[Esquilin] Casa Accia Ducciaque

  • Caius hatte sich sehr gefreut über die Antwort des Magisters der Germanitas Quadrivii. Endlich hatte er eines seiner Ziele auf dem Weg zum Ordo Senatorius erreicht. Was jedoch immer noch fehlte, war eine Antwort von Iulius Dives. Caius war enttäuscht. Er hatte sich vieles von diesem Kontakt erhofft. Dass jedoch nun seit einer gefühlten Ewigkeit gar keine Reaktion des Iuliers kam, war bedauernswert. Caius hatte zwar Gerede aufgeschnappt, wonach Dives angeblich gar nicht in Rom anwesend war, aber auf so etwas gab er nicht viel. Also nahm er sein Schicksal selbst in die Hand, bevor er völlig tatenlos versauerte. Er diktierte Polydorus einen Brief an einen anderen Iulier, der in der Factio Veneta aktiv war:


    Aedilicius
    L. Iulius Centho
    Domus Iulia
    Mons Esquilinus


    C. Duccius Callistus Aed. L. Iulio Centhi s. d.


    Werter Senator, deinem Verwandten Marcus Iulius Dives bin ich in guter Bekanntschaft verbunden. Uns beide zeichnet die Liebe für Wagenrennen aus, die mich zu einem Anhänger der Factio Veneta hat werden lassen. Vor geraumer Zeit hatte dein Verwandter Iulius Dives mir eine Mitgliedschaft angeboten. Aus diesem Grunde hatte ich ihm daher vor einigen Wochen einen Brief geschrieben, der bedauerlicherweise unbeantwortet blieb.


    Du selbst bist, wie ich weiß, ein Sodalis Factionis Venetae. Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du mein Mitgliedschaftsgesuch dem Dominus Factionis oder der Mitgliederversammlung vorstellen würdest. Ich hoffe auf dein Wohlwollen in dieser Sache.


    Ich verbleibe in freudiger Erwartung deiner Antwort mit den besten Grüßen. Mögen die Götter stets über dich wachen!


    Vale bene


    CAIVS DVCCIVS CALLISTVS


    Casa Accia Ducciaque| Roma


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    Codrus
    Codrus brachte mal wieder einige Briefe für seinen Dominius in Umlauf. Er hatte den Weg zur Casa ja noch einigermaßen im Gedächtnis und so musste er sich heute nicht erst durch fragen.


    Ad. C. Duccius Callistus.


    Salve Duccius, freue mich natürlich von einen weiteren Rennsportfan zu hören und das er sich den Blauen anschließen will. Da mein Cousin derzeit nicht zuhause ist und du wie du mir schriebst schon länger einen Antrag abgeben hast. Was mir auch bestätig wurde. Habe ich mich entschieden dir in Vertretung meines Cousin deine Aufnahme zu bestätigen.


    Senator et Augur
    L. Iulius Centho

    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ERNENNE ICH
    CAIVS DVCCIVS CALLISTVS


    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM XI KAL DEC DCCCLXVII A.U.C. (21.11.2017/114 n.Chr.).


    ZUM
    SODALIS FACTIO VENETA - FACTIO VENETA


    In Vertretung des Vicarius Domini Factionis.
    Senator et Augur
    L. Iulius Centho

    SODALIS FACTIO VENETA



    CURSOR - LUCIUS IULIUS CENTHO

  • Caius war begeistert. Nun war er Sodalis Minor der Germanitas Quadrivii geworden und hatte auf http://seiner ersten Mitgliederversammlung auch sofort eine Aufgabe erteilt bekommen. Er würde zukünftig Verantwortung für den Zustand der Kreuzungsschreine auf dem Esquilin tragen, also in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Caius freute sich unbändig darüber, dass er nun etwas zu tun hatte. Allein weil er dadurch vom ständigen Faulenzen abkam.


