[Esquilin] Casa Accia Ducciaque

  • Seneca hörte dem Duccier zu, und die Worte die erst einmal hängen blieben waren 'Germanien' und 'Praefectus Alae'.. Pferde im Tiefschnee also.. Der Iunier blickte kurz auf die kleine Statue, und legte sich dabei seine Worte zurecht. Eine kleine Pro/Contra Liste wurde in seinem Kopf angefertigt.. Pro: Weit weg von Rom und allen die ihm irgendwelche Verpflichtungen auferlegen wollen. Contra: Die Kälte. Pro: Ein eigenes Kommando. Contra:...


    Seneca schwankte, aber letztlich war es gut zu wissen gebraucht zu werden, und in den Provinzen gab es noch Ruhm und Ehre zu erlangen, und keine Fleißpunkte für einen erfolgreich gebauten Kornspeicher..
    "Ich bin geneigt, sehr geneigt um genau zu sein, dir zu folgen." erklärte Seneca sachte und versuchte damit den nächsten Punkt einzuleiten, "Wenn ich dich noch um ein wenig Zeit bitten darf." fragte er und kam dann zum Punkt, "Unter uns gesagt: Ich werde, so die Götter es wollen, bald heiraten. Und obgleich es meine Entscheidung ist, so würde ich diese Chance gerne noch mit meiner Verlobten besprechen."
    Auch wenn Seneca jetzt schon ziemlich scharf auf den Posten war, es gehörte sich für ihn einfach Seiana nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen.

  • "Nun ich glaube die Tatsache, dass du Germane aus den Provinzen bist, hat bei gewissen Patriziern auch nicht gerade geholfen." ergänzte Modestus lächelnd und lies dabei die Anhänger des Vesculariers außen vor. Das Duccius Vala sich einige Feinde gemacht hatte, war aber auch nicht erstaunlich. So ging es eigentlich jedem Consul. "Normalerweise würde ich dir zustimmen. Was gibt es im Senat außer Gesetzesreformen groß zu tun? Aber du hast gerade einen Princeps wählen lassen. Sicherlich ein einmaliger Vorgang. Schließlich würde man davon ausgehen, dass der Mann mit dem größten Rückhalt im Militär Princeps wird." meinte Modestus und runzelte die Stirn. Wie genau die Wahl abgelaufen war und warum der neue Princeps der neue Princeps wurde, wusste er noch nicht. Er musste sich einmal bei Gelegenheit im Senat umhören. "Ich hoffe, dass du aber nicht alle deine Projekte verwirklichen konntest. Schließlich wollen wir anderen in unseren Amtszeiten auch noch etwas tun, um gut dazustehen. Gibt es da noch irgendeine Idee, die ich dir stehlen kann?"


    "Marcus Helvetius Commodus und Caius Duccius Calistus also. Ich muss gestehen, dass ich mich nur noch wage an Duccius Calistus erinnere, aber das lässt sich schnell ändern. Was treibt dein Verwandter in Rom, solange er auf eine passende Gelegenheit für eine Kandidatur wartet? Ich hätte vielleicht Verwendung für ihn. Ich will bald Munera für einen meiner verstorbenen Verwandten veranstalten. Dabei kann man nie genug Helfer haben."

  • Die Sonne war schon seit einigen Stunden untergegangen und Lucia spürte eine bleierne Müdigkeit in sich aufsteigen. „Wie lange noch?“, fragte sie ungeduldig und nicht zum ersten mal. Ihr Ärger war alles was siench wach hielt, also klammerte sie sich eisern daran fest und ihre Sklaven bekamen das deutlich zu spüren. „Nur noch einen Moment, Domina. Man kann noch die letzte Spitze der Sichel erkennen.“, brachte Sekunda sie auf den neusten Stand. Lucia nickte grimmig.


    Vor ihr lag alles bereit. Die tabellae defixionum war in drei Teile gebrochen worden. Drei Teile des gemeinsamen Fluches. Der Griffel, mit dem Lucia gleich die Schriftzeichen in das weiche Metall ritzen würde, waren zugespitze Hühnerknochen, um die das Blei auch anschließend gewickelt werden würden. Die einzelne Kerze, die allein lichtspenden sollte, stand noch unangezündet am anderen Ende des Tisches. Die Dunkelheit war Lucias Verbündete bei diesem Vorhaben. Aktuell herrschte fast absolute Dunkelheit, nur durch das Fenster aus dem Sekunda blickte fiel ein wenig Licht von den Nachbarn herein. Lucia wappnete sich innerlich. Sie hatte keine Angst, sie war bereit, mehr als bereit! Ihr Bruder hatte sie einmal zu oft herausgefordert!


