Antikes Judentum

Aus Theoria Romana

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Das antike Judentum zeichnete sich vor allem durch seine große Anzahl unterschiedlicher Strömungen und Gruppierungen aus. Viele Gruppierungen standen sich auch gegenseitig feindlich gegenüber, sodass die Juden der Antike eine heterogene Gruppe bildeten.

Inhaltsverzeichnis

Politisch-jüdische Bewegungen

Sadduzäer

Die Sadduzäer bildeten den jüdischen "Geldadel". Im Laufe der Zeit hatten sie sich als Gruppe entwickelt, die sich aus Priestern und wohlhabenden Juden, vor allem reichen Landbesitzern, zusammensetzte. Ihr Glaube gründete sich einzig und allein auf das Jahrhunderte alte mosaische Gesetz, dessen wortwörtliche Einhaltung sie forderten.

Als die Römer zum ersten Mal im Nahen Osten intervenierten, versuchte der Sadduzäer Aristobulos, der wegen der Steuerlast zur Finanzierung militärischer Expeditionen mit seinem pharisäischen Bruder Hyrkanus im Bürgerkrieg lag , die Römer zu hintergehen, um die Macht der alten Eliten gegenüber den Römern zu verteidigen. Darum bat er Gnaeus Pompeius Magnus, ihn zum König zu machen und begleitete den Feldherrn sogar auf seinem Feldzug. Kurz darauf löste er sich jedoch von der Armee und zog sich in die Festung Alexandria im Hochland zurück. In der darauffolgenden Belagerung Jerusalems verschanzten sich die Sadduzäer im Tempel, wo sie die Hoffnung hegten, den Römern trotzen und die Autonomie bewahren zu können. Das strikt eingehaltene Sabbatgebot wurde ihnen jedoch zum Verhängnis: Pompeius konnte durch seinen verstärkten Einsatz an den Sabbattagen die Tempelfestung erstürmen.

Jahre später provozierten die Sadduzäer durch ihre Weigerung, fremde Herrscher zu akzeptieren, erneut eine Belagerung Jerusalems – diesmal durch Herodes I., der als Nichtjude vom Senat zum König ernannt worden war. Infolge der erneuten Niederlage wurden viele Anhänger der Sadduzäer entmachtet und getötet. Trotzdem konnten sie später beim Tempelneubau ihre Forderung durchsetzen, den Abriss des alten Heiligtums erst mit Abschluss der Vorbereitungen für den Neubau zu beginnen. Im Laufe der Zeit gelang es ihnen schließlich, Herodes auch beim Volk zu diskreditieren, da dieser römisch-griechische Tempel baute und sogar die Olympischen Spiele, bei denen die Sportler gesetzeswidrig nackt auftraten, unterstützte.

Als die Römer Judäa nach Herodes’ Tod zur Provinz machten, arrangierte sich die sadduzäische Priesterkaste schließlich mit den neuen Machthabern. Ihnen wurde mehrmals das Hohepriesteramt und damit großer Einfluss auf das Volk zugestanden, im Gegenzug versuchten sie, religiös motivierte Aufstände im Keim zu ersticken . Gemeinsam mit ihren eigentlichen Feinden – den Pharisäern – beschworen sie deshalb am Vorabend des Jüdischen Krieges die aufgebrachte Menge, durch die Verweigerung der Opfer einen Krieg zu riskieren. Da ihre Ermahnungen jedoch auf taube Ohren stießen, verbarrikadierten sie sich in der Oberstadt und bekämpften die zelotischen Aufständischen in der Unterstadt. Allerdings konnten die Sadduzäer ihren Widerstand nur wenige Tage aufrechterhalten und wurden vertrieben.

Infolge der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. ging schließlich die Machtbasis und damit die Bedeutung der Sadduzäer verloren. Die Leitung des jüdischen Volkes ging auf ihre Gegner, die Pharisäer, über.

