Das Bild auf dem Wagen wird zur Seite gezogen und gibt den Blick auf Bühne und Kulisse frei. Auf dieser ist ein recht karger Hügel gezeichnet, auf dem scheinbar einige Ziegen weiden. Es ertönt die kräftige Stimme des Erzählers.
„Wertes Publikum, wir erzählen heute die Geschichte eines jungen Mannes, der auf den Hügeln und Bergen Makedoniens das tat, was Makedonen denn am besten können : Ziegen hüten.“
Von der rechten Seite wandert die Figur eines jungen Mannes herein, klein und dürr, mit lockig, krausig schwarzem Haar, Von der linken kommt ein Schaf herein. Mit den für Puppen typisch tänzelnden Bewegung nähern sich bei Figuren. Beide Puppen sind von grosser Kunstfertigkeit und hoher Komplexität.
„Aleksandros liebte es Ziegen zu hüten. Und wie er es liebte…“
Bei diesen Worten nähert sich die Knabenpuppe der Ziege und der Puppenspieler lässt den Knaben ein paar Bewegungen machen, die kein Zweifel daran lassen, wie denn seine Worte gemeint waren.
„Aber, eines Tages sah Aleksandros etwas blitzendes im Boden liegen. Er ging hin und entdeckte…“
Die Puppe löst sich von der Ziege, wandert zielstrebig auf einen Punkt in einer Ecke der Bühne, bückt sich, bis er kurz ganz verschwindet. Dann erscheint er wieder, nun aber trägt er einen deutlich zu grossen Brustpanzer.
„… einen bronzenen Brustpanzer. Aber, da war noch etwas.“
Wieder wandert der Knabe über die Bühne, bückt sich wieder und hält dann ein Schwert in der Hand.
„Ein schönes Schwert. Irgendwie erschien ihm das ganze Ziegenhütten nun so öde. Er grübelte und grübelte….“
Der Puppenspieler lässt den Knaben auf und ab wandern, die Ziege ihm folgend, ihn immer wieder anstubsend. Darauf dreht sich der Knabe immer um, fuchtelt wild mit dem Schwert in der Hand, worauf die Ziege immer wieder erst etwas zurück bleibt, um sich dann gleich wieder zu nähern.
Plötzlich bleibt der Knabe stehen, hält sein Schwert hoch in die Luft, wobei der zu grosse Brustpanzer verrutscht.
„ Und so kam Aleksandros eine Idee : Er würde ausziehen und die Welt erobern.“
Der Vorhang schliesst sich nach diesem ersten Akt.
Titus