    Und dann hatte Senator Iulius Centho ihm auch noch geantwortet und ihm seine Aufnahme in die Factio Veneta verkündet! Den restlichen Tag trug Caius ein breites Grinsen im Gesicht. Seine Sklavenschaft schaute schon besorgt drein in der Furcht, ihr Herr sei plötzlich übergeschnappt oder von einem irren Dämon besessen.
    Aber nichts dergleichen, Caius war bloß glücklich! Das erste was er tat, war seinem Sekretär einen Brief an Atticus zu diktieren. Und gleich am kommenden Morgen wollte er seinen Patron aufsuchen, um die Erhebung in den Ordo Senatorius zu forcieren. Er fühlte sich bereit und hoffte auf die Zustimmung von Flavius Scato. Aber zunächst: Der Brief an Atticus.


    Titus Pompeius Atticus
    Domus Iunia


    C. Duccius Callistus T. Pompeio Attico s. d.


    Den Göttern sei Dank, ich bin endlich Sodalis Factionis Venetae! Wir können also das Trainingsrennen abhalten. Da die Verantwortlichen bei den Blauen aktuell offenbar etwas träge sind, habe ich die Organisation an mich gerissen. Die Situation kennst du ja von der Albata.


    Ich schlage als Termin PRIDIE NON DEC DCCCLXVII A.U.C. (4.12.2017/114 n.Chr.) vor. Das Stadium Domitiani ist an dem Tag frei, ich habe mich bereits erkundigt. Und wollen wir das Rennen öffentlich abhalten? Egal wie, ich freue mich jedenfalls auf das Kräftemessen!


    Vale bene


    CALLISTVS


    Casa Accia Ducciaque| Roma


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  • Ein Bote von der Casa Iunia klopfte an die Tür der Casa Accia Ducciaque. Bei sich trug er eine große, wachsversiegelte Kanne mit Falerner, sowie eine Wachstafel, was er beides für Duccius Callistus zur Weiterleitung übergab.



    Titus Pompeius Atticus suo amico Callisto s.d.


    Na also! Die wollten dich wahrscheinlich nur auf die Folter spannen! Zur Feier des Tages sende ich dir eine Kanne mit dem besten Wein, den ich zuhause stibitzen konnte. Ich würde auch gerne mit dir anstoßen, muss heute Abend aber leider am Familienessen teilnehmen, wie es scheint. Allerdings holen wir das Anstoßen bestimmt mit einem anderen Wein noch nach. Lass dir diesen erstmal schmecken.


    Ich werde mich gleich auch um alles bei der Albata kümmern, so dass wir gleich morgens am Stadium Domitiani sein werden. Sehr gerne öffentlich! Vielleicht kommt diesmal dann ein bisschen mehr Publikum, ich würde es mir zumindest sehr wünschen. Irgendwo müssen doch die Rennbegeisterten sein?


    Vale bene


    TPA



  • Bovillae, A.D. XII KAL IAN DCCCLXVIII A.U.C.

    Ad
    Caius Duccius Callistus
    Casa Accia Ducciaque
    Urbs Aeterna



    Iulius Dives Duccio Callisto s.d.


    Mit großer Freude las ich deinen jüngsten Brief an meine Person. Und ich muss gestehen, dass ich mich ein wenig geschmeichelt fühle von deinen Worten und darob anscheinend temporär ein wenig meiner Eloquenz verlustig gegangen bin, sodass ich mich an dieser Stelle nun wohl erst einmal dafür entschuldigen muss, dir nicht deutlich zügiger geantwortet zu haben. Das tut mir Leid.


    Natürlich habe auch ich unsere letzte Begegnung und die anregenden Gespräche sehr genossen. So bin ich noch immer ganz beeindruckt und fasziniert davon, wie viele Gemeinsamkeiten uns doch verbinden - von der Abstammung mütterlicherseits von einem Consular bis hin zur Begeisterung für die Factio Veneta!
    In diesem Zusammenhang möchte ich dich selbstredend auch noch einmal persönlich zur Mitgliedschaft bei den Blauen beglückwünschen, nachdem mein Cousin dich in meiner Absenz bereits freundlicherweise aufnahm. Veneta Victrix!


    Da ich mich selbst derzeit leider auf meinem Anwesen in Bovillae um dringende Angelegenheiten kümmern muss, muss ich dir am Ende dieses Briefes mitteilen, dass es mir - so freudig ich einem erneuten Kreuzen unserer Wege auch entgegen sehe - in allzu naher Zukunft wohl nicht möglich sein wird, den Wunsch eines Wiedersehens zu erfüllen. Ich rechne damit, über die Saturnalien und auch im ersten Monat des kommenden Jahres noch geschäftlich hier gebunden zu sein.


