Alles was das (Kauf)herz begehrt - Die Trajansmärkte

  • Der Architekt Apollodoros schuf die berühmten Trajansmärkte. Die bekannten Märkte sind im Einschnitt des Berges gebaut worden. Hier wurde der Hang wurde in mehreren Stufen abgetragen, ferner wurde hier ein komplexes System von Anlagen errichtet. Die Form des beeindruckenden Bauwerks erinnert an eine Staumauer.


    Im Untergeschoss sind elf Läden zu finden, rechts und links gibt es einen Eingang hierzu. Darüber, im zweiten Geschoss, verläuft ein überwölbter Gang, an welchem zehn weitere Läden zu finden sind. Rundbogenfenster durchbrechen hier die Fassade und sorgen für ausreichend Licht.


    Nördlich verlängert sich die halbrunde Fassade zu einer geraden Linie. Hier findet man weitere Läden.


    Eine Terrasse bildet das dritte Stockwerk, über dem Gang des darunter liegenden Stockwerks.
    Hier führt die Via Biberatica entlang. Auch hier sind weitere Läden zu finden, so dass das gesamte Forum über 150 Läden für schau- und kauflustige Kundschaft bietet.


    Von der Via Biberatica führt eine Treppe zu einer zweigeschossigen Halle, die das Zentrum der Anlage bildet und den Eingang der Trajansmärkte bildet. Im Erdgeschoß findet man an den Längsseiten jeweils sechs Läden.


    Von der Südseite des Saales erreicht man die Verwaltungsräume des Verkaufskomplexes, sowie mehrere zweistöckige Lagerräume.


    Die 150 Läden mit denen die Trajansmärkte aufwarten können bieten Nahrungsmittel, Gebrauchsgegenstände, Kleidung und selbstverständlich erlesene Luxusartikel. Händler und Kunden aus aller Welt findet man hier.*


    Ansicht von Innen


    Ansicht von außen


    >> Casa Sergia


    Tiberios kam aus der Casa Sergia und hatte an die freundliche domina Clara für 50 Sesterzen zwei Bücher verkauft.


    Das Geld klimperte in seinem Beutel, und der junge Grieche war bester Dinge. Selten hatte er so viel Geld für sich alleine gehabt.
    Er ließ sich ein wenig über den Mercatus Urbis treiben, schaute mal hier mal dort, um das Gefühl zu genießen, etwas kaufen zu können, wenn er es nur wollte.
    Die Schriftrollenhändler lockten ihn ebenso an wie die Schneider, als er die Traiansmärkte betrat. Ein neues Buch? Oder eine neue Chlamys, sein alter dunkler Mantel war mittlerweile etwas abgeschossen.
    Die Farben der Stoffe leuchteten um die Wette: Safrangelb, Resedablau, sogar ein Rot, das fast, aber nicht ganz Purpur glich.


    Tiberios, der sich zwar ordentlich, aber in den schlichten Farben der unteren Stände: Wollweiß und Grau oder Braun für seinen Mantel kleidete, sah das alles mit Bewunderung.


    Dann fiel ihm endlich ein, was er sich nun leisten könnte: In der Casa Leonis hatte ihm der Händler edler Düfte, Viridomarus, die perfekte Kombination aus Raumduft und persönlichem Parfüm für seine Herrin empfohlen und ihm einen Sonderpreis versprochen:
    Das Duftöl aus der Mischung Wachholderbeere, Nussgraswurzel, Koniferenharz und Schminkwurz für die Bibliothek, das erfrischen und beleben sollte, und das Parfüm auf Ölbasis basierend auf Zimt, Bittermandel und Kalmus, um die Behandlung durch Wärme zu unterstützen, wollte Tiberios jetzt besorgen.


    Den Raumduft konnte er aus dem Budget für die Casa Furia bezahlen, das Parfüm jedoch würde er aus seinem peculium nehmen. Falls domina Furia Stella es nicht leiden mochte, konnte er es für sich behalten – ein zimtiger Duft war eine Abwechslung zu Zitronengras, was er ansonsten bevorzugte.


    Tiberios sah sich neugierig um, legte nun aber eine Hand an seinen Geldsack, um ihn zu schützen.
    Die Traiansmärkte wimmelten vor Menschen jeglicher Herkunft und jeglichen Standes, jedoch leider auch von Taschendieben und Betrügern, weshalb hier auch die Urbaner Streife gingen; dennoch war es angebracht, auf sein Eigentum selbst Obacht zu geben.


