Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Die Wahl liegt nun etwas zurück, die offiziele Ernennung ist noch nicht erfolgt, doch Tiberius Vitmalacus ist kein Mann, der ruhig abwartet. So hat er sich auf den Weg nach Mantua gemacht, Ajax brauchte sowieso etwas Auslauf und Titus muss den Beiden auf seiner Stute folgen.


    Erst kurz vor dem Castellum bringt er Ajax dazu langsamer zu reiten, nähert sich dann dem Wachposten.


    "Tiberius Vitamalacus, Tribun der Legio IX. Hispania," meldet er sich knapp und militärisch, "wünscht den Legatus Legionis Decimus Livinaus zu sprechen."

    Die Hand des Patriziers schnellt vor und trifft den Sklaven mit harter Hand. Diese Frechheit kann er nicht auf sich sitzen lassen. Auch wenn er Cato seit frühester Kindheit kennt, mittlerweile ist zu viel Zeit vergangen, damit Cato sich eine solche Frechheit heraus nehmen darf. Wären sie nicht so viele Jahre getrennt gewesen, dann vielleicht...


    "Vergiss nicht ! Du hast versagt, als es daran ging Nova zu schützen, auch vor sich selbst !"


    Er dreht sich um, in der Tür bleibt er noch einmal stehen.


    "Deine Strafe wirst du in den nächsten Tagen erfahren, solange bleibst du hier. Ohne wasser oder Brot !"


    Dann verlässt er die Kammer.

    Noch bevor er wieder zu ihr ins Bett gelegt hatte, hatte er sie noch einen Moment angesehen, wie sie so da lag, die dünne Decke über sich gelegt, so bequem in die Kissen gebetet. Fast wunderte ihn, das sie so viele Kissen gefunden hatte, schlief er als Soldat doch oft mals sogar ohne. Doch das Bett war auch grösser, als jedes während seiner Militärzeit. Und hatte er die grösse bisher stets für Übertrieben gehalten, doch heute schien es ihm gerade gross genug. Nein, er war zufrieden mit dem Tag, mehr als er es je vermutet hatte.


    Und hatte er schon bei ihrem Anblick gespürt, das sein Verlangen nach ihr noch nicht gestillt war, als ihre Hände sich wieder auf ihren Oberkörper legten, wusste er genau, das er in dieser Nacht noch nicht genung von ihr hatte. Vielleicht lag es an ihr, vielleicht auch daran, das er so lange diesen Genüssen entsagt hatte, sie dieser nie wirklich genossenn hatte. Er sagte nichts mehr auf ihre Antwort, sondern erwiederte ihre Küsse, erst sanft und dann sich langsam in der Intensität steigernd, wahrend seine Hände über ihren Körper glitten, ihren Rücken entlang, über ihren Oberkörper. Wie schon zuvor genoss er es, ihre sanfte Haut unter seinen Fingern zu spüren.


    Ob nun irgendjemand oder irgendetwasin das Zimmer gekommen würde, war ihm in diesem Moment auch egal. Es könnte auch höchstens eine Sklavin oder ein Skalve sein, der das angeforderte Essen bringt, doch selbst das würde noch dauern. So werden seine Berührungen immer fordernder, er umschliesst ihre Hand, führt diese an sich herab,ander während seine Küsse immer weiter an intensität zu nehmen und seine andere Hand sie sanft und denoch fordernd wieder auf sich zieht.

    Stesichoros
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    Missmutig kam der Ianitor und öffnete die Tür.


    "Ja ? " fragte er, sich gerade überlegend ob er nicht einfach den Unbekannten an den Hintereingang verweisen sollte. Wieder mal plagte ihn der Schnupfen, der einfach nicht vergehen wollte.
    "Was willst du ?"

    Während er sprach und dabei schon wieder in seine Arme geschlossen hatte, fürchtet er nicht, das sie ihn erneut schlagen würde, hätte sie es getan, hätte er es in kauf genommen, keiner ihrer Schläge könnte ihn mehr treffen als der erste. Warum sie so reagiert hatte, konnte er schon verstehen, zu gut erinnerte er sich an das Gespräch mit seinem Grossvater vor so vielen Jahren, als er, als junger Mann sein Tablium betreten hatte und freudstrahlend offenbarte, dass er Nova heiraten wolle und die Antwort war nur "Nein" gewesen. Stattdessen erfuhr er, das eine ganz andere heiraten werde und Nova bald als seine Schwester zählen wollte. Er hatte sich gefügt, weil es der Wille seines Grossvaters war, nicht mehr und nicht weniger.


