• Silanus hatte der Sklavin mittlerweile den Rücken zugewandt und genoss die entspannenden und angenehmen Berührungen ihrer zarten Hände. Nach einem harten Tag in Nikopolis war dies genau die richtige Art der Entspannung, die man sich in seiner Position genehmigen konnte. Die neue Sklavin machte ihre Arbeit wirklich gut und man merkte sofort, dass es für sie nicht das erste Mal war, dass sie einen anderen Menschen wusch. Silanus hatte vor allem auf seinem Rücken einige verspannte Stellen und stöhnte jedes mal leise auf, als Lioba mit ihrer Hand darüber glitt. Das Mädchen begann ihn zu interessieren und so beschloss er, sich mit ihr während dieser entspannenden Behandlung etwas zu unterhalten.


    "Wem hast du vorher gedient?"

  • Gut Unterschiede gab es, seine Haut war rauer und der Körperbau total anders, aber Rücken ist Rücken. Allerdings spürte ich, das er an gewissen Stellen, leicht zuckte.


    "Herr, ich habe in einem kleinen Haushalt gedient. Meine Herrin war die Witwe eines Kaufmanns. Sie lebte von dem was er in seinem Leben verdient hatte und vermehrte es nicht ungeschickt. Aber sie führte ein bescheidenes Leben. Wir waren nicht viele Sklaven. Eigentlich nur ein Koch, zwei männliche Haussklaven für das Geschäft und dann ich. Als die Herrin starb, löste ihr Neffe den Haushalt auf und uns verkauft. Es war, trotz der vielen Arbeit, kein schlechtes Leben."


    Mit dem Schwamm fuhr ich nun den verlängerten Rücken hinunter.

  • Silanus schmunzelte leicht. Für seine kurze Frage, war dies eine ziemlich lange und ausführliche Antwort. Die neue Leibsklavin, die bisher eher schüchtern auf ihn gewirkt hatte, brauchte anscheinend nur ein wenig Anstoß, um diese Schüchternheit abzulegen. Als er das Gefühl hatte, sie sei mit dem Reinigen seines Rückens fertig, drehte er sich langsam um und sah auf sie herab. Lioba war wesentlich kleiner als er – etwas mehr als einen Kopf sogar und stand nun direkt vor ihm. Ihre Haare hatten die Feuchtigkeit des Raumes aufgenommen und glänzten im Schein der Öllampen, die überall im Raum hangen und für angenehmes Licht sorgten. Während er darauf wartete, dass sie damit begann seinen Oberkörper einzuseifen fragte er weiter.


    "Und wie gefällt es dir bisher hier bei uns?"

  • Stocksteif rührte ich mich nicht. DAS ist also der Unterschied! Ging es mir durch den Kopf. Die Frage hatte ich fast vergessen. Es kam nur ein fast gestottertes: "Gut, Herr.", heraus. Gebannt schaute ich auf die untere Körperpartie meines Herrn. Mehr mechanisch als bewusst, begann ich seine breite, muskulöse Brust einzuseifen. Mir wurde anders, ob es am Licht, an der Wärme und Feuchtigkeit im Raum lag, ich weis es nicht. Schlagartig wurde mir bewusst, das ich DA auch waschen musste! Frigg hilf!

  • Silanus konnte sich das Schmunzeln nicht verkneifen, als er die Reaktion der seiner jungen Leibsklavin mitbekam, die statt zu ihm hoch, entgeistert nach unten blickte. Das Wasser langte ihm zwar bis zur Hüfte, war aber trotz des in der Zwischenzeit überall verteilten Schaums noch klar genug um zu erkennen, was unter der Wasseroberfläche war.


    "Das freut mich."


