Ein neuer Centurio, ein neuer Wind

  • Sextus Cossutius Bellutus trat vor seine Unterkunft mit den Insignien seiner Position. Er sollte heute die 1. Centurie der 4. Cohorte übernehmen. Eine Ehre in der Prima zu dienen zweifellos, wenngleich er sich mit der Versetzung von Germania hierher insgeheim mehr erhofft hatte.


    Es sollte sein letztes Kommando sein. Inzwischen war er Veteran unzähliger Kämpfe und wichtiger Schlachten im gesamten Imperium. Sein Körper war voller Narben und Kerben welche davon Zeugnis ablegten. Besonders eine Narbe im Gesicht welche von der rechten Augenbraue über die Nase durch die linke Wange bis kurz vor seiner dicken Halsader verlief, fast breit wie ein Finger verlieh seinem Anblick eine gewisse Härte und seinen Worten Glaubwürdigkeit. Er war trotz seiner 45 Lebensjahre noch immer einer der ersten bei den Läufen und Märschen. Er wirkte zäh, kampfeslustig und unnachgiebig. Jemand mit dem man es sich besser nicht verscherzen sollte.


    Seine Brust schmückten 18 Auszeichnungen, er trug an beiden Handgelenken Armiliae. Seine Torques trug er nicht, er konnte sich eh nicht entscheiden welche er tragen sollte.


    Seine Centurie war vor den Barracken angetreten. Er sah schon von weitem, daß da noch einiges im Argen lag. Daß sich hier in Cappadokien nicht die Creme dela Creme versammelt hatte war ihm spätestens jetzt klar. Seine Ziele lagen in der Ablösung des Primus Pilus, die Ziele seiner Legionäre waren ihm noch nicht wirklich klar.


    Sein Vertreter Optio Terentius Janus machte Meldung. Eine Meldung der mittelprächtigen Art. Er würde ihn sich nachher noch einmal vornehmen und ihm klarmachen was er von derlei hielt. Wobei das im Grunde fast schon egal war, weil Terentius am Ende der Woche ausscheiden würde. Sein designierter Nachfolger Furius Cerretanus würde die Scharte ausgleichen müssen.


    Sein Blick glitt über die angetretenen Legionäre. Er hatte sie in voller Montur und mit Pilum und Schild antreten lassen. Tief atmete er ein und machte sich dann auf um die erste Reihe abzuschreiten. Teilweise waren die Männer schlecht rasiert, die Ausrüstung angelaufen oder rostig. In ihren Gesichtern stand Unwille, latente Aufsässigkeit und offensichtliches Desinteresse. Bellutus nickte mit ernster Miene und stellte sich vor die Centurie, welche mit 56 Legionären natürlich nicht vollzählig war. Er gab ihnen Zeit sich seinen Anblick einzuprägen, sich ihr Bild zu machen sich klar zu werden, daß die Zeiten der Muße und des Schlendrians ab sofort der Vergangenheit angehörten.

  • Was momentan los war, dass schon wieder ein neuer Centurio vor ihnen stand, konnte ein kleiner Legionarius bestenfalls erahnen, doch wer wusste schon, was die da oben sich bei ihren Entscheidungen dachten? Was auch immer die Gründe für die häufigen Versetzungen (wenn es denn welche waren) gewesen waren - zumindest der Moral der 1. Centuria der 4. Kohorte hatte dieser ständige Wechsel der Offiziere geschadet.


    Pünktlich waren die Milites zwar alle angetreten, doch der Zustand der Einheit war durchwachsen. Cinna erwartete als einer der wenigen im sauberen Zustand den Appell, was später dazu führen sollte, dass man ihn und jeden anderen, der es "übertrieben" hatte, als Arschkriecher der Offiziere verspotten würde. Cinna kannte die sozialen Gesetzmäßigkeiten seiner Einheit leider zur Genüge.