    Vielleicht war es gerade das, was er so an ihr schätzte, dieses Aufbegehren gegen gewisse Konventionen, ihr Unwille, das über ihren Kopf entschieden werden sollte. Vielleicht hatten schon andere Männer sich an ihren Vater gewandt, welche, die schon konkrete Absichten verhandeln wollten. Irgendwie neidet er ihr auch ihre Fähigkeit, ihren Zorn so offen zu zeigen. Er selbst verbarg seinen hinter einer Maske von Gravitas und Dignitas, es sei denn, er befand gerade auf einem Exzierplatz. Und selbst da war seine Wut stets konrolliert.


    Und selbst als er mit seinen Worten geendet hatte, schwieg sie und dieses Schweigen verlängerte die Ungewissheit, ob sie ihn denn Verstanden hatte, das er nie über ihren Kopf hinweg eine Entscheidung hätte fallen wollen ? Das es nur das befolgen eines alten Rituals war, das er zuerst ihren Vater von seiner Absicht unterrichtete ? Ein Ritual, das sicher noch aus der Zeit der Könige stammte, denn hätte man damals geahnt, welche Distanzen zu überbrücken waren, hätte man ein anderes Ritual gewählt. Aufmerksam beobachtete er, wie ihre Gesichtszüge sich langsam aufhellten, und als sie ihre Hand auf seine Wange legte, hätte er fast vor Erleichterung tief aus geatmet.


    Und dann war da sein Name aus ihrem Mund, sein Praenomen, welches sie so spärlich verwandte und den zu hören gerade dardurch so viel bedeutung für ihn hatte. Auch wenn ihre Stimme ernster klang als sonst bei solchen Gelegenheiten, gerade dardurch gewann er mehr Vertrauen in das Gelingen seines Vorhabens, als durch ihre Entschludigung an sich. "Du must dich nicht entschuldigen, Helena," antwortete er leise, während seine Hand sich weiterhin sanft ihre Hand umschlossen hielt, "leider habe ich bis heute keine Antwort von deinem Vater erhalten. Ich weis nicht, ob dies ein gutes oder aber ein schlechtes Zeichen ist, oder aber ob es nur an den Entfernungen liegt. Doch ich konnte nicht länger warten, fürchtete ich doch, meine Haltung zu dir, erschien dir als zurückweisung, und das ist sie sicher nicht."


    Er blickte zu ihr herunter, sah in ihre Augen, berührte mit seinen Lippen sachte ihre Hand. "Doch es gibt etwas, das wichtiger für mich ist, wichtiger als eine Antwort deines Vaters." Hier stockte er etwas, konnte sie doch mit ihren nächsten Sätzen seine Hoffnungen und Pläne bestärken, oder aber vernichten. "Wie stehts du zu meinem Werben ? Kannst du dir Vorstellen meine Frau zu werden, die Frau eines alten Soldaten, der nun auf dem Feld der Politik kämpft ?"

    Mit einem leichten Nicken nimmt er die Antwort seines Freundes zur Kenntniss, sein Blick wanderte zwischen der Gastgeberin, welche die Stimmenauszählung führte und Iulia Helena hin und her. Was hatte sie nur dazu gebracht ihn zu nomieren ? Doch er sollte er zum Zeremonienmeister bestimmt werden, würde er sich sicherlich für ihre kleine Neckerei revanchieren können.
    Auch entgeht ihm der Blick seiner Cousine nicht, und er fragt sich, was sie sagen würde, wenn sie um seine Absichten um die Iulierin wissen würde.
    Und als dann das Ergebnis bekannt gegeben wurde und die Sklavin ihm den Umhang und die Weinkrone aufsetzt, nimmt der hochgewachsene Patrizier dies mit aller Gravitas und Dignitas hin, allerdings antwortet Plautius 1n der lockeren Art, wie es ihm an diesem Abend so leicht faellt.
    "Centurio, gern haet ich dir dieses Amt überlassen, doch wollten es d1e Götter anders. Und so werde ich dir und den Kameraden der Legion fast alle hübschen Frauen gönnen, jedenfalls die. welche 1ch euch überlasse...."