    Er ließ sich jedoch von Lioba nichts anmerken und tat, als hätte er es nicht gesehen. Ganz im Gegenteil hob er seinen Kopf wieder etwas an und schloss entspannt die Augen, als sie damit begann seinen Oberkörper mit ihren duftenden Ölen einzureiben. Es tat gut ihre zarten Hände auf seiner Haut zu spüren und sie sollte nicht das Gefühl haben, dass er sie dabei beobachteten wollte und sich dadurch bei ihrer Arbeit unwohl oder gehemmt fühlen. Es war nie leicht für einen neue Sklavin sich in die Gepflogenheiten des Hauses einzuleben – vor allem für eine Leibsklavin. Silanus versuchte daher das Gespräch aufrecht zu erhalten.


    "Wo kommst du ursprünglich her Lioba?"

  • Silanus war so herrlich ungezwungen, so das ich meine Scheu verlor und so tat, als ob das alles für mich das normalste von der Welt wäre. Die Stelle die ich eben noch angestart hatte, übersah ich nun.


    "Geboren wurde ich in Germania, auf einem römischen Gut in der Nähe von Colonia Claudia.".

  • "Hmm… Germanien. Dahin hat es mich bisher noch nie verschlagen und eigentlich bin ich sogar etwas froh darüber. Hier in Aegyptus sagt mir das Klima etwas mehr zu."


    Silanus öffnete seine Augen wieder und lächelte die Sklavin vergnügt an. Sein Oberkörper war nun vollkommen eingeschäumt und seiner Meinung nach mehr als sauber. Mit Schwung und ohne Vorwarnung ließ er sich plötzlich nach hinten fallen noch bevor Lioba mit der Wäsche anderer Körperteile beginnen konnte und tauchte mit dem ganzen Körper bis über den Kopf ins Wasser ein. Dass Wasser spritzte in alle Richtungen und der Schaum, der eben noch seinen Oberkörper bedeckt hatte, verteilte sich wellenartig im ganzen Becken und bildete stellenweise eine undurchsichtige weiße Decke auf der Wasseroberfläche. Sein Tauchgang dauerte nur einen kurzen Moment und so kam er nur wenige Sekunden später wieder mit einem breiten Grinsen zum Vorschein. Langsam tauchte sein Kopf bis zu den Schultern auf und er öffnete wieder seine beim Eintauchen schnell geschlossenen Augen. Von seinen nassen Haaren perlte noch das Wasser herunter, als er wieder zu Lioba sah.


    "Ich denke nun ist der Kopf dran."

  • Total überrascht das er wegtauchte und mir so das Wasser buchstäblich für kurze zeit bis zum Hals stand, konnte ich noch so eben das Gleichgewicht halten. Fast wäre ich selbst untergetaucht. Als Silanus wieder aus dem seifenschaumgekrönten Wellen auftauchte, was ich froh das er nun seinen Kopf gewaschen haben wollte.


    "Wie Du magst, Herr. Dann will ich Dir den Kopf waschen!", von meinem kleinen Wortspielchen, musste ich selbst kurz lächeln. Wieder kam reichlich Seife zum Einsatz. Es schäumte ordentlich, dann begann ich mit der Kopfmassagen, so wie es mir meine damalige Herrin beigebracht hatte. Sie hatte es immer sehr genossen, wenn ich ihr so intensiv die Haare wusch und dabei die Kopfhaut massierte.

  • Silanus stimmte dem Lächeln der Sklavin munter mit ein. Sie taute allem Anschien nach immer mehr auf und war tatsächlich ein nicht nur hübsches sondern auch äußerst liebenswertes Mädchen. Silanus dachte in diesem Moment plötzlich daran, dass er alleine war – er hatte bisher noch keine Frau kennen gelernt, die ihm den Kopf verdreht hatte und zum Glück hatten ihm seine Eltern freie Wahl bei der Suche nach einer Frau gelassen. Es wäre für ihn wohl das Schlimmste gewesen, wenn sie ihm eine gesucht und bereits als Kind versprochen hätten.