    „Es ist so weit, Kind.“, flüsterte Sekunda und zog einen schweren Stoff vor das Fenster. Jetzt war es absolut dunkel. Noch einmal atmete Lucia tief durch, dann entfachte sie einen Glimmspan an einer abgedunkelten Laterne, die sie sofort darauf ausblies. Die Kerze zischte, als das Feuer den Docht berührte, flackerte und wäre beinahe verloschen. Dann fing sie sich jedoch und erzeugte eine kleine gleichmäßige Flamme, welche den Raum mit sanftem Licht erhellte.


    Lucia griff nach dem ersten Hühnerknochen und dem ersten dünnen Bleistück. „Ich bin Tiberia Lucia, Tochter der Horatia Priscilla und des Decius Tiberius Metellus“, stellte sie sich der Nacht mit leiser, aber entschlossener Stimme vor. „Ich verfluche meinen leiblichen Bruder, Lucius Tiberius Lepidus.“ Die Spitze des Kochen wurde ins Metall gerammt und kratze in ungleichmäßigen Zügen die ersten Buchstaben hinein. „Ich rufe Dius Fidus und verfluche Lucius Tiberius Lepidus! Ich raube ihm seine Verbindung zu Minerva!! Keines seiner Opfer soll sie erreichen. Die Göttin soll ihm ihre Gunst entziehen und nie wieder gewähren! Ich binde Lucius Tiberius Lepidus vor Minerva! Ich zerstöre seine Bindung zu Tiberinus! Keins seiner Opfer soll ihn erreichen! Der Gott soll vergessen, dass er existiert! Ich binde Lucius Tiberius Lepidus vor Tiberinus!“ Lucia widerholte die Worte wieder und wieder, so lange wie sie brauchte die Worte niederzuschreiben. „Defigo!“ Zum Abschluss stach sie den Hühnerknochen nocheinmal so fest in das Blei, dass ein Loch zurück blieb. Hastig wickelte sie den Fluchtext um den Knochen und sicherte ihn mit einem bleiernen Ring.


    Anschließend holte sie einmal tief Luft und griff zum nächsten Griffel. „Ich rufe Dius Fidus und verfluche Lucius Tiberius Lepidus! Aradia vernebele ihm die Sinne! Lass ihn nicht mehr klar denken! Furien verdreht seine Gedanken! Zerreißt sie in Stücke! Summanus verdunkele seinen Geist! Ich verfluche Lucius Tiberius Lepidus, sein Verstand soll schwinden!“ Wieder wiederholte sie die Worte so oft wie es nötig war den Flzch niederzuschreiben und beendete ihre Arbeit mit einem noch entschiedeneren „Defigo!“ Auch dieses Bleistück wurde um den Hühnerknochen gewickelt und mit einem Ring gesichert.


    Ein letztes Mal sammelte Lucia alle negativen Emotionen, die sie mit ihrem Bruder verband. Wut, Enttäuschung, Zorn, Bitterkeit, Frust und der so tief sitzende Groll. „Ich rufe Dius Fidus und verfluche Lucius Tiberius Lepidus! Bona Dea gewähre ihm nur Töchter! Lass jedes seiner Kinder ein Mädchen sein! Panacea lass einen männlichen Samen verdorren! Ihm soll kein Erbe geboren werden! Perfica versage ihm deine Gunst! Lass ihn nie Vater eines Sohnes werden! Ich verfluche Lucius Tiberius Lepidus aus seinen Lenden soll kein Sohn entspringen!“ Die Worte wiederholten sich und wurden mit einem weiteren „Defigo!“ besiegelt. Der letzte Teil des Fluches wurde ebenfalls um sein Entstehungswerkzeug gewickelt und mit einem dritten Ring verschlossen.

  • "Das ist schön zu hören." , nickte Vala zufrieden, als sein Klient ihn wissen ließ, dass er der Sache nicht abgeneigt war. Dass er dann jedoch fortfuhr und von einer Sache erzählte, von der Vala nichts wusste, ließ ihn dann doch überrascht die Augenbrauen hochziehen: "Du heiratest... aha. Wann genau hattest du vor, mir davon zu erzählen? Und vor allem: wer ist sie?"
    Die Heirat verkomplizierte die Sache natürlich, so sehr er für sich für seinen Klienten freute. Nichtsdestotrotz: ja, sie verkomplizierte Dinge.

