Beiträge von Maximus Decimus Meridius

    Ja, was Marcus sagte, entsprach der Wahrheit. Meridius nickte stumm und wandte sich im Sattel dann nach hintern und sah zu dem Wagen, welcher ihnen in geringem Abstand folgte. Was Iulia wohl gerade machte? Sicher unterhielt sie sich mit der Gattin eines der Tribune, welche zum Glück mitgekommen war, so dass es sowohl Iulia als auch der Gemahlin des Tribunen Ventidius nicht eintönig wurde. Seitdem der Tribun nach Raetia abkommandiert worden war, erzählte man sich im Castellum unter vorgehaltener Hand, dass die Frau unter Weinkrämpfen leiden würde. Meridius musste nicht lange überlegen und lud die junge Frau einfach ein, sie nach Confluentes zu begleiten...


    "Die Hälfte der Strecke haben wir schon geschafft."


    sprach er zu Marcus und verstummte dann wieder. Vater hatte hier in Germanien gedient, Meridius war hier in einem Feldlager zur Welt gekommen, auch wenn Tarraco seine Heimat war, verband ihn mit Germanien doch mehr als nur sein Beruf.

    Meridius nickte andächtig. Ja, Rom konnte einem schon manchmal zum Hals heraushängen. Und auf der anderen Seite dann doch auch wieder fehlen. Wenn er daran dachte, dass Lucilla in Rom heiraten würde und er hätte vermutlich nicht die Möglichkeit an diesem Ereignis teilzunehmen... Der Gedanke tat weh.


    "Ja, der Senat."


    Er täschelte sein Pferd.


    "Man kann geteilter Meinung sein, wenn man an den Senat denkt. Sicher kann man auch heute noch viel im Senat und durch den Senat bewegen, doch die großen Zeiten dieses Kremiums sind vorbei. Rom wird von einem Mann beherrscht, der sich auf seine Truppen und eine ihm loyale Verwaltung stützt. Es wundert mich immer wieder, dass es noch Träumer gibt, die glauben die Macht zurück in die Händer der Vertreter des Volkes legen zu können. Dies Zeiten dürften entgültig vorbei sein..."


    Er blickte zum Himmel. Es war etwas bewölkt, aber nicht so, dass es unangenehm wäre. Im Gegenteil. Die Sonne brannte dadurch nicht allzusehr auf die Reisegesellschaft.

    "Wie Du möchtest. Wir werden eh unsere Garderobe mitnehmen. Mit einer Toga sollte man eigentlich auch nicht sitzen, denn sonst gibt es kritische Falten und die Reise wird auch nicht sehr kurz sein. Es ist schon ein Stück..."


    Meridius schmunzelte.


    "Gut, dann werde ich Dich einplanen. Ich lass es Dich wissen, wann es losgeht. Bis dann..."


    sprach es und verschwand auch schon wieder.

    Der Statthalter hatte dem Duumvir von Confluentes zugesagt, zum Stadtfest zu erscheinen. Folglich befand sich Meridius nun zusammen mit einigen Begleitern - darunte seine Gattin, sein Cousin und mehrere Offizier, sowie der übliche Begleitschutz - auf der Heeresstraße nach Confluentes. Die Marschgeschwindigkeit war angenehm niedrig, man würde sich Zeit lassen und dennoch ankommen. Der Wagen der Damen bedingte, dass sich auch die Reiter dem gemütlichen Tempo anpassen musste. Meridius war es gerade recht, denn so konnte er seinen Gedanken nachgehen...


    "Sag mal..."


    unterbrach er seine Überlegungen und wandte sich an seinen Cousin, welcher sich neben ihm auf dem Pferd für einen Zivilisten recht tapfer hielt


    "... was hast Du Dir konkret eigentlich für Deine Quaestur vorgenommen?"


    Während er so das Gespräch anfing, breschte ein Reiter von hinten nach vorne. Offensichtlich tauschte man die Spitze aus, oder es gab eine Meldung von der hinteren Turma an die vordere Turma. Es sollte nicht Meridius Sorge sein, der Decurio war zuständig...

    Es war früh am Morgen, als Meridius an die Türe klopfte und dann eintrat.


    "Guten Morgen, Marcus. Hast Du gerade viel zu tun? In Confluentes findet ein Stadtfest statt und ich dachte daran, dieses zu besuchen. Wenn es Dir nichts ausmachst, kannst Du uns begleiten."


    Er sah ihn fragend an und trat näher an den Tisch.


    "Du kannst Dir dabei aussuchen, ob Du lieber im Wagen mit meiner Gattin reist, oder ob Du das Pferd wählst, wie ich. Die Entscheidung überlasse ich Dir."

    Meridius genoß die Nähe seiner Gattin und als sie nach seiner Hand griff, fühlte er sich geliebt. Ein wunderbares Gefühl. Dann jedoch zog er eine Augenbraue nach oben. Stilus? Was meinte sie damit?


    "Ähm, sieht man es mir an?"


    Er blickte nach unten, fand jedoch weder einen Bauchansatz, noch dass er weniger sportlich aussehen würde. Doch vermutlich hatte sie recht, und er sollte öfters in die Therme gehen. Und vor allem sein Projekt, die Gründung eines Gymnasions vorantreiben.


    "Ich könnte mehr Sport treiben, das ist richtig."

    Sim-Off:

    Ich habe oben mal eine Liste der Personen zusammengestellt, die vom Narrator Germaniae gespielt werden können. Dabei kann es sich um eventuelle andere Cohorten der Legio II Germanica, als auch um Angehöriger anderer Truppen in der Provincia Germanie handeln. Schließlich sind wir ja nicht die einzige Legion hier im Norden.


