Beiträge von Medicus Germanicus Avarus

    Wie dem so ist, benötigt das Mädel noch einen Platz im Stammbaum der Gens.


    Der gute Decimus Germanicus Tacitus kann sich nicht wehren und soll ihr Vater gewesen sein. So ist Germanica Flava "fast" frei wie ein Vogel, kann sich entfalten und ihre Vestallinnensache aussimmen. Ohne den geliebten Vormund ist der Weg in die Ketten des ritualen Ordens der Vesta wohl auch etwas einfacher. :D

    Eigentlich hatte Avarus garnichts hier zu tun, denn er nahm sich dieser Tage kaum Arbeit mit in die eigenen vier Wände. Jene waren durch einige Neuankömmlinge etwas geschrumpft. So zog der Hausherr sich in dieses Zimmer zurück, um seine Ruhe zu haben. Naja nicht ganz, aber so ähnlich konnte man es sich vorstellen.


    Gespannt was Callidus, den neuen Rector zu ihm führte, wartete der Senator hinter seinem Schreibpult.

    "Eine bewaffnete Gruppe von tausend Mann ist doch beachtlich. Nun ich kenne weder den Einen noch den Anderen der beiden Rädelsführer. Trotzdem stellt sich mir dir Frage waren sie beide allein dazu befähigt den Aufstand anzuzetteln oder folgte eine breite Region ihrem Streben nur zu gern, das es ein Einfaches war und sie sich auf wundersame Weise dazu befähigt sahen ganze Schaaren zu manipulieren. Aus diesem Zusammenspiel wäre es nur verständlich, das aus einer kleinen Gruppe eine ganze Revolte wuchs. Dann wäre es aber nötig die Situation restlos aufzuklären und Ursachenforschung zu treiben. Sicher haben die Praetorianergarden ganze Arbeit geleistet und jeden Verschwörer hingerichtet?"


    Ein fragender Blick folgte, wenn gleich Avarus nichts anders annahm. Es war von jeher die einfachste Methode, welche zumindest für kurze Zeit Bevölkerungen in eine Art Starre versetzen.


    "Letztlich wollen wir Frieden in Hispanien und nicht nur hoffen, das es ein letzter Aufstand war, sondern auch wissen, das es der letzte Versuch war die Autorität Roms und des Senats zu untergraben.


    Mit nichten halte ich es für gelungen, das die Verwaltung dermaßen inaktiv agierte, trotzdem ist Hispanien eine große Provinz und ein wichtiges Handelsnetzwerk wird von den örtlichen Behörden verwaltet. Einige dürfen es sich nicht erlauben und ihre Arbeit ruhen lassen, um Anderorts auf Gerüchtefang zu gehen. Es wäre ganz klar eine Sache der überregionalen Verwaltung gewesen. Der Proconsul muß sich diese Kritik also gefallen lassen. Wird jener dem Senat Rede und Antwort stehen?"


    Seine Fragen und Zusammenhänge machten deutlich, das der Senator Germanicus Avarus sich besonders um die Zukunft Hispaniens sorgte. Eine Revolte in diesem Umfang war keinesfalls das Machwerk von zwei Republikanern. Nein die Strukturen mußten einfach tiefer reichen. Sie zu lösen, sie zu brechen sollte ein wichtiger Punkt neben dem Aufbau Cordubas sein. Geschehe dies nicht, so ständen sie in einigen Monaten, vielleicht Jahren dort wo sie heute sind. Noch zu genau erinnerte er sich an einen nicht lange zurückliegenden Aufstand in den iberischen Bergen. Ein deutlicher Ansatz tiefgründig zu forschen und aufzulösen.




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    Mit der Mittagssonne hatte sich auch Avarus in den Senat geschlichen. Die gewölbten Säulen gaben ihm zwar Schutz vor all zu tadelnden Blicken. Seinen Platz erreichte er nur durch die Menge und grüßte leise den Einen oder Anderen Mitsenatoren persönlich. Viele aber bekamen nur ein Kopfnicken. Der schäbige Rest nichtmal das...