  • "Allen." , winkte Vala müde ab, der nach JahrZEHNTEN der Auseinandersetzung dem ganzen Theater des Abstiegsadels müde war, "Nun, ich kann mich nicht beschweren mit dem Senat in den vergangenen Jahren zu wenig zu tun gehabt zu haben... auch wenn die Initiativen aus dem restlichen Senat eher Mangelware waren. Aber ich kann mir nicht vorwerfen, meine Zeit nicht genutzt zu haben... und die Kaiserwahl... naja. Ja, ich werde als einer der wenigen Consules in die Geschichtsbücher eingehen, der einen Kaiser ernannte... aber irgendwie auch als einer, der sich wie kein zweiter gleich eine ganze Fraktion zum Feind gemacht hat. Ich glaube ja, die haben das wirklich gebraucht... ein Feindbild an dem sie sich reiben können. Schließlich wussten sie nur dadurch, wer sie sind. Ich weiß nicht, ob das nun gut oder schlecht ist." , schmunzelte Vala milde, als er sich Gedanken über die Perpetuation seiner Zeit in Rom machte.


    "Oh, doch... eigentlich habe ich so gut wie alles einbringen können was ich mir vorgenommen hatte... aber mir fallen laufend neue Sachen ein, mit denen der Senat sich beschäftigen könnte." , schlug Vala sich spielerisch an die Stirn, als wolle er seinen eigenen Kopf dafür schelten. Die Füße wurden von der Kline gezogen und auf den Boden gestellt, als er sich vorbeugte und den Annaeus nach einem Schluck aus dem Becher etwas eindringlicher ansah: "Es gibt da das eine oder andere... zum Beispiel das Ulpianum. Eigentlich wollte ich mir das vornehmen, allerdings ist das irgendwie in der Kanzlei hängen geblieben. Der Tod des Kaisers, Bürgerkriegsgefahr, der neue im Palatin und so weiter und sofort. Das Gebäude steht, es muss nur eingeweiht werden. Warum nimmst du dich dem nicht an? Mein Kontaktmann war der Procurator a libellis Lucius Iunius Silanus. Wende dich an ihn, wenn du das übernehmen willst... ein kleiner Schubser sollte reichen um die Sache wieder ans laufen zu bringen.
    Dann noch etwas viel größeres: die Lex Mercatus. Ständig wird an ihr rumgedoktort, ständig hat irgendwer was daran zu mäkeln. Medicus Germanicus Avarus hat eine vollkommene Überarbeitung angeregt, allerdings wird er sie wohl nicht selbst durchführen wollen... wenn du also etwas für ein etwaiges Consulat brauchst: nimm das. Die Lex Mercatus ist einer der dicken Fische im Teich des Codex Universalis, wenn du dich dieser erfolgreich annimmst... nun, du weißt, was ich meine."


    Als der Annaeer sich seiner beiden Tirones wegen interessiert zeigte, zuckte Vala nur mit den Schultern und wandte sich zu seinem Sklaven um: "Man könnte Callistus auch einfach persönlich fragen... Sirius, geh und hol Callistus."

  • Zitat

    Original von Titus Duccius Vala
    "Das ist schön zu hören." , nickte Vala zufrieden, als sein Klient ihn wissen ließ, dass er der Sache nicht abgeneigt war. Dass er dann jedoch fortfuhr und von einer Sache erzählte, von der Vala nichts wusste, ließ ihn dann doch überrascht die Augenbrauen hochziehen: "Du heiratest... aha. Wann genau hattest du vor, mir davon zu erzählen? Und vor allem: wer ist sie?"
    Die Heirat verkomplizierte die Sache natürlich, so sehr er für sich für seinen Klienten freute. Nichtsdestotrotz: ja, sie verkomplizierte Dinge.


    Seneca beugte sich ein wenig nach vorn, ihm war zwar bewusst dass der Duccier ein sehr verschwiegener Mann sein konnte, jedoch saßen draußen ja noch weitere Leute, sodass er es besser fand seine Stimme ein wenig zu senken..
    "Nun, es ist alles noch recht vorsichtig zu behandeln, weshalb ich noch um absolute Diskretion bitten muss." sagte Seneca recht ernst, fuhr aber direkt fort, da er seinem Patron doch recht gut vertraute, "Es ist Decima Seiana. Und ich weiß es erst seit meiner Ankunft in Rom. Also das mit der Hochzeit, nicht das mit Decima Seiana." erklärte er und verzettelte sich dabei ein wenig.. Ob die Sache dadurch komplizierter werden würde wussten nur die Götter.