    Für weiteres wartet er noch ab, das Opfer soll erst geschehen. So steht er da, sein Blick liegt nicht auf den Tänzerinnen, sondern viel mehr auf der Frau, die er zu seiner Königin erwählt hat.

    Ihre Antwort schmerzte. Und es war nicht der Schmerz ihrer Ohrfeige, der in ihm brannte. Körperliche Schmerzen hatte er schon viele ertragen und auch gelernt zu ertragen, so das seine Wange kaum nachgab, nicht einmal eine leichte Rötung auf der dunklen Haut zu erkennen war. Doch ihre Worte brannten sich schmerzhaft in ihn ein, wie es ein glühendes Gladius nicht schmerzhafter hätte tun können. Ihm Feigheit vor zu werfen, seine Absichten so falsch zu verstehen, das traf den hochgewachsenen Soldaten mehr als jede Ohrfeige oder Hieb von ihr es tun könnte. Aber, er war Soldat, das war was er gelernt hatte und so tat er das, was ein Soldat bei einem Gegenangriff tat: Stellung halten.


    Kein Stück rührte er sich, er blieb an der Stelle stehen, an der er sie vor so kurzem noch in seinen Armen gehalten hatte. Vielleicht hätten viele andere Männer nun das Feld geräumt, doch er würde es nicht tun. Auch wenn er innerlich bebte, er blieb ruhig, versuchte es zumindest, doch etwas der inneren Aufgewühltheit schwang in seinen Worten mit. "Helena, wie kommst du darauf, ich betrachte dich als käufliche Ware ? Ich würde mich hinter idiotischen Traditionen verstecken ?"


    Er schüttelte den Kopf. Ja, es stimmte, er folgte Traditionen, so wie es sein Grossvater getan hatte und seine Ahnen, so war er erzogen worden. Doch er versteckte sich nicht hinter ihnen und gerade eben hatte er sie sogar gebrochen. "Es gehört sich, das ein Mann den Vater einer Frau fragt, ob er um sie werben darf ! Dieses erwarte ich von den Mitgliedern meiner Familie und daran halte ich mich selbst. Ich habe deinen Vater nicht gefragt, ob ich dich heiraten darf oder nicht." Genau an dieser Stelle macht er eine Pause, holt tief Luft. Mittlerweile hat er auch vergessen, das er sich im Geschäft eines Schmuckhändlers befindet, er sieht nur sie, vertraut auch darauf, das Titus ihm zuverlässig den Rücken freihält.


    "Nein,.. ich fragte ihn, ob ich dich fragen darf, nicht mehr und nicht weniger. Nie würde ich von deinem Vater eine Entscheidung über deinen Kopf hinweg verlangen, geschweige denn auf die Idee kommen, dich ihm abkaufen zu wollen. Selbst wenn er mir deine Hand gerade zu hinreichen würde, ein Nein von dir, auch nur angedeutet, wäre für mich binden. Vergiss nicht, ich weis zu gut, wie es ist, wenn über einen Kopf hinweg entschieden wird." Seine Erinnerungen an damals sind ihm immer noch ein Gräuel, auch wenn sich sein Hass gegenüber seiner ersten Frau mittlerweile zu etwas wie Mitgefühl und fast Mitleid entwickelt haben. "Wäre dein Vater in Roma, wäre ich zu ihm geeilt, hätte persönlich mit ihm gesprochen. Doch so konnte ich es nicht. Ich konnte einen Brief Schreiben oder aber einen Freund bitten, in meinem Namen zu sprechen. Und ich entschied mich, einen Mann meine Bitte vorzutragen, den ich wahrlich als Freund erachte, dies war eben dein Onkel Numerianuns."


