[Casa] Tribunus Laticlavius Lucius Annaeus Florus Minor

  • Bislang war ich noch nicht wirklich in meinem neuen Heim gewesen. Vor der ersten Stabsbesprechung war nur gerade Zeit geblieben um das Gepäck hier abzuladen und den Staub der Reise abzuwaschen.


    Nun, da die erste Besprechung vorbei war, kehrte ein kleinwenig Ruhe ein. Ich wollte die Chance nutzen und mir nun erst einmal ein Bad gönnen.


    Bevor dies aber möglich war musste ich die mir zugewiesenen Leute anweisen, was ich wie wollte. Meine Sachen waren bereits fein säuberlich bereitgelegt worden und ich hatte keine allzu hohen Wünsche. Aber heute wollte ich auch keinen Besuch mehr, ausser es handelte sich um einen meiner Mitoffiziere. Zu müde war ich nach der Reise und ich freute mich auf eine Nacht ohne Wachdienst, was auf der Reise nicht möglich gewesen war.

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  • Nach dem Bad fühlte ich mich zwar wieder erholt und war sicherlich auch sauber, aber müde war ich noch immer und so legte ich mich so schnell schlafen, wie es meine neue Stellung ermöglichte. Am nächsten Tag sollte ich mit dem Legat die Ala besuchen und hoffentlich bald darauf meine Koordinationsarbeit anfangen können.

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  • Selenus wurde zum Zelt seines Freundes geführt und dort angekündet.


    Wenig später sass er mit seinem alten Freund zusammen bei Wein an einem warmen Feuer und hörte zu, warum keine Briefe angekommen waren. Trotz Friedenszeiten war die Arbeit streng und es blieb kaum Zeit für Privates. Zudem hatte der junge Florus noch eine Germanin gerettet, um welche er sich im Moment auch kümmerte.


    Dann erzählte Selenus von den Ereignissen in Rom. Es war gut, dass er gekommen war. Er würde einige Schriftstücke mit zurück in die Heimat nehmen müssen.

  • Der Händler Dativius wurde gemeldet und ich bat ihn sofort herein. Er war in den letzten Monaten seit dem Auffinden der jungen Frau ein guter Handelspartner geworden.

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  • Dankbar trat der Händler in das Haus des Tribun. Er war noch nie in so einem Gebäude gewesen und musste sich anstrengen um nicht die Konzentration auf sein eigentliches Anliegen zu verlieren. Er gab sich einen Ruck.


    "Sei gegrüßt Tribun. Ich danke dir, dass du Zeit für mich hast. Heute morgen hörte ich beunruhigende Neuigkeiten von einem meiner Handelspartner aus dem fre... dem nicht-römischen Teil Germaniens."

  • Ich begrüsste Dativius freundlich, bot ihm zu Trinken und etwas zu Essen an und bat ihn, sich doch zu setzen.


    Als das alles geschehen war, begann er auf meine Aufmunterung hin zu erzählen was er gehört hatte.


    Sim-Off:

    Sorry, dass ich so vorgehe, aber ich bin momentan kaum hier online. Trotzdem möchte ich dich nicht im Stich lassen und meine IDs noch etwas pflegen.

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  • Dankbar nahm der Germane das angebotene Getränk und atmete tief durch. Unterwegs waren seine Gedanken klar gewesen, doch nun ging es in seinem Kopf etwas durcheinander.


    "Tribun, ich glaube, das Problem ist das Wetter..." Dativius schüttelte desn Kopf. Das würde dem Römer so nichts sagen. " Was ich sagen will ist, dass ich heute morgen sehr beunruhigende Neuigkeiten von jenseits des Rheins gehört habe. Es ist so Tribun, dass es unter den Stämmen ziemlich brodelt. Ich weiß nicht, wie weit du über die Beziehungen mit den Stämmen informiert bist. Vor ein paar Jahren musste einer deiner Vorgänger raus und mit den Chatten einen Vertrag schließen um den Frieden zu sichern... aber ich schwafel herum. Mein Geschäftspartner hat gehört, dass es demnächst ungemütlich werden könnte an der Grenze. Er berichtete mir von einer Gruppe, die demnächst vorhat den Rhein zu überqueren, oder es vielleicht schon getan hat. Jedenfalls meint er, dass in den nächsten Monaten und darüber hinaus eine ungemütliche Zeit ins Haus stehen könnte, Tribun. Das wollte ich dir nur sagen."