    Er setzte sich und bekam gerade noch die Worte des Crassus mit. Es ging wohl um Hispanien und der Senator Germanicus Avarus ließ sich ersteinmal ins Bilde bringen, was die Mission des Praetorianerpräfekten gebracht hatte. Das jener zurück war, schien belegbar. So nickte er ab und an und setzte dazu hin und wieder ein ungläubiges Gesicht auf. Als der Verfasser dieser Informationszusammenfassung geendet hatte, fuhr Germanicus Avarus sich über die Stirn. Wie es schien würde man einen Sündenbock für all dies suchen und wie er sich so erinnerte und nachdachte, kam es ihm so vor als sei dieser schon vor ihren Augen zu sehen. Es fehlte nur der Jäger, der den Bock abschoss.


    "Ein paar Fragen hätte ich noch:


    Dieser Strabo und Sulla Rebellion ist in Corduba ausgebrochen oder hat man sich dieser Stadt nur bemächtigt?


    Wie groß schätzte man denn den Haufen Aufständische, wie anzählig wurde er abschließend bestimmt?


    Wenn man davon ausgeht, das die gesamte Stadt diesen Raufbolden Unterstützung leistete: wer sagt uns das es in naher Zukunft nicht weitere Zöglinge schaffen werden eine Revolte zu entfachen?


    Den Ausführungen meines Banknachbaren zur Folge sagtest du Crassus, das sowohl die Außerregionale Verwaltung keine Unterstützung für eure Intervention zeigte. Dies kann ich irgendwie nachvollziehen, denn woher sollen sie um einen Aufstand in all seinen Details wissen, wenn ihre Arbeit auf die Regiones Hispania Tarraconensis beschränkt ist und sie dabei wahrlich genug um die Ohren haben. Gerüchte helfen nur selten zielführend weiter. Korn, Brot und Wasser werden deine Truppen wohl sowieso aus den überregionalen Getreidespeichern erhalten haben...?


    Der Proconsul... ja wie hat Agrippa geholfen? Das er nicht in den Krieg mit dir gezogen ist, hast du bereits gesprochen. Nun er ist Senator und kein Soldat. Er mag ebenfalls ein Alter erreicht haben, wo es normal ist den jugendlichen Leichtsinn abzulegen.
    Er brachte deinen Truppen spärliche Infos... gut wo sollen sie herkommen, wenn ihm der militärische Arm fehlt und er leistete humanitäre Hilfe. Dir reichte das nicht, was hättest du dir mehr gewünscht von einem Mann im gesetzten Alter?"




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    Zitat

    Original von Decius Germanicus Corvus
    “Salve Vetter Avarus. Es freut uns ganz besonders, dass du es einrichten konntest zu kommen. Ich hoffe, du hattest eine angenehme Reise.“, begrüßte Corvus den eigentlichen Hausherrn und raunte ihm dann ehrlich zu: “Ob wir es genießen werden… also, unter uns gesagt, ich werde froh sein wenn das alles hinter uns haben. Feiern dieser Art liegen mir nicht so besonders.“


    Ah da war er schon. :D Und wertete die Gruppe zu Sedulus, Avarus, Lucilla - und dann noch Plotina und Lupus - et Corvus auf.


    "Salve Corvus wie kann man eine Reise zu Pferd über eine reichliche Woche lang als angenehm bezeichnen. Solange ich stehe, geht es." Er grinste leicht gequält. "Etwas überrascht bin ich natürlich schon, das die zugetragenen Gerüchte wahr sind. Trotzdem freue ich mich das ihr endlich eure 'Liebe' in einer Verbindung verschmelzen werdet."


    Etwas intensiver würde sich Avarus erkenntlich zeigen, um seiner Lieblingsnichte über den Verlust des Vaters et adoptivo hinweg zu helfen. Sowas kam aber erst hinterher...


    So fragte er denn: "Aelia schwirrt hier auch irgendwo rum?"


    Ein wenig abgelenkt von dem Redefluss der jungen Plotina merkte Avarus dann auch garnicht, das sie zweimal seinen Neffen grüßte. ( :P)


    Sondern nickte ihr nur nocheinmal bestätigend zu.

    Sedulus, Avarus, Lucilla - und dann noch Plotina und Lupus


    Noch garnicht richtig in der ruhenden Position mußte Avarus jene schon wieder aufgeben. Hektisch zog sein zukünftiges Weib ihm am Arm zu einer ebenfalls ansehnlichen Frau hin. Sie wurde seinem Neffen, der sich am anderen Ende von Lucilla befand, und ihm als Plotina vorgestellt. Auch ihre Verbindung zu seiner Verlobten wurde benannt. Avarus grüßte die junge Dame und blickte dann auf ihre Begleitung.


