"Pannonia", korrigierte Macer seinen Klienten. "Nicht Dacia. Da ist Marius Turbo, wenn der alte Haudegen noch nicht gestorben ist." Die Verteilung von militärisch erfahrenen Kommandeuren über das Reich hatte Macer einfach im Kopf. Genauso wie die Verteilung der Legionen. "Drei Legionen? Werden wohl unter Sollstärke sein, denn sonst steht die mittlere Donau völlig nackt dar, von der Classis Pannonica mal abgesehen", sprach er dann mehr zu sich selbst weiter, während er die Gedanken im Kopf ordnete. "Hattest du die Legio Prima schon mitgerechnet aufd der Gegenseite? Oder kommt die zu den vieren noch dazu? Und was heißt, dass vier Legionen zur Verfügung stehen? Sind sie unterwegs?" Dass am Rhein insgesamt vier Legionen standen, war klar. Aber die Feinde des Kaisers musste ja nicht unbedingt alle mitgenommen haben.
Beiträge von Spurius Purgitius Macer
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Auch diese Antwort gab Macer wieder weitere EInblicke in die Lage, die weit über das hinaus gingen, was er bisher wusste und bestätigte ihm noch einmal, wie wichtig Klienten an der richtigen Stelle waren. "Wie viele Legionen führt Maturus denn ins Feld?" fragte er nun recht ungeniert nach, um die Situation noch besser abschätzen zu können. "Wenn die Marineinfanterie mobilisiert wird, scheint der Kaiser ihm alleine die Sache ja nicht zuzutrauen, oder?" steuerte er auch noch eine grobe Einschätzung bei, die sich wohl aufdrängte.
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Die Leichtigkeit, mit der sein Klient diese neusten Entwicklungen von sich gab, konnte Macer nicht ganz nachvollziehen, auch wenn einiges tatsächlich nicht ganz unerwartet war. Trotzdem waren es in seinen Augen ganz gewichtige Ereignisse, die eingetreten waren und die seines Erachtens den Ernst der Lage für Rom deutlich belegten. "Es wird Marineinfanterie mobilisiert und die Cohortes Urbanae für den Kampfeinsatz?" fragte er noch einmal nach. "Weißt du, wo die Truppen der Rebellen stehen?" Einzig und allein die Tatsache, dass man es in Rom schon gehört hätte, wenn sie schon kurz vor Rom stünden, hielt ihn davon ab, genau das anzunehmen.
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Es freute Macer durchaus, dass Germanicus Avarus in der Debatte immer mehr Zahlen nannte, denn am Umgang mit Zahlen hatte Macer meistens Freude. Vielleicht noch eine Altlast aus seiner Zeit als Aedil oder vielleicht auch eher umngekehrt die Ursache dafür, dass ihm die Zeit als Aedil so viel Spaß gemacht hatte. Auf jeden Fall kam er nicht umhin, während der Rede gelegentlich milde lächelnd den Kopf zu schütten, wenn er wieder einmal Zahlen zu hören bekam, die in seinen Ohren nicht im mindestens Sinn ergaben und zu den vorher genannten Zahlen passen wollten. Aber noch verzichtete er darauf, im Detail auf diese einzugehen, weil er wusste, dass die meisten Zuhörer durch solche Details ohnehin gelangweilt wurden. Stattdessen ging er wieder auf die Intention der Rede und des Vorhabens ein.
"Es ist ein starker Vorwurf, den du da erhebst, Germanicus Avarus, wenn du behauptest, dass mit dem jetzigen System der Status 'Reich' abgeschafft wird. Es gibt zweifellos viele Menschen hier in Rom, die zahlreiche Senatoren als reich bezeichnen würden - auch jene, die nicht zu den steuerbefreiten Patriziern gehören. Möchten wir wirklich bestreiten, dass zahlreiche amtierende Statthalter oder auch ehemalige Statthalter und Consuln - beispielsweise Matinius Agrippa, um nur einen wohlbekannten Namen zu nennen - reiche Männer sind? Ich glaube kaum, dass sich diese Debatte wirklich darum drehen sollte, wie reich man nun sein muss, um als reich zu gelten. Vielmehr möchte ich die Frage stellen, was wir, als Senat, als Vertreter Roms, als Verantwortliche für das Wohl von Millionen von Bürgern, davon haben, wenn fünf Prozent der Römer nicht nur im Auge der anderen, sondern auch in ihren eigenen Augen reich sind!"
