfte Man(n) dabei auch zeigen. Immerhin waren sie germanicatypisch lange Zeit verlobt und nur die treuesten Frauen überstanden dieses Mindestjahr unbeschadet. Aber Lucilla sah ganz erleichtert aus. Wahrscheinlich nicht nur, weil es endlich soweit war.


    Mit den ersten Ankömmlingen begann auch die Dienerschaft in die Gänge zu kommen. Es war ein großes Fest geplant, da war es unüblich, das die Gastgeber den Sklaven anweisen mußten, wo sie wen mit was verköstigen sollten. Wie sie Becher und Gläser gefüllt hielten, welcher Gast dies und das (soweit bekannt) nicht vertrug oder Schwellungen im Rachenraum bekam, wenn er irgendeine Köstlichkeit abstoßend fand. Für ein richtiges Fest waren unmengen an Bediensteten von Nöten. Diese hier schienen nur zum Teil aus dem Haushalt der Decimas zu stammen. Aber um jene Gastfreundlichkeit so perfekt wie möglich zu presentieren, hatte die Gens auch genügend Zeit gehabt, also in dieser Sache war sich der Senator sicher, das kein Eklat zu befürchten war.


    Wie es mit den Gästen so stand, da war er sich schon unsicherer. Immerhin hatten einige große Größen den Besuch kurzfristig abgesagt. Andere waren unabkömmlich oder nicht im Recht Rom ohne Ankündigung beim Kaiser zu betreten. Das dieser in Parthien weilte, machte die Sache nicht einfacher und so konnte auch nur eine Absage zur Hochzeit Folge tragen. Doch auch ohne jene Gäste sollte sich das Atrium wohl bald als zu klein entpuppen und die angrenzenden Räumlichkeiten dem Hochzeitsverkehr geöffnet werden. Das es endlich die Casa nicht schaffen würde alle Freunde des Paares, Familienmitglieder und Geschäftskumpane, Politiker und Senatskollegen aufzunehmen, schien hindes unmöglich. Denn das Haus war dem der Gens Germanica ähnlich großzügig entworfen.

    "Pssst...." Er hatte ihr den Finger auf die vollmundigen Lippen gelegt und deutete mit der Mimik an, das Schweigen mehr Wert war als ihre Aufregung. Die Worte von Avarus waren samtig ausgesprochen, entsprachen aber seinem Innersten: "Du siehst ganz bezaubernd aus Lucilla, ich habe auf dem Weg hierher fröhliche Menschen gesehen und herrlich geschmückte Straßen. Auch seit dem Eintreten in Deine Casa fühle ich mich eher im Frühling als im Herbst. Du brauchst also nicht besorgt sein, es wird eine schöne Zeremonie und eine grandiose Feier.... Ich liebe Dich Lucilla." Sein Lächeln ist breit und ehrlich. Avarus hofft ihr so etwas von der Nervösität zu nehmen und blickt dabei abwechselnd zu den beiden engsten Freundinnen Jocasta und Peducaeana. Sie schienen nicht im Stande gewesen zu sein Lucilla von der Fährte oder dem erdachten Omen der Großtante abzubringen.

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    Original von Tiberius Duccius Lando
    Um einen Großteil der Probleme per Diskussion in Angriff nehmen zu können, würde mich mal eine Statistik der WiSim interessieren.


    Macer erwähnte einmal dass nur eine feste Menge an Geld in der WiSim unterwegs sei, d.h. dass der Stadt keine neuen Geldmengen "nachprägt". Mich würde interessieren ob das immernoch so ist.


    Vor allem: wie sieht die Statistik des Geldflusses aus? Wieviel wird durch Steuern/Betriebskosten und durch den Verkauf von Lizensen und anderer Ware wieder vom Staat eingenommen? Wieviel an Gehältern ausgegeben? Wieviel Geld zirkuliert in der freien Wirtschaft? Und vor allem: wie sieht das Verhältnis der Geldwirtschaft des "Betriebs Staat" im Vergleich zur freien Wirtschaft aus?


    Fragen über Fragen. Eine genaue Antwort wird dir wohl niemand geben wollen. Denn diese Fiktion ist soweit richtig, das nicht jede Runde oder überhaupt Geld 'gemünzt' wird. Vielmehr gibt es eine sehr gut gefüllte Staatskasse, die die Differenz von geleisteten Ausgaben wie Gehälter und dergleichen im Gegenrechnen von Betriebseinnahmen und Steuern ausgleicht.