    Götter, er klang wie ein schlechtes Heckenorakel. Was mochte der Tribun sich dabei denken. Aber sein Handelspartner war wirklich beunruhigt gewesen.


    Sim-Off:

    Keine Hektik :D

  • Er fuhr fort.


    "Auch die Sugambri sind unruhig in letzter Zeit. Weißt du, das Problem ist folgendes. Es ist ein wenig... wie sagt ihr manchmal, paradox.
    Die letzten paar Jahre waren einfach zu gut. Keine Hungerkatastrophen, warmes Wetter, du weißt schon. Sicher, hier und da gab es Mal eine Missernte, aber das hat die Leute eher widerstandsfähiger gemacht. Und jetzt sitzen dort drüben haufenweise junger Kerle, aufgewachsen in guten Zeiten, gesund und stark, die ihre Schwertkunst gerne auf dieser Rheinseite erproben wollen, wenn du verstehst was ich meine."

  • Ich hörte zu, wie Dativius zuerst etwas orakelhaft ungeordnet, dann aber zunehmend klarer darlegte, was er über seine diversen Verbindungen vernommen hatte. Meine Stirn legte sich zunehmend in Falten.


    Ich glaube, ich verstehe sehr wohl. Auch unsere Kontakte haben ähnliche Ereignisse und Ideen schon berichtet. Hast du irgend welche Anhaltspunkte, welche Orte besonders gefährdet sein könnten? Geht es eher um die Region an der Mündung des Rhenus ins Meer, oder reden wir von den Regionen in Richtung Danuvius?


    Bei der Grösse der Provinz und Länge der Grenze war dies noch eine nicht unwichtige Information.

  • Über diese Frage musste Dativius einen Moment nachdenken.


    "Meine direkten Informationen beziehen sich auf die Leute der Umgebung. Über die Lage bei den Donaustämmen bin ich weniger gut informiert. Was ich dir aber sagen kann, ist, dass in bei den Stämmen reisende Geschichtenerzähler umgehen, die gezielt über die Schlacht der Cherusker vor ungefähr hundert Jahren vortragen. Dies war offensichtlich immer eine besondere Legende der nördlicheren Stämme, weniger an der Donau. Bei der Suche nach der Unruhe würde ich also im Norden anfangen, Tribun."


    Der Ort, an dem ein Angriff passieren würde, war immer nur sehr schwer zu erahnen.


    "Gefährdet sind, wie du sicher besser weißt als ich, Tribun diejenigen Orte, die einerseits nah am Fluss liegen und gleichzeitig möglichst weit entfernt von römischen Einheiten. Wenn ich eine Wette abschließen müsste, würde ich auf einen Übergang im großen Rheintal nördlich von hier setzen. Es ist weniger übersichtlich, als die offene Ebene um die Stadt und im Fluss sind um diese Jahreszeit wegen des Sommerniedrigwassers genügend große Inseln, um auch mäßigen Schwimmern die Möglichkeit zu bieten rüber zu kommen, Tribun."

  • Leider hatte der Händler keine genaueren Angaben, aber immerhin konnte er aussagen, dass die Gefahr eher aus dem Norden als aus dem Osten zu kommen schien.


    Danke, Dativius. Ich weiss das sehr zu schätzen! Ich werde sofort entsprechende Meldungen machen und versuchen, auch die Ala darüber in Kenntnis zu setzen. Sie werden eher die Möglichkeit haben, auch entlegenere Orte etwas besser zu überwachen.