Er machte eine kleine Pause, damit jeder nachvollziehen konnte, was genau er gefragt hatte und wie sich das auf die Rede von Germanicus Avarus bezog. "Sicher hat keiner von uns etwas dagegen, mehr Geld zu haben", gestand er dann jedem zu. "Aber darum geht es hier ja nicht. Es geht um Rom. Wie Germanicus Avarus eben so schön ausführte, braucht Rom Geld für die Infrastruktur, für Reparaturen, für Neubauten. Wenn ich ihn recht verstanden habe, dann soll es das Privileg und auch die Pflicht der Reichen sein, hierfür Geld zur Verfügung zu stellen, um den Ruhm Roms zu mehren und sich selber dem Andenken der Nachwelt zu empfehlen. Ich denke, dies ist ganz im Sinne unserer Vorfahren und damit für uns alle zustimmungsfähig. Doch das bedeutet, dass es Rom gar nicht darum geht, dass die Reichen reich werden oder reich bleiben - es geht Rom darum, dass sie ihr Geld zum Wohle Roms ausgeben! Es macht für Rom keinen Unterschied, ob jemand das zwanzigfache, das fünfzigfache oder das hundertfache seines Einkommens als Vermögen ansparen kann. Was für Rom zählt ist die Tatsache, dass Geld ausgegeben wird zum Wohle aller! So wie jemand, der einhundert verdient, siebzig ausgeben muss um zu leben, so wird dann wohl der, der eintausend verdient, siebenhundert ausgeben um zu leben und der Gemeinschaft zu dienen. Und weil man für siebenhundert keine Straße bauen kann, ist es doch nur recht und billig, wenn jeder über die Steuern seinen Anteil leistet, damit dann alle gemeinsam die Straße finanziert haben - und nur diese Straße ist es, die allen Bürgern zugute kommt."
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Scheinen in der Tat nicht-reproduzierbare Probleme zu sein, die Opera hat. Ich habe es gerade auch mal mit der neuesten Version ausprobiert und hatte auch einen unvollständig angezeigten Thread (geladen wurde der Thread aber vollständig). Derselbe Thread war einen Versuch später dann aber doch vollständig zu sehen. Buttons haben bei mir funktioniert, aber das schließt nicht aus, dass sie manchmal vielleicht auch nicht funktionieren.
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Die Informationen und Neuigkeiten sprudelten nur so heraus, so dass Macer gar nicht wusste, worauf er als erstes antworten sollte. "Nun, dann zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Ernennung", begann er dann mit einer Gratulation. "Du scheinst sie dir mit regem Fleiß in kurzer Zeit verdient zu haben, wenn du nun auch gleich mit so hochwichtigen Angelegenheiten wie der Lage im Bürgerkrieg betraut bist", leitete er dann auf das zweite Thema über. "Auch wenn das keineswegs beruhigende Informationen sind, die du mir berichtest." Tatsächlich machte sich Macer zunehmend Sorgen angesichts des Verlaufs der Ereignisse.
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Welche Opera-Version genau verwendest du? Passiert es in allen Threads oder nur in manchen?
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Hätte Macer oder zumindest sein Hausverwalter und Privatsekretär die guten Neuigkeiten schon vorher gewusst, hätte er den Klienten in der Warteschlange weiter vorne einsortiert. Die Position bestimmte sich nämlich nicht nur nach der Reihenfolge des Erscheinens, sondern auch nach der Wichtigkeit des Klienten. So aber musste diese bessere Behandlung bis zum nächsten Mal warten und es dauerte eine Weile länger, bis Macer seine Aufmerksamkeit an ihn wenden konnte. "Salve, Fabius Torquatus. Was macht der Kaiserhof?" begrüßte er ihn freundlich und ehrlich neugierig, denn Informationen vom Kaiserhof waren immer wertvoll, egal welcher Art sie waren.