    Als Zeichen meines guten Willens, meiner Wertschätzung und meiner Hoffnung, dass ich Duccius Callistus, dem Sohn eines Eques und Nachfahren eines großen Consulars, vertrauen kann, möchte ich für die Zeit meiner Absenz darum bitten, dass du ein Auge hast auf unsere Aurigae - und im Falle anstehender Rennen dafür Sorge trägst, dass auch die Veneta mit von der Partie ist.
    Sofern du dieser Aufgabe gewachsen bist, verspreche ich dir, schenke ich dir nach meiner Rückkehr in die Urbs ein Pferd aus meinem Gestüt und wir machen einen gemeinsamen Ausritt. *


    Bis dahin mögen die Götter über dich wachen.
    Io Saturnalia und vale bene!


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    MARCUS IULIUS DIVES



    Sim-Off:

    * Wie versprochen. ^^

    ir-senator.png Iulia2.png

    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • C. Duccius Callistus
    Casa Accia
    Roma


    M' Flavius Gracchus Minor C. Duccio Callisto s.p.d.


    Rar ist meine Zeit der Muse geworden, seit ich als Quaestor Consulum meinen Dienst versehe. Somit erfreut es mich, dass mit den Carmentalia ein Festtag ins Haus steht, an welchem Gericht wie Comitium verschlossen sind und lediglich die Frauen durch Opferfeiern obligiert sind in der Urbs zu weilen. Ich will daher diese Gelegenheit nutzen und dich ANTE DIEM III ID IAN DCCCLXVIII A.U.C. (11.1.2018/115 n.Chr.) neben einigen jungen Herren zu einer vergnüglichen Jagdpartie in die Villa Flavia suburbana meines Vetters Atilianus unweit von Roma laden, um zuerst dem Wild nachzupirschen und sodann unsere Beute in einem behaglichen Gastmahl zu verspeisen.


    Für die Abendgesellschaft soll außerdem auch der Nymphe Iuturna Referenz erwiesen werden, weshalb ich dich bitte, eine kleine Probe deiner poetischen Beredsamkeit zu präparieren, welche wir in trauter Runde wechselseitig vortragen werden. Selbstredend sollte das Sujet dem Tage angemessen sein und sich auf das Wasser in genere oder Quellen im speziellen beziehen, indessen steht dir der Umfang deiner Darbietung frei, sofern uns noch Raum für erquickliche Gespräche und den Genuss der Speisenfolge verbleibt.


    Vale bene!

    http://www.niome.de/netstuff/IR/SiegelCaduceus100.png


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  • Ein Bote der Flavier erreichte die Casa und hinterließ einem der Bediensteten eine mündliche Nachricht.
    "Mein Dominus hat eine Audienz beim Imperator für Duccius Callistus erbeten können. Er erwartet Callistus morgen früh vor dem Palast, zur elften Stunde." ließ er verlauten und nickte dann kurz bevor der Mann wieder in den Gassen verschwand um anderen Aufträgen nachzugehen.

  • An alle Bewohner des Haushaltes


    Hiermit laden wir dich und deine Familie zur Vermählungsfeier von Claudia Sassia, Enkelin des ehrenwerten Consuls Herius Claudius Menecrates und Senator Caius Flavius Scato, Curator Aquarum und Enkel des Secundus Flavius Felix ein.


    Die Feier wird am ANTE DIEM III NON FEB DCCCLXVIII A.U.C. (3.2.2018/115 n.Chr.) in der Villa Flavia Felix stattfinden.


    Für eine angemessene Verpflegung und Unterhaltung wird Sorge getragen. Wir freuen uns außerordentlich über dein Erscheinen.


    Mögen unsere Ahnen und sämtliche Unsterblichen über dich wachen!


