Beiträge von Quintus Tiberius Vitamalacus

    Tiberius Vitamalacus überlegte kurz.


    "Es sollte eine Ehe sein, die einen Gewinn für die Familie bedeutet. Ein Mann mit einem grossen Namen aus der Vergangenheit, der aber politisch Bedeutungslos ist und auch keine Ambitionen zeigt, bringt der Gens nichts."


    "Ich will auch nicht, das wir Honoria überfahren. Halten wir die Augen und Ohren offen, und wenn uns ein Kandidat auffällt, reden wir mit ihr."


    "Dann bleibt noch eine Frage : Wie sieht es mit deinen Ambitionen aus, in die Politik einzusteigen ?"

    Tiberius Vitamalacus hört sich die Ausführungen seines Klienten an.


    "Ich danke dir für deine Glückwünsche und wünsche dir eine gute Rückreise."


    Er überlegt kurz und fährt dann fort.


    "Ich würde dich bitten, das du einen Brief von mir an unseren Legatus Legionis mitnimmst."


    Er holt eine versiegelte Wachstafel hervor und hält sie dem Optio hin.


    "Und du wirst ihm diesen Brief persönlich überreichen."

    "Wenn es dir ernst ist und die Ehre von Helvetia Fabia schützen willst, solltest du es möglichst bald tun."


    Er schüttelte den Kopf.


    "Nein, noch nicht. Es müsste ein Mann von passendem Stand sein, vornehmlich natürlich ein Patrizier oder zumindest aus einer einflussreichen Familie. Wobei ich vermute, die Aurelier können wir ausschliessen..."

    Tiberius Vitamalacus mustert den Optio streng. Kaum fern der Einheit, liess schon seine Disziplin nach.


    "Optio, du solltest nie vergessen, das du ein Miles des Imperium bist, Optio."


    Er deutet auf einen Stuhl.


    "Setz dich !"


    Dann setzt er sich selbst hinter den grossen Arbeitstisch.


    "Dein Onkel ? Petronius Varus ? Er verlobt sich ? Mit wem denn ? Und wie lange dauert dein Aufenthalt noch ?"

    Tiberius Vitamalacus erinnerte sich daran, wie sein Grossvater ihm damals mitgeteilt hatte, das er heiraten solle. Von werben war da nicht die Rede gewesen.


    Mit einem leichten Kopfschütteln antwortet er gelassen.


    "Ich denke, jeder Vater möchte wissen wer Interesse an seiner Tochter hat, daher halte ich es für anbebracht und im Sinne der Tradition, das du zuerst bei ihrem Vater die Erlaubnis zur Werbung einholst. Das ein liebender Vater seiner Tochter überlässt, ob sie auf dieses Werben eingeht, oder nicht."

    Tiberius Vitamalacus nickte bedächtig. Seine Vermutung war also richtig gewesen und die Tochter eines Senators, wenn auch keine Patrizierin, war eine gute Partie.


    "Ich hoffe du hälst dich auch an die Konventionen ? Das du, bevor du um sie wirbst, zunächst die Erlaubnis ihres Vaters einholst ? Oder hast du diese bereits eingeholt ?"

    Sollten sie schon jetzt ewig über Kleinigkeiten debatieren ? Innerlich stöhnte der Soldat in ihm auf und er verstand, warum die Kollegilität in den Legionen abgeschafft worden war. Und das zwischen seinen beiden Kollegen herrschte, war sicher kein Blindes verstehen.


    "Prrinziepiell bin ich mit dem Vorschlag des Kollegen Martinus einverstanden." Der Martinier hatte allerdings seine federführende Aufgabe bei der Chronicusa etwas zu deutlich geäussert. Diese hätte Tiberius Vitamalacus nicht von einem efahrenen Lokalpolitker erwartet.


    "Doch ich gebe einfach zu bedenken, das es sich bei den Standeserhebungen nur um mögliche Kandidaten für den Senat geht. Wer Eques werden will, soll seinen Patron bemühen. Desweiteren geht es darum, zu prüfen, ob es in Italia Ausländer gibt, welche sich das Bürgerrecht verdient haben. In den Provinzen obliegt dies den Statthaltern."

    Quintus Tiberius Vitamalacus tritt langsam in sein Zimmer. Er verzichtet darauf, das ein Sklave ihn begleitet und auch Titus hat er entlassen. Hinter ihm schliesst sich die Tür und der hochgewachsene Soldat ist allein.
    Nichtrusende Öllampen erhellen den Raum, das Fenster ist abhängt und trotz der späten Stunde ist es sehr warm im Raum.
    Doch trotz der späten Stunde denkt Tiberius Vitamalacus nicht daran, sich zu Bett zu begeben. Stattdessen geht er zu dem Tisch auf dem seine Waffen liegen und legt den Dolch, welcher sich in seiner Tunika verborgen hatte zurück auf diesen. Sanft streicht seine Hand über das gebrochene Gladius, welches ihren Namen trägt.