Pharisäer

Die Pharisäer bildeten sich als Gegenpartei zu den konservativen Sadduzäern. Sie rekrutierten sich aus den Rabbis und Schriftgelehrten vom Lande. Beeinflusst von der griechischen Philosophie, hatten die Pharisäer begonnen, die Regeln auszulegen und zu aktualisieren. Auch glaubten sie an himmlische Wesen wie Engel oder das Leben nach dem Tod . Ihre Angst, die Gebote nicht genau zu befolgen, führte außerdem dazu, dass sie sich von der übrigen Masse des Volkes absetzten, was schließlich in eine gewisse Arroganz mündete und ihnen die Bezeichnung Pharisäer (hebr. "Die Abgesonderten) eintrug. Obwohl diese Gruppierung recht klein war, faszinierte sie die einfache Bevölkerung und übte großen Einfluss auf sie aus.

Im Gegensatz zu ihren Gegnern verfolgten sie keine Eroberungspläne, sondern waren auf die Unversehrtheit der heimischen Felder bedacht. Aus diesem Grund stellten sie sich 67 v. Chr. gegen die Steuerpolitik des sadduzäischen Königs Aristobulos und belagerten diesen mit seinen Anhängern im Tempel. Gleichzeitig versuchten sie, ihren eigenen Wunschkönig Hyrkanus als Oberhaupt des jüdischen Staates durchzusetzen. Als Vertreter des einfachen Volks gelang es ihnen jedoch nicht, ebensogroße Bestechungssummen wie die Sadduzäer aufzubringen, weshalb sie vorerst von Pompeius zurückgewiesen wurden. Bei der kurz darauf folgenden Belagerung Jerusalems durch den Feldherrn öffneten die Pharisäer, die die Unterstadt besetzt hielten, die Tore, da sie sich keinen Nutzen von einem Widerstand gegen die Übermacht erhofften. Sie unterstützten sogar die römischen Truppen bei der Belagerung der Oberstadt und fielen bei ihrer Erstürmung voller Zorn über die sadduzäische Oberschicht her.

Auch bei Herodes, dem fremden Herrscher von Roms Gnaden, bezogen die Pharisäer die Gegenposition zu den Sadduzäern: Laut Konzelmann blieben sie die politische Basis des Herodes fast bis zum Ende. Besonders der Tempelbau, der dem jüdischen Proletariat Arbeitsplätze verschaffte, wurde von ihnen freudig begrüßt. Weiterhin gelang es den geistigen Führern der Bewegung, immer mehr einflussreiche Posten im Tempel zu besetzen und damit ihre Macht beim Volk weiter auszubauen.

Erst als Herodes sich immer deutlicher der griechischen Kultur zuwandte und für Heidentempel spendete, fielen die Gesetzestreuen von ihrem König ab und verbündeten sich mit den Sadduzäern, die den König ebenfalls ablehnten. Gemeinsam mit ihnen fielen sie wegen ihrer Warnungen vor offenem Krieg gegen Rom vorerst den Zeloten zum Opfer.

Als die Verfolgung von Kriegsgegnern innerhalb des belagerten Jerusalem zunahm, gelang es Jochanan ben Sakkai, dem geistigen Führer der Pharisäer, durch Vortäuschen seines eigenen Todes und des zugehörigen Leichenzugs aus der Stadt zu fliehen. Vespasian gab ihm die Erlaubnis, in Jabne ein Lehrhaus zu eröffnen. Hier entwickelte sich nach der Zerstörung des Tempels das neue geistige Zentrum des Judentums unter der Führung pharisäischer Gelehrter, die den jüdischen Glauben bis heute maßgeblich beeinflusst haben.

Zeloten

Eine völlig gegensätzliche Haltung zu den Sadduzäern und Pharisäern zeigten die Zeloten. Sie glaubten, dass die römische Unterwerfung einem Abfall von Gott gleichkam und daher die Befreiung Israels gewaltsam erreicht werden müsse. Als radikaler Flügel der Pharisäer hatten sie sich gegen die Schammaiten (Pharisäergruppe, die sich auf Schammai beruft) abgegrenzt und autonome Widerstandsgruppen gebildet. Von den Wüstengebieten Palästinas aus führten sie einen Partisanenkrieg gegen die römischen und königlichen Truppen, um wieder eine Theokratie zu installieren.