    Auch vor dem Laden mit den exotischen Tieren blieb Tiberios stehen. Eine elegant dahingestreckte, gefleckte Katze aus der Provinz Aegyptus säugte vier Jungen und gab dabei ein wunderbar beruhigendes Geräusch von sich. Tiere kamen jedoch für den furischen Sklaven keinesfalls in Frage.


    Tiberios erreichte die Treppe, die in das zweite Geschoss des immensen Gebäudes führte.


    >> Zum duften Viri



    Sim-Off:

    Wer sonst noch durch das antike Einkaufszentrum bummeln möchte, kann in diesem Thread gerne mit schreiben.

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    MAIORDOMUS - FURIA STELLA

    3 Mal editiert, zuletzt von Tiberios ()

  • Der Mittag nahte und Viridomarus plagte etwas der Hunger. Gemeinsam mit Nubius machte sich Viri auf den Weg um sich etwas die Beine zu vertreten und sich etwas köstliches zu Essen zu kaufen. Die Märkte waren hierfür hervorragend geeignet.


    Und so ein kleiner Bummel hatte einen weiteren Vorteil, Viri konnte sich so infomieren was die Konkurrenz um ihn herum anbot. Was lag in den Auslagen? Was wurde feilgeboten? Schilder was wo erhältlich war, gab es kaum. Die ausgelegte und ausgehangene Ware, war eindeutig genug um der Kundschaft zu zeigen, was hier zum Verkauf stand.


    Während sich Viridomarus nach feinen Stoffen, Schmuck und Geschmeide umschaute, hielt Nubius argwöhnisch Wache. Der Thraker schlenderte weiter und machte an einem Imbiss-Stand halt. Er gönnte sich ein Stück saftig gebratenes Fleisch mit geröstetem Brot und machte sich danach auf, um wieder in sein Geschäft zurückzukehren.


    Auf dem Rückweg entdeckte er den Laden für exotische Tiere. Eine Katze aus der Aegyptus säugte vier Jungen und schnurrte dabei vor sich hin. Viri betrat den Laden und erkundigte sich nach den Kätzchen. Der Verkäufer erklärte ihm, dass sie momentan noch zu klein seien um abgegeben zu werden. Aber er könnte schon eines der Kätzchen kaufen und es wäre dann für ihn reserviert. Viridomarus gefielen die Samtpfoten, so kaufte er einen kleinen Kater und ließ ihn reservieren.


    Die Reservierung steckte er ein und wollte damit Maximilla überraschen. Sie hatte einen Hund, sie war also Tierlieb. Er hoffte er machte ihr damit eine Freude.


    Gemütlich ging Viri zurück in seinen Laden um die nächste Kundschaft zu empfangen.

  • In Begleitung einer älteren iulischen Haussklavin und mit Aislin im Tragegeschirr auf dem Rücken, besuchte Iduna am heutigen Tag die sagenumwobenen Trajansmärkte. Ihr Dominus hatte der Rothaarigen nämlich den Nachmittag über freigegeben. Ihre morgendlichen Aufgaben hatte die kleine Germanin erledigt gehabt. So hatte sie in Begleitung die Domus Iulia verlassen. Nach einigem Fußmarsch stürzten sich die beiden iulischen Sklaven auch schon in das Getümmel der Märkte. Von deren Pracht überwältigt, blieb die Rothaarige erst einmal wie angewurzelt stehen und ließ die Pracht der Geschäftr auf sich wirken.
    “Nicht zu vergleichen mit den Mercatus Urbis.“
    Flüsterte Iduna beinahe ehrfürchtig und linste aus dem Augenwinkel in Richtung der älteren Sklavin. Diese nickte jedoch nur. Schob ihre Hand unter Idunas Ellbogen und schob die kleine Sklavin weiter.


    “Du blockierst den Weg.“
    Wurde die Rothaarige erinnert und Iduna senkte errötend ihren Blick. Oh je. Was für ein Bild musste sie gerade abgegeben haben. Gaffend im Weg stehend.
    “Ich war hier noch nie.“
    Gab die Cheruskerin zur Antwort und erntete lediglich ein nicken der Älteren. So setzten beide iulische Sklavinnen ihre Schritte voran.
    “Unser Dominus hat gesagt das ich mir eine neue Tunika aussuchen darf.“
    Freute sich die kleine Germanin und blickte mit strahlenden Augen zu der Älteren empor.
    “Dann sollten wir einen Schneider aufsuchen. Oder einen Verkäufer der Tuniken im Sortiment hat.“
    Erklärte die Ältere. Während Iduna hastig nickte und ihren Blick höchst aufmerksam über die Angebote und Waren der unterschiedlichen Geschäfte gleiten ließ.