    Caius Flavius Scato

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  • Während der iulische Vicarius Domini Factionis der Factio Veneta bereits recht zeitnah nach Erhalt des duccischen Empfehlungsschreibens entsprechende Mitteilungen an die betroffenen Männer Germanicus und Valerius brieflich versandt hatte, wartete er mit einer Antwort an den attraktiven Callistus noch wenige Tage länger, um ihm auf diesem Wege auch gleich noch zum Wahlerfolg gratulieren zu können.

    Roma, A.D. VIII ID MAR DCCCLXVIII A.U.C.

    Ad
    Vigintivir designatus
    Caius Duccius Callistus
    Casa Accia Ducciaque
    Urbs Aeterna



    Iulius Dives Duccio Callisto s.d.


    Ich schreibe dir, da es mir ein Bedürfnis ist, dir meine herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln zu deiner von Erfolg gekrönten Wahl zum Vigintivir. Ich freue mich sehr, dass du diese erste Hürde genommen hast und im kommenden Amtsjahr die erste Stufe des Cursus Honorum erklimmen wirst.


    Weiterhin möchte ich dir mitteilen, dass ich deinen jüngsten Brief erhalten habe und sodann den Entschluss fasste, deinem Urteil zu vertrauen und die beiden von dir empfohlenen Männer Germanicus und Valerius ohne weitere Umwege zu Mitgliedern unserer Factio Veneta zu befördern.


    In diesem Zusammenhang muss ich mich darüber hinaus auch noch einmal ganz ausdrücklich bei dir bedanken dafür, dass du während meiner geschäftlich bedingten Absenz ein zuverlässiges Auge auf unsere Factio und ihre Aurigae hattest, wie ich überdies selbstredend weiß, dass ich dir damit nun ein Pferd aus meinem Gestüt sowie einen gemeinsamen Ausritt schuldig bin.


    Lass es mich wissen, wann ich diese meine Schuld bei dir begleichen kann. Bis dahin wünsche ich dir den Segen der Götter. Mögen sie dich unterstützen dabei, dich gewissenhaft vorzubereiten auf das Ablegen deines Amtseides und die anschließende Amtsübernahme.
    Vale bene!


    /images/signet/Siegel_IuliaTabula.png



    MARCUS IULIUS DIVES
    SENATOR ET ORATOR

    ir-senator.png Iulia2.png

    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus


  • Titus Pompeius Atticus amico Callisto s.d.


    Du wirst es nicht glauben! Ich bin Eques! Und nicht nur das, mein Patron muss es irgendwie hinbekommen haben, dass ich tatsächlich auch obendrein noch gleich zu den Vigiles berufen wurde.


    Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich dir schon zu deinem Wahlsieg gratuliert habe, du angehender Vigintivir. Da hat mein Gesang wohl wirklich geholfen – oder zumindest genug Senatoren eingeschüchtert, dich zu wählen.
    In jedem Fall sind dein Wahlsieg und meine Standeserhebung nun wirklich ein Grund für eine große Feier. Deine Casa oder meine Casa, sag bescheid!



  • Caius war überglücklich. Er hatte die nötige Mehrheit der Senatorenstimmen erlangt, um Vigintivir zu werden! Caius hatte einige Tage benötigt, um seinen Wahlerfolg zu realisieren. Wie ein Schiff ohne (in diesem Zeitalter noch nicht erfundenen) Kompass war er durch die Villa gestreift und musste ständig von Polydorus an dies oder jenes erinnert werden, was zu erledigen war. Denn auch wenn er die Wahl gewonnen hatte, ließ das keine Verschnaufpause zu, kein Ausruhen auf dem Erfolg. Jetzt fing die Arbeit ja erst richtig an! Der Senat hatte entschieden, ihn zum Decemvir stlitibus iudicandis zu ernennen. Er würde also die aufgelaufenen Erbschaften in Angriff nehmen, von denen es bekanntlich stets eine Vielzahl zu bearbeiten galt. Caius musste also seinen Arbeitsraum in Augenschein nehmen und sich in seine Aufgabe einfinden. Dies allein würde Tage in Anspruch nehmen.