    Meine nächsten Fragen zielten auf die allgemeinen Befindlichkeiten des Händlers und der jungen Frau ab, die wir gerettet und bei ihm untergebracht hatten. Ich war gespannt, was er mir darüber berichten konnte. War sie überhaupt noch bei ihm, oder hatte sie ein anderes Heim gefunden, war sie vielleicht sogar zu ihrem Stamm zurückgekehrt?

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  • Mir wurden zwei Männer der Ala II Numidia gemeldet, welche wünschten, mit mir zu sprechen. Da dies genau das Ziel meiner Mission hier war, liess ich sie gerne und ohne Verzögerung eintreten.


    Salvete, darf ich euch eine Erfrischung und eine Sitzgelegenheit anbieten?


    Die Frage war rhetorisch, und damit klar war, dass es eine Einladung sein sollte und hier in der Casa nicht wirklich viel Wert auf militärische Umgangsformen gelegt wurde, hielt ich eine gläserne Kanne mit verdünntem Wein von einer Platte empor, welche auf einem ehernen Dreibein stand und deutete mit der anderen Hand auf zwei hölzerne Klappstühle, welche mit Fellen einigermassen bequem hergerichtet waren, damit eine Unterhaltung auch bequem sein konnte.

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  • Während Varro grüßte Salve Tribunus, wir kommen im Namen des Praefectus Alae,...bezüglich deines Schreibens.
    nahm Ocella dankend das Angebot an und wie immer die Etikette außer Acht lassend, nahm er sich die gläsernen Karaffe und goß sich den Becher randvoll. Grinste den Laticlavus dankend an und trollte sich dann auf einen der beiden Stühle. Varro betrachtete ihn wie einen unerzogenen Welpen.
    Dem hochedlen Laticlavus dürfte klar sein, daß die Umstände in einer Auxilliareinheit deutlich lockerer waren als bei der Legio. Gemeinhin sah man ob der Verdienste der zusammengewürfelten Truppe über gewisse Defizite bei den Umgangsformen hinweg.
    Varro winkte dankend ab und nahm auf dem zweiten Stuhl platz.
    Nun ist es so, daß wir auf unseren Patrouillen, relativ gesehen, oft auf die Spuren von Überfällen oder auf die Banden selber treffen. Ocella schien der Vinum nicht zu schmecken. Er stellte den halbvollen Becher seitlich neben sich auf den Boden und sah plötzlich manierlich und aufmerksam aus.
    Was also ist der konkrete Verdacht, der dich an die Ala wenden ließ? Ist er valide oder mumaßlich?

  • Der Vinum war schlecht,Viel zuviel Wasser. Der Lati kam ihm irgendwie bekannt vor und Ocella dachte angestrengt nach woher? Wo hatte er das Bürschchen schon einmal gesehen.
    So ein Gesicht vergisst man schnell, typischer Stadtrömer.
    Wahrschenlich so ein Sohn fünfter Position. So ein weicher Lüstling, der Katzen quälte und sich mit Knaben vergnügte.
    Ocella mochte ihn nicht. Die CH-Tribune mit ihren prächtigen Uniformen spielten ein paar Monate Soldat verursachten manches Chaos, flanierten mit dem Armeestab und ließen den Macker raushängen. Grimmig lauschte er Varro. So wie die Dinge lagen durften sie wieder mal die Drecksarbeit machen.

  • Den Rängen nach handelte es sich bei den beiden Besuchern um einen Decurio und einen Duplicarius. Während der Decurio sich anständig verhielt, sich und seinen Begleiter jedoch auch nicht mit Namen vorstellte, war die persönliche Ablehnung des Duplicarius nicht bloss zu sehen, sondern auch beinahe körperlich zu spüren. Er sprach kaum ein Wort, bediente sich jedoch mit kurzem Dank äusserst grosszügig am Wein und stellte nach wenigen Schlucken das Getränk verächtlich zur Seite. Ich beschloss, mich mit dem Decurio zu unterhalten, der auch das Wort ergriff.


