Beiträge von Maximus Decimus Meridius

    "Auch ganz gut. Wir haben das Rennen in vollen Zügen genossen. Das mit dem Aurata-Wagen verzeihst uns aber sicher um der alten Zeiten willen, oder? Er ist euch sicher nicht mit Absicht an den Karren gefahren..."


    Meridius grinste.


    "Ach ja, ich durfte im Übrigen die Bekanntschaft Deiner Schwester machen und habe sie in unsere Loge eingeladen. Wenn Du möchtest, schließ Dich einfach an. Wir haben Wein und Trauben und können von dort oben wunderbar die Siegerehrung sehen..."

    Zitat

    Ihr könnt es als ein solches auffassen!


    Meridius lächelte und wies ihr mit einer Handbewegung den Weg.


    "Vibullius, man sieht sich."


    Dann wandte er sich wieder Julia zu.


    "Ja, Senator Anton ist schon ein sonderbarer Kauz. Die wenigsten verstehen ihn wirklich, es gibt sogar welche, die vor ihm Angst haben. Aber er ist harmlos und im Kern liebevoll. Und vor allem ganz närrisch auf Pferderennen und Wetten aller Art."


    Meridius lachte, als sie die Loge erreichten.

    Meridius hielt sich im Hintergrund.


    "Darf ich das als ein "JA" interpretieren? Senator Anton wäre sicher erfreut den Rest der Feierlichkeiten in Deiner Gesellschaft zu verbringen und ich wäre es auch..."


    Dann wandte er sich an Vibullius.


    "Wieso? Suchst Du noch einen Patronen?"


    Er konnte sich diesen Kommentar nicht verkneifen, denn die Bezeichnungen Klient und Julia passte beim besten Willen nicht zusammen.


    Meridius nickte nur mit dem Kopf. Er wusste um die Situation.


    "Ich mache einen Vorschlag. Wenn Du mich in die Loge begleiten würdest, könnte ich Dir auch Senator Anton vorstellen, Julia Duccia. Von dort oben sieht man auch besser und Du wirst besser sehen können, wenn man den Fahrer der Purpurae nachher zum Sieger krönen wird..."

    Zitat

    Original von Julia Duccia Germanica
    Nein, Ihr stört nicht! Anscheinend hat niemand so recht gewonnen...


    Meridius lächelte ebenfalls.


    "Ich habe jedoch zu deutlich vernommen, dass Du ein Anhänger der Purpurae bist. Es tut mir leid, dass unser Wagen Euren Fahrer zu sehr abdrängte, aber wie es das Schicksal will, anscheinend hat es Quintus Arius das Rennenfahren nicht so ganz raus, er hat bereits schon mehrere Unfälle gebaut und ich lass ihn nur noch fahren, weil sein Vater ein guter Freund meines Hauses war. Vielleicht sollte ich ihn mir mal zur Brust nehmen..."


    Die kleine Geschichte zwischen Julia und Vibullius übersah er höfflich.

    Zitat

    Original von Cicero Octavius Anton
    "Ähm ... ich konnte es nicht erkennen, verdammt diese Plätze hier oben, aber schau du nach der Dame ich werde dir berichten unser kommt ja jetzt erst durchs Ziel!


    Aber ich habe eine Idee für das nächste Rennen, aber jetzt spiel erst den Held!"


    "Held spielen? Das liegt mir fern, mein Freund, das weißt Du. Aber was ich nicht leiden kann sind Männer, die nicht wissen, wann sie eine Dame in Ruhe lassen sollen..."


    Er blickte wieder zu den Beiden und traf ihre Augen.

    Zitat

    Original von Julia Duccia Germanica
    Ich riss mich von ihm los - ich wollte nicht, dass jemand meinen Arm einfach so ergriff...


    Meridius zuckte zusammen. Sollte er eingreifen? Der Jüngling ging in der Zwischenzeit viel zu weit. Er wandte sich an Anton.


    "Ich glaube, ich mache doch mal einen Spaziergang nach dort drüben..."


    Er erhob sich langsam und schon erreichten die Wagen das Ziel.


    "Bei Jupiter, jetzt hab ich den Zieleinlauf nicht gesehen...
    Wer hat gewonnen?"

    Zitat

    Original von Cicero Octavius Anton
    "Sie hat eine bleiche Haut, also eine aus Senator Sedulus Sippschaft aus dem Norden.


    Aber diesen Jüngling, irgendwoher kenne ich denn ...."


    "Die Sippschaft von Sedulus kenne ich. Sie muss woanders her sein."


    Meridius blickte wieder zum Rennen.


    "Wie steht es denn? Meinst Du unser Wagen hat noch eine Chance? Wenn der von der Purpurae gewinnt, gehört der Gewinn zur Hälfte auch uns..."


    Meridius lachte.

    Zitat

    Original von Cicero Octavius Anton
    "Ich danke dir, willst du der jungen Dame nicht helfen ... ich würde ja aber ... du kennst das ja der Rücken ... die Knochen ..."


    "Ich ihr helfen? Oh Anton..."


    Meridius lächelte gequält.