    Und da war ja auch noch ein anderer Aspekt dieser Wahl. Die Mehrheit war denkbar knapp gewesen. Offensichtlich hatte es für eine dicke Mehrheit nicht ausgereicht, sich auf die Freunde und Verbündeten seines Patrons zu verlassen und ansonsten ein bisschen Eigenwerbung zu machen. Für die nächste Wahl, das verinnerlichte der junge Duccius bereits jetzt, würde er wesentlich größere Anstrengungen auf sich nehmen müssen, um die erstrebte Magistratur zu erreichen. Bevor es so weit war, musste Caius aber zunächst im Hier und Jetzt tätig werden. Er musste seinem Vater von diesem Erfolg berichten, so viel stand fest. Außerdem wollte er seine Unterstützer und Freunde zu einer Wahlfeier einladen. Wäre ja auch eine Frechheit, sich bei seinen Helfern nicht adäquat zu bedanken.


    So setzte er sich zusammen mit Polydorus ins Tablinum und begann, Briefe aufzusetzen.

  • Zunächst schrieb Caius seinem Vater. Er wollte, dass sein Vater stolz auf ihn sein konnte und versuchte ihm alle Aspekte seines Erfolgs darzulegen. Außerdem hoffte er natürlich, dass es seiner Familie gut ging und wollte nach deren Wohlbefinden fragen. Und schließlich dachte er darüber nach, ein bisschen Heimweh anklingen zu lassen. Zwar fühlte Caius sich in Rom mittlerweile ziemlich wohl. Aber manchmal überkam ihn die Sehnsucht nach Germania, die Sehnsucht nach seiner Familie und die Sehnsucht nach dem Leben, das er in jungen Jahren geführt hatte. Das würde er seinem Vater selbstredend nur in äußerst reduzierter Form mitteilen.


    Numerius Duccius Marsus
    Villa Duccia - Mogontiacum
    Prov. Germania Sup.


    Lieber Vater,


    ich habe es endlich geschafft! Mit Hilfe der Götter habe ich die Wahl zum Vigintivir gewonnen. Der Senat hat mich zum Decemvir stlitibus iudicandis ernannt. Natürlich waren nicht allein die Götter beteiligt, denn ich habe mich im Wahlkampf durch eine öffentliche Rede auf dem Forum vor dem Volk hervorgetan, wobei ich viele Unterstützer hatte. Mein Patron Flavius konnte in der Abstimmung im Senat dann genügend Unterstützer und Verbündete um sich scharen, die mir die erforderliche Mehrheit brachten.


    Jetzt wird natürlich erstmal gefeiert. Für meinen Patron und einige anderen Freunde und Förderer der jüngsten Zeit werde ich ein kleines Festmahl abhalten. Darunter sind unter anderem Senator Marcus Iulius Dives, den ich aus der Factio Veneta kenne. Ich hatte dir davon ja bereits berichtet. Und Titus Pompeius Atticus, ein junger Bursche, den ich beim Ringen kennen lernte. Er möchte Eques werden. Ihn kann ich gut leiden und wir kommen gut miteinander aus.


    Ansonsten habe ich nicht übermäßig viel Neues zu berichten. In der Factio läuft es ganz gut. Wir haben kürzlich bei den Equirria den ersten Platz geholt. Triumph in Blau! In der Germanitas Quadrivii habe ich mich wegen des Wahlkampfs noch nicht besonders hervortun können. Aber das gedenke ich mittelfristig zu ändern. In Rom gibt es so viele Kreuzzungsschreine, da werde ich schonen einen maroden finden, den ich zu meinem Ruhm herrichten kann.


    Ich hoffe es geht der Familie gut? Wie machen sich meine Geschwister? Grüße bitte Octavena von mir und auch alle anderen. Ich schließe euch täglich in meine Gebete ein, auf dass Donar und die ganze Götterschar über euch wachen möge! Gerne würde ich euch einmal wiedersehen, doch das muss warten bis zum Ende der Amtszeit. Erst dann werde ich mit etwas Glück ein Tribunat bei der Legio Secunda erlangen können. Wäre das nicht wunderbar? Aber bis dahin muss ich mich dem Erbschaftswesen widmen.



    Til ars ok frisar


    AUDAOD


    Casa Accia Ducciaque| Roma


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  • Als nächstes galt es, Atticus zu antworten. Er hatte ihm eine Nachricht geschickt, dass er zum Eques ernannt worden war. Caius freute sich für seinen Freund. Das war wirklich eine gute Nachricht, die es zu feiern galt. Ein Bote überbrachte die Wachstafel zur Casa Pompeia.



