Nachwuchs für die Legio II gesucht

  • Nachdem Linos, warum auch immer nicht erschienen war machte ich mich alleine auf den Weg um die Tafeln aufzuhängen. Ich entschied mich für den Markt, den dort waren meisatens immer viele Leute auszutreffen. Bei der Ankuft machte ich mich sogleich darasn mir einen schönen Platz für die Wachstafel zu suchen und hängte sie auch gleich auf.




    300 Sesterzen Erfolgsprämie
    bis 30.09.2011


    Zur Verstärkung der Reihen sucht die Legio II Germanica treue und unbescholtene Söhne römischer Bürger. Jeder Rekrut, der sich bis zum 30.09.2011 zum Dienst meldet und die Grundausbildung besteht, erhält 300 Sesterzen Erfolgsprämie.









    Bürger Roms,



    Die ruhmreiche Legio II Germanica sucht dich. Einen Gesunden jungen Mann, der lesen, schreiben und Rechnen kann. Der Bürger ist und unbeschollten ist. dich , der gewillt ist, gefahren auf sich zu nehmen um Rom zu dienen und seine Einwohner zu beschützen. Kommt ins Castellum, schreibt euch bei der Legion ein und bekommt nach Erfolgreicher Ausbildung 300 Sesterzen Erfolgsprämie.



    während meiner Ansprache zeigte ich bewusst auf Junge Männer, die durchaus im Wehrfähigem alter waren. Ich hätte die tafel auch nur Aufhängen können, aber wer weiß ob diese dann aufgefallen wäre. Linos hatte sich schließlich mühe gegeben.

  • Der Wagen rumpelte über das Forum und Paullus fluchte wie ein Profi. Anscheinend hatte er das falsche Tor erwischt um am schnellsten Wege zur Casa Germanica zu kommen und so blickte er grießgrämig aus der Wäsche. Irgendwie hatte er auch das Gefühl gerade ein Fahrverbot zu missachten denn die Leute waren nicht besonders freundlich als der Wagen sich langsam einen Weg durch die Menge bahnte.


    Jetzt reichts mir....raunte er Roxane zu und stieg ab. Ging zielstrebig zu dem Soldaten der innbrünstig die Leute darauf aufmerksam machte dass die Legio II das beste wäre was es an Einheiten im Reich gab.


    Hee...Soldat....wo gehts hier zur Casa Germanica? rief Aculeo aus der Menge heraus die sich um den Schreihals gescharrt hatten.

  • Fast konnte man meinen, dass sie wieder in Rom waren, so viel war hier los. Andererseits war alles auch anders. Sie hörte sogar Worte, die ihr gänzlich fremd waren und fasziniert lauschte sie ihnen. Sie waren so ganz anders als ihre Muttersprache und das Lateinische und doch.. doch nicht sooo fremd. Je länger sie zuhörte, je entschiedener fasste sie den Entschluss, dass sie diese Sprache lernen wollte, egal was sie dafür tun musste.


    Während sie einem Gespräch in der Nähe lauschte ohne ein Wort zu verstehen, wartete sie geduldig auf Aculeo.

  • Mathayus schlenderte an einem wenig arbeitsreichen Tag, seine Bestände waren fast leer und er wartete täglich auf eine neue Lieferung von Fernwaren, als auch er den Anschlag sah das die Legion dringend neue Soldaten bräuchte.


    Eine ganze Zeit lang stand er vor dem Anschlag und schien angestrengt zu überlegen, bevor er dann scheinbar eine Entscheidung getroffen hatte und sich davon machte. Mit forschem Schritt ging er in sein Domus.

  • Augenblicklich hatte sich eine Menschenansammlung gebildet, die meinen Worten lauschte, einige nur um sich die Zeit zu vertreiben, die anderen, besonders junge Männer um sich zu informieren.
    Ich wollte gerade wieder mit meiner Werbung beginnen, da wurde ich von einem Mann angesprochen, besser gesagt angeschrien. Kurz davor war er von einem Wagen abgestiegen und hatte sich durch die Menge gekämpft.