    Trotz allem war er entschlossen, seinen Pflichten gewissenhaft nachzugehen. Das hatte ihm immerhin schon den Posten des Cacula eingebracht, des Offiziersburschen - und noch mehr Hohn von Pansa und seinen Freunden. Dagegen anzukommen war schwierig. Pansa war jemand, der oberflächlich ganz jovial wirkte, aber ausgesprochen unangenehm werden konnte und genügend Freunde hatte, die ihn nach Kräften dabei unterstützten. Aber er war kein Schläger und stiftete auch keine Gewalttaten an, so dass es wenig brachte, sich bei irgendwem über ihn zu beschweren. Die Wunden, die er schlug, waren unsichtbar und reichten tief. Wenn jemand seine Habseligkeiten aus der Latrine fischen musste, war das eine Botschaft, die nicht nur Arbeit machte, sondern auch weh tat.


    Inzwischen war Cinna nicht nur der Bursche des Offiziers, sondern auch der von Pansa. Seither ließ dieser ihn weitestgehend in Ruhe. Und so kam es, dass auch der faule Pansa vor den Offizieren heute das Musterbild eines Soldaten mimen konnte, besonders im Kontrast zum neben ihm stehenden Dexter und seiner rostigen Rüstung. Ein unausgesprochener Waffenstillstand zwischen Pansa und seinem Lieblingsopfer.

  • Unmittelbar nachdem Bala sein neues Contubernium bezogen hatte, war er dem Appell des neuen Centurios gefolgt und mit den anderen Legionären angetreten. Seine Lorica war frisch poliert und glänzte, denn er hatte - und das unterschied ihn wohl von den meisten seiner Kameraden, wenn er so in die Runde blickte - ein ausgesprochen gutes Auge für Ästhetik. Seinem Empfinden nach war Bala eigentlich ein Künstler und Schöngeist, den nur die Irrungen und Wirrungen seiner Zeit in diese entlegene Gegend verschlagen hatten. Vor seinem inneren Auge sah er sich in einem Palast thronend, von Dienern umgeben, die ihm jeden Wunsch von den Lippen ablasen und von Untertanen gefürchtet, die ihm blindlings gehorchten. Was er tatsächlich sah war aber nur Steppenstaub und ein Centurio, dessen Groll man wohl besser nicht auf sich zog. Sein Brustbehang war Zeugnis für zahlreiche Schlachten und Scharmützel, die Narben und Wunden verdeutlichten, dass nicht alle davon glimpflich ausgingen. Nein, Bala war schlau genug, um sich dieses Schwergewicht nicht zum Feinde zu machen. Aber die Erfahrung mit dem ekelhaften Gavius hatte ihm gelehrt, dass man sich seine Feinde nicht immer selbst aussuchte, sondern oftmals auch zum Feinde erklärt wurde.

  • Bellutus hatte genug. Genug von der Glotzerei, genug von der Zurückhaltung. Mein Name ist Sextus Cossutius Bellutus. ich bin seit 24 Jahren in der Legion und mein Dienstgrad ist Centurio...euer Centurio. Ich lege Wert auf Formalitäten, ich lege Wert auf Respekt und ich lege Wert auf Loyalität! Er sprach leise, das verschaffte ihm in der Regel Aufmerksamkeit.

    Einige der hinteren Ränge jedoch vermochten ihn wohl nicht zu verstehen, was sich am Wind lag, so erhob er seine Stimme.

    Der Legat ist der Meinung, daß die I. Centurie der IV. Cohorte der größte Sauhaufen der ganzen Legion sei. Daß hier die Unbelehrbaren, die Aufsässigen, die Überflüssigen ihr Dasein fristen würden. Er war der Meinung der I. Centurie der IV. Cohorte den Todesstoß mit Selbstmordkommandos zu geben um die Legion damit zur Ader zu lassen, sie zu kurieren von einer zersetzenden Krankheit.

    Was der Legat nicht direkt gesagt hatte, aber es schwang viel Hoffnungslosigkeit im Subtext mit.

    Was ich hier sehe sind Männer in Rüstungen, ich sehe verschlagene Gesichter, ich sehe geschlagene Gesichter.

    Er warf sich augenblicklich in die Brust, was seinen Optio zu einem Zusammenzucken brachte.