    C. Duccius Callistus amico T. Pompeio Attico s. d.


    Herzlichen Glückwunsch zu deiner Ernennung zum Eques! Wirklich irre, dass du auch gleich noch zum Tribun ernannt wurdest. Das gehört wahrhaftig gefeiert. Und danke auch für deine Glückwünsche und für deine gewaltige Sangeskraft!


    Ich schlage vor, wir feiern bei mir. Ich habe ja als erster auf eine gehörige Portion Wein eingeladen und fühlte mich verpflichtet, das Versprechen einzulösen. Aber da wir unser beider Erfolg feiern, bring du doch vielleicht etwas zu essen mit. Für warme Gerichte steht in der Vorbereitung natürlich meine Culina zur Verfügung. Ich kümmere mich dann noch um Musiker und vielleicht ein paar Tänzerinnen?


    Lass mich wissen, wie viele Gäste du mitbringst, damit ich planen kann. Ich denke von meiner Seite wird es höchstens ein halbes Dutzend.



  • Caius nickte zufrieden. Weitere Antwortschreiben und Einladungen würde er erst versenden, wenn er eine Antwort von Atticus erhalten hatte. Bis dahin würde er sich anders beschäftigen. Und er wusste auch schon wie.


    "Polydorus, wir machen einen Ausflug", verkündete der frisch gebackene Decemvir seinem Sekretär. "Nimm Schreibzeug mit, wir schauen uns meinen neuen Arbeitsplatz an." Und so machte er sich auf, sein Officium in Besitz zu nehmen.


  • Titus Pompeius Atticus amico Callisto s.d.


    Musik klingt gut, Wein klingt besser und Tänzerinnen klingt am besten! Ich steuer dann ein halbes Schwein auf Brot bei (oder auch ein ganzes). Ich bring dann die Gesangstruppe mit (Manius Salvius Brutus, Aulus Musonius Minor und Caius Nonius Sparsus).


    Auf irgendwelche offiziellen Mitfeiernden aus der buckligen Verwandtschaft verzichte ich zugunsten des Spaßes.


    Sag bescheid, wann die Feier steigt!




  • AdCaius Duccius CallistusCasa Accia Ducciaque




    Hej Audaod,


    wie ich hörte eiferst du Alrik nach und hast die erste Wahl erfolgreich hinter dich gebracht. Dazu möchte ich dir herzlich gratulieren. Nach den Wirren und Geschehnissen des Aufstandes hatte ich mich auf das Landgut der Annaer zurückgezogen. Zeit heilt ja bekanntlich viele Wunde und die Zeit der Ruhe tat mir gut. Ich bin der Familie meines verstorbenen Mannes wirklich dankbar, dass sie mich aufgenommen und ja man kann sagen aufgepäppelt haben.
    Ich bin mit Annaeus Florus Minor zurück nach Rom ins Haus meines verstorbenen Mannes gekommen und möchte dem jungen Annaeus etwas unter die Arme greifen.
    Ich würde euch beide gern miteinander bekannt machen. Am vierten Tag des Mai (4.5.18 ) finde eine kleine Cena im Domus Annaea zu welcher dich Annaeus Florus Minor und ich dich herzlich einladen.
    Ich verbleibe in der Hoffnung, dass wir uns bald sehen.


    Kan gudene være med deg
    Eldrid

  • Einige Tage nach seiner Ernennung zum Decemvir litibus iudicandis veranstaltete Caius eine kleine Feier anlässlich seines Wahlsiegs. So hatte er es im Wahlkampf gegenüber Atticus bereits versprochen und später auch noch einmal angekündigt.


    Für den heutigen Abend hatte Caius also zuvorderst seinen Patron Caius Flavius Scato eingeladen. Ebenso natürlich Titus Pompeius Atticus und dessen Gesangstruppe. Titus Vitrasius Gaetulicus war ebenfalls geladen und auch Publius Vennonius Caldus hatte er eingeladen. Letzterer befand sich momentan allerdings auf einer Reise und war bedauerlicherweise nicht erreichbar gewesen. Ebenso wie Marcus Iulius Dives, von dem Caius leider keine Antwort auf seine Einladung erhalten hatte. Scheinbar hatte er überraschend die Stadt verlassen. Kein Wunder bei dem Gestank, der einem hier manchmal in den Gassen entgegenwehte.