    "Salve ihr zwei. Ich hoffe ihr werdet diesen Abend genießen."


    Dabei fiel ihm etwas ins Auge... Was suchte die Nussbaumkommode an der abgeschrägten Wand. Wie kam die Appolonbüste unter das Fenster, was trug jemand den Mandelbaumholztisch neben das Zypressenholzbuffet. Etwas mehr als nur abgelenkt blickte Avarus sich im Atrium, in seinem Atrium um und war geschockt von der veränderten Wohnlichkeit. Es würde Wochen dauern seinen Stil zurück zu gewinnen. Mit offenen Mund blickte er sich weiter um und mußte einen dämlichen Eindruck machen.

    Mit wallenden und durchaus bedächtigen Schritt betrat der Hausherr das Geschehen und wurden dem Bräutigam durch einen Sklaven angekündigt. Jener Bub flitzte durch die Menge bis er beim Corvus angekommen war und flüsterte jenem zu, was Sache war.


    Avarus hingegen machte sich nicht die Mühe das Volk zu teilen, um das Paar als erstes zu begrüßen. Nein schließlich mußte er sich selbst darum kümmern heute und jetzt überhaupt hier zu sein. Wäre es ihm eher zugetragen worden, sei wohl genug Zeit gewesen standesgemäß an der Seite seiner Verlobten Decima Lucilla das Atrium zu betreten. Jetzt sah das alles so nach einem Verwürfnis aus und nur die Stellung seiner besseren Hälfte verhinderte es wohl, das sich die Klatschspalten der Acta füllen würden.


    Mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, das vorallem den Streß der letzten Wochen überspielen solllte und die wahre Freude ausdrückte, die Avarus beim Anblick von ihr empfand, schritt er auf seinen Neffen und Lucilla zu.


    "Salve Lucilla... " er umarmte sie und drückte sie fest an sich. Dann ließ er wieder los und begutachtete das schicke Mädel. "Wunderschön siehst du aus." Sein Augenmerk fiel auf Sedulus. "Salve auch dir Neffe." Dann an alle Beide: "Hab ich etwas verpasst?" Avarus ließ aus, wie er überhaupt davon erfahren hatte. Denn schließlich war er nun da. Er nahm Lucilla in den Arm und drehte sich gelassen zu den anderen Gästen um, die beim Brautpaar anstanden. Am Abend würde Zeit und Luft sein ihnen zu gratulieren. Sich irgendwo anzustellen, das hatte er schon lange aufgegeben. :]

    Mit einer Wannung gereinigt und in feinsten Rosenblütenöl eingesalbt, roch Avarus wieder wie ein reinlicher Mensch und nicht wie ein Soldat, dessen Möglichkeit zu einem täglichen Waschgang beschränkt war. Auch das Schimpfwort "alter Bock" konnte man nun vergessen. Doch um dem Geruch ein ebenso ansehnliches Bild zu geben, ließ er sich einkleiden und legte dabei wiedereinmal mehr Wert auf ein pompöses Äußeres, als auf die kargen Margen der traditionell lebenden Urrömer.


    Sein Anblick ließ auf das schließen, was er war: Ein reicher Römer mit dem Hang zum Geldausgeben. Noch ein paar lockere Schuhe folgten und ein letzter Blick in den Spiegel. Das Urteil seines Quartiersklaven entsprach dem eigenen Bild und so konnte er sich aufmachen eine Feier zu besuchen.


    Fraglich für ihn war nur, ob man überhaupt eine standesgemäß angeordnete Cline für ihn freigehalten hatte?


    Noch ein kurzes Sträuben... was wenn nicht? Dann der Gedanken, der den Knoten löste: Trecenarius sicher wußte Germanicus Corvus schon von seiner Abreise in Germanien, noch bevor es ihm selbst klar war er würde reiten.... Nun gut schauen wir mal, dachte er und ließ sich seinen Senatorenring überstreifen. Dazu kam eine prachtvolle Halskette mit einem Wallnuss großen Bernstein eingefasst in eine Silberverzierung. Auch die anderen Finger erhielten neben dem obligatorischen Standeszeichen einen kleinen Ring mit Edelsteinen besetzt. Eine Spange aus puren Gold, welche einen Löwenkopf nachbildete, hielt letztlich einen Umhang, der in tief dunkles Purpur gefärbt war. Diese Anzeichen der Farbe merkten auf, das jenes Schmuckstück wohl nie den Körper eines Mannes bisher gesehen hatte. Eine Lieferung über See war es wohl, die diese feine Schneiderarbeit enthielt und vor wenigen Wochen die Hauptstadt erreicht hatte.