    Was ich sehen will sind Legionäre, Kameraden die füreinander einstehen, den Feind das Fürchten lehren und nicht den Schwächeren unter ihnen. Ich verspreche euch den Unterschied bald kennenzulernen. Die Kette ist so stark wie das schwächste Glied. ich verspreche jenen die glauben sich hier auf Kosten Anderer auszuruhen den gleichen Terror durch mich. Ich werde euch schleifen bis ihr die Edelsteine seid welche eure Ausbilder in euch vermutet haben! Ich werde euch drillen bis selbst di Übungspfosten sich vor Angst krümmen. Der Name der Cohorte IV der I. Centurie soll einen hohen Klang in der Legion haben, wenn die Wahl zwischen der I. und der IV. steht soll die IV den Zuschlag bekommen.

    Das war sicher ein wenig dick aufgetragen, denn außer irgendwelche Lieferungen zu bewachen oder Patrouillen war hier momentan kein Blumentopf zu gewinnen. Aber...

    Ich stehe als euer Centurio vor euch, ich werde mich für jeden einsetzen der es Wert ist, doch diejenigen unter euch die glauben ihre miesen Spielchen hier spielen zu können und sich wie Könige unter Bettlern benehmen, diejenigen werden als erstes über die Klinge springen. Ich reiche jedem die Hand, nehmt sie und werdet anerkannte Legionäre der XV. Legion.

    Er ballte seine Faust und schlug sie gegen seine Brust.

    Lehnt sie ab und seht was ihr davon habt. Ihr habt Eide geschworen,...ich werde sie von euch einfordern!

    Wieder glitt sein Blick über die Männer, die Mittagssonne ließ seine Rüstung unwirklich glänzen.

  • Auch die zweite Centuria der vierten Kohorte war anwesend. Stilo fungierte heute das erste Mal als Optio. Da der Appell am Tag unmittelbar nach seiner Ankunft stattfand, hatte er sich den Soldaten noch nicht offiziell vorstellen können. Da das Problem jedoch abzusehen gewesen war, hatte er die Milites im Vorfeld privat begrüßt, indem er von Contubernium zu Contubernium gegangen war und in jeder Stube einen kurzen Plausch gehalten hatte. Der Eindruck der Centuria entsprach dem staubigen Ruf der Legio, doch die Soldaten erschienen ihm eher schlecht diszipliniert als aufmüpfig. Er selbst war, wie auch sein Centurio, vorbildlich zurechtgemacht auf dem Campus erschienen, wenngleich man ihm noch die Müdigkeit von der langen Reise ansah. Stilos Centurio, Numerius Flaminius Falco, erinnerte mit seiner Hakennase und dem scharfen Blick an den namensgebenden Raubvogel. Doch wie Cossutius Bellutus war auch er recht neu und hatte es noch nicht geschafft, Ordnung in den Haufen zu bringen.


    Langsam ging Stilo hinter seinen Soldaten entlang und drückte mit dem Rebstock den einen oder anderen Rücken gerade oder klopfte die Beine weiter auseinander oder zusammen. Das war ja wie bei irgendwelchen frisch eingetroffenen Tirones ... Nachdem die Haltung der Centuria zumindest akzeptabel war, nahm Stilo an seinem Platz Haltung an und Cossutius Bellutus begann seine Ansprache. Und was für eine. Sie bewirkte genau das, was sie sollte - sie sprach etwas in Stilos Inneren an, anstatt nur die Ohren zu erreichen. Das gefiel ihm gut. Wenn Bellutus das lebte, was er versprach, war Stilo zufrieden und wäre er es nicht gewesen, hätte das auch nichts geändert.

  • Bellatus´Blick fiel auf die II. Centurie. Ihr Centurio war im Valetudinarium und sie hatten einen neuen Optio. Die II. war nicht ganz so verlottert aber voller Frischlinge. Für heute war der wöchentliche Marsch geplant und der Legat hatte Bellatus darum gebeten die beiden Centurien auf diesem Marsch anzuführen.

