Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    Deutlich später als erwartet, erschien auch der Senator in der Basilica Ulpia, um anzuhören, was dieser Witzbold von Caecilius Metellus ihm vorwerfen wollte. Scheinbar fand er keine Befriedigung in seinem Alltag, das er rechtschaffende Römer vor den Kadi zerren mußte. Manche Leute beanspruchten einfach das Zertifikat Querulant.


    Nachdem Avarus den Saale betreten hatte, meldete ein beigereister Diener ihn als Anwesend. Er selbst bemerkte, das sich in den letzten Jahren hier nicht viel getan hatte. Während man das Geld für Tempel, Wasserstraßen und Bäder nur so zum Fenster hinaus warf, wurde an den Justiziagebäuden gespart.

    EIn Senator beobachtete die Szenerie und bekam dadurch mehr mit, als die verlogenen Worte eines Sklavenverkäufers je auszudrücken vermochten. Es würde ihn nochmal eine ganze Stange an Sesterzen kosten, um aus dieser Sklavin etwas Gescheites heraus zu putzen. Doch vielleicht war es einer Investition wert und eventuell trieb man den Preis ja auch wieder in so luftige Höhen. 8)


    "Titus Tranquillus, ich biete dir zweitausend Sesterzen für das junge Geschöpf."


    Avarus hatte doch tatsächlich selbst den Arm gehoben. Manchmal packte einem aber auch einfach nur der Kaufrausch. :D

    "Es mag nicht wichtig sein, das ein Maß an Sicherheit auf unseren Baustellen herrscht. Gut...."


    Avarus konnte dem nicht zustimmem Ressorcen sollten gewahrt bleiben.


    "Es ist aber wichtig, das wir Römer uns frei fühlen dürfen, sicher noch dazu und genau das können wir nur, wenn Pfusch am Bau -wie du es so schön ausdrückst- eben nicht Sache der Bauherren ist. Ist das Kind ersteinmal in den Brunnen gefallen, ist es zu spät. Ich kann auch nicht glauben, das es als Problem gesehen wird, jene tausenden von Baumeistern und Architekten zu prüfen. Selbst wenn meine Worte recht optimistisch wären, wenn ich mich dahin gehend verschätzt hätte, würde doch die Aussicht auf mehr Sicherheit uns schon dazu bringen diesen Schritt zu tun und jene Mamutleistung anzugehen. Dauert sie Jahre, dann ist das eben so, aber wir tun etwas dafür, das die Städte sicherer werden."


    Blickt in eine Reihe Gesichter, die abwesend scheinen, Andere sind uneins mit ihm, Weitere geschlossen.


    "Früher soll es Zeiten gegeben haben, da war es eine Ehre sich mit wissenschaftlichen Titeln zu schmücken. Ein Architekt, der etwas auf sich und seine Arbeit hält, wird mit Freuden nach Rom reisen, um an der Schola Atheniensis oder einem ihrer Ableger seine Künste zu beweisen. Alle in diesen Einrichtungen auszubilden, sehe ich nicht als notwendig an. Und ist es eine Lehmhütte, die zu erstellen sich jemand als Leistungsaufgabe gesetzt hat, dann soll er meinetwegen ohne ein Diplom seinen Weg gehen. Doch war es meine Besorgnis auch hauptsächlich, die Bauwerke in Rom und ähnlichem Klientel betrifft."


    Da fiel ihm noch die letzte Nachfrage ein.


    "Da du auch noch das liebe Geld ansprichst, so würde ich keine Bedenken zeigen, denn jener Mann, der Großes leisten will und einmal in seinem Leben ein Meisterwerk kriiert, wird sich nicht von ein paar hundert Sesterzen für Reise, Unterkunft und Kursgebühren abschrecken lassen."




    PRAECEPTOR - SCHOLA ATHENIENSIS
    MAGISTER ARCHITECTURAE - SCHOLA ATHENIENSIS
    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    Das Tor wurde durch den Türdiener geöffnet. Ein Krug Olivenöl war mal wieder von Nöten, denn die Türe krächzte fürchterlich und gab wenig später den Blick nur auf den Genannten frei. Dieser blickte erfreut auf den Beamten, schien so als trieb er sich mit Langeweile über den Tag.


    "Salve, was kann ich für dich tun?"

















    SKLAVE - GENS GERMANICA

    Während Crassus so zulangt, schweifen die Gedanken des Avarus ab und kommen erst zurück in den Raum, als jener mit einem Kompliment oder einer Schmeichelei auf ein neues Thema zu sprechen kommt. So nah am Palatin und doch kein Stückchen vom Kuchen abbekommen?