    Siehst du dort das Gebäude, das ist die Regia des LAPP, dahinter verläuft die Via Praetoria, dort biegst du recht ab, auf der rechten Seite kommt dann die Casa Germanica. Es ist die zweite Case! Ich musste ein wenig schrein, um sicher zu gehn das der Unbekannte auch verstand, was ich ihm Versuchte zu erklären, während meiner erklärung viel mir die hübsche Frau auf dem Wagen auf, die sich nach allen Seiten umsah

  • Aculeo hob den Arm um so zu zeigen dass er verstanden hatte und es bedankt sei. Er kehrte zu dem Karren zurück und sprang auf.


    Zufälligerweise müssen wir am Sitz des LAPP vorbei...er deutete mit dem Arm auf das Gebäude...willst du gleich mal reinschauen oder erst später? fragte Aculeo Roxane und wartete ohne Hast darauf dass sie sich entschied.

  • Zitat

    Original von Paullus Germanicus Aculeo
    willst du gleich mal reinschauen oder erst später?


    "Später," schmunzelte sie. "Lass mich erst einmal den Staub der Straße entfernen und dann sehen wir weiter. Ach ja," sie sah sich kurz um und dann ihm tief in die Augen. "Meinst Du, hier kann man irgendwo die Sprache lernen...?"

  • Auch Crispus war auf dem Forum und sah die Werber der Legion. Es war wirklich ein schlechtes Zeichen, wenn man den Rekruten bereits 300 Sesterzen bieten musste - sonst gab es stets genügend Freiwillige! Vielleicht hatte der Parther-Feldzug den Ruf der Armee geschädigt...aber der lag eigentlich schon ziemlich lange zurück!


    Als begeisterter Veteran und treuer Römer beschloss er, sich zu Wort zu melden. Mit Blick auf ein paar Jugendliche, die gemeinsam herumlungerten und den Werber misstrauisch beäugten, meinte er


    "Jungs, ich kann euch nur raten zu den Adlern zu gehen! Seht mich an: Ich habe über zwanzig Jahre gedient und mir im Dienst für den Kaiser diese Armillae verdient."


    Er hob seinen Arm, den die beiden Auszeichnungen stets zierten.


    "Und dazu bin ich bis zum Primus Pilus gekommen und habe zum Abschied genügend Land und Geld bekommen, dass ich jetzt ein Decurio bin! Tut es mir nach und geht, wenn ihr jetzt sogar noch eine Extra-Prämie bekommt!"


    Die vollmundigen Worte des Alten schienen die jungen Männer nicht sonderlich zu beeindrucken, was Crispus ärgerte. Diese Bauerntölpel würden es nie weiter bringen als zum Fuhrknecht und wenn sie alt und gebrechlich waren, würden sie hier auf dem Forum sitzen und betteln! Wie konnte man sein Leben nur so verschenken?

  • Plòtzlich meldete sich ein Mann aus der Menge und ermutigte die jungen ebenfalls zur Legion zu gehen, was sie dort für möglichkeiten hàtten, die er offenbar genutzt hat. Ich stieg von meinem potest und und ging zu dem unbekannten.Salve. Ich bin Aulus Hadrianus Fontinalis, Legionarius der II. Und wer seit ihr?

  • "Ich bin Petronius Crispus, Veteran der II. und Decurio dieser Stadt...wie schon gesagt."


    begrüßte Crispus den Soldaten mit einem breiten Lächeln. Noch immer genoss er den Umgang mit Soldaten - bei denen wusste er wenigstens, wie er jedes Wort auffassen musste und es waren Männer, die zupackten und nicht groß herumschwafelten, wie es in der Curia üblich war.


    "Ihr braucht Männer?"