    Zuerst holte ich mir die Kanne mit dem Wein zurück und schenkte mir ebenfalls ein. Mein Becher jedoch war nicht wie Kanne aus teurem Glas, sondern aus Holz, ungewöhnlich für einen Mann meines Standes, aber sehr bewusst gewählt, da Holz in einem Legionslager viel länger ganz blieb, als feines Glas. Nachdem ich mir auch eingeschenkt hatte, setzte ich mich hinter meinen Tisch und nahm einige Wachstafeln mit Meldungen von einem Stapel.


    Seid willkommen Decurio und Duplicarius. Da ich ihre Namen nicht kannte, konnte ich sie auch nicht anders ansprechen.
    Da ich euch durch meinen Auftrag des LAPP bei der Zusammenarbeit mit der Ala in den letzten Jahren hier in Germania nicht kennen gelernt habe, nehme ich an, dass ihr zu denjenigen Männern gehört, die erst kürzlich von einem langen Auftrag zurückgekehrt sind. Willkommen zurück!
    Mit Blick auf den Duplicarius war hiermit auch gerade gesagt, dass ich erstens einen konkreten Auftrag des LAPP hatte, zweitens nicht bloss für eine einzelne Amtsperiode des CH hier weilte, sondern schon eine längere Zeit hier war und drittens auch über gewisse Informationen verfügte, welche nicht jeder Legionsoffizier von einer Ala einfach so erhielt.
    Mein Auftrag ist es, die Zusammenarbeit zwischen der Legio und der Ala zu intensivieren und alte Differenzen durch intensive Zusammenarbeit aus der Welt zu schaffen. In diesem Sinne habe ich die Führung der Ala über die neusten Informationen eines Händlers in Kenntnis gesetzt, welche die Legio erhalten hat. Sie decken sich mit diesen Meldungen vom Limes, welche uns ebenfalls zugesandt wurden. Dabei zeigte ich auf die vor mir liegenden Wachstafeln. Es waren einige und jede enthielt Meldungen über Angriffe oder Plünderungen durch Banden junger Germanen.
    Wenn man diese Informationen gesammelt betrachtet, dann ist anzunehmen, dass sie ziemlich valide sein sollten. Es handelt sich immerhin um unabhängige Informationen verschiedener Posten und Frontlager, sowie von einem Händler, der in den letzten Jahren sehr gut mit der Legio zusammen gearbeitet hat.


    Der Verdacht liegt daher nahe, dass es jenseits des nördlich liegenden Limes einige grössere Gruppen von jungen, kriegslustigen Germanen gibt, welche aufgeputscht von den alten Geschichten ihre Tapferkeit an römischen Soldaten austesten wollen.


    Ich machte hier eine kurze Pause und blickte meine Gäste an, während ich mir einen guten Schluck vom Wein genehmigte. Er war nicht schlecht, gut gewässert, damit man ihn auch problemlos bei der Arbeit trinken konnte, aber natürlich nicht zu vergleichen mit dem, was man in Italia erhalten konnte.

