Das Zittern ihres Körpers, als er davon sprach sie und ihre Küsse nie mehr missen zu wollen, war ihm nicht entgangen und unweigerlich hielt er sie etwas fester, doch immer noch sanft und behutsam. Und er bereute es, diese Worte verwandt zu haben, denn er spürte die verunsicherung, welche sie in ihr Ausgelöst hatten und nichts wollte er weniger als sie zu verunsichern. Nein, er wollte sie schützen und halten, für sie da sein, wenn sie ihn brauchte. Doch die Worte waren gefallen und nichts konnte sie zurücknehmen und ihr die ganze Geschichte dahinter erzählen, das konnte er nicht, noch nicht. Und so genoss er diesen Kuss, genauso wie den ersten und auch genauso, wie jene am Strand von Ostia.
Er probierte es zumindest, denn seine Gedanken drehten sich um die Worte, welche er gesprochen hatte, und die Fragen welche diese wohl in ihr ausgelöst hatten. Doch auch trotz der Tatsache, das seine Gedankengänge darum kreisten, wie er ihr denn verdeutlichen konnte, welche Intention er den wirklich hatte, ohne den Pfad des Respekts und der Anerkennung zu verlassen, welchen er mit den Briefen nach Germanien eingeschlagen hatte, löste jede der Berührungen ihrer Lippen mit seinen wohlige Schauer in ihm aus. Und er betete zu den Göttern, sie würden es zulassen, das er diese Lippen immer wieder schmecken konnte. Doch gerade jetzt lag es auch an ihm, das Richtige zu tun, um sie wirklich zu gewinnen.
Ihren ernsten Blick erwiederte er nicht weniger ernst, auch wenn in seinen Augen immer noch ein fröhliches, gelassenes Flackern war, doch er wollte nicht, das sie den Gedanken bekommen könnte, er würde nur mit ihr spielen. Denn auch wenn er heraus hörte, was sie mit ihren Worten meinte, das sie nur den Weg einer heimlichen Affaire sah, das war nicht was er wollte. Eine Affaire, ein Abenteuer, das konnte er mit einer Frau wie Luciana haben, nicht mit einer Frau, welche den göttlichen Caesar zu ihren Ahnen zählte. Obwohl der ja auch nicht den Abenteuern angeneigt gewesen sein sollte und dabei auch vor den höchsten Ständen nicht halt gemacht hatte. Doch er, Quintus Tiberius Vitamalacus schätzte sie zu sehr, um sich auf so etwas mit ihr einzulassen, denn es waren immer die Frauen, welche den Preis des Ehrverlustes zahlen mussten, wenn den eine solche Affaire publik wurde.
So hielt er sie fest in seinen Armen als sie sich an ihn schmiegte, fuhr sanft über ihren Rücken. Er spürte, das sie Fragen hatte, Fragen, welche sie sich scheute zu stellen und die sie doch stellen musste, um ihrer Verwirrung herr zuwerden. Und sie konnte sie ihm stellen, sie könnte ihn Fragen was sie wollte, er würde es ihr beantworten. Doch da sie schwieg, sprach er, liese flüsternd in ihr Ohr. "Ja, wir sind wer wir sind. Ein Mann und ein Frau. Nicht mehr und nicht weniger." Seine Stimme klang freundlich, gar zärtlich, während er, leicht zu ihr herunter gebeugt, in ihr Ohr flüsterte. "Das Gesetz,.... Es kennt eine Möglichkeit. Doch es sind die Traditionen, welche es mir noch verbieten, mir dir darüber zu reden, Es gibt bestimmte Wege, die ein Mann einhalten muss."
Er hoffte, sie verstand, was er denn meinte, das er nicht mehr sagen konnte, nicht von sich aus, das diese Andeutungen alles waren, das er gerade jetzt machen konnte, das es jetzt an ihr war, zu ahnen, was er meinte, wie ernst es ihm wirklich. Und auch zu ahnen, was er unternehmen musste, und vielleicht auch zu erahnen, das er es schon längst unternommen hatte. Dieser Ausflug war so ganz anders verlaufen, als er es sich gedachte hatte, wollte er nur mit ihr über die Märkte schlendern, den Tag einfach geniessen. Und nun,....