    "Eine maßlose Übertreibung. Du solltest nicht soviel auf das Gerede geben, was in den Straßen der Stadt kursiert. Ein paar Felder im Norden, ein paar Weinberge, die Minen im tiefsten Süden und das ein oder andere Anwesen rings ums Mare Internum. Im Vergleich mit anderen wohlhabenden Bürgern mag ich als Mittelmaß gelten. Wenn du mich unbedingt mit einem Streuner vergleichen willst, dann kommt es auf das Gerücht hinaus."


    Trauben waren auch so eine Sache. Man aß sie oder trank sie. Waren sie flüssig, dann herzhaft. Im festen Zustand süß und fruchtig. Avarus aß sie neben den Worten. Nur darauf achtete er genaustens, das der Mund nie zu voll wurde (oder klang).


    "Ich frage mich sowieso auch, wer auf den ganzen freien Ländereien, den Erbschaften ohne Erben, den Bankrotten und den Landmassen aus Streitereien heraus gegangen, sitzen bleibt. Für unser Klientel sollte es viel mehr Fläche geben. Man kann doch nicht nur beschränken..."


    Ihn wunderte das sowieso. Nebenbei bemerkt ließ er es auch offen, ob er nun Land verkaufen wollte oder nicht. Seine Worte klangen wohl aber eher gegenteilig dazu.

    "Oh es ist dir keine Ehre ein Bauer zu sein... ich bin verwundert. Nunja Traditionen sind nicht jedermanns Sache."


    Er blickte sich um. Was für Märchen waren denn da aufgetischt worden, um einen Kopf aus der Schlinge zu bekommen.


    "Octavius warte! Setz dich und höre den Zweiten oder den wahren Teil der Geschichte. Ich muß schon sagen, das dein Centurio mit allen Wassern gewaschen ist, um seinen Kopf aus der Schlinge zu holen."


    Dieser Avitus hatte etwas Ungestümes an sich, das seinem Vater völlig abging. Das jener junge Mann auch noch weit vom Rosenzüchten entfernt war, machte es leichter zu verstehen, was in ihm vorging. Er verteidigte also einen Offizier auf Biegen und Brechen ohne zu wissen, was an jenem Tag wirklich vorgefallen war. Sei das der Wahrheit, dann gab Octavius nicht viel auf diese Verbundenheit zwischen den Gentes. Viel eher und mehr auf den notwendigen Respekt bei der CU.

    Wenn ich dir mal auf die Sprünge helfen soll, würde das Lucius Germanicus Dentatus heißen, wenn du denn in unsere Gens aufgenommen werden würdest. Leider allerdings ist das zur Zeit ähnlich, wie bei den Helvetiern. Wir nehmen nicht jeden Neuling in unseren senatorischen Stammbaum auf.


    Daher muß ich dir eine Aufnahme verweigern.


    Trotzdem wünsche ich dir viel Spaß im IR und nicht verzagen, es gibt viele Familien, die Hände ringend um jeden Neuzugänger buhlen. ;)


    Edit: Der Marcus war schneller. :P

    Das Crassus sich nicht in den übelsten Gegenden rumtreiben würde, war Avarus fast klar. Wer weiß, ob er jemals die vermüllten, nach Pisse und Kot stinkenden Straßen der Subura betreten hatte. Nun dem Germanier war das soweit erspart geblieben. Nur einmal mußte er zwecks einiger 'Wählerstimmen' dahin einen Abstecher machen. Dazu fiel ihm aber ein konkretes: 'damals wars und ist Geschichte' ein.


    "Der Neid sorgt in jeder Lebenslage dafür, das Menschen, selbst Römer zu Küchenwaffen greifen, um den Nachbarn die Gurgel durchzuschneiden. Ob der Senator, der Praefekt, der reiche Aufsteiger. Alle haben sie dieses Phänomen Ratten anzuziehen. So war es so ist es so wird es immer sein..."


    Auch Avarus blickte sich ab und zu um, doch die Diener machsten keine Anstalten, den Abend noch perfekt ausklingen zu lassen und das Dessert zu servieren. Erst nach einem Heranzitieren wurde dem Hausherren gebeichtet. Welcher diese Situation mit einem Seufzen und den Worten: "Da ist es wieder, das schlechte Personal..." kommentierte.


    "Dann bring uns noch eine Obstschaale." Wies er an und zog entschuldigend die Schultern hoch. Hatte man das warm zu servierende Dessert doch aus den Augen verloren und erst mit dem üblen Geruch zurück an die Kochstelle gefunden. 8)

    "Ah es ist also seine Pflicht sich ungerechtigter Weise Zugang zu einem ehrbaren Haus zu verschaffen. Es ist seine Pflicht dabei Schaden anzurichten und es ist wohl auch seine Pflicht entgegen den unsrigen Tugenden zu handeln und das Gerede auf der Straße zu eben diesem Vorfall zu lenken? Mit Nichten!"