    Bellatus fragte sich erst gar nicht ob dies ein Test war. Ob nun 80 oder 160 Männer oder in ihrem Fall knapp 110 Männer, das war Bellatus egal. Wenn die Disziplin stimmte spielte das überhaupt keine Rolle. Der Sonnenstand sagte ihm, daß es an der Zeit war Fakten zu schaffen.

    I. und II. Centurie wegtreten um Ausrüstung zu holen. Wir werden heute den 20 Meilen Marsch absolvieren,...und wir werden ihn in der besten Zeit absolvieren welche diese Legion in dieser Provinz zu bieten vermag! Optiones zu mir! ...Centuriae....stateeee! Der Wohlklang einer Menge strammstehender Legionäre erfüllte den Bereich. Bellatus nickte ,...ein wenig. Centuriae aad dextrammm...abite!

    Die Centurien rückten ab und Bellatus sah in vier fragende Gesichter. Movemini meine Herren,...ich möchte von hier aus zur hora quinta abrücken,...das sind 20 Minuten, volles Gepäck, kein Tross, kein Wasser. Wir nehmen Medicus und zwei Capsariae mit. Meine Herren,...Abite! Er wußte was er verlangte sie würden 6 Stunden unterwegs sein mit vollem Gepäck. Eine Herausforderung, ganz sicher, aber danach würden nur die Hartgesottenen auf ihre Privilegien bestehen und dann würde ihnen Bellarus diese Privilegien um die Ohren hauen.

    Er lächelte fast, es war ein guter Tag zum Marschieren.

  • Ohne sich bisher wirklich zu erkennen gegeben zu haben marschierte Appius mit der Centurie aus den Campus. Wie der Centurio am Vortag informiert hatte wollte er die Truppe hier sehen. Vollzählig und in Form. Das mit der Form klappte nicht so wirklich. Appius beobachtete während des kurzen Märchen die Einheit und musste feststellen dass es ziemlich lange her gewesen sein musste dass Disziplin gefordert war.

    Naja....das wird schnell geändert werden.dachte er sich grinsend.

    Als sie nun am Campus ankamen, die Formation stand schief und quer, stellte er sich mit Absicht so weit von den anderen ins abseits dass es auffallen musste Nur ein Blinder oder geistig Abwesender konnte das übersehen.

  • Stilo holte nach dem Befehl zum Wegtreten seine Centuria ein. Die Truppe war in der Tat ein elender Sauhaufen. Sie mussten die Grundlagen trainieren, vermutlich von klein auf ... wie bei Tirones um erstmal herauszufinden, auf welchem Ausbildungsstand sie tatsächlich waren. Da gab es großen Nachholbedarf. Nicht alles schien Unwillen zu sein, viele waren scheinbar einfach unfähig, es besser zu machen und dann hätte auch kein Gemecker genützt. Mit seinem Centurio hatte Stilo noch nicht über dessen Pläne sprechen können, da Flaminius Falco pünktlich zu Stilos Dienstantritt im Valetudinarium gelandet war. Auch das noch, er hatte sich schon gefragt, wo der blieb. So war Stilo gleich vom ersten Tag an als Optio auf sich allein gestellt. Er nahm aber an, dass Bellutus von der Prima ein Auge auf ihn haben würde, der letztlich die gesamte Kohorte kommandierte.


    Stilo beeilte sich mit seiner Ausrüstung. Er ließ die Milites zunächst vor der Baracke antreten, ehe es zum Campus ging, nur um festzustellen, dass einige versucht hatten, beim vollen Gepäck zu mogeln. Angeblich hatten sie die entsprechenden Ausrüstungsgegenstände vergessen. Das wiederum mochte er nun wirklich nicht glauben, da das Marschieren sicher auch hier regelmäßig praktiziert wurde. Stilo spürte Ungeduld aufsteigen. Die Bestandteile von leichtem und vollem Gepäck lernte man in den ersten Tagen bei der Legio. Er ließ die fehlenden Dinge holen, sodass jeder ordnungsgemäß ausgerüstet den Marsch antreten konnte.