    ... bekommt endlich den Segen der Götter. So steht es zumindest im Ablauf des Tages. Zwar befindet sich der Senator noch nicht in der Casa Decima, aber die Vorbereitungen auf das große Fest und die Zeremonie befinden sich in agilen Verzug...


    Zuerst begann man die Räumlichkeiten zu öffenen, gesagt ist soetwas schnell, doch wer die Einrichtung kennt, weiß, das da sehr viele Tische, Vitrinen, Schränke, Stühle, Büsten und Statuen in den Speicher geschafft werden mußten. Dazu kamen noch all die feinen Tellersammlungen, Kannen etc. und der Glaube daran, das all dies im heilen Zustand geschehen sollte.


    War dies getan, folgte eine Obersklavin einem strikten Ablauf, sie beschäftigte das Heer von Sklaven mit den nötigen Vorbereitungen. So wurden alle Vorhänge, Teppiche, Leinen und Tücher, alle Kissenbezüge und Überdecken gewalkt und in langen und zeitraubenden Verfahren geglättet. Daneben kümmerten sich viele Diener darum das Geschirr herzurichten und vorallem von jedem noch so kleinen Hauch eines Fingerabdrucks oder Staubkrümels zu entfernen. Am Ende würde sich nichteinmal ein Gast darüber erkenntlich zeigen, wenn es überhaupt jemand merkte. Es gehörte einfach zum guten Ton. Was die Ausschmückung anbelangte so wurde nicht an duftenden Blüten gespart. Wahrscheinlich hatten einige Blütenhändler ein gutes Sümmchen dabei verdient, das sie zu dieser Jahreszeit diese Casa Decima in ein so leuchtendes Meer frisch duftender Blumenblüten verwandeln konnten. Neben diesen zarten Blumengesichtern wurde reichlich Grün um die Säulen im Atrium, den Gängen und dem Eingangsbereich gerankt. Kein Gast sollte sich mit der Kühle von Marmorgestein identifizieren können.


    Neben dem sehr offensichtlichen Tun, wurde auch in der Culina gehandelt. Um dort überhaupt auch nur eine Pfanne, einen Topf zu füllen oder den großen schweren Ofen anwerfen zu können, sandte man einen ganzen Zug Küchensklaven aus nur das Beste auf den Märkten zu erstehen. Dabei kam der Herrin auch ihr besonderer Ruf zu Gute. Immerhin waren die saftig zarten knusprig braun gegaarten Hendln aus ihrer Zucht erwachsen. Doch es würde natürlich nicht nur vom Huhn aufgetragen, die Gäste sollten sich verwöhnt fühlen und den Glanz dieser Verbindung auf dem Gaumen spüren.


    Was die Einkäufer herbei schafften, wurde in einem langen Vorgang gewaschen, geschählt, gewürzt und gesalzen. Fleisch und Fisch bekam seinen eigenen Geschmack nicht aberkannt, vielmehr vertieften die Küchenwunder den meist herzhaften Geschmack mit einer Reihe von Spezialrezepten. Wahrscheinlich kam auch hierbei die hervorragende Verbindung der Decima Lucilla zu einigen Gourmetküchen dem Haushalt Decima zu Gute.


    Waren die Möbel ersteinmal entfernt, der Boden geschuppt und glänzend poliert, folgte das Auflegen seltener Teppiche. Dazu einige hangearbeitete Mosaike, die in ihrer schweren Form hinein gerollt werden mußten. Ihre leichte zusätzliche Höhe ließ sich gut mit passend postierten Liegen vertuschen. Dazwischen spannten sich immer wieder feine Leinen, Stoffbanner und Seidevorhänge. Auch für die kühlen Abende war gesorgt, denn das Wetter vermochten auch die Frösche noch nicht vorzubestimmen.


    ...zwar formte sich die Vorbereitung immer näher dem Endstadium entgegen, aber hier und da war eben jene Phase zu kurz.


    Mit den ersten Strahlen wurde das Fest durch Boten, Hörner und Posaunen durch die Straßen Roms getragen...


    Der halbe Straßenzug würde am Abend die bereits füllige Gesellschaft weiter auffüllen, um dann am traditionellen Brautzug zur Casa Germanica teilzunehmen und auch dort noch am Gabentisch der Leckereien zu naschen. Üblich war es ohnehin. Es heiratete ja nicht irgendeine Gens.