  • Zitat

    Original von Roxane


    "Später," schmunzelte sie. "Lass mich erst einmal den Staub der Straße entfernen und dann sehen wir weiter. Ach ja," sie sah sich kurz um und dann ihm tief in die Augen. "Meinst Du, hier kann man irgendwo die Sprache lernen...?"


    Nachdem er die Tiere wieder in Trab gebracht hatte blickte er nun Roxane an.


    Später?....Na gut...später. Du hast recht. Würde keinen besonderen Eindruck machen so bei einem Statthalter aufzutauchen. Ich kann sie ja selbst nicht...die hießige Sprache also haben wir beide wie es scheint einen gewissen Nachholbedarf. Er blickte sich um als sie langsam durch die Strasse neben der Regia fuhren und merkte sich den einen oder anderen markanten Punkt für später.


    Gut....wir fahren jetzt zur Casa Germanica. Ich weiß nicht mal ob die bewohnt ist. Aculeo grübelte kurz. Falls wir alleine sind müssen wir sehen dass wir nicht sonderlich auffallen..dabei grinste er ziemlich keck. Und nachdem wir uns frisch gemacht haben gehen wir zum LAPP. Damit du ein Gespräch bei ihm verienbaren kannst. Das er nach Conluentes wollte um zuerst im Castellum der ALA vorbeizuschauen und dann mit der dortigen Stadtverwaltung sprechen wollte verschwieg er einstweilen. In der Casa GErmanica hier in Mogontiacum wollte er nicht wohnen bleiben. Er würde sich etwas in Conluentes suchen.

  • Zitat

    Original von Aulus Hadrianus Fontinalis
    Mann merkte Crispus schnell an, das er ein soldat war. Durch und Durch. Ja wir brauchen neue Männer. mit einem grinsen fügte ich hinzuWieso hast du fähige Männer?


    "Nene, mein Junge ist bei einem Rhetor - der soll's mal weiter bringen als ich. Ich hab mir für den Imperator ja schon den Buckel krumm geschuftet als gemeiner Soldat, da hoffe ich, dass mein Junge es mal zum Ritter bringt!"


    antwortete Crispus wahrheitsgemäß. Er hatte sich als junger Mann auch einmal erhofft, in den angesehenen Ritterstand aufzusteigen, was zu diesem Zeitpunkt aber unendlich fern gewesen war. Nun war er ehemaliger Primus Pilus - ein Rang, von dem aus viele direkt zu Equites wurden. Nur bei ihm hatte es nicht geklappt, dafür hatte er zumindest ein ganzes Stückchen Land bekommen, dessen Wert ausreichen würde, um den Census aufzubringen.

  • "Dreihundert Sesterzen...", wiederholte Sönke die Worte des Soldaten, als ließe er sich die Menge auf der Zunge zergehen, weil er sie sonst nicht fassen könnte. Allerdings hatte er nicht die geringste Ahnung, was das überhaupt für eine Menge war..


    "Ist das viel?", fragte er einen der Jungs neben sich, von denen die meisten wahrscheinlich genauso schlecht zählen konnten wie er. Dreihundert Sesterzen... wieviel weniger war das als dreitausend, die er immernoch Witjon für sein Bürgerrecht schuldete? Viel?
    Er nippte an dem billigen Bier, das er sich auf dem Markt geholt hatte und mit den anderen teilte, weil gerade nach der Ernte die Arbeit für Bauern schlagartig nachgelassen hatte, und sie jede zusätzliche Möglichkeit in der Stadt rumzulungern und Mädchen nachzustellen nutzten...


    "Wer is'n der alte Sack da? Was erzählt der? Der hat Land bekommen? Warum?"