    Auch Iduna blieb das Geschäft der exotischen Tiere nicht verborgen. Und so strebte sie unbewusst diesem Geschäft zu. Auch die kleine Aislin war heute besonders lebhaft und brabbelte glucksend vor sich hin. Während der Rothaarigen mit jedem verstreichenden Tag schmerzlich bewusst wurde, wie sehr Aislin Angus ähnelte. Ihre Haarfarbe und die Augen hatte das Mädchen von dem Kelten. Sodass sich Idunas Herz schmerzhaft zusammen zog. Doch der Anblick der exotischen Tiere riss Iduna augenblicklich aus ihren Grübeleien. Während Aislin in ihrem Tragegestell zu zappeln begann und ihre kleinen Fingerchen in Richtung der wunderprächtigen Tiere streckte.
    “Aislin. Nein.“
    Sprach die Rothaarige in ihrer Muttersprache an ihre Tochter gewandt. Und zum Glück beruhigte sich das kleine Mädchen auch schon. So konnten die beiden iulischen Sklavinnen ihre Erkundungen fortsetzen.

  • Noch immer brabbelte die kleine Aislin freudig vor sich hin. Während die beiden iulischen Sklavinnen langsamen Schrittes weitergingen. Schließlich wollte sich die Rothaarige nach einer neuen Tunika umsehen. Nur wo befand sich gleich nochmal ein Schneider oder ein Verkäufer der Tuniken zum Verkauf anbot? Hatte die ältere Sklavin ein solches Geschäft gesehen? Diese jedoch zuckte lediglich mit den Schultern. Hm. Vielleicht sollten sie sich durchfragen? Den Verkäufer in dem Geschäft mit diesen wunderschönen exotischen Tieren vielleicht? Wenn er hier ein Geschäft hatte, dann musste er doch auch seine Kollegen der anderen Geschäfte kennen, oder?


    Nachdenklich und überlegend knabberte die kleine Germanin auf ihrer Unterlippe herum. Sollte sie die wenigen Schritte zurück gehen? Noch waren sie nicht zu weit von eben jenem Geschäft mit den exotischen Tieren entfernt. Aber wäre es nicht aufregender und interessanter diesen Tunikenverkäufer auf eigene Faust zu finden? Durchaus. Nur sollte Iduna darauf achten das sie Aislins Spannung hochhielt. Nicht auszudenken wenn das Mädchen plötzlich zu weinen begann. Denn dann konnte es schon einmal passieren das sich Aislin in einen solchen Weinanfall hinein steigerte und dann kaum mehr zu beruhigen war. Doch so weit war es in ihrer Situation noch lange nicht. Und so hielt die Rothaarige ihre Augen nach einem Tunikengeschäft offen.


    Je länger die beiden iulischen Sklaven durch die Trajansmärkte gingen, desto unruhiger wurde Aislin. Was Iduna am leichten schaukeln der Konstruktion auf ihrem Rücken spürte. Und so bedeutete Iduna der älteren Sklavin ihre Schritte zu verlangsamen. Während die Cheruskerin ein flaches Wasserbassin ansteuerte, an dessen Rand Bänke aufgereiht waren. Vorsichtig löste die Rothaarige die lederne Schnürungen und ließ die hölzerne Konstruktion ebenso vorsichtig von ihrem Rücken gleiten. Behutsam nahm Iduna ihre Tochter aus ihrer Sitzmöglichkeit und streichelte zärtlich über Aislins leichten Flaum an gelockten Strähnen.
    “Meine Kleine.“
    Flüsterte die Rothaarige. Stubbste Aislins Näschen mit der ihrigen an und hielt ihre Tochter schließlich sicher in den Armen. Als sie sich langsam auf die hölzerne Sitzgelegenheit gleiten ließ. Nur ein bisschen die Füße ausruhen.

  • Farbenmischer Pater Danuvius >>>


    Von dem Farbenmischergeschäft aus begleitete Tiberios den jungen dominus Decimus Furius Valentinus bis in die Traiansmärkte.*
    Der furische Sklave trug einen Korb, um die Einkäufe zu transportieren. Einen Custos, einen Wächter, hatten sie nicht mitgenommen, denn noch war es hellichter Tag, und sie wollten auch nicht zu spät nach Hause kommen.