    Nun macht er einen Schritt vor, direkt auf sie zu, sein linker Arm legt sich auf ihren Rücken, zieht sie sachte zu sich, seine rechte Hand fasst ihre Hand. "Helena, ich verstehe, wenn dir dieser Weg nicht gefällt, mir gefiel er auch nicht. Doch gerade weil ich dich so schätze und ehre, blieb mir keine Wahl ausser diesen Weg einzuschlagen. Bitte glaube mir, jedes mal, das ich dich sah und nicht von meinen Absichten sprechen konnte, schmerzte mir." wie um das zu unterstreichen, hebt er sachte ihre Hand, die ihn eben noch geschlagen hat, und berührt sie sachte mit seinen Lippen. "Ich wollte alles richtig machen und hab vielleicht alles falsch gemacht. Aber bitte gib einem altem Soldaten noch eine Chance, Helena."

    So, nun misch 1ch mal kurz ein, und wenn mal ein 1 statt ein i da steht, liegt es daran, das ich immer noch in einem Internetcafe in der Türkei sitze.


    Zum ersten : So wohl bei mir, wie auch bei meinen Quaestorenkollegen der nun zuende gehenden Legislatur, war in der Wahlrede ein Teil darauf bezogen, was man 1n seiner Quaestur getan hat. Das gehört sich so und kann gleichze1tig die beste Wahlwerbung sein.


    Zum Zweiten : E1ne Res Gestae von mir folgt sicher noch,.... keine Angst


    Zum Dr1tten : Gerade beim letzten Mal hat mich die Art besonders zweier "Res Gestae" gestört. Sich m1t dem einen rum zu aergern, war s1ch meine ID zu schade,... nix persönl1ches Strabo,... aber d1e Art war e1nfach n1x..... der Zweite sollte s1ch noch an das laute Nachfragen erinnern.


    Zum Vierten : Simon/Simoff trennen 1st 1n der Realpolitik nicht so ungewöhnlich. Es gibt genug Politiker, welche sich im Plenum/Gremium zoffen, aber am Abend, wenn es denn daru1m geht 1n gemütlicher Runde ein B1er zu trinken, sich bestens verstehen. Einfach weil sie trennen können zwischen der Politischen Ebene und der Privaten.

    Sim-Off:

    Auch wenn die Audienz früher begann, schiebe ich mal das Wahlergebnis mit ein.


    Kurz schiebt Tiberius Vitamalacus wieder etwas zur Wahl ein.


    "Mein Imperator, wenn ich dich darauf hinweisen darf, das bei der Wahl zum Aedilis Plebis keiner der Kandidaten das erforderliche Quorum erreicht hat und in diesem Falle das Gesetz eine Nachwahl vorsieht, welche möglichst bald erfolgen sollte. Anbetracht der nahenden Ludi würde ich ANTE DIEM III NON SEP DCCCLVI A.U.C. (3.9.2006/103 n.Chr.)/PRIDIE NON SEP DCCCLVI A.U.C. (4.9.2006/103 n.Chr.) vorschlagen, alternativ ANTE DIEM IV ID SEP DCCCLVI A.U.C. (10.9.2006/103 n.Chr.)/ANTE DIEM III ID SEP DCCCLVI A.U.C. (11.9.2006/103 n.Chr.)"


    Dann wendet er sich dem letzten Punkt der ihm gestellten Aufgaben zu.


    "Desweiteren hast du mich gebeten, mir Passagen und Paragraphen des Codex zu notieren, welche den Charakter von historischen Exkursen haben. Dies habe ich getan."



    Paragraphen mit Charakter eines historischen Exkurses


    § 17.1 Satz 2 : "Die Patrizier sind im Ursprungssinne die Nachfahren der Gründungsväter Roms, aber der Ordo Patricius kann auch als höchste Ehre an neuere Gentes verliehen werden."


    § 26 Kaisertitulatur


    § 35.1 "In Rom gibt es keine geschriebene Verfassung, jedoch besitzt die Jahrhunderte lang ausgeübte Tradition einen stark normativen Charakter. Das Mos Maiorum (der Brauch der Vorfahren) bestimmt somit die Sitte, dass die römischen Beamten vom Volk gewählt werden."


    § 51.1 erster Satz, zweiter Teil : "es gilt als krönende Spitze einer politischen Laufbahn."
    § 51.2 zweiter satz, erster Teil
    § 51.4



    § 52.5
    § 52.8


    § 54.3 "Ihre ursprüngliche Aufgabe lag in der Unterstützung der Volkstribunen bei deren Arbeit. Aus diesem Grund genießen sie ebenfalls gerichtliche Immunität. Dies führte weiters dazu, dass man ihnen die Leitung des Polizeidienstes übertragen hat. Der Aedilis Curules hat Anrecht auf den kurulischen Stuhl und darf die Auspizien überwachen."