    ... Kinder tanzten um die Männer, ein Schreier mit tiefer, fester und vorallem lauter Stimme verkündete die Nachricht, damit es auch die letzten Distriktbewohner mitbekamen. Noch lud man keine Gäste von der Straße. Es war sowieso üblich, das man sich selbst einlud und wohl kein Gast würde an diesem Tag zu darben haben. Einzigst der Stand des Einzelnen mußte da bedacht und eingehalten werden. Mit den gehenden Vorreitern dieser Kunde kam auch das Treiben in die Straße hinein, die ganz vom imposanten Bau der Casa Decima geprägt war. Man bereitete das vor, was das Äußere ja eine Art Aushängeschild für diesen Bezirk war. Straßen wurden geputzt und von Karren beräumt. Wimpel und Tücher bildeten eine Gasse, die jedem unkundigen Gast den Weg zeigen sollte.


    Mit dem ersten Mittagsgänger zog eine unheimliche Stille ein. Zwar wurde diese in den Mauern der Casa Decima durch weiteres emsiges Treiben durchbrochen. Auf der Straße davor allerdings lebte die Siesta.


    Zu dieser Zeit war es auch, als der Senator sich aufmachte die Casa Decima zu erreichen. Sein Gespann von dreißig nubischen Sklaven war auch nötig, denn die eigens für diese Hochzeit angefertigte Sänfte wog ihren Teil. Feine Gebilde rankten im Holz des Elfenbeins. Die Seidetücher trugen neben Germanicus Avarus auch eine gute Anzahl mit Gold und Silber bestückter Kissen. Die Front und Heckseite bestand aus reinem Azobéholz. Die aufgebrachten Perlmutringe erzählten ihre eigenen Geschichten, die wohl einer längeren Betrachtung erwünschten. Neben den Nubiern befanden sich viele Männer um das Geläuft herum. Zwar fühlte sich der Senator sicher in seiner Haut, doch konnte es durchaus geschehen, das ein anderer Römer, auch reicher Gesinnung, dieses Prachtstück besitzen wollte und dann eine handvoll Taugenichste sandte um.... naja den Rest denken wir uns. 8)


    Avarus erreicht also die Casa Decima. Im Zuge sind außerdem zwei reichliche Hände voll Künstler. Sie sollen an diesem Abend noch ihre Chance erhalten...

    Wieder war es ein Brief, der den Weg in die Poststube des Cursus Publicus fand. Sein Abesender würde wohl die eine oder andere Möglichkeit bieten schneller zu sein, als alle Andere. Auch wenn dieses Zünglein an der Waage heuer nicht mehr exsistierte... 8)

    Wenn ich euer Gelaber so lese, formt sich der Gedanke immer mehr dazu die Wisim wirklich et Acta zu legen und das schöne viele Geld einfach verstreichen zu lassen.


    Letztlich hab ich mal in der Volkswirtschaft gelernt, das der Teufel nur auf den großen Haufen scheißt. (mit Verlaub) Ihr fordert mehr Geld für alle, das wird nicht funktionieren und ist auch nicht im Sinne der Menschheit. Weder heute (in Rom) noch früher bei Alexander oder viel später bei uns heuer. Also ich hoffe ich bin nicht der einzigste Member in dieser Micronation, der sich fragt, was das soll?

    Wie so oft in den letzten Tagen schaffte es Avarus einfach nicht seiner Arbeit gerecht zu werden, um zu früher Stund das Officium zu verlassen. War es das Alter, fragte er sich immer öfter, oder einfach die Mehrarbeit, die täglich auf ihn wartete?


    Gut diese Gedanken beiseite wischen zu können. Es standen Rennen an und nichts liebte jener Senator mehr, als den Gespannen im Hypodrom zuzusehen. Leider verpasste er dabei die erste Runde, aber meist wurde es eh erst dem Ende zu spannend und so richtig Lust Wetten abzuschließen hatte Avarus eh nicht.


    Als Senator war zudem ein Platz im gerechten Klientel eh frei und so nahm er diesen ein. Nur wenig bekannte Gesichter waren zu sehen. Wohl ein Zeichen dafür, das die Sommerpause noch nicht gänzlich überstanden war und viele reiche Römer nebst Senatoren auf ihren Landgütern verweilten.