    "Und jetzt marschieren wir in einer vernünftigen Formation zum Campus und nehmen dort ordentlich Aufstellung!"


    Von vernünftig und ordentlich waren sie bei ihrer Ankunft weit entfernt ... aber mit dem Hinweis hatte Stilo immerhin erreicht, dass einige sich sichtlich bemühten, sodass das Bild am Ende etwas besser war als zu dem Zeitpunkt, als sie den Campus verlassen hatten. Trotzdem noch ein Bild des Jammers. Stilo nahm neben seiner fürchterlichen Centuria Aufstellung. Die des anderen Optios, den er von den Thermen her kannte, sah zum Glück genauso unmöglich aus.

  • Bellatus wartete bis sich die beiden Centurien in ihre Endposition manövriert hatten. Was er nun sah ließ den Gedanken an Dezimierung aufflammen. Aber wie es bei solchen Aktionen nun mal war traf es dann garantiert den Flaschen für das Exempel. Die Unruhestifter hatten das Glück des Dummen.


    Er war mit Sicherheit kein Schreihals, aber er war ein Ästhet, er liebte vollendete Formen. Was ihm dort geboten wurde kam ihm daher fast vor wie eine amtliche Ohrfeige.


    Bellatus verschaffte sich einen sicheren Stand und bellte den Verlotterten entgegen;


    Wenn das eure Vorstellung von angetretener Formation ist, dann will ich mir nicht vorstellen was eure Vorstellung von Formationskampf ist! Ich will mich auf euch verlassen können wie ihr euch auf mich verlassen könnt! Beweist mir daß ihr Milites Romas seid! Beweist mir, daß ihr die schärfste, die präziseste Waffe dieser Provinz seid! Beweist mir, daß die Reiterhorden bei eurem Anblick lieber Reißaus nehmen als sich uns zu stellen!


    Sein Blick und sein Habitus ließen selbst den Verwegensten unter ihnen erkennen, um was es ihm ging.


    Optiones,…lasst die Centuriae „antreten!“


    Formaldienst bis ihnen das Wasser im Arsch kocht! Er würde auf dem Marsch Formationen üben, sie werden sich wünschen ihre Sache hier ernster genommen zu haben.

  • Dass der Centurio nun laut wurde, war nachvollziehbar. Mit einer Einheit wie dieser hatte man wenig Freude und im Gefecht sehr schnell auch weniger Milites, über die man sich noch ärgern konnte. Scheinbar war diesen Männern das nicht bewusst. Fast wäre es wünschenswert, dass Sauhaufen I und II in eine beschissene Situation gerieten, damit ihnen der Ernst der Lage klar wurde und sie erkannten, dass es hier um nichts Geringeres als ihre Existenz und die ihrer Kameraden ging. Und so ging Stilo meckernd durch die Reihen, bohrte mit dem Ende des Rebstocks in Vorder- und Rückseiten, bis die Formation stand. Das dauerte eine gefühlte Ewigkeit, wenn man noch die Standards der IX Hispana gewöhnt war, doch immerhin: Am Ende stand die Centuria in einer sauberen Rechteckformation mit gleichmäßigen Abständen.


    Stilo schaute, wie weit Cerretanus war und wie der mit Sauhaufen I zurechtkam. Laut Cinna mussten die Zustände dort noch schlimmer sein als in der Centuria von Stilo.

  • Zusammen mit Stilo, trabte auch der Furier seiner Cebturie hinterher.

    Dass es hier unmissverständlich im Argen lag wurde durch den Centurio bestärkt. Der Tribun hatte schon etwas in diese Richtung geäußert und so war man nun konkret auf das Problem aufmerksam gemacht worden.

    Das selbe Los hatte sein Kollege Stilo zu tragen. Keine der beiden Cenurien standen in Konkurrenz zueinander was Disziplin und Präsenz betraf. Cerretanus würde sich nach dem Marsch mit Stilo absprechen. Im schwebte eine ähnliche Aktion vor wie er sie in Rom mit seinen Rekruten abgezogen hatte Nur würde es diesmal im freien Feld passieren.