    § 54.9 Satz 2 : "Somit entwickelt sich aus ihren Edikten ein allgemein anerkanntes Handelsrecht."


    § 55.3


    "Schweig !" donnerte seine Stimme. Er wollte nun keine Erklärungen hören, nichts von Catos grosser Liebe zu dieser Miriam, davon hatte er genug gehört.


    "Ich hatte dir verboten, Miriam zusehen. Und das mit guten Recht, denn kaum siehst du sie, willst du mit ihr flüchten. Aus MEINEN Diensten ! Und das aus dem Castellum meiner Einheit ! Cato, allein dafür müsste ich dich ans Kreuz schlagen lassen."


    Er schüttelte leicht den Kopf, Cato ist nicht nur ein Sklave, er ist ein Freund, genau wie Lucius ein Freund ist, trotz aller schwierigkeiten. Nie hätte er gedacht, das Cato ihm einmal solchen Ärger bereiten würde. Von Lucius wäre er nichts anderes gewohnt, aber Cato...


    "Ist deine Miriam das Wert ?"

    Er war allein gekommen, ohne Titus und... ohne Waffen. Er hatte Cato lange in der Kammer schmoren lassen, weniger um ihn zu strafen, sondern vielmehr, damit seine eigene Wut langsam verrauchte. Und so war er früh am Morgen gekommen, seinen Sklaven zu sehen, vielleicht das letzte Mal.


    In der rechten Hand hielt er eine Wachslampe, welche den Raum etwas erhellte und die er auf ein Podest stellte. Mit verschränkten Armen blieb er stehen, blickte auf seinen Sklaven herunter.


    "Cato, Cato, Cato,.... was habe ich dir getan, das du mich so enttäuscht hast." Der Vorwurf in der Stimme des Tiberius Vitamalacus war nicht zu überhören.

    Er hatte eigentlich nicht mit einer anderen Antwort gerechnet, denn er spürte, das auch ihr die gemeinsame Zeit zusammen gefiel. Und irgendwie schmeichelte es ihn, wie es wohl jeden Mann schmeichelte, wenn eine junge, hübsche Frau die Intimität die sie mit ihm teilte genoss. Auch wenn er sich keine Illusionen hingab, denn er wusste wie gut sie ihre Reize zu ihrem Vorteil einzusetzen verstand. Und das sie je etwas anderes in ihm sehen würde als ihren wohlhabenden Liebhaber, daran würde er wohl nie denken, es wäre ihm auch nicht recht. Denn dann könnte es Probleme geben und um diese zu lösen müsste er Titus beauftragen. Und das wollte er ganz sicher nicht.


    Er erwiederte ihre Blicke, verfolgte wie sie mit dem Wein und dem Weinglas spielte, trank selbst einen kleinen Schluck und berührte sachte ihren Oberkörper, ihren sanften weiblichen Rundungen entlang, während er auf ihre Antwort wartete. Und dann als die Antwort kam, ihre Lippen so dicht vor ihm waren, das er fast den Wein schmecken konnte, der eben noch ihre Lippen berührt hatte, beugte er sich noch etwas vor, während er ohne hinzu sehen das Weinglass beiseite stellte, berührte seine Lippen wieder die ihren, küssten sie sanft. "Ich danke dir, meine kleinen Luciana,"[I/] flüsterte er leise, während seine Küsse ihren Hals herunter wandern, über ihre Schultern und dann auf ihren Oberkörper etwas verweilen.


    [i]"Noch ist mein Hunger nach dir noch nicht gestillt, doch zunächst einmal sorge ich für dein leibliches Wohl." Mit diesen Worten löst er sich von ihr, und steht auf. Diesmal streift er sich die Tunika über bevor er in Richtung der Tür geht. Bevor er wortlos durch die Tür tritt, blickt er noch einmal kurz zu ihr, dann verschwindet er für einige Momente, um dann wieder ins Zimmer zu treten. Wieder zieht er seine Tunika aus, doch diesmal legt er sie, in gewohnter Soldatenmanier zusammenn und platziert sie auf einer Truhe vor dem Bett. Dann geht er auf sie zu, legt sich neben sie ins Bett, legt seine Arme um sie und zieht sie zu sich. "Gleich wird uns etwas gebracht, meine kleine Luciana. In der Zwischenzeit müssen wir uns noch etwas die Zeit vertreiben."