    Der Senator schlug mit der Faust auf den Tisch, das die kleinen Tintenäpfchen zu tanzen begannen.


    "Ich schiebe es mal auf deine Unerfahrenheit im Umgang mit dem gehobenen Klientel Roms. Ich selbst habe nie besonderen Wert darauf gelegt, wie ein Gockel durch Rom zu spazieren, um zu zeigen, was man hat. Aber ich habe bisweil immer an die Selbstverständlichkeit geglaubt, die auch Respekt und Ehrfurcht enthält. Wenn es den Urbaner nicht gelingt ihre Offiziere soweit zu bilden, das es ausreicht sich kommunikativ angemessen zu verhalten, wie es einem Mitglied des Senats, eines Magister und Praetoren gerecht wird, dann muß ich arg in Zweifel ziehen, ob die Führung der Einheit nicht überfordert ist."


    Avarus hatte sich im Gespräch wieder gesetzt. Scheinbar würde dieser Mann sowieso einen Fachmann schicken wollen, was ihm eh rechter war. Als einem Lehrling zu erläutern, was Marmor doch für ein weiches Gestein war...


    "Es steht den Cohortes Urbanae frei selbst einen Gutachter zu schicken, der sich ein Bild von den Schäden machen kann. Letztlich erwarte ich eine angemessene Entschädigung und eine Entschuldigung von diesem Centurio. Euch liegt es ebenso in der Hand dieses Sache auf diese Weise zu regeln."


    Er hatte diese Selbstverständlichkeit satt, das Beamte und Soldaten schlicht und ergreifend auf eine Art gehobene Stellung setzten, die sie glaubten zu besetzen. Letztlich aber waren sie so geringfügig, das ein Schnipsen genügte, um die Karten neu zu mischen.


    Avarus machte zudem deutlich, das die Bonustäfelchen aufgebraucht waren, die einst solche Vorfälle verschluckt hatte. Schließlich war es auch einer störisch und blind geführten Gangart zuzuschreiben.

    Als wüßte er es nicht selber. Das ungehemmte Seufzen aber verrät ihn wohl, wie er zur Zeit über die Versammlung alter Säcke in der Curia Iulia denkt.


    "Ein gutes Datum..." kürzt er ab und läßt den Senat Senat sein. Für dieses Gespräch zumindest (hofft er :D ) "... mir passt es denke ich und da haben wir noch reichlich einen Monat Zeit zum Planen und Organisieren." :P


    Manchmal fühlte er sich schon alt, sehr alt. Meist genau dann, wenn ihm die Arbeit die Stunden raubte, die ein normaler Römer brauchte, um sein Wesen, sein Sein gesund und frisch zu halten. Doch die letzten Tage eilte er nur von einer Versammlung zur Nächsten und hatte auch in den Diensten für den Cursus Publicus nicht wirklich viel Freiraum, um zum Beispiel mal etwas länger in eine öffentliche Therme zu gehen. Auch die Dirnen konnte er schon seit Wochen, ach was denkt er, seit Monaten abschreiben. Welcher Mann war da noch ein Mann? 8)

    "Ja das wäre es dann eigentlich. Ab und zu darfst du noch einen Bericht über deine Station beim Praefectus abgeben. Ansonsten wünsche ich dir Morgen einen guten Arbeitsbeginn." :D


    Sprach der Senator und Legatus und winkte einen Diener heran, der den Decimer hinaus führen konnte.


    "Vale Decimus Triarius" sagte er noch und wandte sich dann, nachdem der Decimer gegangen war wieder seinen Schriften zu.

    "Gut...." Avarus machte sich eine Notiz, damit er die Ernennung nicht vergaß und fügte auf die Frage hinzu: "Einer der Postumius Gens, schon sehr lange dabei und stolz, weil es seine Neffen auch in den Postdienst geschafft haben. Sie dienen allerdings als Tabellarii. Jener Gaius Postumius Rufus wird bald in Ruhestand gehen. Wichtig daher, das er einen geeigneten Nachfolger bekommt."

    Zwei Männer, Senatoren deren Verschwinden positiv für Germanicus Avarus zu werten war. Letzterer jedoch schien überlebt zu haben. War das Attentat nun stümperhaft ausgeführt oder die Ressorcen zu knapp bemessen gewesen. Er selbst wollte nicht darüber nachdenken. Seine Abneigung gegen diesen Octavier war begründet und mit nichten erschien seine Reaktion den Worten des Consuls entsprechend geschockt. Dieser Praefectus Urbi hatte sich in den letzten Wochen eine Menge Feinde gemacht. Einige davon gingen erst vor Gericht, andere waren anscheinend da nicht so zimperlich.