    Avarus begab sich über den Säulengang erneut durch die Küche, um völlig überraschend von der Haustür ins Atrium einzudringen.

    Die Sänfte des Senatoren und Legaten Avarus kam nur langsam durch die Via Flaminia vorwärts. Zwar waren vorn zwei Diener und eben jene Thraker Macarius und Heron erfolgreich damit beschäftigt den Weg zu bahnen, doch drängten sich die Menschen immer schnell wieder zu einer undurchdringbaren Masse zusammen. Dann als sie endlich den Aufweg zur Casa erreichten, wurden die Parkplätze knapp. Ein Duzend Sänften nebst Trägern warteten darauf ihre Herren spät am Abend zurück in die heimischen Casen und Villen zu bringen. Die schönsten Sänften standen nicht vorn, sondern sie tummelten sich zwischendrin. Der Platz der Straße gab es einfach nicht her große Manöver zu starten, um die höher gestellten Herren zu bevormunden.


    Sicher war es möglich die Sänften dann direkt vor die Tür zu bringen. Nur eben gerade war dies unmöglich, denn das Schmuckstück des Bezirks wurde dort eingeparkt.


    Avarus erhob sich und ließ seinen Blick nocheinmal über Wappen streifen, um sich dann doch hinein zu begeben. Die Größe der Casa machte es ihm möglich über die Culina und den Säulengang von hinten an seine Gemächer zu gelangen ohne die Gäste durch seinen verstaubten Anblick zu erschrecken.


    Da es bereits vor zwei geschlagenen Stunden bekannt geworden war: Der Hausherr befand sich wieder in der Stadt, von langer Reise zurück, erwartete den Germanicus ein eingelassenes Bad in den Gewölben des Untergeschosses. Als Senator Avarus ins Becken stieg, hörte er den Tummult oben. Mit etwas mehr an innerer Geistesablenkung gelang es ihm aber doch einige Momente zu entspannen.


    Vielleicht würde er die Hochzeit von Corvus und Aelia ja doch noch erreichen. Auch wenn man ihn wissentlich nicht angeschrieben hatte, das dies in so plötzlicher -für Germanicas untypischer Art und Weise- zelepriert wurde... :P:D

    ... waren eine feine Sache. Während in Germanien gewisse Steigwege über die Alpen immer wieder das ganze Geschick beim Reiten verlangten und so die wunderbare Landschaft in den Sichtschatten stellten, konnte der Senator in den Auen des immer tiefer werdenden römischen Kerngebiet Entspannung beim Ritt finden.


    Noch in den Provinzen gereist, kam Avarus mit den gut aufgereihten eigenen, wie von Freunden und Verwandten bewirtschafteten Gütern über die Nächte. Nicht selten aß man zusammen und tauschte Geschehnisse aus, die die Welt veränderten. Auch allgemeine Gerüchte wurden weitergegeben. Mit jeden Tag aber kam Germanicus Avarus näher an Rom und mit jeden Aufenthalt auf den Besitztümern der Gens Germanica verdichteten sich die Gerüchte zu Wahrheiten.


    Etwas verblüfft war er dann schon, als jenes Gerippe aus aufgeschnappten Worten zu einem Satz wuchs. Mit etwas Glück -eher für die Beiden- würde er das Anwesen in Rom erreichen, bevor die Sause vorbei war.


    Die Gruppe Reiter nahm den östlichen Landweg. Überquerte die Alpen bei Curia und wandte sich dann ob der breiteren Staßen Richtung Placentia. Von dort ritten sie einen Bogen, um auf dem Landgut bei Cremona zu nächtigen. Bevor sie sich dann noch vor den ersten Sonnenstrahlen nach Farentia aufmachten. Ein weiter Tagesritt, der seine Opfer forderte. Auch ein Bad in den Gemächern des ortsansässigen Cursus Publicus konnte die Schmerzen nur mildern, nicht vertreiben. Zwei Tage verbrachten sie dort, der Senator war einfach nicht fähig auf einem Pferderücken zu sitzen und sah seinen Hintern auch in einer Kutsche zu gefährdet.