  • "Decima Seiana?" , hob Vala eine Augenbraue. Weniger, weil er mit der Frau negative Erinnerungen verband... sondern eher, weil derer viele waren, "Das.. sind doch erfreuliche Nachrichten. Decima Seiana gehört zu den angesehensten und wichtigsten Frauen der Stadt, selbst nach Niederlegung ihrer Ämter ist ihr Prestige und ihr Einfluss enorm. Gratuliere." , zeigte sich der Consular dann doch ehrlich erfreut, wenn auch die Überraschung, dass sich die Decima, die ja schon einmal mit einem Praefectus Praetorio verheiratet war, nun mit einem 'einfachen' Tribun verheiraten würde, noch weiter wog.


    "Wann soll es zu den Feierlichkeiten kommen?" , hakte Vala schließlich nach, möglicherweise ließ sich da ja doch noch was machen. Zudem kam ihm ein Gedanke, der sich ohnehin mit seinen Plänen verbinden ließ: "Achja, und ich erwarte, dass du mit ihr bei mir vorsprichst. Bald. Möglichst bald."

  • "Ich danke dir Duccius." sagte Seneca aufrichtig und grinste kurz. Es war ihm etwas unangenehm, es war ihm zwar bewusst dass alle in dieser Verbindung immer nur ein politisches Interesse sehen würden, er wäre da früher nicht anders gewesen, aber es behagte ihn nicht so wirklich seine Verbindung zu Seiana in diesem Licht zu betrachten.
    Aber es würde wohl immer dazu gehören, deshalb nahm der die Glückwünsche sowohl auf politischer als auch auf menschlicher Ebene hin, und sprach direkt weiter..
    "Nun, ein genauer Termin steht noch aus, jedoch schon recht bald. Ich werde dich natürlich mit genügend Vorlauf informieren, und baldmöglichst mit meiner Verlobten zu einem Gespräch Wiederkehren." versichterte er seinem Patron, und innerlich schwang ein wenig Abenteuerlust mit.. Germanien.. Mal sehen was Seiana davon halten würde.

  • Lucia presste die Lippen zusammen. Es widerstrebte ihr, einfach aus Gewohnheit, dass Vala so über ihren Bruder sprach. Auch wenn er nichts unwahres sagte, auch wenn Lucia grade gerne selbst Lepidus so beschimpfen würde, das gab Vala noch lange nicht das Recht so über Lucias Bruder zu reden! Aber es erleichterte sie auch, dass sie nicht alleine so dachte.
    Die kühle Berührung Sekundas beruhigte Lucia und war ihr ein Anker, wodurch sie zu diesem Thema schweigen konnte. Sie hatte es Vala erzählt. Sie hatte ihm von diesem schrecklichen Erlebnis berichtet und er hatte es aufgenommen. Zwar wusste sie noch nicht genau, wie er es aufgenommen hatte, aber sie hatte ihre Pflicht erfüllt und konnte sich nun darum bemühen zu verdrängen und zu vergessen.


    Lucia hatte nicht gewusst, wie sehr sie eine Vergeltungsaktion seitens Vala gefürchtet hatte, bis dieser ihr das Gegenteil versicherte. Er konnte spüren, wie ein Teil der Anspannung aus Lucias Schultern wich, als sie daraufhin zittrig ausatmete. „Gut.“, flüsterte sie erleichtert, auch wenn sie sich nicht sicher war, was Lepidus Seite anging. Doch damitwürde siesich irgendwann anders befassen müssen, denn jetzt konnte sie wirklich nicht mehr. „Ich glaube ich sollte mich ein wenig ausruhen. Es war ein… aufregender Tag.“


  • Minerva haderte ein wenig mit dem Fluch der Tiberia. Einerseits hatte sie das Treiben und den Zwist zwischen den Geschwistern nicht unbedingt gänzlich mitbekommen, war aber geneigt dem armen Ding die Erfüllung dieses Fluches bis zu einem gewissen Punkt zu gewähren. Auf der anderen Seite war ihr Bruder bereits in der Vergangenheit sehr auf sie bedacht, sodass sie noch nicht bereit war eine Partei zu ergreifen. Sie würde sich dass Spektakel auch weiterhin anschauen, und ihre Entscheidung abwägen. Beide Seiten würden gut daran tun müssen zu ihrer Zufriedenheit zu agieren.