    Dann geht er durch das Zimmer, löscht ein Licht nach dem anderen bis das Zimmer im Dunkeln liegt und entfernt dann den Vorhang. Mit einem Glas unverdünnten Wein in der Hand, blickt er hinaus auf die Stadt. Seine Gedanken drehen sich um sein Erlebnisse an diesem Abend und zum ersten Mal seit Jahren denkt er in einer solchen Situation an ein andere Frau als Nova.

    Tiberius Vitamalacus liess sich die Liste noch einmal durch den Kopf gehen, doch ausser den beiden Namen, die er selbst ins Spiel gebracht hatte, gab es nur den Iulier, welchen er, vom Namen nach, empfehlen könnte. Doch da er diesen nicht persönlich kannte, konnte Tiberius Vitamalacus nur schweigen.

    Da Tiberius Vitamalacus so lange wie noch nie bisher in der Villa Tiberia weilen würde, hatte er ein Zimmer für sich nach seinem Geschmack herrichten lassen. Die Haussklaven waren zunächst etwas erstaunt, als der hochgewachsene Mann sich in die Mitte Raumes gestellt hatte und mit scharfen Worten seine Änderungswünsche geäussert hatte.


    So wandelte sich der Raum von einem luxuriösem Schlafgemach in einer Patrizier Villa in das private Gefugium eines Offiziers. Ein schlichtes Bett, ein Tisch mit Stuhl und eine Truhe bildeten das Möbilär und die Wandgehänge waren vornehmlich in militärischen Rottönen gehalten und die Motive waren vornehmlich militärischer Natur.


    In einer Ecke, unweit des Fensters, befanden sich nun ein Gestell und zwei kleine Tische. Auf dem Gestell war die Rüstung und der Helm des Tiberiers platziert, Auf einem der Tische daneben hatten seine beide Gladii, sein Pugo und der kleine Dolch ihren Platz. Und stets lag darauf eine einzelene rote Rose.
    Auf dem anderen stand immer eine Karaffe Wein und ein Karaffe Wasser, sowie zwei Gläser bereit.

    Tiberius Vitamalacus registrierte anerkennend wie die Quaestrix mit ihrer Verletzung umging und die Warnung des Medicuis in den Wind. Viele Civilsten mochten sich an die Ratschläge und Empfehlungen der Medicusse halten und solange das Bett hüten, wie dieses es empfohlen hatten. Gerade sich nicht selbst schonen, wenn es um die Ausübung einers Amtes ging, gehörte für ihn zu einer wichtigen Tugend.


    Gerade wollte er noch etwas sagen, da trat der vierte Quaestor hinzu. Militärisch knapp begrüsste er auch ihn und liess sich dann vom Bediensteten ein Becher Wein einschenken, wobei er darauf achtete, das es sich um Hispanischen handelte und das dieser nicht verdünnt war.


    So gerüstet, wandte er sich wieder seiner Amtskollegin zu.


    "Leider nichts genaueres. Ich weis nur, das meine Cousine Tiberia Honoria vor den Senat gerufen wurde. Und da der Imperator verkündet hat, das es eine Nachwahl geben wird, vermute ich, das auch der Aurelier geladen wurde. Vielleicht will der Senat wissen, ob nicht einer darauf verzichtet anzutretten. Oder man will einen davon überreden zu verzichten,....Oder die Bachwahl findet im Senat statt..."


    Er schüttelt bedächtig den Kopf.


    "Es sind nur Vermutungen, die Fakten werden wir sicher in den nächsten Tagen sicherlich erfahren."

    In den ersten Tag seiner Amtszeit als Quaestor Consulum hatte sich Quintus Tiberius Vitamalacus auf dem Weg zum Tempel der Vesta gemacht. Bisher hatte die Legion seinen letzten Willen verwahrt.
    Doch nun war er, zumindest auf Zeit, Civilist, auch wenn sein Auftreten immer noch dem eines Soldaten entsprach. So hatte er, in der Villa Tiberia, alles niedergeschrieben und sich dann auf dem Weg zum Tempel der Vesta begeben.


    Vor dem Tempelkomplex angekommen, sah er sich nach einer Vestalin oder Tempeldienerin um, welche ihm behilflich sein könnte.

    Als die Quaestrix Urbanus an den Tisch trat, erhob sich Tiberius Vitamalacus automatisch und begrüsste sie knapp, aber doch freundlich im Ton.


    "Artoria Medeia, erlaube mir dir zu deiner erfolgreichen Kandidatur gratulieren."


    Als sie sich niederliess, setzte sich auch hochgewachsene Patrizier und Soldat wieder. Mit einem für ihn äusserst freundlichen Lächeln fuhr er darauf hin fort.


    "Ich hoffe, du hast diesen feigen Anschlag gut überstanden."


    Als Soldat wusste er nur zu gut, welche Wunden eine Messer verusachen konnte und das viele davon nicht körperlicher Natur waren.


    "Und in der Tat, wenn der Quaestor Pro Praetore erscheint, sind wir vollständig."