  • „Och, joah, schon einiges“, machte Hadamar, sich den Anschein gebend als ob er das ganz genau wüsste – obwohl er sich auch nicht wirklich etwas darunter vorstellen konnte. Sicherlich mehr als Sönke, aber da er selbst in diesen Höhen auch nie etwas kaufte, sondern das höchstens theoretisch in dem vermaledeiten Unterricht durchkauen musste, fehlte ihm da irgendwie der praktische Bezug dazu. „Wer hat Land bekommen? Hä? Um was geht’s überhaupt?“ fragte er dann nach, weil er gar nicht so wirklich mitbekommen hatte, um was es ging. Einer der anderen Burschen klärte ihn auf, wofür es nicht sonderlich lange brauchte... und Hadamar sah Sönke an. Dann den Soldaten. Und dann wieder Sönke. Mit einigen wenigen Bewegungen drängte er sich durch zwei Jungs hindurch, die ihn von seinem Freund trennten, und stellte sich neben ihn. „Keine Ahnung wer das ist... Wijton könnt's dir wahrscheinlich sagen.“
    „Und Land hat er gekriegt, weil er zwanzig Jahre gedient hat“, warf einer der Umstehenden ein, die nicht zu ihrer Gruppe gehörten. Hadamar warf auch dem einen kurzen Blick zu, bevor er wieder zu dem Soldaten und dann wieder zu Sönke sah. „Sollen wir hin?“ fragte er dann in beiläufigem Tonfall, bevor er auch einen Schluck von dem Bier trank.

  • Niemand konnte ihm sagen, wieviel dreihundert Sesterzen letztlich wirklich waren. Natürlich, verkehrte Sönke auch nur mit Bauern und einfachen Handwerkern, deren täglicher Umgang mit Zahlen nie wirkliche Mengen erreichte, weil man eine Familie auch dann erfolgreich durchbringen konnte wenn man gerade mal ein paar zig weit zählen konnte... mehr Geld bekamen die meisten eh nur selten zu sehen. Dreihundert war schon eine gewaltige Menge...


    "Dreissig Sesterzen ist der normale Sold eines Legionärs für einen Mond..", raunte Sönke vor sich hin, "..ist das jetzt zehn Mal so viel, oder hundert Mal so viel?"
    Die Jungs zuckten nur mit den Achseln... und dann klärte sie jemand darüber auf, warum der Mann ein Stück Land bekommen hatte. Zwanzig Jahre Dienst... wie alt würde er dann sein? Fast siebenunddreissig Monde.. aber er hätte dann sein eigenes Stück Land. Müsste nicht mehr das der Wolfrikssippe bestellen, sondern hätte sein eigenes... das wäre doch was.


    Hadamar riss ihn mit einer Frage aus seinen Gedanken, die er erst gar nicht wirklich verstand: "Hin? Wieso, wir hören doch... oh... das meinst du."


    "HAH! Schaut ihn euch an...", tönte Nandrad, der mittlerweile den Krug mit dem Bier in der Hand hielt, "..kaum schaut es danach aus, als bekäme Sönke wirklich eine Chance seinen Traum zu verwirklichen, bekommt er kalte Füße. Ich wette zwei Sesterzen darauf, dass Sönke nicht geht!"


    Sönke spürte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss, so sehr schämte er sich für sein offensichtlich als Angst interpretiertes Zögern.. und doch war da ganz klar eine Hemmung, der Aufforderung Hadamars zu folgen. Dessen eigene Unsicherheit bemerkte er nicht einmal... er spürte nur den eigenen Klumpen in der Magengegend, der ihn deutlich in Richtung der Straßen zerrte, die vom Forum wegführten... und von den Soldaten... dem Castellum.


    "Eh... meinst du? Sollten wir nicht... sollten wir nicht unseren Familien bescheid sagen?"