    Nachdem die 20 Minuten um waren hatte auch seine Centurie wieder den Campus erreicht. Diesmal aber stand er nicht einfach als einfacher Soldat neben den Reihen sondern hatte sich vor die 80 Mann gestellt.

    " 8 Mann in Reihe. Dahinter eine Armeslänge Abstand zum Vordermann." Er hielt dabei den berühmt-berüchtigten Optiostab waagerecht vor sich. " Bis hier her aufrücken. Und das mit Elan, meine Herren."

    Dann drehte er sich um und salutierte Richtung Belarus.

    " Optio Furius meldet I. Cenurie, IV Kohorte in Marschausrüstung angetreten."

  • Bellatus nickte leicht. Es war also nicht hoffnungslos. Er machte sich auf und schritt die Formation ab. Hier und da blieb er stehen und wartete bis der Optio herbeigeflitzt kam. Dies durften dann den Legionär darauf hiunweisen, daß sein Marschgepäck so gepackt spätestens nach zwei Meilen in Auflösung ging, die Lorica Segmentata unzureichend geschnürt begann ins Fleisch zu schneiden, und so weiter. Bellatus bekam den Eindruck bei einer Auxilliareinheit oder einer Strafkohorte zu sein. Der gesamte Abschaum der Römischen Legion schien sich in seiner Centurie zu konzentrieren.

    Er wandte sich zum gehen. Optio Furius, Optio Seius, ...die Milites in Starre versetzen und dann zu mir!

    Und während die Befehle über den Campus hallten begab sich Bellatus wieder zu seinem Ausgangspunkt und hakte seine Hände am Halsteil seiner Rüstung ein.

  • Wie geheißen verzauberten Stilo und Cerretanus ihre Centurien zu Säulen. Mit scharfem Auge kontrollierte Cerretanus noch einmal die Formation was aber völlig sinnfrei war. Der derzeitige Status den die Einheit hatte war " katastrophal ". Innerlich zuckte der Furier die Schultern und eilte, gemeinsam mit Stilo, zum Centurio.


    " Centurio?" Die Schultern spannend sich nach hinten.

  • Bellatus sah die beiden Optiones an; Movemini Männer ...Dann räusperte er sich kurz, während sein Blick auf die knapp 110 Männer ruhte. So etwas habe ich in 30 Jahren Legion nicht erlebt. So wie es aussieht müssen hier die Grundsätze nocheinmal eingetrichtert werden. Aber davon abgesehen, ich möchte daß von jeder Centurie 2 Contuberniae mit Langspießen marschieren. " Contuberniae lassen das Pilum hier und packen Bogen und 50 Pfeile ein. Das macht gegen Reitertrupps mehr Sinn als die herkömmliche Bewaffnung. Er nickte, mehr zu sich selbst. Centuriae abrücken lassen, Ausrüstung überprüfen, Bewaffnung anpassen und Marschpensum wird auf 25 Meilen erhöht. Er warf einen Blick auf die Sonne und dann auf seine Optiones.

    ..., in einer halben Stunde marschiert die Vexillatio...jeder der dann nicht ordnungsgemäß ausgerüstet ist wird entsprechend diszipliniert. Abite Männer!

    Dann machte er sich auf zur Principia, das Abrücken der Centuriae interessierte ihn so wenig wie die Legionäre die Dienstvorschriften. Sie würden sich seinen Respekt verdienen müssen. Dennoch, es galt noch zwei Capsarii aufzutreiben, es würde heute ein langer Tag werden.

  • 'Denen wird bereits vor den 25 Meilen die Luft ausgehen' dachte sich Cerretanus.

    Er wartete auf Stilo bis dieser ebenfalls die Anweisung bestätigte um dann seine Centurie abmarschieren zu lassen.


    " Stilo. Auf ein Wort." " Was hältst du davon wenn wir morgen die beiden Centurien aufeinander hetzen? Ich hab mir überlegt dass wir es in der Nähe machen. Es gibt eine kleine Ebene südöstlich von hier die sich gut eignet ein kleines Manöver durchzuführen.

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