    Atrium und Triclinium waren also mit ein paar Blumengirlanden, Lampen und derlei Firlefanz geschmückt worden. Caius hatte die meiste Dekoration einfach abgenickt, die Polydorus ihm vorgeschlagen hatte. Ihm war es wurscht gewesen. Als viel wichtiger empfand er die Auswahl der richtigen Musiker(-innen) und Tänzerinnen sowie der Speisen und Getränke. Am Ende des Tages war Caius mit seiner Auswahl zufrieden. Er hoffte, dass seine Gäste es auch sein würden.


    Nachdem sie den Ianitor Pustus Blumus passierten, fanden die Gäste nun also ein Atrium vor, in dem ihnen der junge Hausherr zur Begrüßung auflauerte. Ein Sklave reichte als Aperitiv zunächst Pokale mit Mulsum, bis alle Gäste eingetroffen waren. Im Triclinium, das zum Peristyl wegen des guten Wetters - es war warm und trocken - geöffnet war, spielten Musiker gemächliche Melodien, die die entspannte Ankunft der Gäste erleichtern sollten. Wer aus dem hektischen Treiben auf der Straße die Casa betrat, sollte sich nun ganz auf einen Abend des Genusses einstimmen können.

  • Heute würde gefeiert werden! Atticus hatte, wie versprochen, schon am Morgen ein geschlachtetes Schwein zur Casa Accia bringen lassen, nebst seinem halben Hausstand, der wohl samt und sonders für seine Köchin zu arbeiten schien. Aber er hatte es Callistus versprochen und Versprechen musste man schließlich halten. Auch hatte er es sich nicht nehmen lassen, zwei Fässer Cervisia aus seiner neu erstandenen Brauerei anliefern zu lassen. Allerdings hatte er nicht die geringste Ahnung, was seine Köchin und die der Casa Accia daraus wohl alles zaubern würden. Im Grunde war es ihm auch egal, seine Gourmet-Fähigkeiten beschränkten sich auf 'Is' lecker' und 'Is nich' so lecker'.


    Am Abend also sammelte er seine Freunde ein, so dass sie gemeinsam bei der Casa Accia am Esquilin aufschlugen. Atticus hatte gesagt, dass alle leger kommen sollten, und die meisten hatten das auch ernst genommen. Nur Caius Nonius Sparsus hatte übertrieben viele Ringe und Armreife an und hatte sich daher auf dem gesamten Herweg schon den Spott seiner Freunde gefallen lassen müssen.
    An der Casa Accia zeigten sich natürlich alle angemessen beeindruckt, als sie das Haus betraten. Atticus ging auch sofort auf seinen Freund zu, um ihm in einer bärigen Umarmung einmal auf die Schultern zu klopfen. Immerhin war das ja hauptsächlich seine Einstandsfeier zu seiner Wahl zum Vigintivir. “Schick hast du's hier, Callistus. Vor allem die Blümchen“, feixte Atticus grinsend und drehte sich dann seinen Freunden zu, um diese vorzustellen.
    “An der Rostra kamen wir ja nicht wirklich dazu. Aber der schwarzhaarige Bär hier ist Manius Salvius Brutus, mein Milchbruder.“ Da die meisten Menschen eine Amme hatten und selbige ja nur dann stillen konnten, wenn sie ein etwa ein Jahr älteres Kind hatten, verzichtete Atticus auf die Erklärung, was denn ein Milchbruder war. Den hatte schließlich fast jeder. “Der Strich in der Landschaft ist Aulus Musonius Minor, passionierter Trommelspieler, passionierterer Würfelkönig und Klassenkamerad früherer Zeiten. Und der Herr mit dem Faible für Schmuckwaren ist Caius Nonius Sparsus, von dem ich nicht die geringste Ahnung habe, wie der eigentlich zu uns gestoßen ist.“
    “Klassisch zugelaufen“, meinte Sparsus grinsend und nahm einen Schluck Mulsum. Atticus hatte vor lauter Vorstellerei und Begrüßerei vergessen, selbst einen Becher zu nehmen, holte das aber jetzt nach. “Auf den Decemvir!“ gab er dann auch einen Trinkspruch zum besten und nahm ebenfalls einen Schluck.

