In memoriam matris optimae

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    Ferkel und Altar waren in aegrablem Zustande, sodaß ohne Zweifel und Verzögerung das Opfer nun konnte weiter vonstatten gehen, in gewohnter und liebgewonnener Einförmigkeit des Ritus, der die Gedanken durch das immergleiche tun der Hände auf das Geschehen lenkte. Das erste Ferkel, nach einen celeren Blick bestätigt sich, daß es, wäre ihm beschert gewesen die Gunst des Wachstums, sich zu einer prächtigen Bache hätt entwickelt, wurde auf den Altar gehoben, ein wenig quirlig und neugierig die ihm unbekannte Umgebung erkundend.


    Priesterin und der Flavius bedeckten nun zugleich ihre Häupter dem alterwürdigen ritus patrius entsprechend, mit der einen Hand warf Catonia kleine Weihrauchkörnchen in einen kohleglühenden Tripod, der beim Altare stand, mit der anderen goß sie Wein über das Tier, welches aus umsichtiger Voraussicht ein camillus an den Flanken fest hielt, damit es nicht dem Rebensafte konnte ausweichen.


    "Mit diesem roten Rebensafte weihe ich Dir, O Mutter Iuno, dieses Jungschwein, auf daß Du dieses Opfer annimmst und den Worten des jungen Flavius Lucanus Gehör schenkest! Gewähre ihm Deine Gunst und verschließe nicht dein Ohr vor seinem Flehen!" sprach Catonia laut. Dem vinum de caelis voller Überraschung begegnend, versuchte das Ferkel sich ein wenig zu schütteln, ein wenig Wein war wohl auch in die Augen geronnen, es nieste leicht, war aber keinesweg unwillig, wie Lucanus mit einem leicht seinem Munde echappierenden, volanten Seufzer der Erleichterung feststellen konnte.


    Einem camillus das Opfermesser reichend, welcher seinerseits es an Flavius Lucanus überantwortete, war dies nun die Aufforderung der rituellen Entkleidung des Opfertieres ohne Verzug nachzukommen, ein Akt, der dem Flavius als Opferherr rite et iure gebührte und den dieser, nachdem er ad altadem Deae getreten war, mit ruhiger Hand ausführte, indem er mit der ungeschliffenen Seite des tödlichen Eisens über den Rücken des kleinen Borstenviehs fuhr und des darauf der Priesterin retournierte.

  • Ich fange einen Blick der Priesterin auf und beginne mein Gebet für das erste Opfer:


    "O Iuno, mit diesem Opfer nun ehre und preise ich Dich als Herrin Roms, Mahnerin und Warnerin, Du Mutter der Mütter, Patronin der Familie. Ich danke Dir für die Jugendzeit, die ich an der Seite meiner geliebten Mutter verbringen durfte, ich danke Dir für die Stärke und Güte, mit der Du sie, Foslia Milonia, in Deiner Gnade ausgestattet und ihr bis zu ihrem Tode erhalten hast. Nimm', so bitte ich Dich, dieses Tier an als Zeichen meiner Dankbarkeit und meines Lobpreises Deiner Gaben."


    Nun senke ich fromm den Kopf "Agone?" frägt mich Catonia. "Age!" bestätige ich und das Messer fährt in das junge Tier, das auf den Altar sinkt und zweimal zuckt, während durch die klaffende Wunde das Blut herausströmt und sich in eine Schale ergießt. Schließlich - mit einem schnellen Schnitt wird die Bauchhöhle geöffnet und mit einigen wenigen Bewegungen werden die Organe herausgetrennt, die die Priesterin auf eine weitere bereitgestellte, flache Schale ausbreitet ...

  • Iuno war ganz entzückt von dem jungen Sterblichen, bereits dem Knabenalter entwachsen, doch noch kein Mann. Einer, der an seine Mutter dachte und nicht an größeren Erfolg bei irgendwelchen Weibergeschichten (ja, auch solche Gebete bekam sie zu hören...). Wohlwollend blickte sie auf sein Opfer herab und sorgte dafür, dass kein Makel an den Eingeweiden zu finden sei.

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    Mit dem Blick einer Priesterin, welche bereits mehr Innereien in ihrem Leben hatte gesehen als Menschen in Rom wohnten, untersuchte Catonia Secunda die dem Schwein entnommenen vitalia auf ungewöhnliche Farbflecken, Geschwüre und anderweitige Makel, doch nichts hiervon war zu entdecken.
    "Die Göttin ist geneigt, deinen Dank anzunehmen."
    Sie lächelte erfreut Lucanus zu und übergab ihm die Schale mit den Innereien, auf dass dieser sie den rotfarbenen Flammen konnte überreichen und so in die Gefilde der Götter überführen. Sodann winkte den Sklaven mit dem zweiten Tiere sie heran, um erneut auch dieses Ferkel mit etwas Wein der Göttin zu weihen.
    "Mit diesem roten Rebensafte weihe ich Dir, O Mutter Iuno, dieses Jungschwein, auf daß Du dieses Opfer annimmst und den Worten des jungen Flavius Lucanus Gehör schenkest! Gewähre ihm Deine Gunst und verschließe nicht dein Ohr vor seinem Flehen!"
    Wiederum wechselte das Opfermesser den Besitzer, auf dass Lucanus den Ritus des Opferherrn konnte vollziehen und sein weiteres Gebet sprechen.