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  • Der Laticlavus versuchte linkisch so etwas wie Routine und Hierarchie aufzubauen, was Varro halbwegs amüsierte sich jedoch nicht anmerken ließ. Er hatte sich nicht vorgestellt, also konnte er auch irgendein congerro sein, der versuchte sie auszuhorchen. Natürlich war es nicht allgemein bekannt daß die Ala mit der Turma Prima eine durchaus erfolgreiche Spezialistengruppe für viele Problemlagen beschäftigte. Diese Tatsache hatte jedoch einen Haken. Die Latrinenparolen und die Neigung des Miles alles zu übertreiben sorgte dafür, daß geredet, fabuliert und erfunden wurde sorgte für Legendenbildung, welche es nahezu unmöglich machte zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Die Turma Prima waren Geister. Schon aus diesem Grunde stellten sich die Angehörigen der Turma ihnen Unbekannten nur mit dem Rang vor.
    Das erhöhte die Unsicherheit beim Gegenüber und ließ aufschlussreiche Schlussfolgerungen zu. Varro lauschte als den eloquenten Ausführungen seines Gegenübers, der nur so mit Informationen geheimnisvoller Herkunft, welche seine herausragende Stellung untermauern sollten, aufwartete. Wer weiß was er so glaubte? Sein Gesicht war noch glatt,...wie alt mochte er sein? Mitte 20? Zu jung jedenfalls um von einem vernarbten Kriegsgeborenem Bastard wie Ocella Respekt oder auch nur ansatzweise Aufmerksamkeit zu bekommen.
    Das war ein Problem. Denn Varro erkannte den Mann wieder der im Castellum der Ala Verhöre durchgeführt hatte. Er beugte sich ein wenig vor, ignorierte die blumige Begrüßung zur Heimkehr, denn was das offizielle Leben anging, so waren sie nie weg.
    Nun,...begann er mit seiner bassigen aber leicht nasalen Stimme, es war Herbst und er sollte bald wieder in seine kratzigen Bracae steigen....es ist mir bekannt, daß es jenseits des Limes haufenweise junge ruhmsüchtige Barbaren gibt die sich einen Namen machen wollen. Weshalb man eine Reihe von Castellen gebaut hatte. Was also wollte der Kerl? Sollte die Ala hier ausputzen? Hatte der kleine Laticlavus derartige Kompetenzen? Varros Blick ließ ab von den Tabulae auf dem Schreibtisch und konzentrierte sich im Zentrum von Forus´Gesicht.
    ...möchte die Legio II eine Expedition gegen diese pubertierenden Burschen unternehmen? Was unwahrscheinlich war, denn niemand wußte wieviele es waren. Seit Varus war man da etwas zaghaft. Wahrscheinlicher war es, daß man Speculatores suchte. Doch das war müßig. Es würde über kurz oder lang entlang des Limes zu Attacken kommen, das lag in der Natur einer teilweise befestigten Grenzanlage. Die Frage war also nicht ob, sondern wann es geschah.

  • Es amüsierte ihn fast schon als der Lati seine gläserne Kanne zurücholte. Noch mehr amüsierte ihn, daß er diese Eselspisse jetzt auch noch in einen Holzbecher kippte. Hola! Seht her! Ich bin ein Mann des Volkes, ich saufe aus einem Holzbecher.
    Und was der von sich gab. Seine Hochwohlgeboren mit dem goldenen Löffel im Arsch versorgte sie mit Informationen die sie schon hatten. Was wollte der? Sie aushorchen? Ein kleiner Funke des Zorns entzündete sich in seinem Schädel.
    Ein Blick zu Varro ließ ihn jedoch nicht weitereskalieren. Er begnügte sich damit den Kerl auf der andren Seite des fetten Schreibtischs mit seinen Blicken zu fixieren. Das konnte er gut und bei manchen Menschen löste das mit der Zeit Unbehagen aus.

  • Varro bemerkte die vornehme Zurückhaltung seines Gegenübers. Sicherlich würde sich gleich empören und auf seine Privilegien pochen, doch er war ein Laticlavus, ein senatorischer Tribun, ein Stabssoldat, pro Forma Stellvertreter des des Legionslegatus dem man üblicherweise die Legionsreiterei oder die Logistik ans Bein band. Beides nicht gerade beliebte Posten. Also ein geduldeter Durchgangsposten mit reichlich Purpur und TamTam, der nach meistens ein bis drei Jahren wieder in den CH zurückkehrte. Weshalb also glaubte er sich mit derart brisanten Themen befassen zu können die sonst minimal ein Tribunus angusticlavius handhaben würde? Da passte einiges nicht zusammen.
    Daher sollte es den Guten nicht wundern wenn Varro zumindest reserviert reagierte.
    Jahrelange Dienste eines Informanten sagst du? Wie vertrauenswürdig und vor allem erfolgsversprechend sind diese Aussagen? Ich möchte dich nicht langweilen, aber es war schon einmal eine Vertrauensperson die uns 3 Legionen in den germanischen Wäldern gekostet hat. Natürlich wußte er das, aber er war hier um zu lernen, sich auf höhere Ämter vorzubereiten. Dieser Weg war steinig und nicht in Rosenblättern gebettet.

