Tiberius Vitamalacus warf seiner Cousine Livilla einen kalten, harter Blick zu. Ihr Auftritt und auch Ausdruck war ganz und garnicht angemessenen für eine Dame von Stand. "In der Tat, werte Cousine, hätte dein Bruder dich informieren sollen. So leiste uns geschellschaft, sobald du dich passend gekleidet hast." In der Stimme des Tiberius Vitamalacus schwang nichts mit, den Ärger könnte sie später noch bekommen. Doch innerlich lächelte er, ihm gefiel das unbekümmerte auftreten seiner Cousine, auch wenn er es nie zugeben würde.
Dann wandte er sich von ihr ab, mit seinen Worten war sie für ihn entlassen bis sie sich umgezogen hätte. Er nahm ein Glas von dem Tablett, ihm entging nicht, welches seine Sklavin ihm zu gedacht hatte und gutierte diese Aufmerksamkeit mit einen leichten Nicken. Auch entging ihm nicht, das der junge Iulier seine kleine Unterlassung mit Überraschung zur kenntniss nahm. er fragte sich in diesem Moment, ob die Briefe, welche er nach Germanien geschickt hatte schon angekommen waren, ob sein Freund schon unterwegs war und welche Reaktion denn kommen würde. Kurz schwenkte er seinen Blick zwischen den Geschwistern hin und her, sich fragend, wie die beiden reagieren würden, wenn er, sollte eine positive Antwort erfolgen, den nächsten Schritt tun würde.
Kurz blickte er, leicht vorwurfsvoll zu Calvina. Sie hätte ihm von ihrer Eskorte erzählen sollen, doch er war froh darüber, das sie so sicher den Weg in die Villa gefunden hatte und dies wollte er auch dem jungen Iulier gegenüber zum Ausdrück bringen.
"In diesem Falle danke ich dir, werter Iulius Constantius, das du mein Mündel so sicher in die Villa geleitet hast. Bei all dem Gesindel, welches sich heut zu Tage schon bei Tageslicht und auch in edlen Gewandungen in der Stadt herum treibt, ist es gut zu wissen, das eine junge Frau, für welche ich Verantwortung trage, in so guten Händen war. Ich hoffe, sie hat deinen Schutz auch mit angemessenen Dank zu würdigen gewusst ?"
Das sich der junge Mann unwohl fühlte entging ihm auch nicht, auch wenn der Blick des hochgewachsenen Soldaten immer wieder mal den Blick mit Helena suchte, er gerne gewusst hätte, wo gerade ihre Gedanken waren. Vielleicht war den jungen Mann einfach nur unnötiger Weise von den Äusserlichkeiten der Villa beeindruckt.
"Auch wenn eure Casa äusserlich bescheidener ist, sei versichert, gerade weil sie einst das Heim des göttlichen Iulius Caesars, ist sie sehr beeidruckend."
Dieser äusserliche Prunk der Villa Tiberia war ihm einfach zu viel, vielleicht legten seine Verwandten wert darauf, doch er fühlte sich in einem Castellum und sei es auch nur der bescheidenen Unterkunft eines Centurios wohler. Die Ruhe, die man dort im gegensatz zu einen Conturbium hatte, war der einzige Luxus, der ihm wichtig war.