Obwohl es bereits vorher Aufstände gegeben hatte, formierten sich die Zeloten erst zum Census des Coponius als geschlossene Gruppe. Unter Führung des Juda ben Ezechia und des Pharisäers Zadok bildete sich eine Partisanenarmee, die bis zur Inthronisierung Agrippas immer wieder Angriffe auf die nun direkt herrschenden Römer und Römerfreunde machte. Nach Agrippas Tod verhalf schließlich die Herrschaft der römischen Procuratoren, die häufig die religiösen und nationalen Gefühle der Juden verletzten, den Zeloten zu neuem Zulauf.

Gestärkt griffen die Freiheitskämpfer nun auch zu Selbstjustiz: Als Antwort auf die Ermordung eines Juden durch Samaritaner brannten sie mehrere samaritanische Dörfer nieder und töteten die Bewohner. Die von den Römern entsandten Reitertruppen zerstreuten die Zeloten unter Eleasar ben Dinai. Trotzdem erhielten sie weiteren Zulauf.

So wurden die Kampfhandlungen in der Folge immer häufiger. Als Antwort auf die brutale Verfolgung durch die Römer setzten die Zeloten nun eine neue Waffe ein: Männer, die als Sikarier bezeichnet wurden, zogen mit versteckten Dolchen bewaffnet durch die Städte und stachen Römer und jeden, den sie für deren Unterstützer hielten, nieder – also besonders Angehörige der sadduzäischen Priesterkaste – woraufhin sie wieder verschwanden. Mit ihrer Hilfe terrorisierten die Zeloten die Besatzer, aber auch die Bevölkerung, bis 66 n. Chr. eine erneute Plünderung Jerusalems die Stellung der Widerstandskämpfer so weit stärkte, dass sie den offenen Krieg wagen konnten. Auch wenn sie vorerst Erfolge gegen die rasch zusammengezogenen römischen Truppen verbuchen konnten, zeigte sich rasch die Unterlegenheit der zelotischen Truppen gegenüber den gut ausgebildeten und höchstdisziplinierten Legionen. Als sie in Jerusalem eingeschlossen waren, schwand die Unterstützung der Bevölkerung. Durch Terrormaßnahmen gegen angesehne Juden versuchten die inzwischen zerstrittenen Zelotenführer, die Ordnung und den Kampfeswillen aufrecht zu erhalten.

Nach der Eroberung Jerusalems konnten sich Zelotengruppen noch einige Jahre in den herodianischen Festungen halten, wurden jedoch spätestens mit dem Fall von Masada endgültig geschlagen. Obwohl viele von ihnen als Sklaven den römischen Markt überschwemmten, gelang es einigen, Judäa zu verlassen und in Alexandria und anderen Gebieten mit großer jüdischer Population Aufstände zu entfachen. Ohne das Imperium ernsthaft zu bedrohen, führten diese jedoch nur zu weiteren Strafen für das jüdische Volk und dem gewaltsamen Ende der zelotischen Bewegung.


Die Juden und Rom

Weltanschauliche Probleme

Der jüdische Glauben bildete einen starken Kontrast zu fast allen antiken Religionen. Der zentrale Unterschied hierbei war der strenge Monotheismus, der bereits im Dekalog festgehalten war ("Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben"). Darüber hinaus befolgten die Juden streng das anschließende Zweite Gebot "Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgend etwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen" . Die Folge war, dass das Allerheiligste des zweiten, herodianischen Tempels 63 v.Chr. nach dem Verlust der Bundeslade leer blieb, wie Tacitus zu berichten weiß. Den Glauben an etwas, das „weder darstellbar, noch sterblich ist, konnte die römische Bevölkerung nicht verstehen. Stattdessen wurde der Glaube als "unnütze Heimlichtuerei („inania arcana“) bezeichnet, zumal sie keine Heiligtümer in ihren Städten errichteten.

Andere wiederum vermuteten andere Götter hinter dem unbekannten Gott, beispielsweise eine seltsame Verehrungsart des Liber. Insgesamt hielt man jüdische Sitten für absurd bis gefährlich.