    "Sicher kannst kann man an jedem Ort über Politik reden. Doch gerade deine Äusserungen, als Sohn des Proconsul, haben bei einigen verbohrten Köpfen eben den Eindruck erweckt, das die Provinzführung mit ihrer Arbeit nicht zufrieden war. Und es es ist schwer, sich gegen solch indirekten Vorwürfen zu erwehren. Als Soldat bin ich für offene Fronten."


    Doch damit sollte es für ihn wirklich genug sein. Er war ein Mann der Tat und nicht des ewigen, sich im Kreise drehenden Redens.


    "Ich kann natürlich den germannischen Teil der Chronicusa übernehmen und beteilige mich auch gerne an jenen Teil für Hispania. In beiden Fällen kann ich mein Netz von Klienten heranziehen. Wobei du ja aus Hispania stammst und dafür predestinniert bist."


    Er überlegte kurz.


    "Ich rechne damit, bei der nächsten Wahl unter anderem die Rechtmässigkeit der Kandidaturen zu überprüfen. Sollte ich ich dabei selbst antreten, was bisher nur die Götter wissen, würde ich dich allerdings bitten, die Rechtmässigkeit meiner Kandidatur zu prüfen. Es wäre einfach ein sauberes Vorgehen."


    "Und natürlich bleib abzuwarten, welche Aufgaben wir für unseren Dienstherren zu erfüllen haben. Ich möchte dir auch meine Hilfe anbieten, was die Erstellung der möglichen Kandidaten für das Bürgerrecht angeht. Ich könnte dabei die militärischen Einheiten in Italia übernehmen, da ich als Soldat vielleicht dort schneller und leichter zu einem Ergebnis kommen kann."

    Skeptisch schaut Tiberius Vitamalacus seinen Kollegen an.


    "Deine Äusserungen auf der Rostra klangen doch etwas anders. Es war deutlich an verschiedenen Stellen heraus zu hören, das du mit ihrer arbeit als Quaestrix Provincilias nicht zufrieden warst und es auch für verfrüht für sie war in den Cursus Honorum einzusteigen."


    Er schüttelt bedächtig den Kopf.


    "Sie mag früh diesen Weg eingeschlagen haben, doch stellte sie sie für das Amt der Quaestrix zu verfügung, als kein anderer es wollte. Sie tat das, was ich von einem aufrechten Römer erwarte."


    Er blickt seinen Kollegen ernst an.


    "Und ich erwarte von einem aufrechten Römer auch, das er seine Kritik offen an richtiger Stelle äussert, so das dem Kritisierten die Möglichkeit gegeben ist, selbst zu antworten. Ich hoffe, du hast mich verstanden."


    Die Fronten zu klären war ihm wichtig, ihm lag nichts am unterschwelligen und nicht ausgesprochenen Problemen. Denn nur so konnte diese hohe Tradition der Kollegialität funktionieren.

    Auch Tiberius Vitamalacus setzte sich, wobei hier wieder sein militärisches Auftreten zu Tage trat.


    "Vielleicht ist es gut, das die anderen noch nicht erschienen sind. Es gibt etwas, das ich gerne zuvor, im Interesse der Kollegialität, geklärt haben möchte."


    Er mustert sein Gegenüber eindringlich.


    "Ich bin für offne Verhältnisse und auch offene Worte, daher habe ich eine einfache Frage : Was hast du gegen meine Cousine Tiberia Honoria ?"

    Quintus Tiberius Vitamalacus betrat die Taberna Apicia, gekleidet in eine schlichte, mehr militärischen Tunika und gefolgt von seinem Schatten Titus.
    Etwas verwundert war der Quaestor, ob des Ortes, den sein Amtskollege gewählt hatte. Eine Taberna, und mochte sie auch zu den besten des Imperiums gehören, schien dem Soldaten nicht als ein geeigneter Ort zu sein.


    Kurz sah er sich um, erblickte seinem Amtskollegen in einer Ecke und wies Titus mit einem Blick an, weiter im Hintergrund zu warten. Dann trat er zu dem Matinier.


    "Matinius Metellus !" grüsste er eher militärisch knapp.




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    Edit : QTV pflegt seine Amtskollegen nicht zu treten :
    "Dann trat er dem Matinier "

    Der beurlaubte Tribun grüsst militärisch knapp und lauscht dann interessiert den Ausführungen des Ausbilders. Dabei nickt er immer wieder mal zustimmend.


    "Ähnlich handhaben wir es bei der IX. Ich nehme an an, das die ersten Lektionen in der Grundausbildung vornehmlich Konditions- und Disziplineiheiten sind ?"

    Kurz nach dem ihn der Sklave die Ankunft seines Klienten gemeldet hat, betritt Tiberius Vitamalacus das Tablinium. Seine Schritte sind nicht zu überhören, denn er trägt neben einer Tunika, die einer Militärtunika sehr ähnlich ist, auch seine gewohnten Calligae.


    "Optio !" grüsst er militärisch knapp.


    "Wie kommt es, das du so weit von der IX. entfernt bist ?"