    "Wohin gehen wir, Dominus?", fragte der Maiordomus.



    Sim-Off:

    * Beschreibung

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    MAIORDOMUS - FURIA STELLA

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  • Nachdem die beiden nun in der Farbenmischerei Tinte gekauft hatten, benötigte Valentinus nun noch etwas, worauf er schreiben konnte.


    "Wir sind auf der Suche nach Pergament."


    Antwortete er dem Sklaven Tiberios, der die Einkäufe trug.

  • Die Traiansmärkte waren wie üblich voller Menschen der verschiedensten Stände und Herkunft. Da ging eine stolze Nubierin neben einem Germanen, dessen verfilzter gelber Bart ihm bis zum Gürtel hing. Eine vornehme Römerin wandelte gelassen in der Menge; zwei Sklaven mit Knüppeln machten ihr mit Drohgebärden den Weg frei, während ein dritter schöner Junge, der eine Art indische Phantasiekleidung anhatte, einen Alexandersittich aus Indien auf einer goldenen Stange hinterhertrug; die Tiere waren sündhaft teuer. Ab und zu sah man auch Urbaneruniformen; die Traiansmärkte waren leider auch wegen ihrer Taschendiebe bekannt.


    Tiberios bemerkte, dass der junge, gutaussehende Valentinus die Aufmerksamkeit der anwesenden Mädchen weckte – aber nicht, ob der das selbst mitbekam.
    Eine Gruppe junger Damen in seidenen Gewändern, die Gesichter halb hinter Fächern verborgen, giggelte untereinander, während sie den jungen Römer betrachtete.
    Der furische Sklave grinste etwas in sich hinein.


    Pergament wollte der junge dominus! Das war ein edleres, teureres Schreibmaterial als Papyrus.
    „Im zweiten Obergeschoss gegenüber des Duften Viris liegt solch ein Laden. “, erinnerte sich Tiberios.
    Er wies auf die erste breite Treppe, die nach oben in das nächste Stockwerk führte.


    Dabei sah er sich etwas ängstlich um.
    Bis dato hatte er um die Traiansmärkte einen Bogen gemacht. Nicht, dass die Zwillinge unverhofft auftauchten und ihn doch noch kriegten.*


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  • Valentinus war wie immer beeindruckt von der Vielfalt an Menschen, die man hier auf den Trajansmärkten zu Gesicht bekam. Genau wie Tiberios beobachtete er, wie Angehörige verschiedenster Völker an ihnen vorbei gingen. Dass der junge Furier selbst allerdings auch das Aufsehen einiger jungen Damen auf sich zog, bemerkte dieser erst spät, was ihm zwar schmeichelt, ihn aber auch etwas rot werden ließ.

    "Gut, dann gehen wir dorthin."


    Antwortete er Tiberios und ging auf die Breite Treppe zu, auf die der Sklave deutete.

  • Tiberios, der den jungen Dominus genau beobachtete, merkte, dass Valentinus errötete, als er die Blicke der jungen Damen zur Kenntnis nahm.


    Ob er wohl schon eine Braut hatte? Oft wurden Römer früh verlobt, weil Ehen ja immer Bündnisse zwischen Familien waren, aber zur Hochzeit kam es für gewöhnlich später, wenn der Mann schon etwas erreicht hatte im Leben.

    Tiberios sah durchaus auch gerne herausgeputzte Mädchen, aber als Sklave konnte er sie im Unterschied zu seinem Herren nicht so direkt anschauen, sondern musste respektvoll den Blick senken. Es sei denn, das Mädchen war auch eine Sklavin.


    Die Fächergruppe sah immer noch in ihre Richtung, und eine der jungen Frauen war besonders vorwitzig und rief Tiberios zu: „Du da, wie heißt denn dein Dominus?“


    Tiberios sah dominus Valentinus fragend an: Ignorieren wir sie?


    Mittlerweile hatten sie die Treppe erreicht und reihten sich in die Schlange ein, die nach oben in das erste Geschoss wollte.
    Es gab mehrere Aufgänge, aber alle waren gut besucht, und Ordnungssklaven sorgten dafür, dass in der Menschenmenge niemand zu Schaden kam.