  • "Es wäre zum Vorteil, wenn du ihr bis zu unserem Zusammentreffen nichts von meinem Angebot erzähltest, Iunius.", schmunzelte Vala verschwörerisch, in dem wieder eine seiner Ideen Greifbarkeit erreichte, "Bis dahin lässt sich unser Gespräch auch verschieben... ich habe ohnehin zu tun. Und du hast über etwas nachzudenken."

  • "Oh, ja, das glaube ich sofort..." , sprach Vala mit erneut in die Abwesenheit abdriftendem Tonfall, immerhin surrten in seinem Kopf tausend Gedanken herum die mit der Thronvakanz, der Bürgerkriegsgefahr und dem drohenden Weltuntergang zu tun hatten. Da war ein spinnerter Tiberier tatsächlich nur einer von vielen... tausend.
    Es war die alte Trulla Sekunda, die Vala zurück in das Hier-und-Jetzt beförderte, mit einem vernehmlichen Räuspern und einem deutlich an Respektlosigkeit vor einem Consul grenzenden Blick, der schlich von einem stummen Nicken in Richtung seiner Ehefrau abgelöst wurde. Vala runzelte die Stirn und verstand überhaupt nichts. Was sollte auch das Kratzen im Hals der Sklavin mit seiner Frau zu tun haben. Gab Lucia ihrem Wauwau nicht genug zu trinken? Noch ein Räuspern... dieses Mal lauter... und noch ein stärkeres Nicken ließ seinen Blick schließlich auf seiner Frau ruhen. Es brauchte noch ein paar weitere Sekunden bis Vala erkannte, dass ihr Gesichtsausdruck keineswegs glücklich schien.. und dann noch ein paar mehr, bis er endlich schnallte warum.


    "Oh, ah, eh.." , zeigte sich der Staatsmann deppert angesichts des offensichtlich unoffensichtlichen emotionalen Zustands seiner schwangeren Frau, "..kann ich dir etwas gutes tun? Willst du dich erholen? Ich könnte jemanden rufen..., begann Vala wie von selbst die Pflicht auf jemand anderes abzuwälzen, erntete dafür aber einen derart vernichtenden Blick von Sekunda, dass er ernsthaft in Erwägung zog die Alte einweisen zu lassen, bevor er schließlich die Schultern hängen ließ und mit einem Seufzen aufgab: "Na gut... Sirius, sagt die nächsten Termine ab. Verschieb sie auf später... es ist... etwas... nun... wichtiges dazwischen gekommen.", sprach's, packte seine schwangere Frau kurzerhand bei Beinen und Armen und hob sie auf die seinigen, um sie mit festen Schritten in den Hortus zu verfrachten, wo eine seltsamerweise rein zufällig dort stehende Kline zur neuen Ruhestatt der Tiberia wurde.


    "Also, nun, wie... eh... geht es dir?", fragte Vala seine Frau, nachdem er sich höchstpersönlich bemühte, ihr ein kaltes Glas mit Wasser zu kredenzen, es ihr reichte und sich neben der Kline ins Gras sinken ließ.



    PROXENIOS - ALEXANDRIA

  • Zitat

    Original von Titus Duccius Vala
    "Es wäre zum Vorteil, wenn du ihr bis zu unserem Zusammentreffen nichts von meinem Angebot erzähltest, Iunius.", schmunzelte Vala verschwörerisch, in dem wieder eine seiner Ideen Greifbarkeit erreichte, "Bis dahin lässt sich unser Gespräch auch verschieben... ich habe ohnehin zu tun. Und du hast über etwas nachzudenken."


    "Ich vertraue darauf dass es auch ihr zum Vorteil gereicht, weshalb ich mich in Zurückhaltung üben werde." versicherte Seneca seinem Patron. Als ehemaliger Prätorianer stand er nicht unbedingt auf verschwörerische Lächeln, aber der Duccius hatte bisher immer gewusst was er tut.
    "Gut. Ich werde bald mit Seiana zurückkehren. Sobald ich weiß wann sie bei dir vorstellig werden kann, werde ich mich melden." führt der Iunier aus, und machte sich dann so langsam auf den Weg, "Ich danke dir für das Gespräch und die Chance Patron. Vale."