    Eine Frage bewegte Germanicus Avarus aber weiterhin. Wenn ihm politisch gegensetzliche Senatoren verschwinden, sterben oder verletzt werden, wer glaubt dann noch an Zufälle und viel wichtiger wer wird sich dieser Situation zu nutze machen und wenn dies geschieht wie wird er aus dieser Sache heil heraus kommen? Immerhin mit diesen Attentätern schien nicht zu Spaßen. Ein Praefectus Urbi war üblicherweise mit mehr als einer Handvoll Soldaten unterwegs...


    Avarus schüttelte diesen und andere Gedanken ab und beobachtete lieber die Reaktionen unter den anwesenden Senatoren. Noch konnte er keinen erkennen, der sichtlich begeistert darüber seine grienenden Lippen in der hohlen Hand versteckte.





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    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA

    "Oh dann wird es für dich in Zukunft aber schwer werden. Die vielen Aufgaben sind mir nämlich langsam zuviel. Also werde ich dort Zeit sparen, wo sie am Meisten kostet, im Senat. Letztlich muß ich dir noch Recht geben, das es ausreicht einmal in der Woche dort vorbei zu schauen, weil sich garnicht soviel tut. Naja für eine Reise sollten wir Zeit haben und dir wird es auch gut tun..." ;)


    Medicus ließ offen, was er damit meinte. Tat fast geheimnisvoll und freute sich innerlich schon auf diese politische Auszeit. Gut mehr als sechs Wochen würde sie wohl nicht dauern können, aber er hoffte doch, das seine partyverwöhnte Ehefrau mehr als eine Woche in stiller Abgeschiedenheit aushielt ohne in die nächst größere Stadt zu fahren.


    "Können wir uns eigentlich schon so ungefähr auf einen Termin festlegen?" 8)

    Ein fortgeschrittenes Alter für keine Taten. Da wurde es Zeit, dachte der Legatus und hörte sich auch die anderen Dinge genau an. Sollte es einen Engpass geben, schien dieser Decimer zumindest reiten zu können. Aber auf dem Land waren sie wohl alle aufgewachsen. Seiner Verlobten ging das ähnlich und geschadet hat es ihr auch nicht, ganz im Gegenteil.


    "Nun gut ich bin kein Mann, der arbeitsgierige Menschen unnütz lang auf die Folter spannt. Wenn du bereit bist, werde ich die Urkunde erstellen und veröffentlichen lassen, die dich zum Stationarius der Stadt Rom ernennt. Vorerst würde dein Aufgabengebiet im Postversand liegen. Jene Arbeiten zur Unterhaltung der Stationen in Italien, nebst den finanziellen Verbindlichkeiten fällt auch weiterhin dem Praefectus Vehiculorum (NPC) zu."


    Er blickt sein Gegenüber nochmal genauer an.


    "Irgendwelche Fragen dazu?"

    "Keine Angst, Crassus. Ich leite diesen Postdienst nun schon einige Jahre und bin gerne bei der Arbeit. Auch wenn sie vielleicht etwas unterbezahlt ist."


    Nicht alles konnte immer perfekt sein und Avarus wußte, das es schwer war Jemanden zu finden, der diese komplexen Ströme von Postwegen und Briefversandmöglichkeiten so ohne Weiteres in nur sehr kurzer Zeit würde überschauen können. Auch er hatte lange Zeit nicht verstanden, warum Normalpost aus Gallien erst nach Germanien ging und dann zurück auf südöstlicher Route nach Genua, um von dort Richtung Ostia eingeschifft zu werden. Eilige Schreiben hingegen gingen über die endlosen Straßen hin und viele der Reiter machten unter sich einen Wettkampf aus, wer welche Strecke in der kürzesten Zeit schaffte.


    "Eben ein gefährlicher Posten. Fast wie als Senator."


    Kommentierte er das nur knapp. Sicher machte ihn diese Position in gewissen Maßen auch einsam.... 8)

    "Nun du hast sicherlich die verhangene Siluette im Eingangsbereich gesehen. Ich habe die Kosten noch nicht überschlagen, das Reinigen des Fußbodens jedoch war bereits sehr aufwändig. Wie wurde mit dem Offizier verfahren?"


    Gab Avarus zu Protokoll und erkundigte sich sogleich ob der Mann ordentlich bestraft wurde.