    Sie verstand seine Andeutungen nicht, verstand sein mühseligen Versuch nicht, ihr zuverdeutlichen, welche Ziele er denn hatte. Anders konnte er ihre Reaktion nicht deuten. Sah sie in seinen Worten wirklich nicht die Hinweise, das er so viel mehr wollte, als nur eine heimliche Affaire ? War denn die Vorstellung, das er sie zu seiner Frau haben wollte so abwegig ? Lag es daran, das er ein Patrizier war und sie nicht ? Kam sie deshalb nicht zu dem Schluss, wie ernst er es mit ihr meinte ? All das schwirrte in seinem Kopf herum, während er einfach da stand, und sie beobachtete, wie sie den Ohrring wieder ablegte, ihre ganzen Worte kamen ihm so fern und so fremd vor. Oder hatte sie ihn verstanden und wollte es nicht, das er um sie warb ? Dieser Gedanke schmerzte ihn genauso wie die Vorstellung, sie könnte seine Worte als zurückweisung empfunden haben.


    Er verfluchte innerlich die Entfernung, welche nach Germanien herrschte, verfluchte alles, was ihn davon abhielt, die klaren und deutlichen Worte zu wählen, die er sonst zu wählen gewohnt war. Und es war gerade in diesem Moment, als sich an der Tür etwas regte, Stimmen laut wurden. Anscheinend hatte Titus sie eingeholt und stritt nun mit dem Tütwächter umeinlass. Doch kaum blickte er in den Laden herein, traf in ein klarer, kalter Blick seines Tribuns, der ihn sofort wieder umgekehren liess. Und auch der Händler, der wegen der Geräusche wieder zum Vorschein kam, bekam den Blick des Tiberius Vitmalacus zu spüren. Und es war ein Blick, der ihn lieber wieder zurück in seine hinteren Räume verschwinden liess, so viel ärger und auch Zorn war darin zu lesen, das es wirklich besser schien, den Kunden zunächst einmal in Ruhe zu lassen.


    Doch Tiberius Vitamalacus hatte die kleine Unterbrechung genutzt, einen Entschluss zu fassen. Zu oft schon hatte das starre Festhalten an den Regeln der Tradition in seinem Leben und dem von Menschen, denen er nahe stand, für Leid und Schmerz gestanden. Und er war nicht mehr der Jüngling, der seinem Grossvater befehle erteilte, heute war er es gewohnt zu befehlen. Auch wenn sein Grossvater im Raum wäre, er hätte sich gerade jetzt ihm wiedersetzt. Nein, er war entschlossen klare Worte zu wählen, nicht auf ihre Ausweichen einzugehen, er würde dieses Missverständniss nicht so zwischen ihnen stehen lassen.


    "Helena,"begann er leise, immer noch da stehend, wo er sie in seinen Armen gehalten hatte, etwas das er gerne wieder getan hätte, doch sie hatte sich gelöst und er wollte sich ihr auch nicht aufdrängen, "es ist nicht so, das ich dich nicht begehre. Nein, das tue ich, mehr als ich seit langem eine Frau begehre. Es gibt für mich zur Zeit nichts schöneres, als Zeit nur mit dir zu verbringen, dich in meinen Armen zu halten und zu küssen. Ja, das will ich ..."


    Und wie er dieses wollte, jede Faser seines Körpers schrie nach ihr, verlangte nach ihrer Nähe, doch er wollte doch auch mehr und so wählte er die Worte, die er sich schon so häufig zurecht gelegt hatte, für den Fall, das eine Antwort aus Germanien käme. "Als ich nach Rom kam, führte ich mit jedem meiner Familie ein Gespräch, darüber, das es die Pflicht eines Römers sei, zu heiraten. Mich selbst sparte ich dabei aus, schliesslich war ich es schon gewesen und ich habe schon einen Sohn. Doch bald darauf lernte ich jemand kennen, jemand der mir die Augen öffnete für die Zukunft und das Schöne im Leben. Und ich erkannte, das ich seit langem es gewohnt war meine Entscheidungen allein zu treffen, das mir jemand fehlt an meiner Seite, jemanden den ich schätze und vertraue, mit dem ich nicht nur das Bett teile, sonder auch meine Entscheidungen besprechen kann, und sei es nur mal, um meine eigenen Gedanken zu ordnen."