  • Sirius traf den angeforderten Tiro im Garten an, wo er an einem Tisch über Arbeit gebeugt saß. Die Lex Provincialis für Germania Superior war eine äußerst arbeitsreiche Angelegenheit, die dem jungen Duccier viel Geduld abverlangte. Umso erfreuter nahm Caius die Unterbrechnung auf.


    "Salvete, Senatores", grüßte Caius die beiden Männer mit höflicher Zurückhaltung bei Betreten des Raumes. Er trug eine einfache Tunika in dunklem Grün. Interessiert betrachtete er den Annaeus, dessen Gehstock ihm nicht verborgen blieb.

  • Bei Sekundas erstem Räuspern glaubte Lucia noch ihre alte Sklavin könnte sich erkältet haben. Das konnte ja grade alten Menschen sogar im Sommer passieren. Erst als sie sich abermals räusperte drehte Lucia ihren Kopf und nahm noch eine vage Bewegung der alten Frau wahr. Was tat sie da? Schwach hob sie eine Hand, um ihrer Sklavin zu verstehen zu geben das zu lassen, da reagierte Vala mit einer kurzen Folge Vokale. Die darauf folgende verbale Anerkennung ihres alles andere als optimalen Zustandes war schon wie Balsam auf Lucias Seele. Sie brauchte einfach irgendjemanden, der sich um sie sorgte und Lepidus hatte sich mit den heutigen Ereignissen eindeutig disqualifiziert. Jetzt zeigte Vala zum ersten mal seit langem wieder einen Hauch echten Interesses. Sie lächelte müde und öffnete den Mund, um ihm dankend mitzuteilen, dass sie schon zurechtkäme.


    Dann schien sich Valas vages Interesse plötzlich zu vervielfachen. Er trug seinem Sklaven doch tatsächlich auf seine Termine zu verschieben! Lucia blieb der Mund offen. Im nächsten Moment wurde sie auch schon hochgehoben und vollkommen baff in den Hortus entführt. Sie war zu erschöpft um groß Widerstand zu leisten und auch viel zu überrumpelt. Sie wurde auf eine Kline abgelegt und rückte sich gewohnheitsmäßig in eine bequeme Position. Auch das entgegennehmen des Wassers von ihrem Mann geschah mehr oder weniger unbewusst. Sie wusste grade einfach nicht wie ihr geschah.


    „Es könnte besser sein“, kam daher von ihr zunähst auch nur eine Floskel. Sie befingerte das Glas, musterte mit müden Augen Vala im Gras und wurde sich nur langsam der Tatsache bewusst, dass er sich wirklich und wahrhaftig Zeit für sie nahm. Sie konnte tatsächlich mit ihm reden! Diese schlichte Erkenntnis drohte ihren Geist und vorallem ihre Zunge zu lähmen. Doch sie wollte diese Gelegenheit keinesfalls einfach so verstreichen lassen, also öffnete sie den Mund und hoffte irgendwas würde schon herauskommen. „Ja.. also.. ähm.“ Sie presste die Lippen fest aufeinander. „Ich bin ohnmächtig geworden.“, kam dann endlich ein zusammenhängender Satz. „Ich fühle es noch immer in meinen Gliedern. Wenn Avianus mich nicht aufgefangen hätte…“ Sie strich sich unbewusst über den langsam deutlicher werdenden blauen Fleck an ihrem Oberarm. „Da war so viel Blut, so viel Schmerzensschreie. Er hat ihn noch ausgepeitscht, das war nicht recht! Ich war schon bei … und die waren nicht… und es war Absicht! Lepidus wollte damit auch mich treffen. Er…“ Sie merkte selbst, dass ihre Sätze wieder unzusammenhängend wurden und presste abermals die Lippen aufeinander.. Auch wurde ihr allein davon darüber zu sprechen und sich zu erinnern flau im Magen. Zittrig trank sie einen Schluck Wasser und versuchte die Bilder von ihrem inneren Auge zu vertreiben.