  • So, das war jetzt aber genug der abfälligen Äusserungen über meinen offensichtlichen Stand und meine Position innerhalb der Legio. Immerhin hatte ich den Befehl vom LAPP persönlich bei seiner Ankunft hier in Germania erhalten, um was ich mich kümmern sollte und in welcher Art. Seither hatte ich mich ausschliesslich darum gekümmert. Auch die Kontaktpersonen in der Ala, nämlich der Subpraefectus und der Praefectus persönlich, waren vom LAPP persönlich darüber informiert worden, dass ich in der Angelegenheit der gemeinsamen Koordination Befehlsgewalt hatte. Ebenfalls klar war, dass ich nicht bloss für eine Amtszeit hier war sondern bereits mehrere davon hier verbracht hatte und mich daher bestens auskannte und kein Anfänger mehr war. Das musste den beiden Männern vor mich klar sein. Falls nicht, dann würden sie es selber herausfinden müssen. Ich würde es ihnen nicht unter die Nase reiben.


    Ich drehte mich kurz um und suchte im Regal hinter mir eine Papyrusrolle, welche ich mir vom Praefectus der Ala persönlich hatte geben lassen. Sie beinhaltete den Bestand der Ala II Numidia mit Rängen und Namen, was für die Planung von gemeinsamen Übungen und Aktionen in den letzten Jahren äusserst wichtig gewesen war. Bei der Durchsicht der Rolle fiel mein Blick auf 2 mir noch unbekannte Namen. Die Ränge eines Decurio und eines Duplicarius passten.


    Da ich in den letzten Jahren fast alle Offiziere der Ala II Numidia persönlich und auch im Einsatz kennen gelernt habe, darf ich annehmen, dass ihr Decurio Germanicus Varro und Duplicarius Matinius Ocella seid.


    Ich mochte zwar vielleicht von meiner Herkunft her privilegiert sein und das Kriegshandwerk nicht von der Pike auf erlernt haben, aber ich war deswegen noch lange nicht dumm und Listen lesen war mir durchaus möglich.


    Als Offiziere und römische Bürger heisse ich euch erneut in meinem Quartier hier im Lager der Legio II willkommen.


    Ich war nicht gewillt auszusprechen, dass dies eine zweite Chance sein sollte. Als römische Bürger waren die Herren sicherlich auch gescheit genug, zu merken, wann das Eis unter ihren Füssen etwas dünner wurde und ich war nicht gewillt 2 Offiziere auf Grund uralter Vorurteile zu opfern, zu denen ich in den letzten X Amtszeiten gar nichts beigetragen hatte.


    Nach einer kurzen Pause, um die Worte einsacken zu lassen, fuhr ich sogleich weiter: So, wie ich euren Worten bereits entnehmen konnte, hat der Praefectus Alae euch als Antwort auf mein Schreiben zu mir geschickt. Ich bin sicher, er hat euch dabei nicht bloss einen Auftrag erteilt, sondern auch daran gedacht, dass ich euch noch nicht kenne und euch daher ein Schreiben mit seinem Siegel mitgegeben.

  • Oha, dachte sich Ocella. ...er kann lesen,...nun wenigstens etwas. Wahrscheinlich hatte er das von einem griechischem Hauslehrer der im als Belohnung dann den Hintern gepudert hatte. Wie wichtig er in der Rolle nachgesehen hatte, geheimniskrämerisch fast. Und dann diese diese Stimmlage nachdem er sich schlau gemacht hatte. Hallo! Ich weiß was! Zweifellos durfte er dem Griechen nachher auch noch...
    Na egal. Ocella setzte sich weniger aufreizend hin und verschleierte seinen Blick. Er verfiel in eine Hab´Acht Starre fixierte ein abstehendes Härchen an der gezupften Augenbraue links.
    Sollte Varro den Kleinen handhaben.

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