  • Sönke gab sich zunächst begriffsstutzig, aber bevor Hadamar etwas erklärend anfügen konnte, übernahm Nandrad das. „Mh... ich weiß nicht. Ich halt dagegen“, kam es von Reik, während Hadamar sich mit einem Achselzucken abwandte und sie ihrem Gebrabbel überließ. „Klar, warum nicht?“ meinte er betont locker. Er wusste immer noch nicht, was er eigentlich wollte. Oder was er tun sollte. Nur dass er nicht in die Verwaltung wollte, nicht hinein in dieses Zahlen- und Worte-Gedrehe, dass es da gab, nicht hinein in diese massiven Bauten, die einen zu verschlucken schienen. Aber er war ein Mann, jetzt. Er konnte nicht ewig so weiter machen, wie seine Mutter ihm ständig vorhielt. Und obwohl er nach wie vor nicht wirklich wusste, was er wollte, erschien ihm die Legion ebenso nach wie vor als... nun ja, als denkbare Alternative. Schon allein, weil alle so dagegen gewettert hatten, bei denen er das bisher zur Sprache gebracht hatte. Weil es ihm niemand zuzutrauen schien. Weil sein Vater ja auch schon da gewesen war. Und weil es ihn wegbrachte von der Familie, weg davon, ein Sohn Wolfriks zu sein, von dem etwas erwartet wurde. Warum also nicht zur Legion? Da konnte er beweisen, dass er für sich selbst entscheiden konnte, dass er seinen eigenen Weg gehen konnte... wobei es ihm hauptsächlich darum ging, überhaupt etwas zu beweisen. Den anderen, und sich selbst.


    Hadamar zuckte die Achseln. Er sah nicht wirklich einen Sinn darin, mit seiner Familie zu reden. Wie seine Mutter reagieren würde, wusste er, und der Rest... Er war jetzt ein Mann. Was musste er da mit seiner Familie reden? Er konnte eigene Entscheidungen treffen, so sah es aus! „Das ist doch die Chance. Bis wir daheim sind und wieder hier, ist das Angebot vielleicht futsch... Bescheid sagen können wir auch hinterher. Und überhaupt, deine Leute wissen doch Bescheid. Die versuchen nur wieder dich abzuhalten, aber dafür“, er nickte zu dem Soldaten, „hast du doch das Bürgerrecht gewollt. ... Und wir sind keine Kinder mehr“, fügte er noch im Nachgang an. Er wollte da hin. Er wollte endlich irgendetwas tun, um es allen zu zeigen. Um die Konsequenzen – zwanzig Jahre Legionärsdienst und was das überhaupt bedeutete – machte er sich überhaupt keine Gedanken, das verdrängte er gekonnt. Er wollte einfach nur... etwas beweisen. Aber er brauchte Sönke dafür, realisierte er in diesem Moment. Wenn Sönke jetzt nein sagte... Hadamar war sich nicht sicher, ob er da allein hingehen würde. „Wir können ja auch erst mal einfach nur fragen...“ Etwas unverbindlicheres war vielleicht das Richtige, um Sönke dazu zu kriegen, mitzugehen.

  • "Da geh ich mit...", dröhnte die tiefe Stimme Thores durch die kleine Gruppe, "..hier.. dieses kleine Amulett aus Zinn dafür, dass Sönke sich nicht traut."


    Der eben bewettete biss die Zähne aufeinander und ließ sie laut hörbar knirschen, hin und hergerissen war er zwischen der tatsächlichen Wahrnahme der Chance auf Verwirklichung seiner Träume, und den Skrupeln, die hinter dem Gedanken lauerten, dass das doch gänzlich was anderes war als auf einem Feld mit einem Stock in der Luft herumzustochern und Mädchen mit noch nicht aber bald ganz, ganz sicher vollbrachten Heldentaten zu beeindrucken... Hadamar stand neben ihm, und wie so oft war es klar, dass sie da entweder zusammen oder gar nicht hingehen würden. Wie zwei Jungs, die sich gegenseitig Mut zureden mussten um sich einer Gruppe von Mädchen zu nähern... nur waren dies keine Mädchen, und man würde sich keine Ohrfeige einfangen wenn die eigenen Hände an Stellen wanderten die der eigene Körper nicht zu bieten hatte. Wahrscheinlich würde man verprügelt, oder sowas... wie echte Kerle es machten, wenn ihnen etwas nicht passte. Echte Kerle. Wie Sönke gerade keiner war...