  • Seiana hatte das Gefühl, dass es gar kein Ende nahm mit den Terminen. Eigentlich waren es nicht viele, eigentlich war das hier erst der dritte... aber wenn man bedachte, dass sie in der vergangenen Zeit gar keine gehabt hatte, war das trotzdem eine Menge. Dazu kam, dass das Thema für sie eher ein unangenehmes war. Sie wollte Seneca heiraten, ja – aber sie hatte das Gefühl, sich dafür rechtfertigen zu müssen, und das gefiel ihr nicht. Davon abgesehen mochte sie es nicht, wenn sie im Mittelpunkt war, und das ließ sich bei einer Hochzeit kaum vermeiden, wenn sie es war, die heiratete. Nein... wirklich besser würde es ihr wohl erst gehen, wenn die Sache vorbei war.
    Heute also stand Duccius Vala auf der Liste, Senecas Patron. Seneca hatte ihr eine Nachricht zukommen lassen, dass dieser sie beide zu sehen wünschte, und so standen sie nun heute hier, wenige Tage nachdem Seiana in Rom angekommen war. Sie sahen sich zum ersten Mal, seit sie auf dem Landgut gewesen waren, immerhin galt es nach wie vor nach außen gewisse Grenzen zu wahren, und davon abgesehen hatte sie bisher gar nicht wissen wollen, was wohl seine Familie gesagt hatte. Von all diesen Menschen war der Termin mit dem Duccius wohl noch der einfachste, vermutete Seiana... es gab keinen Grund, warum er etwas dagegen haben könnte. Weswegen sie zur Abwechslung nicht wirklich nervös war, nun hier zu sein und darauf zu warten, dass sie eingelassen wurden, nachdem einer ihrer Leibwächter, die sie begleiteten, geklopft und sie dem Ianitor angekündigt hatte.

  • Wenig später erschien auch Seneca an der Tür, allein, aber wofür brauchte er als Mann und Soldat auch schon Leibwächter? Die Begrüßung fiel der, der Öffentlichkeit war es geschuldet, sehr verhalten und zurückhaltend aus, bevor auch er sich in das kleine Grüppchen gesellte und auf Einlass wartete.


    Ein wenig nervös war er ja schon, schließlich war es der erste Termin den die beiden gemeinsam wahrnahmen, aber man kannte ja den Gesprächspartner, und Seneca hatte ja schon eine Ahnung in welche Richtung es gehen würde, sodass zumindest dieser Punkt zu seiner Beruhigung beitrug.

  • Sim-Off:

    uuuiii 8o eine Göttin, cool! :D


    Müde lehnte sich Lucia zurück. Sie hatte es tatsächlich getan! Jetzt wo es vorbei war, konnte sich Lucia selbst eingestehen, dass sie es sich eigentlich nicht zugetraut hatte. Ha! Eine tiefe Zufriedenheit durchströmte sie, sie hatte es allen gezeigt!
    „Jetzt musst du die Rollen nur noch positionieren, Arsinoe.“, sprach Lucia und übergab ihrer jungen Leibsklavin die Fluchrollen. „Während ich auf die Hochzeit meines lieben Bruders gehe, schleichst du dich in die Villa Tiberia und versteckst diese Rolle hier in seinem Schlafzimmer, diese im Arbeitszimmer und diese hier beim Hausalter, Verwechsel sie bloß nicht!“ Die Augen der Sklavin wurden groß. „Aber das sind ja noch Tage! Was soll ich bis dahin mit… Lucia unterbrach sie mit einer schroffen Geste. „Nicht mein Problem, bring sie nur von mir und meinem Kind weg.“ Hilfesuchend wandte sich Arsinoe zu Sekunda und als die alte beruhigend nickte, riss sich das Mädchen zusammen und nickte ihrerseits bestätigend. „Ja, Domina.“ Damit eilte sie hinaus und Lucia ließ sich müde fürs Bett fertig machen. Den Rest der Nacht schlief sie wie ein Stein.

  • Was für eine Hitze! Die Sonne hatte ihr Tageshoch noch nicht erreicht, da drückte sich Postumius Rufus schon immer schön im Schatten an den Häuserwänden entlang. Was würde er jetzt nicht dafür geben, irgendwo in Ostia oder Ravenna oder Misenum oder.. irgendwo anders am Meer seine Post auszutragen, wo er nach getaner Arbeit zur Abkühlung eine Runde ins kühle Nass springen könnte. Aber stattdessen war er hier.. in Rom.. und klopfte an der Casa Accia Ducciaque, um dort zwei Schreiben abzuliefern....


