"Nun, so weit rumgekommen wie Du bin ich wohl noch nicht."
Meridius blickte sie an und merkte, dass sie offensichtlich die Sonne mied und eher die schattigen Plätze aufsuchte, was bei ihren makellosen weißen Haut auch nur zu verständlich war.
"Ich bin in Hispania geboren worden, wuchs auch dort auf, während Vater in einer Ala in Germanien diente und dann dort auch fiel. Ich hatte ihn eigentlich nicht wirklich gekannt. Nach meiner Kindheit und Jugend zog ich nach Rom, trat der Legio I Traiania Pia Fidelis bei, der Elitelegion des Imperiums. Es war eine recht schöne Zeit, und Rom ist eine gewaltige Stadt, eine verschlingende Geliebte..."
Meridius lachte.
"Als ich das Angebot bekam das Kommando über die Legio IX in Hispania zu übernehmen, sagte ich natürlich sofort zu. Es war eine Herausforderung diese Legion zu übernehmen und zu reorganisieren, galt sie doch eher als ein Haufen sonnengebräunter Faulenzer. Aber diese Herausfordeung reizte mich, auch wenn der Posten unter allen Posten eher als Endstation in der Pampa galt. Die Nähe zur Heimat tat das andere. Und so pendel ich im Prinzip immer zwischen Rom und Tarraco hin und her, geschäftlich versteht sich. Andere Provinzen habe ich noch nicht gesehen. Aber wer weiß, als Legatus kann es einen innerhalb kürzester Zeit überall hin verschlagen..."
Er blickte sie an und überlegte. Dann griff er sich einen Apfel und zerteilte ihn mit einem Messer, während er ihr die andere Hälfte anbot.
"Dein Bruder ist Praefectus Castrorum. Er wird vermutlich immer dort sein, wo sich die Legio II befindet. Ich bin Legatus. Mein Kommando kommt vom Imperator und ich kann jederzeit abberufen werden. Dass ich zur Zeit in der Heimat diene ist eine Gunst der Götter. Doch schon morgen könnte ich mit Aufgaben betraut werden, die am Ende der Welt liegen..."