    "Ja, richtig... wir sind... Männer.", brummelte Sönke in seinen nicht vorhandenen Bart, und setzte sich zögernd in Bewegung...


    "Oh... oh... schaut mal... Sönke tut so, als würde er gehen... ha!", schallte das Gelächter Nandrads hinter ihm, was ihn noch einen Schritt schneller gehen ließ... genau, sie konnten auch einfach Fragen. Selbst wenn seine Füße sich anfühlten wie Bleiklumpen... er würde da jetzt hingehen, und fragen.


    Erst als er vor den Soldaten stand, wandte er sich um, als würde er sichergehen wollen, dass Hadamar auch mitgekommen war... und erhaschte dabei einen kurzen Blick auf die Gruppe ihrer Freunde, die ihnen teilweise mit neugierigen, höhnischen und kritischen Blicken folgten.


    "Eh... salve, Miles... ich... ich will zur Legion.", stammelte Sönke, bis ihm einfiel, was der Mann überhaupt gerufen hatte. Lesen? Schreiben? Auf einmal wurde Sönke noch nervöser...
    "Aber ich... ich kann nicht lesen.. oder schreiben. Und rechnen kann ich auch nicht.", fuhr er mit unsicherer Stimme fort, wunderte er sich doch darüber, dass Legionäre auf einmal alle Lesen und Rechnen sollten.. die meisten, die er kennen gelernt hatte, konnten das auf jeden Fall nicht. Die, die es konnten suchten sich meist weniger gefährliche Broterwerbe in der Verwaltung oder in der Wirtschaft. Aber vielleicht hatte der Mann sich ja vertan... wo war Hadamar? Wieder wandte Sönke sich um, tat so, als würde er nichts bestimmtes suchen, aber wahrscheinlich war das noch auffälliger als würde er Hadamar direkt ins Gesicht schauen.. war das sein Herz was so laut klopfte? Peinlich... wie unsoldatisch... reiss dich zusammen, Sönke.

  • Hadamar wusste nicht so Recht, was er davon halten sollte, dass die anderen sich so über Sönke lustig machten. Froh sein, vermutlich, weil sie ihn damit noch weiter in Richtung der Soldaten trieben – und froh, weil sie sich gerade nicht über ihn lustig machten. „Männer“, wiederholte er, wie zur Bestätigung. Sönke schien das zu brauchen, und er... naja, ihm konnte das auch nicht schaden. Jetzt, wo Sönke den ersten Schritt machte, kribbelte es in seiner Magengegend doch irgendwie... seltsam. Seine Mutter würde ihn einen Kopf kürzer machen. Andererseits... das Ganze war irgendwie aufregend. Ein Abenteuer. Wenn er die Geschichten hörte von früher, von der anderen Seite des Rhenus... Sicher, da war immer die Rede davon wie hart das Leben gewesen war, und entbehrungsreich, und wie froh sie sein konnten, jetzt hier zu leben, aber... trotzdem... irgendwie klang es auch nach Abenteuer. Genauso wie das Leben in der Legion nach Abenteuer klang, so wie Sönke immer davon schwärmte jedenfalls. Hadamar hatte das zwar nie so wirklich geglaubt, aber wer wusste schon, ob da nicht doch was dran war? Wenn man so weit war erst mal, jedenfalls. Und die Schlacht, in der sein Vater gestorben war, das musste dann doch was Großes gewesen sein. Und Sönke, Sönke ging Schritt für Schritt auf den Werber zu. Auf Hadamars Gesicht breitete sich ein Grinsen auf, als die positive Aufregung plötzlich überhand nahm.


    Mit einer schnellen Bewegungen schnappte er sich das Amulett, das von Thores Hand baumelte. „Danke, das nehm ich. So als Glücksbringer für die Legio. Verloren habt ihr ja eh“, warf er mit einem noch breiteren Grinsen in die Runde und trabte Sönke hinterher. Mit einem „Salve“, stellte er sich neben Sönke. „Ich will auch zur Legion.“

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