• Im apodyterium, dem Umkleideraum, entkleidete man sich und verstaute seine Kleidung in den in die Wand eingelassenen, abschließbaren Nischen, den loculi, oder gab sie seinem Sklaven oder dem Capsarius (Sklave, der die Kleidungsstücke bewacht) zur Aufbewahrung.


    Die Temperatur in den einzelnen Räumen entsprach vermutlich der in den türkischen Hammm, wie auch der Ablauf der Badeprozedur ähnlich beschrieben wird.


    Als erstes kühlte man sich im frigidarium, dem Kaltbaderaum, ab und sprang dort in das Kaltwasserbecken. Das frigidarium war der größte Raum der Thermen und daher vermutlich der Hauptaufenthaltsraum. In den Caracalla-Thermen befanden sich dort 1600 Marmorsessel, auf denen man sich sitzend mit kaltem Wasser begießen lassen konnte. Hier befanden sich auch kleine Becken (piscina). Man reinigte sich mit dem strigilis und ließ sich nach dem Bad im aleipterion (lateinisch: unctuarium) einölen und massieren. Das frigidarium der Diokletiansthermen ist als Kirchenraum bis heute erhalten. Angeschlossen an das frigidarium war die palaestra, der Sportplatz, so dass man sich nach der körperlichen Ertüchtigung, etwa durch Ballspiele oder Muskeltraining mit Hanteln, gleich im kalten Wasser erfrischen konnte. Große Bäder boten zusätzlich ein richtiges Schwimmbecken (natatio) an, teilweise sogar überdacht, die allerdings nur so tief waren, dass man immer stehen konnte, da nur wenige Menschen das Schwimmen beherrschten.


    Darauf folgte das ebenfalls durch Hypokausten beheizte tepidarium mit milder Hitze. Das tepidarium enthielt meist kein Becken. Es isolierte die beheizten Räume von den kalten und erleichterte so die Anpassung.


    Anschließend betrat man das caldarium, den durch Hypokausten und Wandheizungen geheizten, meist nach Süden hin gelegenen Heißbaderaum mit Heißwasserbecken. Die Bodentemperatur konnte dort leicht über 50 °C betragen, weshalb man im Bad Holzschuhe trug. Im caldarium gab es meist Apsiden, in denen sich die mit 40 °C heißem Wasser gefüllten Wannenbäder befanden. Während man den Ausblick durch die großen Fenster genoss, konnte man sich von einem Sklaven mit warmen Güssen überschütten lassen.


    Schließlich gab es in einigen Bädern noch ein laconicum oder sudatorium, ein Schwitzbad mit trockener Hitze ohne Becken, das durch einen Holzkohleofen beheizt wurde und deshalb viel heißer wurde als das caldarium. Luxusbäder enthielten zudem Imbisse und Läden, Bibliotheken und Vortragssäle sowie Wandelhallen, Ruhesessel und Gartenanlagen zur seelischen Zerstreuung. Zumindest in den Heilbädern hatten auch Ärzte ihre Praxisräume in Nebenräumen der Thermen. Latrinen waren fast immer Bestandteil der Thermenanlage.


    Quelle - https://de.wikipedia.org/wiki/Thermen

  • Nach dem Sport mit Gewichtheben und Ringen kam die Prozedur des Einölens und mit Sand bestäubens. Ocella hasste diese schmierige Prozedur. Der Sklave zog ihm dann mittels Strigilis sämtlich Haare vom Körper. Dann erst ging es ins Bad und anschließend das tepidarium. Danach leistete sich Ocella eine Ganzkörperpflege inklusive Massage.
    Natürlich ließ er es sich nicht anmerken, aber es fiel ihm immer schwerer morgens aus dem lectus cubicularis zu kommen. Als Duplicarius hatte er sich ein besonders edles Stück in sein Cubiculum gestellt. Er hatte immer schon wert auf solche Dinge gelegt und vermisste die Zeit auf den Pritschen der Mannschaftsränge keineswegs.
    Nach der Massage saß er auf einem Scherenstuhl und sah den Kameraden beim Sport zu. Er war äußerlich runderneuert, wenn man von den juckenden Schnittwunden an Gesicht und Armen absah. Er knurrte unzufrieden als er sich durch das Gesicht fuhr. Man hatte ihm heilende Salben auf die Wunden gegeben und dazu gemahnt sie nicht zu berühren, sondern einwirken zu lassen. Naja, er sah auf seine Hände, inspizierte die Fingernägel und dachte sich, daß die Hände zumindest sauber wären.