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"Das verschiebt das Problem doch nur", wischte Macer dieses Zugeständnis weg. "Es wird noch immer so sein, dass man jenen, die verhältnismäßig wenig haben, verhältnismäßig viel weg nimmt, während man jenen, die deutlich mehr haben, im Verhältnis wenig wegnimmt. Was dann eben auch wieder dazu führen wird, dass sich die weniger begüterten an ihre Patrone wenden, die dann wiederum mehr Geldmittel aufwenden müssen. Das ist alles nur eine große Geldverschieberei, mit der die Entscheidung über den Wohlstand vieler lediglich vom Wohlwollen weniger abhängig gemacht wird. Mit welchem Recht möchtest du jenen, die 1000 Sesterzen besitzen, ein Viertel ihres Vermögens wegnehmen, so dass sie womöglich wieder Monate brauchen, bis sie auf jenen Betrag kommen, während andere, die 500000 besitzen, von Monat zu Monat immer reicher werden? Außerdem sollten wir gut überlegen, ob sich der Staat so wirklich finanzieren lässt. Denn wenn wir tatsächlich alle ärmeren Bürger so entlasten wollen, wie Germanicus Avarus gerade so generös vorschlug, ist doch wohl mehr als fraglich, ob die lächerlich geringen Beträge der Reicheren wirklich ausreichen, die Staatskasse zu füllen. Wie viele Millionäre kennt ihr? Zählt sie zusammen und lasst sie alle Monat für Monat ein paar Tausend Sesterzen beitragen, wie von Germanicus Avarus vorgeschlagen. Und nun zählt die Statthalter und Kommandeure, die ihr kennt und rechnet aus, was wir ihnen Monat für Monat für ihre Dienste schulden. Ich fürchte, selbst diese werden wir kaum bezahlen können! Von hunderttausenden Soldaten, von Beamten und anderen Staatsbediensteten, vom Geld für den Ankauf von Getreide und all den anderen Pflichten der Staatskasse möchte ich dabei gar nicht reden! Nein, ich sage euch aus voller Überzeugung, dass es ohne einen angemessenen Anteil jener, die viel besitzen, nicht gehen kann und das daher völlig zu Recht das bisherige Gesetz besagt, dass jene, die wenig haben, einen kleinen Anteil leisten, jene die viel haben, jedoch einen größeren." Die Debatte begann Macer nun doch wieder Spaß zu machen und er redete sich ein wenig in Schwung.
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Persönlich hatte Macer Aegyptus noch nie als besonders riskanten Unruheherd betrachtet, aber gerade jetzt, wo das Getreide knapp war, fiel der Blick natürlich schnell auf diese Provinz. Da Germanicus Sedulus aber gleich danach das Thema wechselte, seltzte Macer auch dazu zu keiner Antwort mehr an. Stattdessen nickte er wohlwollend. "Ich sehe derzeit nichts, was mich davon abhalten sollte, dir dieses Amt zu gönnen", versprach er dann seine Zustimmung. Die kommenden Ereignisse konnte er dabei natürlich nicht voraussehen.
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Macer erhob sich ebenfalls. "Ich danke ebenfalls für das überraschende Gespräch und die interessante Anfrage. Und natürlich wünsche ich ebenfalls alles Gute für die Überfahrt deines Sohnes, auf dass er gesund in Rom eintreffen mag. Vale!" Er begleitete den Senatskollegen noch bis ins Atrium, machte dann einen Abstecher zur hauseigenen Latrine und begab sich wieder zurück ins Tablinum, um sich weiter mit seiner Korrespondenz zu beschäftigen.
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Macer kratzte sich am Kopf. Nicht, weil er der Vorschlag nicht verstand, sondern weil er ihn doch sehr sonderbar fand. Also erhob er sich doch noch einmal, um das Wort zu ergreifen, auch wenn er eigentlich weiter schweigen wollte. "Ein ungewöhnlicher Vorschlag. Hast du ihn schon einmal deinen Klienten vorgetragen? Sie müssen ergriffen sein, wie sehr sich ihr Patron für ihre Belange einsetzt, nicht wahr? Wie sehr du auf dein Vermögen achtest und dein Geld beisammen hältst, um ihnen jederzeit aushelfen zu können, wenn ihre Steuerlast sie erdrückt, nicht wahr?" Er brauchte nicht lange, um sich vorzustellen, was seine Klienten tun würden, wenn er ihnen einen entsprechenden Vorschlag machen würde.
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Das genannte Alter war sicherlich eines, was man als unproblematisch bezeichnen konnte. "Nun, das ist dann wohl das Alter, in dem er ohnehin seine ersten intensiven Lehren erfahren sollte, egal ob es nun die militärische Bildung in der Academia oder eine rhetorische Ausbildung oder eine juristische oder was auch immer sein soll. Ich denke, wir sollten es zumindest versuchen, ob er sich für eine militärische Karriere eignet. Von daher würde ich mich freuen, ihn einmal kennenlernen zu dürfen", bot Macer daher an und freute sich dabei tatsächlich auf eine derartige Erfahrung.