    Doch irgendwie fehlte ihm diese zweite Hälfte etwas. Gedanken, die jedoch auf Grund seines Militärdienstes nur sehr selten aufkamen. Er war es gewohnt alleine oder im Kreise seiner Kameraden zu sein. Doch diese Mädchen hatte es geschafft. Als er ihre zarten Hände auf seinen Kopf spürte, lehnte er sich entspannt zurück und legte seinen Hinterkopf dabei auf der Suche nach Nähe auf ihren Bauch. Die entspannende Kopfmassage war wirklich eine Wohltat für Geist und Körper. Ein weiterer Grund, warum Silanus diese Sklavin bestimmt nie wieder hergeben würde.

  • Es schäumte reichlich. Hoffentlich lief die Seife nicht in seine Augen.


    "Herr, Du musst kurz tauchen, sonst brennt Dir die Seife in den Augen."


    Bisher war ich nur mit Frauen nackt im Bad gewesen. Jetzt mit einem Mann stellte ich fest, das es nicht viel anders war. Zumindest was die manuelle Tätigkeit des waschenes anbetraf. Was ber in mir vorging, war ganz anders. Irgendwie war ich überrascht und neugierig. Überrascht weil es mir nicht soviel ausmachte wie ich gedacht hatte und neugierig auf das was möglich wäre. Schliesslich hatte ich genug gehört um zu wissen, was ein paar römische Herrn mit ihren Sklavinnen im Bad veranstalteten. Ich fragte mich, ob das Gefühl, das ich meinem Herrn gegenüber zu entwickeln begann, nicht schon mehr war, als nur Zuneigung und Respekt. Silanus war so anders, er ließ mich nicht spüren, das ich seine Sklavin bin. Ich begann mich zu verlieben.

  • Gesagt getan – als Lioba ihren Herrn aufforderte unter zu tauchen kam Silanus dem sofort nach und ließ sich nach unten sinken. Unter Wasser fuhr er sich mehrmals mit der Hand über den Kopf, um sich vom Schaum zu befreien und tauchte dann wieder direkt vor der Sklavin langsam aus dem Wasser. Lächelnd wandte er sich zu ihr und sah sie an. Seine Blicke glitten dabei wieder für einen kurzen Moment über ihren zarten Körper hinauf zu ihren Augen.


    "Und? Bin ich deiner Meinung nach nun sauber genug?"

  • Silanus lächelte als er sah, dass die Sklavin verlegen wurde und schnell seinem Blick auswich. Er trat einen Schritt auf sie zu und berührte mit seinen Fingern vorsichtig ihre Wange. Seine Hand glitt hinunter zu ihrem Kinn, das er sanft nach oben drückte, um ihren Kopf und damit auch ihren Blick wieder anzuheben.


    "Du musst deinen Blick vor mir nicht senken Lioba. Es gibt nichts, wofür du dich schämen müsstest. Auch wenn ich dein Herr bin, kannst du mir immer in die Augen sehen und mir deine Meinung sagen."

  • Verlegen schaute ich in seine Augen. Meine Wangen liefen rot an, so heftig, das ich es richtig fühlte. Ein kurzes aufflammen 'Du darfst Dich nicht verlieben', da war es schon zu spät.


    "Ja, Herr."



    Mehr brachte ich nicht raus. Verlegen legte ich die Arme auf den Rücken, damit er nicht sehen konnte wie meine Hände zitterten.

  • Silanus lächelte die Sklavin an und nahm seine Hand wieder von ihrem Kinn. Danach ging er zwei Schritte zurück und tauchte bis zu den Schultern ins Wasser. Er wollte die angenehme und wohltuende Wärme noch etwas genießen und versuchen sich etwas zu entspannen. Das freunde Lächeln wich die ganze Zeit über nicht von seinen Lippen und auch sein Blick haftete die ganze Zeit über auf Lioba.


    "Wenn du möchtest kannst du die Gelegenheit auch gleich nutzen um dich zu baden."

  • Diese Gelegenheit packte ich sogleich beim Schopfe. Ich wusch mir die Haare und dann seifte ich mich ein. Zwar dreht ich mich um, als ich die besonderen Stellen wusch, aber ich war dankbar, mich einmal wiede richtig gründlich zu waschen.