    Dann die zweite Treppe.
    Dort befand sich rechter Hand die Taberna mit den Schreibmaterialien, und wie bei Tiberios'erstem Besuch , rief ein Verkäufer:
    „Salve, Dominus! Suchst du Papyrus, Pergament oder Tabulae, oder auch Holzplättchen für Codices?“
    , nur dass er diesmal nicht ihn, sondern Decimus Furius Valentinus ansprach.

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  • Valentinus war zwar durchaus attraktiv und gut aussehend, doch hatte er bisher recht wenig Glück mit den Frauen gehabt. Oft fühlte er sich unwohl in der Gegenwart des anderen Geschlechts.


    Als Tiberios den jungen Furier nach dem Ruf einer der Damen fragend ansah, bedeutete dieser ihm sie zu ignorieren, im Moment hatte er keine Zeit für so etwas.


    Nachdem die beiden erst die erste, dann die zweite Treppe hinter sich gelassen hatten, wurden sie schon vom Verkäufer des von Tiberios empfohlenen Geschäfts angesprochen.


    "Salve, ich bin auf der Suche nach Pergament."

    Antwortete er diesem.

  • Der Verkäufer verbeugte sich und dann ratterte er los:


    „Da bist du bei uns an der richtigen Adresse, edler Dominus, was darf es denn sein?
    Pergament aus Kalbs, Ziegen- oder Schafsleder?
    Naturbelassen oder mit Bimsstein geglättet und dazu noch mit Kreide geweißt?
    Preiswerter rescriptus *oder feinste Qualität aus ungeborenen Lämmern?
    Oder gar Purpurpergament, das Beste vom Besten?“


    Tiberios wußte von was der Verkäufer redete; solche Materialkunde gehörte zu seiner Ausbildung als Scriba.


    Der Verkäufer verbeugte sich noch einmal:
    "Mit großem Vergnügen zeige ich dem Dominus, wenn er noch unschlüssig ist, die Ware.", sagte er.


    Beinahe hätte Tiberios genickt, doch diese Entscheidung stand ihm nicht zu. Fragend blickte er dominus Valentinus an.


    Sim-Off:

    * hier: bereits einmal beschriebenes Pergament

  • Valentinus konnte nur zuhören, wie der Verkäufer die verschiedensten Arten von Pergament anpries.
    Da der junge Furier sich allerdings nicht besonders mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Schreibpapiere auskannte, sagte er:


    "Ja, ich würde deine Waren gerne einmal sehen, damit ich mich entscheiden kann. Zeige sie mir bitte."

  • Der Verkäufer nickte „Sehr gerne, bitte folge mir!“ und führte den Römer und seinen Sklaven nach hinten in die Verkaufsräume, wo es immer kühl und etwas frisch war, denn Pergament mochte weder hohe Temperaturen noch zu trockene Luft.


    Dort breitete er verschiedene handtellergroße Proben vor Dominus Valentinus aus:
    „Pergament vom Kalb, hier sind die Haaransätze als feine Pünktchen sichtbar.“, sagte er:
    „Das andere ist Pergament vom Zicklein, sehr regelmäßig die Pünktchen.
    Sehr gerne gekauft wird Lamm, da es von Natur aus eine honigartige Färbung hat, und man die Haaransätze nicht sieht.
    Am feinsten ist ungeborenes Lamm. Je sorgfältiger mit Bimsstein geglättet wird, desto glatter und hochwertiger ist das Pergament.
    Mit Kreide kann man es weissen, so dass jede schwarze Tinte besonders gut zur Geltung kommt.
    Für einen besonderen Anlass – beispielsweise eine Hochzeit...!“ Der Verkäufer grinste nun breit:
    „..empfehlen wir Purpurpergament; mit echtem Purpur aus Tyros eingefärbt; der wird dann mit Gold- oder Silbertinte beschrieben.“


    Tiberios horchte auf, mit Gold- oder Silbertinte hatte er noch nie geschrieben. Das würde er zu gerne einmal ausprobieren.
    Da der Verkäufer ihn ignorierte, was normal war, sagte er aber nichts.
    Mal sehen für was sich dominus Valentinus entscheiden würde.

  • Der junge Furier folgte dem Verkäufer in die kühlen Verkaufsräume, wo das Pergament zu finden war.
    Während vor Valentinus die verschiedenen Sorten ausgebreitet sowie vorgestellt wurden, beobachtete jener aus dem Augenwinkel auch Tiberios, der sehr aufmerksam zu sein schien.


    Valentinus musste sich allerdings auch auf die ihm vorgestellten Waren konzentrieren, denn er war sich schließlich nicht sicher, was er kaufen würde. Vermutlich würde der Preis es am Ende entscheiden.