    Jene Nacht in der er diesen Entschluss fasste, liegt immer noch fest in seinem Gedächtnis eingebrannt, sie gehört zu seinem neuen Leben, so wie Helena dazu gehört. "So fällte ich eine Entscheidung und ich wünsche mir, diese ist meine letzte allein getroffene. Ich schrieb einen Brief an meinen Freund Numerianuns, legte einen Brief an deinen Vater bei. Eigentlich verbietet mir die Tradition mir, mit dir darüber überhaupt zu sprechen, bevor ich eine Antwort erhalten habe und vielleicht hätte ich lieber einen anderen Ort gewählt, doch ich möchte, das du weisst, welche absichten ich hege."


    Kurz hält er inne, blickt sie an, fast scheint er noch zu zögern, eine Antwort fürchtend, die ihm nicht gefällt, doch dann fährt er fort, seine Stimme fest und entschlossen."Helena, ich wünsche mir nichts mehr, als noch mehr Zeit mit dir zu verbringen. Doch ich möchte dich nicht als meine Geliebte, sondern als meine Ehefrau."

    "Nun, Helena," antwortet er auf ihren Einwand, " wie ich Lucius kenne, wird er ihm dies relativ egal sein. Und eine Frau, die es geschafft hat, Lucius zur Heirat zu bringen, muss auch ein so starke Frau sein, das der Wiederstand ihrer Familie sie nicht davon abhalten kann."
    Er fragt sich immer wieder selbst, wie es eine Frau Lucius überhaupt dazu gebracht hat heiraten zu wollen. Irgendwie erscheint es ihm immer noch etwas seltsam und gewohnt.
    "Und warum sollten Patrizier nicht Plebejer heiraten ? Meine Cousine Livia hat schliesslich auch einen Plebejer geehelicht. Wenn wir uns nur auf unseren Stand beschränken würden, hätten wir irgendwann solche verhältnisse wie bei den Pharaonen damals."
    Sein Blick bleibt auf Helena ruhen, er hört genau den Tonfall ihrer Stimme und fragt sich, wo gerade ihre Gedanken sind.
    "Einer meiner Ahnen war im Stab eueres göttlichen Ahnen, Gaius Iuluis Caesar, und verfolgte mit diesem Pompeius nach Ägypten. Die Geschichten über die Verhältnisse am Hofe der Ptolemaier, welche er erzählte, waren so abenteuerlich und verrufen, das sie immer eine Warnung waren, nicht zu eng zu heiraten."

    Tiberius Vitmalacus lachte leise. Er hat mittlerweil kein Zweifel mehr daran, das der Tempelbau so besser vorran gehen wird.


    "Nun, wenn du einmal in die Politik gehst, wirst du es schnell merken, das im civilen Leben es oft an Leuten fehlt, die einfach mal etwas tun. Stattdessen wird gerne lang und breit diskutiert und vorzugweise erstmal ein Gremium gegründet, um das Bauvorhaben zu diskutieren."


    Bei den nächsten Worten schüttelt er leicht den Kopf.


    "Nun, manche mögen darauf bestehen, doch mir unser beider Wort hier ganz und gar aus."


    Sim-Off:

    Du must nur im Controlpanel noch mal bestätigen.

    Auf dem Gesicht des Tiberius Vitamalacus zeigt sich kaum eine Regung, nur ein ganz leichtes Nicken ist zu merken. Er weis genau, worauf sein Freund anspielt und eigentlich möchte er gerade jetzt nicht darüber sprechen, es passt nicht in den lockeren Rahmen. Und noch ist es nicht sicher, das Helena sein neues Glück ist. Zu unterschiedlich sind seine Gefühle zu ihr zu denen die er zu Nova hatte. Vielleicht liegt es einfach daran, das er in wenigen 40 Jahre alt ist, oder er einfach nicht mehr den Schmerz empfinden will, den der Verlust einer grossen Liebe immer bedeutet. Er weiss es selbst nicht, doch das Helena die richtige Frau für ihn ist, dessen ist er sich sicher. Es ist für ihn keine Frage von Liebe oder anders herum politischer Erwägung. Er spürt einfach, das zwischen ihnen das herrscht, das eine Ehe auf lange Sicht erfolgreich macht : gegenseitige Symphathie, Vertrauen und Respekt.