  • Atticus fiel mit seiner Horde in die Casa Accia Ducciaque ein und erfreute den jungen Hausherrn mit seiner bärigen Umarmung. Caius grinste breit, als der Pompeius von ihm abließ und auch die anderen Gäste ihn freundschaftlich begrüßten.
    "Seid mir alle herzlich willkommen!", sagte er gut gelaunt. Für die Blödelei über die Dekoration erntete Atticus einen freundschaftlichen Schlag auf die Schulter. "Ich geb' dir gleich Blümchen." Sodann erfolgte die Vorstellung, die im Wahlkampf tatsächlich etwas zu kurz gekommen war. Manius Salvius Brutus, Aulus Musonius Minor, Caius Nonius Sparsus, sie alle würdigte er einiger warmer Worte.


    "Ich sehe, du hast mir hier eine Truppe ins Haus geholt, die einen unterhaltsamen Abend zu schätzen weiß", bemerkte Caius gegenüber Atticus lachend und erhob dann sein Glas, um den Trinkspruch auf seine Person zu würdigen. "Ich bedanke mich herzlich bei euch für eure Wahlkampfunterstützung. Auf euch!" So erwiderte Caius den Trinkspruch, vergoss einen Schluck auf das Mosaik am Boden und nahm selbst einen großen Schluck aus dem Pokal.


    Anschließend sah er Atticus spitzbübisch an. "Nun, Atticus, mein Freund, ich bin neugierig. Wie ist dir ergangen seit... deiner Erhebung zum Eques!?" Er hob seinen Becher erneut in die Höhe. "Freunde, wir feiern heute nicht nur mich, sondern auch unseren pompeischen Kumpanen, der mir nichts, dir nichts zum Tribunus Vigilum ernannt worden ist! Darauf trinke ich!"

  • Callistus hatte es ja schon angekündigt, dass die Feier ihnen beiden gelten sollte, daher war der Trinkspruch jetzt weniger eine Überraschung. Trotzdem zeigte Atticus sich natürlich angemessen peinlich berührt und ließ die spöttischen Trinksprüche seiner Freunde über sich ergehen, die unweigerlich hatten folgen müssen.
    “Ja, ja, ist gut“, kommentierte er mit erhobenem Becher und nahm schließlich selbst einen gewaltigen Schluck. “Und was soll ich erzählen? Ich wohne jetzt in der Casa Pompeia. Ich darf Pontus zum Dienst mitnehmen“, dabei grinste er schief. In der Tat war der große Molosser an seiner Seite furchteinflößender auf jeder Patroullie, als dessen Herrchen an seiner Seite. “Und ich darf fünfhundert Männer herumscheuchen. Wäre da nicht die Sache mit den Bränden, wäre es eigentlich ziemlich lustig.“
    Naja, vielleicht auch weniger. Die meiste Zeit musste sich Titus tatsächlich irgendwelche Materialstandsmeldungen anhören, Brandberichte durchlesen und Dienstpläne fertigen. Irgendwie hatte er sich seine Arbeit spannender und auch praktischer vorgestellt, als sie im Endeffekt war. Aber wenigstens war er sein eigener Herr und konnte überall einfach dazu, ohne groß fragen zu müssen. Er hatte zwar nominell zwei Vorgesetzte über sich, de facto aber brauchte er sie nicht zu fürchten, solange er keinen Mist baute. Das war eine sehr seltsame Freiheit, nachdem sein bisheriges Leben so strikt verplant worden war.
    Aber über so was meckerte man nicht, wenn man feiern wollte. Überhaupt meckerte man da nicht darüber.
    “Und du, Callistus? Was macht man so den lieben, langen Tag als Decemvir? Und noch wichtiger: Hattest du in deiner Einladung nicht etwas von Musik und Tänzerinnen geschrieben?“

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