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An solche zusätzlichen Probleme hatte Macer bisher noch gar nicht gedacht, so dass er zunächst einmal nachdenklich den Mund verzog. "Ja, dieses Risiko besteht natürlich auch noch zusätzlich", musste er dann zugeben. "Wobei sich zuletzt zumindest in den Provinzen meines Wissens nichts zusammengebraut hatte, was auf einen bevorstehenen Aufstand hindeuten könnte. Zweifellos kann sich die Lage schnell ändern, wenn unsere Truppen abgezogen werden, aber andererseits kann eine lange befriedete Provinz auch nicht einfach so aus dem Nichts heraus einen schwerwiegenden bewaffneten Aufstand losbrechen lassen, der mehrere Legionen erfordern würde." Tatsächlich macht er sich um die Getreideknappheit und die Lage in Rom mehr Sorgen als um aufständische Provinzen.
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Ich bin für eine Woche nur sporadisch anwesend.
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"Die Classis Ravennas ist mit starken Verbänden nach Osten unterwegs", begann Macer erst einmal mit dem, was wohl inzwischen jeder in Italia mitbekommen hatte und was ihm als einzige nennenswerte Truppenbewegung weg von Rom bekannt war. "Das ist sie wohl kaum, wenn sich dort nichts zusammenbraut. Dass Cornelius Palma auf dem Weg hierher ist und mehrere Legionen hinter sich vereinigt hat, steht ja auch schon an den Wänden. Wo er ist, weiß ich aber auch nicht. Von Rhein und Donau sollen auch Truppen unterwegs sein, aber wer davon nun für Vescularius Salinator ins Feld zieht und wer für Cornelius Palma, kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen." Dass er aus einigen Briefen noch die eine oder andere Sache mehr wusste oder sich zumindest hinzu denken konnte, verschwieg er aber.
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Macer atmete einmal tief ein und dann wieder aus. "Ich blicke mit Sorge auf ihn", antwortete er dann langsam und mit ernster Miene. "Es fällt mir leider sehr schwer abzuschätzen, wie ernst die Lage wirklich ist. Man hört ja nicht viel konkretes. Die Acta Diurna schweigt sich nahezu gänzlich aus zu dem Thema, im Senat werden keine Berichte aus den Provinzen vorgelegt und aus dem kaiserliche Palast darf man wohl ohnehin keine Verlautbarungen erwarten. Was bleibt, sind Spekulationen. Und je nachdem, welchen man glaubt, könnte die Lage wohl schon recht ernst werden. Dass etwas passieren wird, ist wohl offensichtlich. Getreideengpässe entstehen zum Beispiel nicht grundlos. Und wenn meine militärischen Quellen zutreffende Informationen liefern, ist im Moment sehr viel Militär unterwegs. Richtung Rom."
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"Eine Art Privatunterricht", wiederholte Macer nachdenklich. Über so etwas hatte er noch nie nachgedacht. Da er im Moment kein Amt ausfüllte, war die Zeit sicher kein Problem. Und ob er sein Wissen nun in den üblichen Vorlesungen verbreitete oder in einem exklusiveren Zuhörerkreis, war ihm im Prizip auch egal. "Wie alt ist dein Sohn denn?", erkundigte er sich dann, denn das war sicher nicht völlig egal.
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Macer hatte schon umfangreichere Wahlprogramme gehört, aber andererseits konnte er seinem Gegenüber auch nicht verübeln, gerade in der jetzigen Situation sparsam mit großen Ankündigungen zu sein. Je nachdem, wie sich die politische Situation weiter entwickelte, konnte ein Aedil, der seine Arbeit erledigte, auch eine ganz angehme Erscheinung sein. "Ja, spätestens, wenn sich die Sorgen um die Getreideversorgung so weiterentwickeln wie momentan, wirst du sicher alleine damit alle Hände voll zu tun haben, für Ordnung auf dem Markt und bei den Brotpreisen zu sorgen", stimmte Macer daher auch der defensiveren Planung zu.
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"Dann hast du es gut getroffen, dass der Senator zu Hause ist. Tritt ein, ich melde dich an", antwortete der Türhüter, öffnete die Tür weit und eilte voraus ins Tablinum.