Plautius hatte auf der Rostra der Rede seines Tribunus gelauscht und dabei auch auf die Reaktionen des Publikums geachtet. Der Tribunus hatte etwas steif gewirkt. Das konnte jetzt entweder an der Toga liegen oder an dem Umstand, daß er hier im Gegensatz zur Legio auch als Patrizier auf das Volk wirken mußte.
Irgendwie schien es bei allen Reden um das Thema Frauen in öffentlichen Ämtern und im Senat zu gehen. Also wenn das die einzige Sorge der Römer war, dann stand es um Rom aber schon sehr schlimm.
Plautius war in diesem Punkt eher liberal in seiner Sicht. Frauen als Legionäre konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, aber sie waren ja auch Priesterinnen und in der verwaltung tätig und hatten dort immense Macht. Und wenn sie dieselbe Leistung brachten wie ein Mann ...
Plautius Mutter hatte zu Hause stets den ganzen Haushalt, alle Ländereien und das Vermögen der Gens verwaltet. Und dadurch war die Gens Matinia scheissreich geworden.
Ansonsten hatte sich Vitamalacus in seinen Augen gut geschlagen. Vor allem in Anbetracht eines Publikums, welches bei manchen Rednern ihn an ein Rudel hungriger Wölfe erinnerte.
Ja, man konnte ihn als freier römischer Wähler mal in die engere Wahl ziehen. 