    Als der Verkäufer dann allerdings auf das Purpurpergament, das er sich für den Abschluss aufbehalten hatte, zu sprechen kam, wurde Valentinus doch neugierig.


    "Dürfte ich das Purpurpergament einmal genauer betrachten?"

  • "Selbstverständlich!", sagte der Verkäufer und erzählte wieder, was er auswendig wusste:
    "Schon seit tausend Jahren haben die Punier das Verfahren entwickelt, wie man aus Purpurschnecken Farbe gewinnt. Die Schnecken werden lebend gefangen. Dann werden ihnen kleine Drüsenkörper aus der Atemhöhle entfernt, zerquetscht, damit ein gelblicher Saft austritt, die Masse wird drei Tage in Salz eingelegt und zehn Tage lang über Dampf erhitzt, damit alles schön gärt. Jede Schnecke hat nur einen Tropfen des kostbaren Saftes, daher braucht man für ein scrupulum* Farbe 12.000 tote Schnecken. Und das ist nicht alles, nur mit Hilfe der Sonne oder im Wasser entsteht jener kostbare Purpurton, der dem Kaiser und den Senatoren vorbehalten ist.
    Ich zeige dir, wie solch ein Blatt aussieht, junger Dominus."


    Der Verkäufer zeigte ein Blatt Purpurpergament, ließ es aber nicht aus den Händen.



    Sim-Off:

    * Scrupulum (Steinchen), umgerechnet 1,137 g

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    Einmal editiert, zuletzt von Tiberios ()

  • Valentinus konnte nur staunen, während der Verkäufer dem jungen Furier die Herstellung des Purpurpergaments erklärte. 12.000 Schnecken nur für ein scrupulum - der Aufwand war ja kaum vorstellbar. Den Preis der der Ware wollte sich Valentinus allerdings auf keinen Fall vorstellen, denn dieser war sicher für Normalsterbliche unbezahlbar. Neugierig war der junge Furier jedoch trotzdem und betrachtete das Purpurpergament mit großen Augen.

  • Da der Verkäufer davon ausging, das der junge Herr nicht wirklich an einem Kauf von Purpurpergament interessiert war, sonst hätte er nach dem Preis gefragt - wie die meisten Kunden wollte er so ein Teil einfach nur einmal sehen - legte er das wieder weg und wies auf die anderen Pergamentproben:
    "Sagt dir davon etwas zu, Dominus?", fragte er.

  • Der junge Furier wandte sich nun wieder den übrigen Pergamenten zu und sah diese noch einmal an, bevor er sich entschied.


    "Das Pergament vom Lamm spricht mich an, wie sieht es denn mit dem Preis aus?"

  • "Ein Denar pro Blatt* für einfaches Lamm; gut geglättet und geweisst dann zwei Denare", antwortete der Verkäufer wieder mit einer Verbeugung:
    "Wieviele Seiten von welchem möchtest du, Herr? Ich hole sie sofort aus dem Lager."


    Tiberios schien es eine gute Wahl. Er hoffte allerdings, dass Dominus Valentinus nachprüfen würde, dass die Ware wirklich so aussah wie die Probestücke. Auch in den feinen Trainansmärkten versuchte man manchmal, Kunden übers Ohr zu hauen.


    Besonders aufpassen musste man, dass man bei Pergament keinen mehrfachen palimpsestos , wie es auf Griechisch hieß, angedreht bekam. Wenn man die alte Schrift abkratzte und das Pergament fein polierte, sah man das nicht gleich, es sei denn, man prüfte es genau im Sonnenlicht.



    Sim-Off:

    * Blatt = 17 cm x 29,5 cm
    Da ich die Preise von Pergament nirgends gefunden habe, ging ich vom Kaufwert ein Denar= 20 Euro aus und den heutigen Pergamentpreisen aus. (40 Denare im Jahr 300 erscheint mir für das Jahr 117 zu hoch)
    1 Denar = 4 Sesterze

  • "3 Blatt vom einfachen Lamm werden reichen."

    Sagte der junge Furier zufrieden zum Verkäufer und wartete darauf, dass der Verkäufer das Pergament aus dem Lager holte.


    Im Gegensatz zu Tiberios war Valentinus nicht so argwöhnisch, einen Betrug erwartete er nicht. Auf den Traiansmärkten würde man ihn schon nicht übers Ohr hauen, hoffte er zumindest.

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