    "Nun, wenn es die Götter so wollen," meint er nur noch knapp zu dem Thema, während er noch einmal zu Helena herüber blickt. "Die Politik ist ein hartes Geschäft und so ganz anders, als es das Soldatenleben ist. Mir fehlt oft die Möglickeit, einen Befehl auszugeben und so geschieht es auch. Stattdessen wird gern lang und breit diskutiuert. Doch wenn du die richtige Taktik hast, kannst auch du diese Diskussion knapp halten und schnell zum Ergebniss kommen."


    Als Plautius auf Vorschlag seines Optios zum Weinkönig ernannt werden soll, kann sich der sonst so trockene Tiberier eines Lachelns nicht erwähren. Er kennt den Centurio schon lange und im Gegensatz zu dem, was man über dessen Bruder hört, ist sein Weinkonsum doch stets gemässigt.
    "Centurio, das ein Legionär der IX. dahin geht wohin man ihn schickt," meint er und erwähnt mit Absicht ihre alte, gemeinsame Einheit, "daran zweifelt sicherlich keiner der Anwesenden, doch wir sollten nicht vergessen, das hier nicht nur Soldaten anwesend sind, welche eh nur kaum verdünnten Wein trinken, gerade so, wie an einem Nebeltag am Rhenus aus dem Fenster gehalten."


    Doch dann passierte ihm das, was auch Plautius passiert war. Er wurde nominiert und das auch noch von Helena, die seine Vorliebe für unverdünnten Wein nur zu gut kannte. Vielleicht haette es ihn geaergert, waere der Vorschlag von e1ner an deren Person gekommen, doch bei ihr, da freute es ihn einfach nur und er erwiederte ihren Blick m1t einem fröhlichen Laecheln, das genau verriet, das er ihr Necken wohl verstand aber es sicher nicht unkommentiert lassen würde.
    "Wie schon gesagt, ein Soldat steht dort, wo man ihn hinstellt. Gerade wenn die Aufforderung von einer solch bezaubernden, jungen Dame kommt. So kann ich n1cht anders, als diese Nominierung anzunehmen."
    Vielleicht war es die heitere Atmosphaere, welche ihm erlaubte, so locker mit komplimenten zu antworten.

    un steht der nächste Punkt seiner Aufgaben an, die Anpassung des Gesetzestextes an die tatsächlichen Aufgaben des Quaestor Principes.


    "Die Änderung betrefen $56.3 des Codex Universales, speziell den zweiten Punkt der Aufzählung: `Erstellung einer Liste für den Imperator Caesar Augustus über potenzielle Beförderungskandidaten in den Ordo Equester oder Ordo Senatorus."


    "Wenn du noch wünscht, das der Quaestor Principes zukünftig Vorschläge für den Ordo Senatorus einbringt, empfiehlt sich die Streichung der Passage `Ordo Equester oder`. Ansonsten könntest du auch den ganzen Absatz streichen lassen."


    Auch hier legt er eine Wachstafel vor.



    Aufgaben des Quaestor Principes:


    In § 56.3 ersetzung des Satzes : "Erstellung einer Liste für den Imperator Caesar Augustus über potenziellen Beförderungskandidaten in den Ordo Equester oder Ordo Senatorius" durch : "Erstellung einer Liste für den Imperator Caesar Augustus über potenziellen Beförderungskandidaten in den Ordo Senatorius"
    Oder aber die Streichung des Satzes.



    Er räuspert sich etwas und fügt dann noch etwas.


    "Da es sich bei den Erhebungen in den Ordo Senatorius allerdings in der Regel im eine recht geringe Anzahl von Kandidaten, würde ich empfehlen `eine Liste` durch `ein Dossier` oder gar `ein umfangreiches Dossier` zu ersetzen. So würde verdeutlicht, das mehr erwartet wird als eine kurze Liste mit Namen, welche dir sicher schon bekannt sind, mein Imperator."