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  • Die Priesterin nimmt's offensichtlich ziemlich genau - oder sie sieht schon schlecht. Jedenfalls dauert's eine Weile, bis sie mit einem ernsten, aber erleichterten Blick zu mir bestätigt, daß das Opfer offenbar der Göttin ein Wohlgefallen ist. Ich nehme die Schale und lasse die eine Hälfte der hergerichteten Fleischstücke und die Innereien auf die Kohlen gleiten.


    Dann nehme ich das Messer und entkleide das kleine Schwein, welches sie während meiner kleinen, hm ... Grilleinlage vorbereitet hat.


    Dann bete ich:


    "O Iuno, Schützin der Ehe und Förderin des Familienglücks! Nimm' an dies' Opfer meiner Hände durch Deine Priesterin Catonia, als Bitte für mich und meine Familie. Schenk' mir ein liebes Eheweib, in ihr meiner Familie eine fruchtbare und gehorsame Flavia, meinen Kindern eine treusorgende Mutter. Gewähre meiner Familie eine segensreiche Hand bei der Wahl meiner zukünftigen Gefährtin, auf daß Flavius eine Flavia finde, Caius seine Caia! Hab' Mitleid mit uns armen Sterblichen, die sich nach ein wenig irdischem und vergänglichen Glück sehnen und laß auch mich ein aufmerksamer und ehrbarer Gatte meiner Frau sein."


    Nach dem rituellen Responsorium "Agone?" - "Age!" fährt erneut das Opfermesser in ein Tier und dessen Leben mit seinem warmen hellroten Blute hinaus auf den Altar.


    Als das Tier ausgeblutet und gerichtet ist, unterzieht Catonia meine zweite Opfergabe der kritischen Prüfung.


    Sim-Off:

    Sorry, da waren zwei zugleich am Werk - Edit wegen Überschneidung ...

  • Ohje, sie hatte sich zu früh gefreut. Kaum war das Wohl der Mutter sichergestellt, schon wurden die Sterblichen wieder ich-bezogen. Ein wirklich geschickter Schachzug. Wenn der Junge nicht nur so entzückend wäre... So würde auch dieses Tier keinen Makel, keine Abnormität oder sonstige beeinträchtigende Anzeichen aufweisen. Es war ein gutes Ferkel und sie gewillt den Wunsch zu unterstützen.

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    Überaus routiniert, jedoch mit großer Sorgfalt, begutachtete die Sacerdos auch die Innereien des zweiten Schweines, konnte auch an diesen jedoch keinerlei Makel feststellen. Nachdem sie zuletzt auch das Herz wieder zurück in die die vitalia fassende Schale hatte gelegt, reichte schlussendlich diese sie Lucanus weiter.
    "Die gütige Juno ist gewillt, auch diesem Wunsch Ihre Unterstützung zu gewähren."
    Während Catonia darauf wartete, dass der junge Flavius die Fleischstücke würde verbrennen und den Ritus abschließen, wartete ein Tempelsklave bereits auf die Anweisung, wie mit dem restlichen Fleisch der Tiere zu verfahren sein würde, denn so der Opferherr nicht ein Tier würde mit nachhause nehmen wollen, würde womöglich auch für ihn an diesem Tage noch ein Stück des Fleischees übrig bleiben.




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  • Erleichtert lächele ich Catonia an, kommt da nicht gerade die Sonne heraus? Oder täusche ich mich? Der Wind fährt sanft durch mein Haar, als würde meine Mutter es liebevoll streicheln und ein wenig zerzausen.


    "Vielen Dank, das ist eine wunderbare Nachricht." Ich reffe meine Toga, nachdem ich sie mir wieder vom Kopf gezogen habe.


    "Das übrige Fleisch ist für den Tempel, mit Dank an alle, die an diesem Opfer mitgewirkt haben." Ich verbeuge mich leicht, sage zum Abschied leise "servus", auch in den Tempel hinein zu meiner Mutter.

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    "Der Cultus Iunonis ist dir zu Dank verpflichtet, Flavius Lucanus."
    Dankbar neigte Catonia den Kopf und war ganz wie die Göttin von dem jungen Mann entzückt, hoffte, dass er sein Glück mit einer Ehefrau würde finden.
    "Mögen die Götter dir stets wohlgesonnen sein."
    Nachdem Lucanus wieder seiner Wege gegangen war, begleitete die Sacerdos die Sklaven zur Küche hin, um dafür Sorge zu tragen, dass ein Filetstück zu ihrem Anteil würde gepackt.




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