    Nur um eines klar zu stellen: Die NPC des Narrators tauchen nicht immer und überall auf, sondern nur dort, wo ich es für nötig erachte. Falls ihr also was plant oder NPC braucht, fragt bei mir an. Ansonsten möchte ich noch darauf hinweisen, dass der Umgang mit NPC spärlich erfolgen sollte. Lieber erzählt man und beschreibt man, was man hört, was man mitbekommt, was man erfährt, als dass man jedesmal einen NPC erfindet der direkt etwas sagt oder ausführt.


    Das Simulieren von ranghöheren NPC ist grundsätzlich untersagt, da sonst die Gefahr besteht, dass man sich bequeme Befehle erteilt und das sollte nicht sein. Jeder sollte primär seinen Platz dort ausfüllen, wo er sich momentan befindet.

    Meridius betrat das Officium und legte eine Ledertasche auf dem Tisch ab. Darin befanden sich zehn Eilbriefe, die noch heute raus sollten.


    "Salve Duccia. Ich muss Dich mal wieder plagen. Ich habe hier zehn Briefe, die so schnell wie möglich raus sollten. Du kannst die Kosten von der Wertkarte runter nehmen, wie immer..."


    Er lächelte.


    "Und wie geht es Dir? Hast Du Dich eingelebt?"


    Sim-Off:

    PN "Eilbriefe I - X"

    Meridius erblickte den alten Prudentius und nickte ihm freundlich zu. Sie hatten sich lange nicht mehr gesehen, umso erfreuter war er, dass es sein Kollege aus dem Senat geschafft hatte, hier zu erscheinen. Nach der Sitzung würde er ihn noch kurz beiseite nehmen und ein paar Sätze mit ihm wechseln. Zum einen, um ihm sein Beileid zu bekunden, und um in Erfahrung zu bringen, ob er gedachte länger in Germanien zu bleiben, oder wieder nach Rom abzureisen. Bei Senatoren, die keinen festen Arbeitsplatz hatten, war das ja immer so eine Sache.

    "Über einen Nachfolger auf Deinem Posten kann ich nichts sagen, tut mir leid. Es wird auch an Dir liegen einen geeigneten Mann zu finden. Vielleicht lässt sich ja ein Magistrat überreden, oder Du ziehst einen neuen Magistratus heran. Als Comes sind Deine Kompetenzen ja weiter gefasst. Die Arbeit in Deinem Stab dürfte durchaus interessant sein..."


    Meridius hielt einen Moment inne.


    "Ich werde es Dich in jedem Fall wissen lassen, wenn ich einen geeigneten Mann gefunden habe, der Dich bei der Arbeit unterstützen könnte. Allerdings würde die Besetzung des Duumvir Postens in Colonia vorerst weit mehr Sinn ergeben..."

    Zitat

    Original von Apollonius von Samothrake
    "Ja, vielen Dank, junger Mann!" Apollonius nickte einem Sklaven zu, der ihn bis zum Officium führte. Denn der linke Weg vom Eingang war definitiv der Falsche gewesen. Eine halbe Stunde war Apollonius durch leere Gänge geirrt, immer wieder (von ihm unbemerkt) an selben Wegkreuzugenen vorbeigekommen. Schließlich war Apollonius in der großen Küche gelandet. Immerhin konnte er, und sein Sklave Phokas, sich dort eine Weile ausruhen und sich stärken, ehe die Suche weiter ging. Aber dieses Mal bemühte sich Apollonius um einen Führer und konnte einen Sklaven aquirieren, der ihn schließlich zur Tür des Legaten brachte. Erleichtert seufzte Apollonius auf, zog sein griechisches Gewand zurück, zwirbelte seinen Bart noch mal richtig und holte tief Luft. Dann klopfte er kräftig an der Tür.


    Meridius hörte das kräftige Klopfen und antwortete mit einem


    "Einen Moment bitte!"


    Dann schrieb er die zwei Sätze noch zu Ende, klappte die Wachstafel zusammen, schenkte sich ein Glas Wein ein, trank dieses und wandte sich dann in Richtung Türe.


    "Jetzt, bitte!"

    Zitat

    Original von Manius Matinius Fuscus
    Einen Moment sah er den LAPP ziemlich verwirrt an. Es brauchte vier oder waren es fünf Herzschläge, bis er den Inhalt dieser Worte begriff. "Ähm," kam dann erst einmal unendlich intelligent über seine Lippen. Dann herrschte wieder einen Augenblick schweigen, ehe er antwortete: "Ich weiss nicht, was ich sagen soll," gestand er dann verlegen.


    "Nun, Du kannst das Angebot annehmen, oder Ausschlagen. Ich hoffe jedoch nicht auf Letzteres. Wessen Klient warst Du nochmals? Prudentius wenn mich nicht alles täuscht, und dann auch mit meinem Freund Matinius verwandt. Die bisherige Comes hat ihr Amt niedergelegt, Du bist in der Regio schon lange tätig, kennst Dich aus und kennst die Abläufe, möchtest in den Cursus Honorum, bist also motiviert und wirst mit der neuen Aufgabe Dich sicher auch beweisen wollen. Ich gebe zu, dass ich nicht uneigen nützig bin, denn sobald Du Deine Kandidatur zum Quaestor bekannt gibst, werden die Leute fragen, was Du vorher getan hast. Deine Zeit als Comes wird im Blickfeld der Betrachtung stehen, was für mich bedeutet, dass Du alles daran setzten wirst, um hier eine gute und fruchtbare Arbeit zu leisten."