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    Nachdem Fango sich entkleidet und Handtuch und Badeschlappen angetan hatte, begleitete er Tisander in die heißen Dampfschwaden, die sie wie duftender Nebel empfingen. Die Stimmen der Soldaten, die bereits badeten und sich unterhielten, hallten ihnen entgegen. In der Ferne tönten die dumpfen Geräusche eines Lederballs und die dazugehörigen Rufe und Lacher.


    "Oh Mann, ich liebe heißes Wasser", freute Fango sich. "Aber da du der heutige Pflegefall bist, suchst du aus, wohin wir gehen."


    Von der konventionellen Reihenfolge hatte er noch nie etwas gehalten und wie sein Bruder machte er um das Becken mit dem kalten Wasser stets einen großzügigen Bogen, auch im Sommer.

  • Tisander der seinen Kameraden sehr dankbar für ihre Hilfe war, blieb bei der Frage des Kleinen stehen und grübelte kurz. „Hm zu dumm, eigentlich würde mir warmes Wasser gut tun, um die müden Knochen aufzulockern
    wäre es genau das richtige. Doch dummerweise weiß ich meinem Fuß und Arm bekommt das Kühle heute besser. Aber wisst ihr was, ihr habt mir soweit geholfen, ich komme vorerst alleine klar. Ihr tut was für euch und ich kümmere mich um mich. Dankbar wäre ich euch aber wenn ihr später dann hier wieder vorbei schaut.“
    ….“Aber ich hätte da noch was“, ergänzte er. „Bei unserem ersten Ausgang lade ich euch ein und wir stellen Mogo auf den Kopf“. In Vorfreude grinste er sie an.

  • Nach einer gründlichen Reinigung, dieses mal ohne Rasur. Stieg Tisander vorsichtig ins Frigidarium um ein Kaltbad zu nehmen. Trotz der Kälte tat es ihm gut.

    Er war zu erschöpft um sich danach gleich an zu kleiden. Ein Tuch um die Lenden gehüllt legte er sich auf einer der Ruhebänke. Erschrocken fuhr er zusammen, als plötzlich eine Stimme ertönte, es hörte sich
    an wie die eines Duplicarius der einen Tiro zusammenfaltete.

    Was ist nur los mit mir, überlegte er an einem helllichten Tag so müde zu sein, das kenne ich doch gar nicht. Vielleicht sollte ich anfangen und mir die Salbe einreiben oder doch lieber noch etwas liegen bleiben. Er entschied sich für letzteres.

  • Ein wenig später erschien Fango, von Kopf bis Fuß krebsrot. Die gesundheitlichen Vorteile, bei Sommerhitze derart heiß zu baden, schienen fragwürdig, doch Fango war vergnügt. Auch er trug vorbildlich sein Badehandtuch, nur trug er es über den Schultern. Er beugte sich über Tisander, sodass diesem sein Schatten ins Gesicht fiel, um herauszufinden, ob sein Kumpel schlief. Dabei besah er sich auch den malträtierten Arm, der schlimm aussah, verfärbt und deformiert. Seine eigenen Prellungen am Schildarm waren dagegen marginal, alles funktionierte noch, wenn auch unter Schmerzen.


    "Tissi?", flüsterte er kaum hörbar.

  • Erschrocken zuckte Tisander zusammen und wollte hochfahren, als der Kleine ihn rief. Kniff aber gleich die Augen zusammen und zog schmerzverzerrt dabei die Nase kraus. "Bei den Göttern nun bin ich doch eingenickt, dabei wollte ich mich nur ein wenig entspannen." Langsam richtete er sich auf und schaute sich suchend um. "Hattest du den Salbentiegel weggestellt. Es wird Zeit das ich mich einkleistere. Man was bin ich froh, dass ich den Barbaren der mir so den Arm demoliert hat, wenigstens noch zu Fall brachte. So wie der zum nächsten Schlag ausholte, wäre ich jetzt Matsch", sinnierte er kurz. "Was soll es, lass uns weitermachen, ich möchte endlich was vernünftiges essen."