    "Was soll ich mich einmischen und sie somit bloßstellen? Ich denke nicht im Traum daran. Aber ein Gespräch? Vielleicht nach dem Rennen. Mich interessiert, woher sie kommt und was sie macht. Irgendwo meine ich, das Gesicht schon mal gesehen zu haben..."

    Meridius blickte längst nicht mehr zu dem Rennen, sondern nur noch in Richtung der Beiden. Die Dame wollte offensichtlich nicht belästigt werden. Sollte er einschreiten? Er schätzte sie jedoch als stark genug ein, mit dem Jüngling selbst fertig zu werden und er wollte sie nicht auch noch in weitere Unannehmlichkeiten bringen. Doch er würde ein Auge darauf werfen...


    "Hier hast Du die 100 Sesterzen, mein Feund. Sie hat ihn gleich los. Ich gratuliere Dir."

    Zitat

    Original von Lucius Tiberius Vibullius
    Was mich daran stört? Nun, an der Hilfe selbst nichts. Aber unter dem Mantel der Hilfe eigene Interessen durchsetzen und Bedingungen stellen, zeugt nicht gerade von edlem Geist, denn der der Ehre besitzt, wird gern geben ohne etwas zu verlangen.
    Du weißt, daß wir uns hier noch nie einig waren, da Deine auffassung von Ehre eine andere als die meine ist... .


    Jeder der mich kennt weiß, dass ich gebe ohne zu fordern und ohne zu nehmen. Und ich gebe auch dort, wo ich nicht erwarten kann, dass jemals etwas zurück kommt. Belehre mich also bitte nicht. Und was Ehre betrifft, kenne ich keinen, der das Wort öfters in den Mund nimmt, als Du. Das sollte zu denken geben.

    Zitat

    Original von Cicero Octavius Anton
    "Hmm ich wette er macht einen Abflug wie der Lenker gerade, hältst du dagegen?"


    "Ich denke nicht, dass er eine Chance hat. Aber spaßeshalber, wegen mir. Ich setze 100 Sesterzen auf den Lockenkopf, auch wenn er nicht gewinnen darf..."


    Ich blickte gespannt in die Richtung der Beiden und machte mir beinahe Sorgen, wusste aber noch nicht um wen.

    Zitat

    Original von Lucius Tiberius Vibullius
    Das das weiß ich. Doch sage an, daß was Jahrhunderte währt,mu´ß das auch noch Jahrhunderte bestehen bleiben?
    Sollen wir nach Deinen Worten wieder einen König ernennen, weil wir Jahrhunderte einen hatten? Oder gar einen Diktator und Tyrannen?
    Warum kam es denn dazu, daß sich Arme in die Obhut von Reichen begaben? Erfüllte es sie mit Stolz, wenn sie das Land ihrer Väter aufgeben mussten, um sich in ein Patronat zu begeben? Ich meine nicht. Und nur, weil ich patrizischer Abstammung bin, bedeutet das nicht, daß ich nicht den Armen helfen will Senator!


    Das Senator klang wohl etwas verächtlich... .Nicht, weil ich den Senat für unnötig erachtete, sondern eher, weil der jetzige Senat einer Clique von Selbstbedienern glich.


    Was redest Du von Königen? Es redet auch niemand von Etruskern, oder? Ich kenne mich in der Geschichte Roms gut genug aus, Vibullius. Doch Du schilderst nur die Schattenseiten. Ist es verquer, wenn einer der mehr hat einem anderen, der weniger hat hilft? Es ist eine Ehre. Und wenn sich dieser revangiert? Auch dann ist es ehrenhaft. Es hat niemand davon gesprochen, dass ein Patron seinem Klienten das Land weg nahm. Die Abhängigkeit die Du schilderst entstand dadurch, dass reiche Patrizier armen Plebejern das Land wegnahmen. Aus welchem Stand mein Haus kommt, weißt Du sicher. Und wenn ich Armen meines Standes helfen möchte, was stört es Dich?

    Als Meridius den einzigen Wagen der Aurata einen anderen Wagen der Purpurae streifen sah, schloß er schon instinktiv die Augen. Nach dem Jubelschrei des Anton zu schließen, ging die Sache aber diesmal anscheinend gut aus.


    "Erinner mich daran..."


    sprach er zu ihm,


    "dass ich dem Typ in den Arsch trete. In jedem verfluchten Rennen müssen unsere Lenker die Unfälle bauen. Kannst Du Dich erinnern. Im ersten dieser Achsbruch. Im zweiten der Übersteiger. Es hätte Tote geben können. Und jetzt das hier. Bei Iupiter, das nächste mal lenke ich die Wagen selber und bring mein eigenes Gespann mit..."


    Meridius hatte sich in Rage geredet und blickte dann nach links, wo er in der Nähe sich einen Jüngling vor einer Dame hinknien sah.


    "Schau mal da rüber, Anton. Entweder die kennen sich und er macht einen Antrag, oder er macht gleich selbst einen Abflug wie der Lenker gerade. Ob er sich ebensoschnell aus der Gefahr wird winden können? Eigentlich müsste er ja genug Übung haben..."


    Meridius grinste.