  • Während sich die Sklavin wusch, steig Silanus aus dem Becken und griff nach einem der bereitliegenden Badetücher um sich abzutrocknen. Danach wickelte er sich darin ein und griff nach einem Zweiten, dass er Lioba entgegenhielt, als sie fertig war. Sein Blick blieb dabei kurz auf ihren Augen haften und ein Lächeln trat in sein Gesicht. Sicherheitshalber forderte er sie auf nach dem Handtuch zu greifen, da es Sklaven eigentlich verboten war, die Gegenstände ihrer Herrschaften zu benutzen.


    "Nimm nur!"

  • Dankbar nahm ich das Badetuch an. Es war weicher als die Tücher die wir Sklaven benutzten, obwohl es hier schon viel schöner und besser war, als bei meiner alten Herrschaft.


    "Danke, Herr".


    Verlegen schaute ich von unten hoch. Wie groß mein Herr doch war. Ausserdem war er so großzügig, auch das kannte ich nur bedingt von meiner alten Herrschaft. Ich beschloss mich hier wohlzufühlen. Trotz des Majordomus.

  • Während sich die Sklavin abtrocknete, zog Silanus eine frische Tunika über, die bereits vorbereitet auf einer der Klinen lag. Danach wartete er auf Lioba, deren Aufgabe es nun war ihn wieder zurück auf sein Zimmer zu begleiten und bei ihm zu bleiben, bis er sie wieder weg schickte. Er ließ ihr jedoch genug Zeit um sich abzutrocknen und machte keinen anstallten es besonders eilig zu haben. Schließlich gingen die beiden wieder gemeinsam zurück in seine Gemächer.

  • Der junge Hausherr hatte wieder einige Tage Dienstfrei und verbrachte sie wie meist in seinem Haus in Alexandria. Er genoss es, hier eine Rückzugsmöglichkeit von alle dem Trubel im Legionslager zu haben und freute sich jedes Mal aufs Neue auf die Ruhe und Entspannung, die er in seinem Heim genießen konnte. Anders als im Castellum drang hier kein Lärm vom Exerzierplatz oder von den Lagerstraßen an sein Ohr. Auch am heutigen Abend ließ er es sich wieder ausgesprochen gut gehen, und ging nach dem Abendmahl ins Balneum, um sich dort von einem der Haussklaven massieren zu lassen und im Anschluss ein entspannendes Bad zu nehmen. Silanus nutzte recht oft die Gelegenheit des steinernen Massagetisches, der unter einem kleinen Gewölbe am hinteren Ende des Raumes stand. Ein kräftiger Haussklave, der auch einen wunderbaren Masseur abgab verrichtete dabei seine wohltuenden Dienste und knetete die angespannten Muskeln seines Herrn eine gute Stunde durch. Danach blieb der Iunier meist noch einige Zeit am Tisch liegen um sich wieder etwas zu sammeln und schickte den Sklaven in der Zwischenzeit wieder weg.


    So geschah es auch am heutigen Abend. Als Silanus Kreislauf wieder besser in Schwung war erhob er sich langsam vom Massagetisch und wechselte zum bereits bis zum Rand gefühlten Badebecken, das bereits die ganze Zeit seinen wohltuenden Duft im Raum verteilt hatte. Langsam stieg er die Stufen hinunter und glitt in das entspannende Nass. Er wollte heute nicht gewaschen werden und war daher der einzige im Raum. Diese seltene Ruhe gönnte sich Silanus ab und zu und wollte dabei nicht einmal einen Sklaven um sich haben. Auch das Licht hatte er nur auf wenige Kerzen zurückdämmen lassen, so das im Raum eine angenehme Stimmung herrschte. Schließlich ließ er sich auf einer der am Beckenrand eingefassten Steinbänke nieder und lehnte sich mit geschlossenen Augen zurück.

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