Dies mag jedoch auch eine Reaktion auf die jüdische Abgrenzung von den polytheistischen Nachbarvölkern gewesen sein. Denn auch Tacitus’ Äußerung, sie nannten Götterdarstellungen in Menschenform unheilig hängt wohl mit dem biblischen Gebot zusammen, zu dem sich nach dem babylonischen Exil der Glaube an die ausschließliche Existenz des einen Gottes gesellt hatt

Ein weiterer Unterschied zwischen römischer und jüdischer Religion war der Eingriff der religiösen Regeln in den Alltag des Gläubigen, was bei den Römern, deren Normen größtenteils durch die mos maiorum festgelegt wurden, zu Unverständnis und wilden Spekulationen führte. Die Abgrenzung der Juden von ihren Nachbarvölkern wurde bereits im biblischen Einzug ins „Gelobte Land“ festgelegt, wo ihnen befohlen wurde, sich nicht mit ihren Nachbarn zu vermischen, um nicht verleitet zu werden, Jahwe nicht mehr nachzufolgen und anderen Göttern zu dienen. Dass sie sich abgrenzten und keine Ehen mit Nichtjuden führten, weiß auch Tacitus zu berichten . Bei der Betrachtung des babylonischen Talmud, der beispielsweise den Genuss des von Nichtjuden berührten Weines verbot, wird der Separatismus der jüdischen Bevölkerung jedoch verständlich.

Die Römer hingegen erkannten keinen logischen Grund hinter dieser Ausgrenzung. Stattdessen schlossen sie daraus, dass die Juden gegen alles Fremde Hass hegten. Auch das Erkennungszeichen der Juden, die Beschneidung, stieß in römischen Kreisen auf Unverständnis, was sie zum Ziel des Spottes römischer Satiriker werden ließ.

Auch die umfangreichen Speisevorschriften, die den Genuss von Schweinefleisch und Blut untersagten, stießen bei den Römern, die beides als selbstverständliche Zutaten ihrer Küche verwendeten, auf Unverständnis und Spekulationen über das Verehren eines „Schweine-Gottes“. Ein weiteres ungewohntes Gesetz in der antiken Welt bildete das Sabbatgebot, sowie die Regelung des Sabbatjahres. Da das römische Arbeitsjahr nur unregelmäßige und oft selektiv gültige Feiertage kannte, wurde das Sabbatjahr als von Faulheit motiviert abgetan. Weiterhin unterstellte man ihnen „generandi amor“ (Liebe zur Fortpflanzung), was wohl auf die Diskrepanz zwischen dem biblischen „Seid fruchtbar, und vermehrt euch“, das bei den Juden zu einem großen Ansehen von Kinderreichtum führte, und der bei den Römern üblichen Geburtenkontrolle zurückzuführen ist. Eben diese wurde laut Tacitus in jüdischen Kreisen für frevelhaft gehalten.

Nicht zuletzt führte auch die Abführung der Tempelsteuer , die ausdrücklich von römischer Seite erlaubt worden war, zur Missbilligung durch die Provinzgouverneure, da sie die Edelmetallvorräte angriff und der Wirtschaft stetig Geld entzog.

Behandlung durch die Römer

In der Expansionszeit des römischen Reiches existierten bereits jüdische Gemeinden in der gesamten antiken Welt. Sie wurden von den Römern wenig beachtet und wie alle anderen religiösen Minderheiten behandelt. Zeigten sie sich kooperativ, wurden sie belohnt, zeigten sie sich widerspenstig, wurden sie mit Sanktionen belegt:

Bereits Caesar ging nach dieser Maxime vor, als er den Juden aufgrund der Unterstützung Antipaters im Bürgerkrieg gegen Pompeius nach und nach verschiedene Sonderrechte gewährte. Diese waren neben der Anerkennung des Hohenpriesters als socius eine Befreiung aller Juden vom Militärdienst und Einquartierung, aber auch eine Steuererleichterung und Erlaubnis zur Wiedererrichtung der Stadtbefestigung von Jerusalem. Man behandelte auch die von den Hellenisten gehassten Juden in der Diaspora gut, indem ihnen ausdrücklich erlaubt wurde, ihren Gottesdienst abzuhalten, Abgaben und Spenden für Tempel in Jerusalem zu sammeln und in eigener Gerichtsbarkeit zu entscheiden. Auch Augustus, der in den Bürgerkriegen die Unterstützung der jüdischen Herrscher genossen hatte, bestätigte ihre Rechte. Erst unter Tiberius, der dem Einfluss judenfeindlicher Berater erlegen war, kam es zu einer Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Römern und Juden. Aus einem nichtigen Anlass heraus ließ er alle Juden und Proselyten (Konvertiten) aus Rom ausweisen.

Unter seinem Nachfolger Caligula schien es den Juden anfänglich besser zu gehen, doch wurden ihre Hoffnungen vom Cäsarenwahn des Kaisers enttäuscht. Der Plan, sein Kultbild im Jerusalemer Tempel aufzustellen, konnte nur deshalb nicht durchgesetzt werden, da die Prätorianergarde ihren obersten Dienstherrn vorher ermordete und der zuständige Legat Petronius den Befehl solange herausgezögert hatte. Caligulas Nachfolger Claudius bestätigte hingegen erneut die alten Rechte der Juden.

Erst nach dem Jüdischen Krieg hatten die Juden ihren Kredit bei der römischen Führung verspielt: Vespasian ließ den fiscus Iudaicus als Ersatz für die alte, nichtige Tempelsteuer einführen , Domitian verfolgte die Proselyten grausam. Erst unter Nerva verbesserte sich die Situation der Juden, indem dieser die Judensteuer sehr nachlässig eintrieb und das Bekenntnis zum Judentum wieder erlaubte.

Diese Verbesserung hielt bis zum Bar Kochba-Aufstand an, den Hadrian mit harten Sanktionen gegen die Juden bestrafte. Da sich offensichtlich die Meinung durchgesetzt hatte, dass die jüdische Kultur ein ständiger Unruheherd sei, wurde die Ausübung der jüdischen Religion generell unter Androhung der Todesstrafe verboten. Sein Nachfolger Antoninus Pius hob dieses Verbot jedoch wieder auf.

Diese rationale Einschätzung des jüdischen Volkes war der Bevölkerung in den östlichen Provinzen, in denen die Juden seit den hellenistischen Zeiten als Fremdkörper und Konkurrenz zu den Griechen betrachtet wurden, fremd. Aus diesem Grund kam es immer wieder zu Pogromen gegen die Juden, die jedoch von der römischen Ordnungsmacht bis auf wenige Ausnahmen sofort unterdrückt wurden. Damit zeigt sich, dass die römische Verwaltung die Juden auch außerhalb Judäas nach den üblichen Vorgehensweisen gegenüber fremden Völkern behandelte, was je nach Herrscher zu verschiedenen Verhaltensweisen führen konnte. Trotzdem war die Provinz durch die zahlreichen Aufstände als Unruheherd des Imperiums bekannt und dementsprechend unbeliebt.


Literatur:

Klaus Bringmann: Geschichte der Juden im Altertum. Vom babylonischen Exil bis zur arabischen Eroberung, Stuttgart 2005

Konzelmann, Gerhard: Die Hebräer. Ursprung und Aufbruch des biblischen Volkes, München/Berlin 1990

Norman Kotker: Das Heilige Land, Reutlingen Ethelbert Stauffer: Jerusalem und Rom im Zeitalter Jesu Christi; Bern 1957

Werner Keller: Und wurden zerstreut unter alle Völker. Die nachbiblische Geschichte des jüdischen Volkes, München 1966

David & Pat Alexander (Hrsg.): Handbuch zur Bibel, Wuppertal 1975

Karl-Wilhelm Weeber: Alltag im Alten Rom. Das Leben in der Stadt, Düsseldorf 2006

Carsten P. Thiede/ Urs Stingelin: Die Wurzeln des Antisemitismus. Judenfeindschaft in der Antike, im frühen Christentum und im Koran, Basel 2002


Quellen:

Flavius Iosephus: Der Jüdische Krieg

Tacitus: Historiae

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