    Als es dann wieder ging. Nicht ohne Schmerzen, aber aushaltbar, ritt man in mehreren Etappen bis Faraon Fortunae und von dort über die Appeninus Mons auf der gepflasterten Via Flaminia über Mevunia, Narrae und Capena bis schließlich an die Stadtmauern der römischen Metropole und Hauptstadt heran.


    In den Straßen der Vorstadt ähnlichen Holzhütten angekommen, sendete man einen Diener aus, der sich um eine Sänfte aus dem Hause Germanica bemühte. Avarus hingegen ließ die Pferde versorgen und in den Ställen am Ostufer des Tibers unterbringen. Zwei seiner Sklaven würden sich darum kümmern. Andere hingegen hatten mit dem Gepäck zu tun. Nicht viel was jener Reisende aus dem Norden noch mitbrachte, denn das meiste Geschirre hatte bereits ein Konvoi vor vielen Tagen nach Süden geschafft. So blieben nur einige Einkäufe und die persönlichen Sachen, welche Avarus immer mitnahm, wenn er auf Reisen ging.


    Es dauerte eine geschlagene Stunde bis der Sklave mit einer Sänfte nebst Personal wiederkehrte. Es lag wohl daran, das die gute Seele der Culina Helena dem Herren ein Mahl mitgegeben hatte. Wahrlich eine passende Idee, denn dem Senator knurrte bereits der Magen. So bestieg er das Kissenreich unter dem Schleier der Sänfte und ließ sich heim tragen. Derweil nahm er von den leckeren Bissen und schaute durch die seidenen Vorhänge hinaus. Was gab es wohl Neues zu entdecken...?

    "Das ist eine durchaus bekannte Hausnummer." Dabei fiel dem Avarus ein, das er sich nichteinmal bei seinem alten Freund dem jetzt neuen LAPP hat blicken lassen. Neben den Aufgaben auf der Baustelle waren die Spiele wohl zu stressig gewesen. Nur wenig Zeit am Abend blieb und jene verbrachte er sehr allein in der Herberge.


    "Man wird dich unterrichten, wenn sich etwas getan hat. Doch ich muß mich jetzt leider von dir verabschieden. Vielleicht können wir später einmal mehr Zeit im Gespräch miteinander füllen. Jetzt aber stehen noch wichtige Reisevorbereitungen an."


    Er erhob sich, um den Gast zu verabschieden. Später am Tage sollte er sich auf den Weg in den Süden machen. Die sorgenlose Zeit würde warten müssen. Gerüchte hatte der Wind nach Mogontiacum getragen und jene waren es, die ihn zur Eile geboten.

    "Ahja..." ein kurzes Überlegen folgte. Dann schwengte er mit den Gedanken zur geschäftlichen Sache hinüber. Weiter schwieg Avarus. Er schien sich nicht ganz erinnern zu wollen. Schließlich aber zündelte der Funke und er ließ ein weiteres "Ah ... ja " folgen.


    "Nun ich muß bedauern, aber die Sache ist etwas verzwickt geworden. Durch einen Todesfall sind jene Einkommensquellen derzeit inaktiv. Die Arbeiter sitzen zu Hause und die Räder -zumindest die der Säge- stehen still. Mit etwas Glück werden sie in einigen Wochen erneut zum Laufen kommen. Aber es liegt nicht mehr in meinen Händen zu entscheiden, wer diese Betriebe kaufen wird. Ich kann mir deinen Namen natürlich merken und werde das auch gern tun, aber versprechen kann ich dir nichts."


    Der Senator trinkt ebenfalls. Einen Spritzer Wein gönnt er sich im Gegensatz zu Iustus aber doch.


    "Wie kann ich dich erreichen, sollte die Möglichkeit eines Verkaufes wieder bestehen?"

    "Ahja..." keine Ahnung hatte dieser worum es da ging. "Na dann komm mal mit."


    Jener Mann führte den Gast in einen gut ausstraffierten Raum, der bewies, das es dem kaiserlichen Postdienst nicht unbedingt an Stil mangelte. "Einen Moment bitte..." Der Mann verschwandt und statt seiner erschien der Senator in einer schicken Toga gehüllt.