  • "Den habe ich mitgenommen und ins Regal gestellt bei den Umkleiden." Fango verschwand kurz und kehrte samt Salbentigel wieder. "Kriegst du das allein hin oder brauchst du die Hilfe meiner schwieligen Hände?" Soldatenhände waren doch ein wenig rauer als die eines Sklaven, dessen Aufgabenbereich Körperpflege war. Sie hatten zeitweise etwas von einem Reibeisen.

  • Tisander betrachtete seine Hände, harte schwielige Hände, so wie ein Wagenlenker sie hatte. Er war es gewohnt für sich selber zu sorgen. "Wenn du mir keine Lupa spendierst und dich nicht selber bemühst muss ich es wohl alleine schaffen". Grinsend nahm er den Tiegel und schmierte sich zuerst den Arm ein und danach den Fuß. "So und nun noch in die Klamotten, was steht dann an?" Fragend sah den Kleinen an. Nach essen war ihm aber auch nach etwas anderem stand ihm der Sinn. Hoffentlich hatten sie bald Ausgang, sonst musste er sich etwas einfallen lassen.

  • "Eine Lupa?"


    Fango runzelte die Stirn und versuchte, den Zusammenhang zu finden. Er fragte sich, ob das vielleicht eine Aufforderung war, Tisander tatsächlich eine leichte Dame zu organisieren, um seine Heilung zu beschleunigen. Als Tiro, der keinen Ausgang bekam, war das allerdings schwierig. Dann fiel ihm ein, wo das Problem lag.


    "Oh, ich vergaß - du stammst ja aus einfachen Verhältnissen! Du bist es nicht gewohnt, dass man dich verwöhnt. Weißt du, das ist so. In der Casa Iunia hatten wir einen Haufen Sklaven, da konnte man sich den Besten für jede Aufgabe herauspicken. Man musste nicht einen Finger selbst krumm machen, wenn man nicht wollte und Seia Sanga nicht gerade besonders bösartige Tage hatte. Und falls man so arm ist, dass man keine eigenen Sklaven besitzt, gibt es in den öffentlichen Thermen auch Staatssklaven, die einem behilflich sind. Man muss sich nicht selbst verrenken, um an alle Stellen zu kommen, es gibt immer helfende Hände, die einen einölen und einsalben."


    Und was man sonst noch so von ihnen verlangte, zum Beispiel, unerwünschten Haarwuchs weg zu zupfen. Hier in den Thermen der Ala halfen Fango meist Zisimos oder Alwin, wobei er Zisimos den Vorzug gab - der spendierte einem nämlich dabei noch eine Massage.

  • Ah so macht das kleine Schlitzohr es also und ich quäle mich die Ganze Zeit selber ab, überlegte Tisander.

    "Da hatte ich schon die Hoffnung du hättest einen Geheimtipp für mich. An Geld sollte es nicht scheitern, denn unvermögend bin ich bestimmt nicht. Aber wenn du sagst die beiden gehen einem auch zur Hand. Wie machst du das eigentlich, bieten die dir das an oder fragst du sie?. Mir wäre es nie in den Sinn gekommen meine Kameraden zu fragen."

    Nachdenklich ergriff er den Salbentiegel und begann vorsichtig mit dem einreiben. Linke Hand für den rechten Arm war kein Problem, ebenso wenig würde es bei seinem Fuß kein Problem sein.

    "Aber nun im Vertrauen, eine Lupa wäre trotzdem recht angenehm, oder gibt es es hier sonst eine Lösung?"

    Vielleicht hatte er ja Glück und der Kleine wusste etwas, er schien ja recht umtriebig zu sein.

  • Fango nahm Tisander die Salbe weg, um ihn einzureiben. So weit kam es noch, dass der verletzte Freund sich selbst überlassen wurde. Vorsichtig begann Fango mit dem malträtierten Arm. Der arme Tisander litt scheinbar unter Berührungsängsten, wenn er sich nicht einmal traute, nach Hilfe zu fragen. Fango hingegen hatte keinerlei Scheu, von anderen berührt zu werden oder sie anzufassen. Das lag entweder an den heimischen Verwöhn-Sklaven oder daran, dass er zwei Brüder hatte.