    Consular
    Titus Duccius Vala
    Casa Accia Ducciaque
    Collis Esquilinus | Roma



    Heilsa Alrik,


    sommerliche Grüße aus dem sonnigen Mogontiacum! Der Sippe geht es prächtig. Runa ist nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung nun Aeditua des Iuppiter, was wir natürlich groß gefeiert haben. Meine Tochter wächst prächtig und ist bereits so reizend wie ihre Mutter. Du wirst sie lieben, solltest du sie zukünftig einmal kennen lernen, was ich schwer hoffe. Phelan hat einen helvetischen Klienten gewonnen, der sich in der städtischen Ämterlaufbahn sehr gut macht. Einer meiner eigenen Klienten, Titus Petronius Marcellus, ist mittlerweile bereit für die Erhebung in den Ritterstand. Ich habe dir ein Schreiben für den Procurator a libellis beigelegt mit der Bitte, dich in der Kanzlei für seine Erhebung einzusetzen.


    Wie geht es dir und deiner Frau? Wie geht es meinem Sohn? Habe noch nicht allzu viel seit seiner Ankunft von ihm gehört. Hoffe er macht sich gut als dein Tiro. Habt ihr den Kaiserwechsel gut überstanden? Dein Consulat muss bedeutend anstrengender sein als das jedes anderen Senators. Lass mich wissen, wann die Zeit gekommen ist für deine Rückkehr.


    Achja, deinem Patron Vinicius geht es nicht sonderlich gut. Er hat sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Die Provinz wird momentan vom Legatus Iuridicus und mir geleitet. Möglicherweise steht mittelfristig wieder ein Wechsel an der Provinzspitze ins Haus...



    Til ars ok frisar,



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    Villa Duccia| Mogontiacum | Germania Sup.


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    Procurator a libellis
    Lucius Iunius Silanus
    Kaiserliche Kanzlei
    Mons Palatinus | Roma


    N. Duccius Marsus Proc. L. Iunio Silano s. d.


    Procurator Iunius, ich möchte dir meinen Klienten, Titus Petronius Marcellus, zwecks einer Erhebung in den Ritterstand anempfehlen.


    Titus Petronius Marcellus ist ein fleißiger, pflicht- und traditionsbewusster römischer Bürger, der eine angemessene Ausbildung genossen hat. Er leistet seit einigen Jahren gute Dienste in den Ämtern der Verwaltung des Municipium Mogontiacum, wo er als Magister Vici und als Aedil tätig war. Vor diesem Hintergrund wurde er auch zum Decurio Mogontiaci ernannt.


    Als Sohn des Soldaten Tiberius Sulpicius Torquatus wuchs er nach dessen Tod im Dienst des Exercitus unter den Fittichen seines Onkels, dem ehemaligen Primus Pilus Legionis Secundae Germanicae Marcus Petronius Crispus, auf. Er erwarb militärisches Wissen und entwickelte eine Leidenschaft für das Soldatentum.
    Deshalb eignet er sich besonders für einen Posten des Cursus Honorum Equestris Militum.


    Die nötigen Standesvoraussetzungen bringt Titus Petronius Marcellus bereits mit. Anbei findest du noch eine Abschrift seines Werdegangs.



    Vale bene


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    Villa Duccia| Mogontiacum | Germania Sup.


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  • "Ihr werdet bereits erwartet." , grüßte Pustus Blumus die erschienenen Eheleute-to-be und führte sie ins Triclinium, wo der duccische Consular just in diesem Moment das Diktat eines Briefes beendete und sich gleichwohl mit einem souveränen Politikerlächeln auf seine Gäste zubewegte: "Decima. Iunius. Ich freue mich über euer Kommen. Setzt euch doch bitte... " , lud er seine Gäste ein es sich zusammen bequem zu machen und ließ ihnen im gleichen Moment von der routinierten Dienerschaft Erfrischungen anbieten, "Ihr macht mich neugierig... nein, ihr HABT mich neugierig gemacht. Lasst hören... wie habt ihr euch kennengelernt? Also, entschuldigt wenn ich das einfach so annehme, aber ich gehe von einer nicht ganz so traditionellen Anbahnung an.. immerhin... nun, du bist Decima Seiana. Und mein Klient hier ist... Tribun." , hüstelte Vala, der sich schwer damit tat den Rangunterschied zwischen beiden (von dem der Iunius deutlicher profitierte als die Decima, die ja immerhin bereits mit einem Prätorianerpräfekten verheiratet gewesen war) zu übergehen.

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