    "Salve Lucius Hadrianus Iustus.... richtig" Die Hand zum Gruße gereicht. "Ein Hadrianus... Wir haben einen Praefecten aus eurer Gens. Bist du mit ihm verwandt?"


    Der Platz war Magulatur und schnell angeboten. Dazu reichte man Wasser und Wein. Gemischt wurde sich selbst. :]


    "Was kann ich für dich tun?"


    Avarus versuchte Ähnlichkeiten zwischen jenem und dem anderen Hadrianus zu finden. Doch so richtig weiter kam er da ohne Hilfe nicht.

    Tag für Tag zog ins Land. Immer wieder wurden Kleinigkeiten geändert, die im Nachhinein einfach so besser ausschauten. Mit den Handwerkern kam eine kleine Hektik ins Baugeschehen, denn ihre Mentalität drückte sich sehr in schneller germanischer Arbeitsweise aus. Wände wurden geputzt, gemalt, bezeichnet und teilweise mit kleinen in vollendeten Formen fließenden Mosaiken belegt. Böden erhielten ihre Belege. Teils war es grobes Holz später verschliffen. Aber auch Stein und Mosaikbilder wurden ausgelegt.


    Hier und da folgte man den Ausbauarbeiten mit dem Einbringen von kunstvoll gearbeiteten Holzregalen, Stühlen, Tischen. Auch die baldig wohl stark frequenzierte Theke setzte man in den bis dato noch leeren Raum. Sie hatte das, was die römischen Schankstuben so berühmt machte. Dazu kamen Statuen und Büsten. Pflanzen und Schmuck, um dem Aufenthalt das gewisse Extra an Luxus und Behaglichkeit zu geben.


    Mit jeden Tag wandte sich die Baustelle mehr dem gemütlichen Gasthaus entgegen und mit jeder Stunde freute man sich in der Stadt der Eröffnung näher zu sein. Bald schon würde menschliches Vergnügen einziehen. Neben dem leiblichen Durst, auch jener aus der Gerüchteküche gelöscht werden. Vielleicht gab es Hochzeiten in der Zukunft. Defftige Umtrunke waren sehr sicher. Das Haus erstrahlte in neuen und völlig veränderten Glanz. Eine Arbeit aber auch Berufung war dem Ende nahe gekommen.


    Noch einmal durchschritt der Architekt jenes Gastlokal und erfreute sich daran für die Stadt und die darin lebenden Menschen, für Gäste und Reisende eine Taverne geschaffen zu haben, die es schon früher zu guten Ruf gebracht hatte. Mit dem neuen Eigner sollte das wohl auch in Zukunft so bleiben. Avarus zumindest freute sich schon auf einen Besuch bei einem seiner nächsten Aufenthalte in der Stadt.




    -fine-



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    Zitat

    Original von Loki
    Ist das so? Keine Nebenjob-Möglichkeit?


    Sowohl das Eine, als auch das Andere sind Vollzeitberufe. ;)


    Im Regelwerk der Wisim steht geschrieben, wer als Arbeiter in Frage kommt.

    Der Gang der Dinge war es, das nur wenige frühere Bewohner der germanischen Provinzen nach dem Anblick der ewigen Stadt Rom erneut für einen langen Lebensabschnitt in die kühlere Nordprovinz zurückkehrten. Zwar fand es Avarus zum Beispiel im Sommer deutlich angenehmer in Mogontiacum und Umgebung, als in Rom. Doch drängten sich mit seiner Arbeit und Person zuwenig Freiräume auf, diesen Umstand auch nutzen zu können.


    "Nein, aber ich danke dir für deine Zeit und wir sehen uns ja bald auf an der Taverne."


    Er schüttelte die Hand des Ducciers und begab sich dann zur Tür.

    Der Herbergenbetreiber legte den Kopf schräg, als man etwas anderes als einen Schlafplatz, eine Mahlzeit oder ein Mitreisegelegenheit von ihm wollte. Aber die Frage war einfach zu beantworten:

    "Wenn du den Legatus meinst..."
    ein prüfender Blick folgt "... dann kann ich das nur bejaen. Möchtest du ihn sprechen und wenn dem so ist, wen soll ich dem Senator Germanicus Avarus anmelden?"