    "Zisimos hat mich gleich am ersten Tag gefragt, ob ich ihm helfe. Er hat Haare auf dem Rücken, die lassen sich schlecht allein entfernen. Das habe ich für ihn gemacht und im Anschluss hat er mir dann bei meinem Kram geholfen. Und Alwin muss ja auch gepflegt aussehen, so als Kaufmannssöhnchen. Es ist nichts dabei, sich gegenseitig zu helfen, beim Ringen ist man doch auch nackt und grabscht sich überall an."


    Er überlegte, ob Tisander schon mal in den Thermen dabei gewesen war, während sie sich balgten oder mit dem Ball spielten (oder beides zugleich, man musste das Regelwerk nicht immer so genau nehmen).


    "Lupas scheint es irgendwo in der Stadt zu geben. Da musst du mal den Vexillarius Matinius Ocella fragen, der kennt sich in der Hinsicht am besten aus von den Leuten, die ich so kenne. Oder seinen Bruder, der drückt sich hier auch manchmal rum und ist recht umtriebig." Den Sabaco kannte Fango - er war der beste Freund seines Onkels Stilo und darum manchmal mit ihm gemeinsam zu Gast gewesen in der Domus Iunia. "Alwin brauchst du nicht zu fragen. Der hat seine Frau hier in der Nähe wohnen - die hat ihm auch die Seidenpantöffelchen mitgegeben - und Zisis, na ja, der ist halt Grieche. Den brauchst du wohl genau so wenig zu fragen."

  • Tisander runzelte die Stirn, es schien ihm, er hatte hier einiges verpasst. Vom Bad nach dem Training oder nach einem Wagenrennen war er es gewohnt sich um sich alleine zu kümmern. Da er der jüngste in seiner Praesina und auch sonst war, waren ihm nicht die Blicke der anderen entgangen. So war es gekommen, das er versuchte möglichst die ruhigen Zeiten der Thermen zu nutzen.

    Vielleicht sollte ich mich doch um mehr Anschluss bemühen, auch wenn ich die Ruhe liebe, dachte er.

    Auch wenn er zu erst die Zähne zusammen biss, bei Fangos Behandlung, so spürte er bald wie gut es ihm tat. „Ich muss schon sagen du hast ein Händchen dafür, ich dachte Sklaven hätten dich bedient, wie kommt es das du dies auch beherrschst? Aber nun komm lass uns Schluss machen ich habe wie gesagt Hunger.“

  • "Hunger auf was zu Essen oder auf eine Lupa?" Das hatte Fango nicht so ganz verstanden. "Dein Fuß auch noch? Zisimos war mein hauptsächliches Versuchsopfer, an dem kann man wunderbar üben, weil er schön stillhält und im Gegensatz zu Alwin nicht wegen jedem kleinen Fehler losjammert."

  • "Beides", grinste Tisander, dabei frage ich mich gerade ob du das überhaupt schon verstehst. Er wusste die Frage war mehr als boshaft, doch er fand das musste einfach sein. Der Kleine war einfach zu brav und musste langsam gefordert werden.

  • "Das wird schwer, wenn du nicht weißt, wo wir eine Lupa herbekommen, so ohne Ausgang." Fango hätte fast Freigang gesagt. "Entweder du musst einen Kameraden mit Ausgang überreden, dir eine reinzuschmuggeln, oder dich gedulden bis du Eques bist. Aber beim Essen kann ich dir helfen."


    Fango wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. Denn natürlich hatte Fango auch für Tisander einen Apfelkuchen organisiert, wie für jeden Verletzten, den er persönlich kannte, außer Decurio Equitus Calenus, bei dem er sich das wegen des astronomischen Rangunterschiedes nicht getraut hatte. Jetzt verspürte er ein schlechtes Gewissen, verbunden mit Horrorvorstellungen, wie der Decurio sich völlig vereinsamt in einer finsteren Kammer grämte, weil niemand ihm Kuchen brachte.

  • "Essen geht vor, man muss ja schließlich bei Kräften sein und bleiben", grinste Tisander schief. Dann konnte er es nicht lassen und bohrte nach. "Warst du denn schon einmal mit einer Lupa zusammen oder benutzt du lieber hauseigene Sklaven? Schöne jungen gibt es bei euch doch auch oder bist du der Schönling vom Dienst?"

    Jetzt würde das Augenbrauen wackeln was der Keine so liebte ihm auch nicht viel nutzen, jetzt musste er Farbe bekennen.

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